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Erfahrungsbericht : Operation Harnröhrendivertikel bei der Frau

bSowl6erin hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle!

Mir ging es ähnlich wie Vera1, ich bekam die Diagnose Harnröhrendivertikel und – obwohl es bei einer Diagnose immer gefährlich ist, darüber zu googeln – fand ich sehr wenig Information über das suburethrale Divertikel bei der Frau. Dazu kommt, dass das Divertikel, was ich bisher so gelesen habe, nicht oft bishin zu selten in meinem Alter vorkommt. Deshalb will ich selbst einen Erfahrungsbericht dazu schreiben, da mir der von Vera1 in diesem Forum sehr weitergeholfen hat und ehrliche Erfahrungsberichte mehr wert sind als von Ärzten verfassten Artikel.

Zunächst zu meiner Person, wie bereits erwähnt weiblich, zum Zeitpunkt der Operation 21 Jahre alt, und hatte davor nie auffällige Probleme wie Blasenentzündungen.

Bemerkt wurde mein Divertikel bei der Frauenärztin bei einer Routineuntersuchung und fälschlicherweise als "eh nur eine Zyste, irgendwie an der Harnröhre" diagnostiziert. Es wurde eine Woche gewartet und als sich an der Ausbuchtung nix verändert hat, hat mich meine planlose Frauenärztin mit den Worten "Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie's wissen, das interessiert mich aber auch!" an meine jetzige Urologin weiterverwiesen. Man muss fairerweise dazu sagen, dass es wirklich die wenigsten Frauenärzte schon mal gesehen haben, wichtig war nur, dass sie mich an die Urologin weiterverwiesen.

Als ich bei der Urologin war, war das Divertikel gerade sehr groß (es wird ja größer und kleiner, da sich die Ausbuchtung mit Blut, Urin oder Schleim füllen kann und dann auch irgendwann "entlädt") und sie hat es mit einem einfachen Blick in die Scheide sofort gesehen. Sie hat mich gleich nach Schmerzen beim Sex gefragt, ehrlicherweise wäre mir da aber nie etwas aufgefallen – wahrscheinlich war das Divertikel schon eine ganze Weile da, hat sich aber eben erst zum damaligen Zeitpunkt ausgebreitet.

Statt weitere Untersuchungen zu machen, wurde ich gleich ins Landeskrankenhaus überwiesen, die erstmal enttäuscht waren, keine Voruntersuchungen, keine MRTs oder ähnliches in Händen zu halten, als sie mich aber anschauten, war das auch sofort nichtig.

Ich bekam noch für die selbe Woche einen OP-Termin (ich habe auf einen schnellen Termin gedrängt, da mich dieses "Ding" an der Harnröhre "wachsend" nachts wach gehalten hat und ich das nur so schnell wie möglich hinter mich bringen wollte, notwendig wärs nicht sofort gewesen!).

Am Tag vor der OP (Donnerstag, 6.5.2010) wurde ich dann im LKH stationär aufgenommen, hatte noch einige Probleme wegen meines Piercings im Gesicht, das natürlich entfernt werden musste, und hatte noch mein MRT. Hierbei wurde festgestellt, dass mein Divertikel zu dem Zeitpunkt die Größe von etwa 9mm hatte, allerdings hat meine Urologin mir gesagt, dass es gefüllter viel, viel größer gewesen wäre.

Der operierende Arzt hat mir im Vorhinein noch gesagt, dass es am besten wäre, das Divertikel "stark gefüllt" zu entfernen, da man besser sehen könne, ob man alles entfernt habe. Das war bei mir letzten Endes dann nicht der Fall, war aber auch nicht problematisch.

Vor der OP hatte ich nicht sonderlich viel Angst, eher vor dem danach – mein operierender Arzt meinte im vorhinein, er könne mir nicht sagen, wie lang der Katheter drin bleiben sollte, bzw. er würde ihn schon gerne 10 Tage zur richtigen Wundheilung drin lassen (wenn man ihn zu früh rausgibt, besteht die Gefahr einer Harnröhrenverengung).

Die OP am Freitag (7.5.) lief gut, auch wenn ich meinen operierenden Arzt danach nicht mehr gesehen habe (Wochenende und danach frei, davon möchte ich euch eher abraten.. es ist wesentlich beruhigender wenn einem der Arzt, der bei der OP war, sagt, was Sache war und ist!). im Aufwachraum hab ich gleich nach mehr Schmerzmittel verlangt, im Nachhinein denk ich, das war einfach der Schock im Aufwachraum und die Tatache, dass mein Körper bereits mit dem Fremdkörper Katheter "kämpfte".

Der Katheter hat für mich wirklich das größte Problem die ganze Zeit dargestellt, da ich JEDEN Millimeter Bewegung in mir spürte, als würde man an meiner Wunde reissen und wirklich schmerzhaft für mich war. Dagegen konnte man auch nix tun, ich bekam Tabletten zur Entspannung der Blase, die nicht viel nützten. Und ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass für mich wirklich NUR der Katheter und die ewige Liegerei schfmerzhaft war. Sitzen ging auch seeehr spärlich und war schmerzhaft, auch das schiebe ich aber auf den Katheter, weil mir wie gesagt jede Bewegung wegem dem Ruck geschmerzt hat.

Das war auch für die Belegschaft eher ungewöhnlich, ich muss aber sagen, dass es ein Unterschied ist, ob der Katheter genau dort liegt, wo man operiert wurde, oder aus anderen Gründen gelegt wird.

Mein Glück: Ich bekam ihn bereits am Montag (3. Tag nach Operation) in der Früh heraus – fürs Protokoll: Das tat nichtmal WEH, ich hab nichtmal was gespürt!!! – und mein Lebensgefühl war wieder da! Ich durfte noch am selben Tag heimgehen.

Meine Ärztin hat mir im Nachhinein erklärt, dass der operierende Arzt noch während der OP entscheidet, wie lang der Katheter drin zu bleiben hat und wie lang die Wundheilung brauchen wird – mein Gejammere war davon völlig unabhängig.

Okay, wichtig war für mich dieser Bericht auch für die Zeit NACH der OP:

SCHMERZEN im Sinne von "auaaa" gab es an sich danach NIE. Ich musste außer meiner Antibiotika auch nix mehr nehmen, und ich brauchte auch nichts.

Sitzen war scheisse. Etwa die ersten zwei Wochen ging es nur maximal ein paar Minuten bis es ein komisches bzw. unangenehmes Gefühl gab. Liegen oder gehen war in Ordnung, wobei mein Kreislauf eine Weile gebraucht hat, bis er wieder fit war. Ich hab von Tipps zu Schwangerschaftskissen, Pölstern und co. gehört; ich hab ebenfalls von "hart sitzen, weil sonst gibts mehr Narbengewebe" gehört – ich kann nur sagen: Macht es so, wie es euch am besten damit geht! Bei mir half kein Schwangerschaftskissen, ich hab mit einem 90cent Schwimmreifen mit 55 oder 60cm Durchmesser mein Glück gefunden – das allerdings auch sehr spät. Zwingt euch zu nichts, euer Körper sagt euch schon "jetzt möchte ich wieder sitzen!"

Ich hatte eigentlich noch ziemlich lange nach der OP noch Kreuzschmerzen (4 Wochen ca). Zum einen kam das von der vielen Liegerei und zum anderen von der OP selbst, in der man ja in einer ganz komischen Lage liegt (wie am Gynäkologenstuhl, nur extremer, hab ich mir sagen lassen, davon hab ich nichts mitbekommen, da ich eine super Vollnarkose gekriegt hab und wirklich erst wach war, als alles längst vorbei war).

Nachdem ich viel Sport mache, hatte ich eigentlich gehofft, bald mit meinem Training wieder anfangen zu können – aber die 4 Wochen Sport + Sexverbot hab ich mit wenig Gedanken daran eingehalten, einfach, weil ich nie auf die Idee gekommen wäre.

Fahrradfahren ging auch erst nach 4 Wochen und auch da erst mit einem weicheren Sitz als meinem Sportsitz. Die Regel lautet: soviel, wie es gut ist, wenns weh tut, sollte mans lassen.

Kurz nach der OP, etwa 4 Tage, also Dienstag oder sogar schon Montags – bekam ich eine Art Zwischenblutung oder Schmierblutung. Ich bekam Panik, der Arzt meinte allerdings, das wäre schon normal. Ich hatte auch dieses "Regel-Gefühl" dabei. Ich war völlig außerhalb meines Zyklus, obwohl ich die Pille die ganze Zeit nahm. Aber so eine OP bringt einen aus der Bahn und das ist nicht selten! Ich hab sicherheitshalber nur Binden benutzt, nach 4 Wochen sind aber auch Tampons ohne Bedenken wieder verwendbar.

Ich war 4 Wochen nach der OP bei meiner Urologin und hab einen Termin für Juli (also 8 Wochen später, ganz genau gesagt) zur Cystoskopie bekommen, um zu sehen, ob noch Reste da sind und wie die Sache jetzt aus ist. 4 Wochen danach ists noch etwas knapp, da man zwecks Narbengewebe mehr zerstören als gutmachen kann. Deshalb lieber warten!

Nun noch zur letzten Sache, zu der ich auch ehrlich Auskunft geben möchte: der Sex.

Mir tut er derzeit weh, auch die kleinste Sache. Das muss sich alles erst wieder normalisieren und das ist sehr bemerkbar – es ist aber alles andere als schön, "da muss man eben durch"-Sex zu haben!!!

Jeder Mensch, jeder Arzt, jedes Divertikel, jede OP und jeder Heilungsprozess ist anders -

alles in allem war es all die Angst, die ich hatte, nicht wert. Ich war sehr kurz im Krankenhaus, inzwischen trainiere ich wieder regelmäßig und abgesehen von Konditionsschwäche gehts mir überhaupt nicht schlecht. Auch Bauchmuskeltraining, Pilates, Rückenfit und ähnliches hat mir seither keine Schmerzen bereitet – wichtig ist, immer auf sich selbst zu hören und zu stoppen, wenn sich etwas falsch anfühlt!

Man läuft wirklich 4 Wochen mit einem Gefühl von "etwas is komisch, etwas ist anders" herum. Das ist nunmal auch der psychische Prozess einer OP der nicht zu unterschätzen ist – da ist, wie gesagt, auch wieder jeder anders.

Und nur nicht unterkriegen lassen, wenn man aus einer Statistik rausfällt ;-)

Ich hoffe, ich konnte irgendwem eine Hilfe sein und wünsche das Beste! :-)

bowlerin

Antworten
A$njax28


Hallo bowlerin!

habe Deinen Beitrag noch zufällig gefunden. Habe bereits an Vera1 geschrieben, wie folgt.

Wie geht es Dir jetzt momentan, alles gut überstanden? Sei froh, dass Du vorher keine Beschwerden hattest.

Habe schon längere Zeit Harnröhrenbeschwerden. Es ist echt schwierig einen Urologen zu finden, der einen ernst nimmt. Das zieht einen irgendwie noch mehr runter. :°( Aber ich gebe nicht auf. Habe immernoch Hoffnung. Werde nochmal zum FA und Urologen gehn. Hier meine ganze Geschichte...

Hallo Vera,

mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen. Auch wenn Dein Beitrag schon längere Zeit her ist, hoffe ich noch mehr von Dir zu erfahren.

Habe seit ca. 1 1/2 Jahren Beschwerden mit der Harnröhre. Angefangen haben die Probleme mit einer Blasenentzündung. Seitdem fühlt sich meine Harnröhre ganz komisch an. Dazu kam eine ständige Reizblase.

Der Infekt war vorüber, aber die Symptome blieben. Das ging so monatelang , so dass ich depressiv wurde.

Ich bekam Antidrepressiva und als Nebeneffekt beruhigte sich meine Blase. Mein Harnröhrenbeschwerden blieben jedoch bis heute. Es fühlt sich so an, als ob meine ganze Harnröhre wie geschwollen ist. Genauso wie der Harnröhrenausgang. Dann verspür ich ständig so ein Druck in der Harnröhre. Sex ist fast gar nicht mehr möglich vor Schmerzen. Danach könnt ich nur noch auf Toilette rennen. Mit der Zeit geht das ganz schön auf die Nerven.

Beim FA war ich auch schon. Gegen die Schwellung am Harnöhrenausgang habe ich eine Östrogensalbe mit Cortison bekommen. Äußerlich hat es zwar bisschen geholfen, jedoch innerlich ist es genauso schlimm wie vorher.

Habe dann auch im Internet recherchiert, was das sein könnte. Bin dann auch auf die Begriffe Harnröhrendivertikel und Harnröhrenpolypen gestoßen. Laut den Symptomen könnte es sowas sein.War deswegen heute wieder bei einem Urlogen. Ich hatte das Gefühl er nimmt mich gar nicht ernst. Er meinte er könnte, ein Harnröhrenabstrich mit Blasenspiegelung machen, um etwas davon festzustellen. Danach meinte er, er würde bestimmt eh nichts bei mir finden. Die Aussage hätte er sich sparen können. Ich wiederum habe gelesen , sowas wird durch Rötgen oder MRT diagnostiziert. Das habe ich ihm auch gesagt. Da meinte er das wäre völliger Quatsch. Jetzt meine Frage, wie wurde das Divertikel bei Dir festgestellt? Vor einer Blasenspiegelung habe einen riesigen Horror. Habe ich schon alles hinter mir. Laß ich sicher nicht nochmal machen.Werd mir nochmal einen anderen Urologen suchen. Ich meine ich bilde mir das doch nicht ein! Bin fix und fertig! Von dem Antidrepressiva möcht ich auch gern loskommen. Zumal ich mir gern ein Kind wünsche. Muss meinen Freund ständig vertrösten. Aber er hat dafür Verständnis.

Bist Du seit Deiner OP eigentlich jetzt beschwerdefrei? Wie lange hat es bei Dir gedauert, bis alles ausgeheilt war?

Würde mich sehr freuen, mehr von Dir zu hören.

Viele Grüße, Anja

Anja28

SSusi12x345


Hallo,

Ich war neulich beim Frauenarzt da ich ein ziemlich großes Ding in meiner Scheide entdeckt habe. Mein Arzt meinte das ist eine Zyste an der Harnröhre ich solle in ein Krankenhaus gehen um es entfernen zu lassen. Gesagt getan habe ich bei einem Frauenarzt in einer Klinik einen Termin vereinbart. Er meinte das wäre eine Sache von ca 5 Minuten.

Nun habe ich mich erkundigt und nach geschlagen was das ist und wie es weg gemacht werden soll und gelesen dass es ein komplizierter Eingriff ist bei dem ich inkontinent werden kann. Nun mache ich mir sehr große Sorgen. Mir hatte mein Frauenarzt nur gesagt es wäre ratsam einen Urologen in der Nähe zu haben falls etwas schief geht daher solle ich in ein Krankenhaus doch wieso Schneidet das kein Urologe raus sondern der Frauenarzt?

Die OP soll bereits diese Woche sein Ende der Woche. Ich würde es am liebsten nicht weg machen lassen. Es stört mich auch nicht wirklich. Manchmal ist es sehr groß dann ziept es etwas geht aber auch wieder vorbei...

Ich weis nun nicht was ich machen soll. Steht mir meine Angst nur im Weg oder sind die Bedenken begrundet?

Ich hoffe auf schnelle antworten.

Viele liebe grüße

Esmxax


Hallo Susi12345,

bei Operationen im Harnwegsbereich besteht immer die Gefahr, dass der Blasenschließmuskel in seiner Funktion geschädigt wird. Das bedeutet, man wird inkontinent.

Männer haben auch noch einen Prostata-Schließmuskel, der auch alleine den Urin noch halten kann - solange bis die Prostata nicht total entfernt wurde.

Ich kenne mehrere Männer, die seit ihrer Prostata-Operation Windeln tragen müssen/mussten. Ich lasse mir daher meine Prostata nicht restlos entfernen, obwohl sie sehr wahrscheinlich schon etliche Krebszellen enthält. Sie bewahrt mich vor den Windeln.

Ich würde es am liebsten nicht weg machen lassen. Es stört mich auch nicht wirklich. Manchmal ist es sehr groß dann ziept es etwas geht aber auch wieder vorbei...

Du solltest genau abwägen, prüfen und fragen, ob die Operation deine Lebensqualität erhöht oder vermindert.

Ich wünsche dir alles Gute und eine richtige Entscheidung.

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