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Prostataentzündung und viele Fragen offen?

VSolkxand hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

seit über 4 Wochen verspüre ich einen ständigen Harndrang und kann die Blase nicht vollständig entleeren...zum ersten Mal ist es aufgetreten, als ich auf einer Feier zwei Stunden auf einer kalten Bank gesessen war, deshalb dachte ich es sei eine Blasenentzündung. Als es nach den ersten 5 Tagen nicht besser wurde, war ich zum ersten Mal bei Urologen. Dort bekam ich dann für 10 Tage ein Antibiotikum (Doxycyclin), allerdings wurde es nicht besser. Danach war ich wieder beim Urologen und bekam ein anderes Antibiotikum (Ciprofloxacin) für 10 Tage, doch auch dadurch wurde es nur kurzfristig mal besser, aber langfristig auch nicht. Nun war ich heute wieder beim Urologen (der übrigens jedes Mal einen Ultraschall gemacht) hat. Im Ultraschall war auch heute wieder zu sehen, dass sich die Blase nicht vollständig entleert und die Prostata angeschwollen ist. Nun wird der Urin nochmal eingeschickt, um einen letzten möglichen Bakterienkeim auszuschließen, der aber laut Arzt sehr unterschiedlich sei. Deshalb ist wohl eher davon auszugehen, dass die Prostataentzündung nicht durch Bakterien verursacht ist. Jetzt soll ich Ibuprofen 800 (2x täglich) und Tamsulosin (gegen den Harndrang) nehmen.

Nun meine Frage: Bringt das mit den Medikamenten denn langfristig was oder ist das nur eine kurzfristige Hilfe? Und sind die Tabletten nicht etwas zu stark?

Und: Der Urologe war heute eher wortkarg. Wer kann mir denn erklären, woher meine Prostataentzündung dann kommt (wenn nicht von Bakterien) und was man dagegen tun kann? Wer hat ähnliche Erfahrungen bzw. wer kann mir mal im Klartext sagen, was mit mir los ist?

Danke schon mal für alle Antworten

Antworten
E?maxx


Hallo Volkand,

bei den Problemen, die du hast, stellt sich sofort die Frage nach deinem Alter. Falls du schon über 50 Jahre bist, besteht der Verdacht auf eine (altersbedingte) Prostatavergrößerung mit Einengung der Harnröhre im Bereich der Prostata.

Dein Medikament Tamsulosin (ein Alpha1-Blocker) wirkt entkrampfend und muskelentspannend und soll damit Bildung von Resturin verhindern. (Im Resturin vermehren sich Bakterien, die zu Harnwegsinfekten führen können.)

Ich habe die ganzen Prostataprobleme, die letztlich jedem Mann, der nicht jung stirbt, irgendwann bevorstehen, schon einmal durchgemacht.

Falls du im "gestandenen" Alter Ü50 bist, kann ich dir aus eigener Erfahrung noch weitere Tips für deine urologische Zukunft geben. Dann ist dein Problem nämlich keine echte Krankheit sondern eine Alterserscheinung.

Nun meine Frage: Bringt das mit den Medikamenten denn langfristig was oder ist das nur eine kurzfristige Hilfe? Und sind die Tabletten nicht etwas zu stark?

Das Tamsulosin habe ich auch schon 3 Monate lang genommen. Ich konnte in dieser Zeit zwar meine Blase gut entleeren, aber die Nebenwirkungen waren stark. Mein Blutdruck sank in den Keller meine Schnellkraft war dahin. Ich hatte starke Schwindelgefühle und traute mich für längere Autofahrten nicht mehr ans Steuer. Ich entschied mich dann zu einer Prostata-Operation, die (bis jetzt) alle diese Probleme behoben hat.

Für konkrete Fragen zur Prostata-Behandlung im fortgeschrittenen Alter stehe ich dir gerne (auch über PN) zur Verfügung.

Im übrigen: Alles Gute.

VZol"kPanxd


Hallo Emax,

danke schon mal für deine message... das mit dem Alter habe ich ganz vergessen:

Ich bin männlich, 36 Jahre, single. Sind also keine altersbedingten Prostatabeschwerden.

Wer kann mir weiterhelfen?

LG

Volkand

V)olkKand


:-)

Eamax


Hallo Volkand,

nachdem sich hier niemand mit einem guten Rat gemeldet hat, komme ich noch einmal auf deine Anfrage zurück im Bewusstsein, dass deine und meine Probleme unterschiedliche Ursachen haben.

Zunächst zum Thema Resturin: Ursache ist immer eine Behinderung des Urinabflusses i. a. durch Verengung der Harnröhre, z. B. im Bereich der Prostata, oder im sonstigen Bereich der Harnröhre aus anderen Gründe, oder eine Störung des inneren Blasenschließmuskels (zwischen Blase und Prostata).

Eine Verengung im Bereich der Prostata kann durch altersbedinge Prostatavergrößerung aber auch durch eine Prostataentzündung (bakterieller oder nicht-bakterieller Art) verursacht sein.

Auch bei nicht-bakterieller Prostataentzündung können sich im Urin Bakterien befinden, die dann eine Folge des Resturins sind. Insofern ist die Diagnose anhand der Bakterien problematisch. Andererseits ist ein Antibiotikum in dieser Situation immer gut.

Ob die Behinderung des Urinabflusses im Bereich der Prostata oder im sonstigen Bereich der Harnröhre liegt, kann eventuell durch Feststellung des PSA-Wertes im Blut festgestellt werden. Bei Erkrankung oder Vergrößerung der Prostata ist der PSA-Wert erhöht. Dieser Blutwert kann allerdings auch durch Radfahren, Reiten oder Geschlechtsverkehr erhöht sein. Darauf sollte man vor der Blutabnahme achten.

Eine Verengung der Harnröhre und deren Lage kann auch durch eine Cystoskopie (Blasenspiegelung) erkundet werden. Diese Untersuchung ist nicht gerade angenehm, sie war bei mir aber auch nicht schmerzhaft.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

P!as}ta3


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