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Hilfe- Harnröhrenstriktur

TUom~my02 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

ich habe gesehen, dass es zu meinem Thema bereits Beiträge gibt, allerdings sind diese nicht allzu aktuell. Nachdem ich mehrere Untersuchungen bei meinem Urologen hatte wegen Problemen beim wasserlassen, habe ich nun eine Harnröhrenstriktur diagnostiziert bekommen :-( Man findet zwar viele Sachtexte im Internet, aber ich würde lieber echte Erfahrungen und Meinungen hören. Gibt es hier vielleicht Leute, die das ganze schon hinter sich haben und sich vielleicht mit den verschiedenen Therapie-Möglichkeiten auskennen. Ich habe gelesen, dass bei den meisten Therapien die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Verengung wieder auftritt oder sogar noch schlimmer wird. Vielleicht könnt ihr mir sogar einen Arzt empfehlen mit welchem ihr gute Erfahrungen gemacht habt..

Danke schmal! :[]

Antworten
SNtrai#ght'Fl,ushx86


Moin moin. Tut mir leid das es dich auch erwischt hat. Du hast meiner Meinung folgende Möglichkeiten:

-gar nichts machen wenn die Striktur noch nicht allzu schlimm ausgeprägt ist.

- Schlitzung. Chancen auf Erfolg liegen beim ersten Mal bei c.a. 50%

-harnröhrenrekonstruktion mit Mundschleimhaut oder MukoCell. Mit die erfolgversprechendsten Methoden. Erfolgschancen c.a.90prozent.

-Ärzte: dr. Keller im Sana Klinikum Hof

Dr.fisch im UKE Hamburg

Ich hab eigentlich schon alles mitgemacht und habe in zwei Wochen wieder eine OP. Bei Fragen kannst du mir gerne direkt schreiben.

H ahrnsetrik;tuxr


Hallo,

da eine Harnröhrenstriktur bisher nicht zu 100% heilbar ist, kann eine erneute Enge immer wieder eintreten, egal wie gut der Arzt ist.

Deswegen sollte nach einer missglückten/erfolgslosen Schlitzung entweder eine Harnröhrenrekonstruktion oder eine End-zu-End-Anastomose durchgeführt werden, da diese dann deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Aufdehnen, Bougierung oder ähnliches sollte auf jeden Fall vermieden werden, da diese Verfahren keine guten langzeit Erfolgsraten aufweisen und unter Umständen die vorliegende Enge vergrößern.

Die beiden oben genannten Ärzte sind sehr nett und verständnisvoll, habe mit beiden telefoniert als bei mir eine Harnröhrenrekonstruktion anstand.

Die Operation habe ich in Sindelfingen machen lassen, da ich dort bereits eine Schlitzung machen ließ, und man mich auch dort wieder sehr gut beraten hat. (was man machen kann wenn Inkontinez oder eine erektile Dysfunktion eintreten)

Die Verwendung von MukoCell habe ich anfangs sehr positiv gesehen keine Schmerzen in der Wange, aber nach neusten Erkenntnissen sollte die Verwendung von Mundschleimhaut vorgezogen werden. Bei mir wurde auch mit Mundschleimhaut rekonstruiert, die Schmerzen in der Backe waren das Schlimmste nach der Operation, aber auch ohne Schmerzmittel sehr gut vertragbar. ;-)

Ich war wahrscheinlich 17 als ich mir diese Verletzung zugezogen habe. Bis ungefähr 20/21 habe ich davon nichts gemerkt, (vielleicht ignoriert) außer dass ich ein wenig länger auf der Toilette gebraucht habe und weniger Sperma "spritzte" dafür aber öfters.

Die Krankheit hat also nicht nur schlechte Seiten; kann aber auch sein, dass es nur bei mir so ist da meine Enge sehr weit hinten liegt.

So mit 22 war das Wasserlassen nur mit großer Kraftanstrengung und Schmerzen möglich- auch war auch immer wieder Blut im Urin.

Nachdem ich dann meine erste Bachelorarbeit nicht abgeben habe bin ich zum Urologen und relativ schnell geschlitzt Uroflow <1ml/s. Danach erneut eine Bachelorarbeit angemeldet, um nach drei Wochen erneute Schwierigkeiten bei der Miktion zu haben.

Da man aber die Harnröhre mindestens 3 Monate in Ruhe lassen soll bevor man eine Rekontruktion macht, und mir nichts anderes übrig blieb als zu warten habe ich meine Bachelorarbeit dieses Mal mit Erfolg geschrieben. ;-D

Die Rekonstruktion verlief problemlos und das Schlimmste war wirklich, wie bereits geschrieben die Wunde in der Backe.

Natürlich sind die sieben Tage die man im Bett bleiben muss hart, aber wenn man sich gut drauf vorbereitet gut zu verkraften.

(Hatte das erste Mal in meinem Leben ein Sixpack und auch mein Rücken war noch nie so muskulös)

Zu den Kathetern die man während der Zeit hat sage ich jetzt mal nichts, natürlich nervig aber wann kann man 12h fernsehen ohne Unterbrechungen.

Seitdem ist jetzt ein Jahr vergangen und bis jetzt keine Probleme, der Strahl ist immer noch wie nach der Operation.

Die vielen Nachuntersuchungen nach der Operation kann man sich, meiner Meinung nach auch sparen. Bin zweimal nach der Operation nochmal zum Urologen einmal um zu schauen ob mein Urin Bakterien beinhaltet und einmal nach 3 Monaten zum Uroflow.

Den Uroflow kann man relativ leicht auch daheim durchführen bevor man auf die Toilette geht wiegen die Zeit messen, die man zum Wasserlassen braucht erneut wiegen und die Differenz durch die Zeit teilen.

Solange ein Wert von circa 20 rauskommt ist alles in Ordnung.

Viel Glück und deinem Chirurg ruhige Hände

p#atienLt08x15


welche Verletzung hattest du denn ?

Hbarnst.ri]ktur


@ patient0815 meinst du mich?

SMtrairgh@tF/lushx86


Harnstriktur deine Geschichte hört sich ja fast wie meine an. Freue mich das deine Plastik schon ein Jahr hält. Drücke dir die Daumen das du damit nichts mehr zu tun hast. Ich habe morgen meine sieben Tage im Bett hinter mir und freue mich auch endlich einen Haken das Thema Striktur machen zu können.

HHarnstr[ik'tur


Dann wünsche ich dir, dass du deine Zeit mit dem Katheter auch noch gut überstehst. ;-D

Man darf aber leider nie vergessen, dass selbst wenn alles optimal gelaufen ist, die Rezidivrate nach 15 Jahren wieder bei 50% liegt.

So schwer es sein mag, aber ich glaube, darunter kann man nie einen Haken setzen.

Bitte nicht falsch verstehen, falls es etwas geben sollte was man missverstehen könnte, aber das ist nun mal die Realität.

pIobed#itel


Harnröhrenplastik in Hof und Hamburg im Vergleich

Wegen Harnröhrenverengung wurde eine langstreckige Transplantation (>20cm) vorgenommen:

in Hof (Prof. Keller): mit Mundschleimhaut.

Vorteile:

- Die haben eine "Umstülpmethode", d.h. die Penisaußenhaut wird nicht verletzt. Auch die OP-Öffnung hinten am Hodensack ist nach kürzester Zeit unauffällig.

- Alle Funktionen (Pinkeln, Sex) waren nach ein paar Monaten Abheilen komplett OK

Nachteile:

- nach Entnahme des ca.1cm breiten Streifens Mundschleimhaut werden die Ränder miteinander vernäht, d.h. der Mund wird eng, mit Zug am Zahlfleisch, was auf Dauer die Zahlwurzeln bloßlegt. Erst nach Abheilen wurde das durch einen Oralchriurgen repariert: wieder öffnen, während der Heilung mit künstl Gewebe abgedeckt, bis darunter wieder Schleimhaut nachgewachsen ist. Warum macht man das nicht gleich in der Klinik? Nun doppelte Vernarbung.

- sehr schwer, ein Arzt-Patienten-Gespräch zu bekommen, wo man zB mal zusammen aufs Röntgenbild guckt etc. Einmal nackt aufm OP-Tisch, einmal direkt beim Aufwachen aus der Narkose, noch ganz benebelt. Sehr respektlos.

- es gab ein Rezidiv nach 1/2 Jahr. Eine Wiederholung mit Mundschleimhaut wäre machbar (nachm Unterkiefer nun auch den Oberkiefer versauen).

Rückblickend sage ich: Lieber erhaltend operieren und evtl ein Rezidiv, als pauschal zuviel wegzuschneiden. Selbst wenn im Mund dauerhaft ein komisches Gefühl bleibt: die Funktion "essen" ist weiterhin OK!

Stattdessen ging ich nach Hamburg (Team um Prof.Fisch) - was sich als großer Fehler herausstellen sollte! Dort gabs in zweizeitiger OP eine Transplantat aus Oberschenkelhaut

Vorteile:

- pinkeln geht

Nachteile:

- es wurde der gesamte Harnröhrenschwellkörper entfernt, eine künstliche Röhre tief in den Musculus bulbospongiosus hineingeschnitten - mit dem Ergebis, daß Flüssigkeiten nicht mehr ausgestoßen werden. Nach jedem Pinkeln sich auf den Hodensack zu drücken, um einen ganzen Strahl Urin rauszudrücken, ist schon unangenehm. Noch schlimmer: Es ist ein so großes Reservoir angelegt, 5-6ml, so daß ein Samenerguß komplett auf der Strecke bleibt! Die normale Zeugungsfähigkeit ist damit zerstört.

- durch das äußerliche Aufschneiden des Penis ist ein tauber Streifen auf der ganzen Länge. Evtl regenieren sich ein paar Nerven im Laufe von Jahren....

- beim Auftrennen und 3 Monate später wieder Verschließen der Außenhaut geht ein Streifen Haut verloren - genau der empfindsame Teil wird weggeschnitten, de facto eine Beschneidung! Das Gefühl beim Sex ist futsch.

- über all das gab es keine Vorwarnung: es hieß, das Sperma "spritzt" hinterher nicht mehr, sondern läuft nur noch. Tatsächlich ändert sich aber die Menge, was die Zeugungsfähigkeit beeinflußt. Das ist keine Komplikation, sondern der Normalfall! ggf ändert sich die Menge AUF NULL. Und das erfährt man erst hinterher!!

- vom Arzt wird das hinterher kommentiert: "Sexualität ist keine medizinische Notwendigkeit." Was für eine Unverschämtheit!!! Diesen Arzt müßte man in ganz kleine Würfel schneiden!!

Kurz und gut: Ich WARNE ausdrücklich vor zweizeitigen Harnröhren-OPs, zumindest in Hamburg!

Und wenn einer unbedingt will: Man könnte die Penis-Außenhaut Monate vorher dehnen, vor allem den empfindsamen Bereich - damit mehr Material vorhanden ist und wenigstens noch *irgendwas* davon übrigbleibt.

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