» »

Stark erhöhter Psa-Wert

Igore#th hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Vater ist 72 und war wegen Problemen beim Wasserlassen neulich beim Hausarzt. Der stellte einen stark erhöhten PSA-Wert fest (ich weiß nicht, wie hoch) und überwies ihn sofort an einen Urologen. Da hat er aber erst am Montag einen Termin.

Muss ein stark erhöhter PSA-Wert Prostatakrebs bedeuten? Und warum der Urologe, was untersucht er, was der Hausarzt nicht hätte machen können?

Ich bin grade extrem beunruhigt, da mir meine Mutter erzählte, dass mein Vater sich wohl nicht würde operieren lassen, falls es Krebs ist (Angst vor Impotenz usw). Wäre Impotenz denn auf jeden Fall die Folge bei einer Behandlung?

Ich könnte grad ausflippen, dass es Menschen gibt, die lieber ihre Familie im Stich lassen (hab noch zwei Schwestern, die noch zu Hause wohnen), als dass sie keinen mehr hoch kriegen (mal etwas platt ausgedrückt)

Antworten
Itorexth


Bin ich hier falsch mit dem Thema?

M#onik<a6x5


Der Urologe ist in diesem Fall natürlich besser ausgestattet als der Hausarzt, er ist der Facharzt dafür. Der PSA Wert ist nicht immer aussagekräftig, er kann auch ohne Krebs erhöht sein, aber ein sehr hoher Wert ist häufig ein Hinweis auf Krebs. In dem Alter deines Vaters könnte es aber sogar sein, dass eine Op nicht unbedingt nötig ist, je nachdem, es kommt auf den Tumor an. In höherem Alter wachsen sie manchmal gar nicht so, dass man sofort operieren muss. Auch Strahlentherapie könnte gemacht werden, wie gesagt, das kommt auf die genaue Diagnose an.

Impotenz kann bei einer Op schon die Folge sein, auch Inkontinenz.

Ixore+th


Hab nochmal nach dem genauen Wert gefragt, er ist 5,9.... das ist doch gar nicht so stark erhöht, oder??

wIinnetoAu-der-zxweite


5,9 ist noch grenzwertig und kann auf eine gutartige Prostatavergrößerung hindeuten. überhaupt noch kein Grund zur Panik. Der Urologe wird Ultraschall machen und evtl. eine Biopsie (Gewebeprobeentgnahme mit einer Hohlnadel)

IQoretxh


Bei einem Ultraschall allein wird man aber doch nur eine Vergrößerung erkennen könne, oder? Ich meine, um Krebs auszuschließen/festzustellen, muss bestimmt eine Biopsie gemacht werden?!

Ckharlby4x3


bei meinem Vater war der PSA Wert bei fast 9 er hatte eine Nebenhodenentzündung.

Es muss nicht gleich immer Krebs sein

w)innetoeu-dGerY-zweitxe


Mit Ultraschall erkennt man nicht nur die Größe, sondern auch die Gewebestruktur. Eine Biopsie ist immerhin ein kleiner Eingriff und wird nur gemacht wenn nach Ultraschall noch Zweifel bestehen.

I}oretxh


Na dann können wir ja morgen schon mit einem ziemlich sicheren Ergebnis rechnen, ich berichte dann, was der Urologe gesagt hat.

I@orexth


Kein Krebs!!!

Seine Prostata ist leicht vergrößert, aber in etwas komischer Form, so dass es ziemlich stark auf die Blase drückt, da kriegt er jetzt ein Medikament und soll im Januar zur Kontrolle, ob sich was gebessert hat.

Ich bin so erleichtert!! :-)

w(innetou&-der-z?weitxe


Na also, viel Angst umsonst, und das wegen einem dummen Laborwert, der ja auch nicht stark erhöht war, sondern eben nur grenzwertig! Kritische Mediziner stellen den Nutzen des PSA-Screening ohnehin in Frage, meinen, dass damit nur Angst erzeugt wird (wie bei Euch) und sogar unnötige Operationen veranlasst werden. Gerade bei über 70jährigen verläuft sogar echter Prostatakrebs eher harmlos.

Deinem Vater jedenfalls herzlichen Glückwunsch und alles Gute! @:)

V=eeb


Gerade bei über 70jährigen verläuft sogar echter Prostatakrebs eher harmlos.

Das kann so sein, ist aber eine unzulässige Verallgemeinerung. Angst ist zwar mehr als verständlich, aber ein schlechter Ratgeber. Sie kann im bösesten Fall das eigene Leben, zumindest aber die Gesundheit kosten. "Mann" sollte sich ab mindestens 50 einmal jährlich kontrollieren lassen. Bei einer so möglichen frühzeitigen Entdeckung sind heute die Heilungschancen hervorragend!

Ich bin übrigens weder Urologe noch sonst mit Medizin befasst. Ich habe bloß selber mal den Fehler gemacht, aus Angst untätig zu bleiben, bis ich umgekippt bin (Urämie und ein PSA-Wert von 24! Meine Prostata war statt 20 cm³ 210 cm³ groß, also mehr als 10x vergrößert). Ich hatte nur das Riesenglück, dass alles gutartig war. Mein Herz war sehr gesund, sonst hätte das trotzdem tödlich enden können. Nach 4 Monaten vorbereitender Behandlung (ambulant) und der OP geht es mir nun seit mehr als 4 Jahren blendend. Die OP hat sich weder negativ auf meine Potenz ausgewirkt, noch habe ich in irgend einer Weise mit Inkontinenz zu kämpfen.

Die Potenz ist nur betroffen, wenn bei Krebs die Prostata total entfernt wird und das geschieht in aller Regel. Aber es ist sicher besser, die Potenz zu verlieren, als das ganze Leben!

wqinn9etFou-derK-zweite


@ Veeb

Die Prostatavergrößerung ließ sich aber bei Dir auch ohne den PSA-Wert einfach feststellen, mit Ultraschall, sicher sogar ganz herkömmlich mit dem tastenden Finger! Und gerade Dein Wert von 24 ist ja das beste Beispiel, dass auch ein solcher Wert keinen Krebs beweist!

Selbstverständlich sollten Männer ab etwa 50 regelmäßig zum Urologen gehen. Der PSA-Wert (der nicht ganz zufällig als Screening von der KK nicht bezahlt wird) sollte aber nur gezielt und nicht routinemäßig bestimmt werden. Nach einer neuen Statistik werden Von 9 Männern 8 unnötig an der Prostata operiert - mit den häufigen Folgen Inkontinenz und Impotenz - um dem einen neunten tatsächlich zu helfen.

Nochmals: Natürlich Krebsvorsorge (mit Finger oder Schall), natürlich Urologenbesuche, aber bitte nur gezielt PSA-Bestimmung.

Der Verdacht ist wohl nicht ganz unbegründet, dass Testhersteller und Igel-Leistung berechnende Urologen da auch ein wirtschaftliches Interesse haben!

S2qu~ie.rHSxS


Hallo,

Da ich kein Fachmann bin kann ich weder mit Sicherheit bestätigen noch verneinen, dass Impotenz eine unvermeidliche Folge der OP wäre. Ich würde vorschlagen einen Fachmann zu dem Thema zu konsultieren. Was den PSA-Wert angeht so würde ich nicht sofort an Krebs denken. Der Wert ist ein Indikator, nicht mehr. Er kann von Faktoren außer Krebs in die Höhe getrieben werden (Geschlechtsverkehr kurz vor dem Test und sogar viel Radfahren um nur zwei zu nennen) und außerdem ist der PSA-Verlauf aussagekräftiger als ein absoluter Wert.

[...]

Schöne Grüße und alles Gute für Ihren Vater

MFortiGmerCR#ickxardsen


Hallo Ioreth,

Vorneweg sollte ich klar stellen, dass ich kein Fachmann bin. Ich werde trotzdem versuchen deine Fragen mit eigener Erfahrung bestmöglich zu beantworten.

Der PSA-Wert ist zunächst nur ein Indikator, nicht mehr. Er kann in der Tat auf Krebs hinweisen und sollte aus diesem Grund auch weiter untersucht werden, wenn er erhöht ist. Er kann allerdings auch durch andere, teilweise harmlose Ursachen erhöht werden (altersbedingte Veränderung der Prostata, Geschlechtsverkehr in kurzem Abstand vor dem Test, viel Radfahren um nur ein paar zu nennen). Es ist also nicht sofort von Krebs auszugehen, aber es lohnt sich dennoch der Sache auf den Grund zu gehen.

An den Urologen wird denke ich in diesem Fall verwiesen, da dieser deutlich mehr Erfahrung in dem Bereich hat und besser beurteilen kann, was der nächste Schritt seien sollte (weiterer PSA-Test in ein paar Wochen, MRT Untersuchung, Tastuntersuchung etc.).

Bei der Impotenzfrage kann ich allerdings leider nicht weiterhelfen. Ich bin nicht sicher, ob dies eine mögliche Nebenwirkung oder sichere Folge ist. Hier lohnt es sich vermutlich, den Fachmann zu konsultieren.

[...]

Ich hoffe ich konnte ein wenig weiterhelfen und drücke die Daumen!

Schöne Grüße

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Urologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Nierenerkrankungen · Infektionen · HIV und Aids · HP-Viren und Feigwarzen · Blasenentzündung · Sexualität · Vorhautprobleme


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH