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Restharn

PBRO8 hat die Diskussion gestartet


Problem: Wegen zu großem Restharn wurde eine Prostataaushobelung vereinbart. Nach einer nochmaligen Untersuchung vor der OP stellte ihr Ergebnis die Notwenigkeit einer solchen OP in Frage. Zusätzlich zu meinem bereits verordneten Medikamente ALNA retard 0,4 mg – Kapseln, wurde mir MYOCHOLINE – GLENWOOD 25 MG Filmtabletten (4xtäglich) verordnet. Die nach einer Woche durchgeführte Untersuchung ergab folgende Werte: Restharn 5oml (im Vergleich zu den Ausgangswerten von 140 und 250) , Harndruck: Glockenförmiger Flow mit Bauchpresse bei Qmax 17,6 ml/s und 127 ml Volumen (Ausgangswerte 422ml, Qmax 26,6, Qave 14,1 ml/s) Bald danach musste ich MYOCHOLINE – GLENWOOD 25 MG Filmtabletten absetzen, da mein Puls mehrmals zwischen 55 und 60 Schläge/m. sank. Ein Gespräch mit Kardiologen wurde auf meine Initiative anberaumt. Hernach möchgte ich beim Urologen vorstellig werden. Ich fürchte nur, dass möglicher Weise eine OP indiziert wird. Lt. Auskunft meiner Apotheke gibt es keine Alternative zu MYOCHOLINE – GLENWOOD 25 MG Filmtabletten und ich weiß natürlich nicht, welche Werte mein Restharn nach dem Absetzen des Medikamentes haben wird.

Frage: Es gelingt mir sehr leicht, bei öfteren Harndrang die Entleerung zurückzuhalten und dann eine ergiebige, starke Entleerung zu erreichen. Mir wurde aber gesagt, das Zurückhalten des Harndrangs sei gefährlich und sollte unterlassen werden. Stimmt das? Ich würde nämlich gerne probieren, wie mein Restharn sich entwickelt, wenn ich so verfahre. Vielleicht brauche ich MYOCHOLINE – GLENWOOD 25 MG Filmtabletten gar nicht? Auf diese Weise schaffe ich es, in der Nacht ca nur ein, höchstens zwei ( selten dreimal) eine Entlehrung vorzunehmen. Auch tagsüber ist mein Entleerungsverhalten durchaus normal und unkompliziert. Ich schätze, dass ich durchschnittlich täglich 3 bis 4 lt. Flüssigkeit zu mir nehme.

Frage 2: Mir wurde als Alternative zu MYOCHOLINE – GLENWOOD 25 MG Filmtabletten von Bekannten Urogutt, kombiniert mit Dr. Böhm Brenesselwurzel und Dr. Böhm Kürbis empfohlen. Ich getraue mich nicht, diese Medikamente zu nehmen, weil lt. Beipackzettel Urogutt nicht bei einer Restharnmenge von über 100ml genommen werden darf und ich ja nicht kontrollieren kann, wie viel Restharn ich tatsächlich habe. Außerdem weiß ich natürlich nicht, was in meinem Fall objektiv von dieser Medikamentation zu halten ist.

Ich bin 78 Jahre alt und würde, wenn möglich, gerne eine OP vermeiden. Anzumerken ist, dass ich ein Prostatakarzenom hatte, das durch Bestrahlung scheinbar in den Griff gekommen ist (PSA Wert o,o1, CT keine Hinweise auf Infiltration anderer Organde).

Antworten
F4or_ge ron


Hallo Pro,

ein Restharn unter 100 ml ist nach meiner Kenntnis kein Anhalt für eine Ausschälung.

Im übrigen kommt es wesentlich auf den Leidensdruck an, ob eine Op gerechtfertigt erscheint.

Eine Zurückhaltung des Harns ist nicht anzuraten, weil dies Auswirkungen auf die Nieren haben kann und eine Prostatitis auszulösen vermag.

Medikamente sollten bei erkannten Nebenwirkungen höchst kritisch betrachtet werden.

Einer mit erheblich weniger Nachteilen als einer Ausschälung stünde eine Laserbehandlung gegenüber.

Gruß

Kurt Schmidt

PzROx8


Danke Forgeron / Kurt Schmidt!

Meine Schwierigkeit besteht ja gerade darin, dass ich nie weiß, wie hoch mein Restharn ist. Im Frühjahr nach der Krebsbestrahlungt hatte ich 500ml. Daraufhin wurde eine OP anberaumt. Ich konsultierte privat einen Professor der Urologie, der mir eine Urodynamik durchführen ließ. Ihr Ergebnis war so schlecht, dass eine sofortige OP angezeigt erschien. Trotzem verschob ich nach Rücksprache mit einem mir bekannten Internisten die OP auf Juli. Im Juli wurde ich ins Krankenhaus aufgenommen. Nachdem die OP bereits für den nächsten Tag festgesetzt war, ersuchte ich um eine nochmalige Kontrolle, weil ich mich eigentlich ganz gut fühlte. Das Ergebnis war, dass mir das Spitel anriet, zuzuwarten und mich laufend von einem Urologen untersuchen zu lassen. Dieser war mit meinem Zustand zufrieden und vereinbarte eine weitere Kontrolle in einem halben Jahr. In der Zwischenzeit sank auf Grund der Medikamente mein Puls zeitweilig signifikant unter 60 Schläge/Minute. Das kann lebensbedrohlich sein und einen Herzschrittmacher notwendig machen. Mein Anliegen ist, möglichst viel Erfahrungen zu sammeln und erst dann mit meinem Urologen zu sprechen. Schön wäre es, wenn ich trotz des Absetzens der Medikamente einen Restharn unter 100ml haben würde. Was ich jedenfalls vermeiden möchte, dass der Urolioge und das Spitel zum Ergebnis kommen: Wenn die Medikamente abgesetzt werden müssen, bleibt nurmehr die OP. Subjektiv geht es mir gut: Was ich allerdings, wie gesagt, nicht überprüfen kann, ist, der Restharn. Und im Hinrtergrund steht die Meinung der Ärzte: Wenn dieser zu groß ist, muss ich mit einem Nierenschaden und einem Dauerkatheder rechnen.

Nochmals Danke für Ihr Bemühen:

PRO8

SKilberOmondaxuge


@ PRO8

Ja, stimmt, bei zu großer Restharnmenge ist mit einem Nierenschaden zu rechnen.

Aber mir sagte bis jetzt jeder Arzt, bis 100ml sei ok und letztendlich haben heutzutage sogar manche Hausärzte ein Ultraschallgerät, das die Restharnmenge anzeigt. Vielleicht Ihrer auch ?

Und dann:

1) gibt es wirklich nur ein Medikament bei zu großer Restharnmenge ?

Es gibt doch wegen jedem *piep* mehrere Möglichkeiten.

2) Mit OP ist jetzt die Prostataaushebelung gemeint ?

Bei zu großem Restharn gibt es noch die Möglichkeit, sich selbst zu katheterisieren bzw einen Dauerkatheter legen zu lassen (gerne auch über die Bauchdecke). Alles nicht schön, aber für manche Menschen eine Alternative.

Grüße, Silbermondauge

t%atuxa


Auf diese Weise schaffe ich es, in der Nacht ca nur ein, höchstens zwei ( selten dreimal) eine Entlehrung vorzunehmen. Auch tagsüber ist mein Entleerungsverhalten durchaus normal und unkompliziert. Ich schätze, dass ich durchschnittlich täglich 3 bis 4 lt. Flüssigkeit zu mir nehme.

Das Problem ist nicht das subjektive Gefühl, ob man genügend pinkeln kann, sondern die objektive Restharnmenge.

Wenn die Blase sehr voll ist, war bei der Trinkmenge garantiert vorkommt, dann kann man durchaus 300 – 400 ml auf dem Klo loswerden und dennoch 200 ml Restharn haben.

Eine Restharnbestimmnug über Ultraschall ist sehr ungenau, besser geht es per Kathether.

Wenn der Restharn dauerhaft hoch bleibt, drohen Infektionen und Nierenschäden und nachts zwei bis dreimal raus ist auch nicht toll.

Ich würde den Restharn einige Mal bestimmen lassen und dann zusammen mit dem Urologen besprechen, wie es weiter gehen kann.

P9RO8


Danke für die vielen und hilfreichen Anregungen. Ich habe nächste Woche einen Termin mit meinem Internisten mit dem ich ein sehr gutes Gesprächsklima habe. Hauptpunkt der Besprechung ist natürlich die Verträglichkeit der Medikamente. Vielleicht untersucht er auch meinen Restharn. Wenn nicht, wird es sicher ein Labor geben, wo ich eine längere Zeit hindurch eine wöchentliche Kontrolle vornehmen kann. Das Ergebnis kann ich dann mit meinem Urologen besprechen. Jetzt weiß ich schon einiges, was ich dabei ins Treffen führen kann. Nochmals recht herzlichen Dank!

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