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Harndrang und nicht aufs Klo gehen

P`uenktch4en84 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hätte mal eine Frage.

Neulich war ich unterwegs und musste dringend aufs Klo. Ich hatte echt richtige Krämpfe in der Bauchgegend. War super übel :-( Da ich aber keine Gelegenheit hatte zu gehen hab ich es ausgehalten bis ich daheim war. Soweit so gut.

Was mich dabei interresieren würde, wie wird das weiter gehen? Wird da irgendwann die Blase platzen oder ist der Körper so schlau und sagt, liebe Maria es ist zwar schön dass du es verheben willst aber ich weiß was besser für deine Gesundheit ist – und die Natur nimmt ihren Lauf?

Ich habe mit meinem Freund darüber dieskutiert nur wusste er auch keine Antwort :-) Er ist ja auch kein Mediziner? :-)

Wie ist das denn beim Mann? Geht es ihm auch irgendwann in die Hose? Er hat ja viel mehr Harnröhre die er verschließen kann...

Danke

Maria

Antworten
EImm1a28


Also ich habe keine Ahnung, was dann passiert, musste aber unweigerlich an den Physik-Unterricht zurückdenken. Unser Lehrer hat uns damals von einem Physiker und Astronom namens "Tycho Brahe" erzählt, der am Kaiserhof zu einem Festessen eingeladen wurde. Dort war es üblich, nicht aufzustehen, bevor der Kaiser aufstand und so das Essen beendete. Tycho Brahe musste aufs Klo, durfte aber nicht aufstehen und angeblich soll ihm dabei die Platze geplatzt oder gesprungen sein und er daran gestorben sein.

Ich persönlich denke/ dachte immer, dass bevor irgendwelche "Schäden" entstehen der Körper eher das Zurückhalten einstellt und man sich in die Hose macht, aber wissen tue ich es – zum Glück ;-D – nicht!

EMmmax28


Äh.... die Blase geplatzt sein |-o

IMndiBviduTaxlist


Da gibt es einen "berühmten Fall": Einer der bedeutendsten Astronomen, der Däne Tycho Brahe (1546-1601) soll an einem Blaseneinriss gestorben sein, nachdem er während der Teilnahme an einem Festbankett des Kaisers "musste" und es sich aus Höflichkeitsgründen verkniff, weil es als ungehörig galt, vor dem Kaiser aufzustehen.

Ob die Geschichte wahr oder eine Legende ist – keine Ahnung. In Normalfall wird der Körper sicherlich als Notprogramm die Schleusen öffnen...

I>nd1ividua?lisxt


[[http://de.wikipedia.org/wiki/Tycho_Brahe#Brahes_Tod]]

IkndiviXdualixst


@ Emma

Zwei Dumme... ;-) @:)

SzchliItzaughe6"7


Ich denke mal, man würde letzendlich der Natur seinen Lauf lassen. Ich kenne niemanden, der wegen einer geplatzen Blase in einer Klinik gelegen hätte. Und sollte es ein medizinisches Verhalten geben, wäre dies sehr schmerzhaft und man würde freiwillig das nächste Krankenhaus ansteuern – um dann kathetrisiert zu werden....

M7ause5zahxnfee


Ich denke auch das die Blase nicht platzen wird, sondern der Körper es dann auf natürlichen Weg raus befördern wird ohne das man es noch zurückhalten kann.

S8unflPoweDr_73


Die Medizin war 1601 ja auch schon so unglaublich fortgeschritten... ;-D

Ich würde daher darauf tippen, dass man sich irgendwann schlichtweg in die Hose macht. Der eine früher, der andere später. Voraussetzung, dass der Schließmuskel normal funktioniert.

Ich hatte mehrfach für einige Tage eine Spinalanästhesie und habe ein Mal einen Harnverhalt entwickelt. D.h. der Schließmuskel war derart lahmgelegt, dass er sich nicht mehr öffnen konnte (und ich merkte auch nicht, dass ich muss). Da das Pflegepersonal aber regelmäßig fragte bzw. merkte (ich war eh bettlägerig und brauchte die Bettpfanne), dass da einige Stunden nix kam, wurde sofort reagiert und katherisiert. Mein Bauch war da aber schon ordentlich rund aufgr. der extrem gefüllten Blase. Geplatzt ist sie nicht – und im Normalfall hätte der Schließmuskel wohl schon nachgegeben. :D

EGmma2x8


@ Emma

Zwei Dumme... ;-) @:)

@:)

Das ist so ziemlich das einzige, weiß ich aus dem Physik-Unterricht behalten habe, aber das vergess ich auch nie wieder ;-D

L5ackyyLucxk


Eine Blase wird nicht so schnell mPlatzen. Da gibt es einen solchen Rückstau, dass die Nieren geschädigt werden. Bis hin zum Nieren versagen.

LackyLuck

Pluenkt^czhe:n8x4


Hallo Leute,

vielen Dank für die Antworten.

Da mich dsa Thema gerade nicht loslässt habe ich nochmals im Internet gesucht.

Habe bei Wikipedia das da gefunden: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Miktion#Physiologie_der_Miktion]]

Ich Zitiere Mal:

Als Miktion wird die normalerweise vollständige Entleerung der Harnblase bezeichnet. Dieser Vorgang wird durch komplexe Regelkreise des autonomen und willkürlichen Nervensystems gesteuert.

[...]

Die maximale Blasenkapazität ist dabei jenes Füllvolumen, bei dessen Erreichen es zu einem sogenannten imperativen Harndrang bzw. einer unwillkürlichen Blasenentleerung kommt. Für Frauen wird der Normwert mit 300 bis 400 Millilitern, für Männer mit 400 bis 600 Millilitern angegeben. Diese Werte schwanken jedoch von Mensch zu Mensch stark und es gibt keine bestätigten Maximalwerte. Berechnet wird sie als die Summe der funktionellen Blasenkapazität und des nach der Miktion in der Blase verbleibenden Restharns. Als funktionelle Blasenkapazität wird das mittlere Entleerungsvolumen minus dem verbliebenen Restharn bezeichnet.

Die Speicherfunktion der Blase wird einerseits durch zwei Schließmuskel gewährleistet: einen äußeren, quergestreiften, und einen inneren, bestehend aus glatten Muskelzellen. Daneben muss sich bei zunehmender Blasenfüllung der "Blasenentleerer" (M. detrusor vesicae, kurz als Detrusor bezeichnet) den veränderten Druckverhältnissen anpassen und sich dazu entspannen. Dies wird als Akkommodation bzw. Compliance der Blase bezeichnet. Störungen des Zusammenspiels führen zu einer sogenannten Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie.

Wird die Fähigkeit zur weiteren Akkommodation des Detrusors überschritten, kommt es zu einem steilen Druckanstieg im Blaseninneren und über Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand zur Auslösung des Miktionsreflexes, damit zur Kontraktion des Detrusors, einer passiven Dehnung des inneren Schließmuskels und einer willkürlich gesteuerten Erschlaffung des äußeren Schließmuskels.

Die zentrale Steuerung erfolgt in der pontinen Formatio reticularis. Für das Einleiten des Entleerungsvorgangs ist der Parasympathikus zuständig. Er reizt die Blasenmuskulatur zur Anspannung und hilft beim Entleeren der Blase. Der Sympathikus hingegen sorgt dafür, dass die Blase erschlafft, um sich füllen zu können und zur Anspannung der Schließmuskel. Er verhindert somit eine ständige Entleerung.

[...]

Das bedeutet für mich: Für einen gesunden Menschen ist das verhalten nicht gesundheitsgefährlich. Es wird nur peinlich, wenn der Körper willkürlich das entleeren anfängt.

@ LackyLuck

So wie ich das verstanden habe ist das aber nur so wen z.B. eine Prostatavergrößerung ein Abfließen verhindert.

P-u-enrktchen584


Eigentlich wollte ich meinen Beitrag bearbeiten – habe aber nicht herrausgefunden wie das gehen soll...

Weiter habe ich gefunden: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Harnblase#Physiologie]]

Zitat:

Der Urin wird in den Nieren produziert, dort in den Nierenbecken gesammelt und dann durch die Harnleiter in die Harnblase entleert. Deren Wand wird durch die zunehmende Füllung gedehnt, was durch Dehnungssensoren wahrgenommen wird. Dies löst in parasympathischen Zentren des sakralen Rückenmarks einen Reflex, den sogenannten Miktionsreflex, aus, der die Kontraktion des Musculus detrusor in der Blasenwand und eine Entspannung des inneren Schließmuskels auslöst. Die hierzu gehörenden Reflexbahnen verlaufen im Nervus pelvinus. Erst wenn dann die bewusste Entspannung des äußeren Schließmuskels erfolgt, beginnt das Harnlassen. Diese bewusste Kontrolle des äußeren Schließmuskels kann jedoch bei sehr starker Füllung der Blase durch vom Nervus pudendus stammende hemmende Impulse außer Kraft gesetzt werden.

[...]

IOndividNuFalist


Danke für den Auszug. Dass eine Spontanentleerung einem Platzen normalerweise zuvorkommt, hatte ich ja schon vermutet, und andere auch. Aber die ganze Komplexität der "Regelkreise" war mir gar nicht bewusst.

Das ist mal wieder so ein Moment, wo ich fasziniert von der "Weisheit" des Körpers bin.

Übrigens, die 600 ml auf einmal hab ich auch schon lässig zusammen bekommen, wahrscheinlich sogar mancmal noch mehr.

P.S.: Nachträgliches Bearbeiten von Beiträgen geht in diesem Forum nicht.

S8pringcHhiUld


Nach der Geburt meiner Tochter konnte ich nicht Wasser lassen und der Urin musste schließlich per Katheter abgelassen werden. Abgelaufen sind unglaubliche 1600 ml! :-X Ich hab keine Ahnung, was da physiologisch vor sich gegangen ist, aber ich nehme mal an, dass die Blase eher geplatzt wäre als sich selbst zu entleeren, denn ich hatte schon ziemliche Schmerzen, aber wenn ich auf der Toilette saß kam einfach nichts. ":/

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