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Ab 40 zum Urologen

MNax317P2 hat die Diskussion gestartet


Meiner eigenen subjektiven Meinung bin ich sexuell gesund - und doch habe ich in Erinnerung, dass man(n) ab 40 regelmäßig zur urologischen Untersuchung gehen soll. Jetzt habe ich keine Angst davor, möchte aber doch wissen, was mich dort erwartet... ???

Antworten
pnin.6phGabiaxn


Urologische Untersuchung ... möchte aber doch wissen, was mich dort erwartet... ???

... grundsätzlich nix Schlimmes, also nichts anderes, was Du wahrscheinlich von bisherigen Arztbesuchen (vorallem bei "VorsorgeU.-Besuchen) nicht auch schon kennst!

Die urologische Basisdiagnostik umfasst neben Anamnese und klinischer Untersuchung die laborchemische Analyse (von Blut und Urin) sowie die Sonographie (Ultraschall).

Je nach Symptomen und event. Verdachtsdiagnosen sind dann erweiternde Maßnahmen, wie event. Röntgenuntersuchungen, Funktionstests oder auch endoskopische Diagnostik notwendig.

urologische Anamnese

... dabei fragt der (Fach)Arzt gezielt nach Beschwerden und Veränderungen im Bereich der Urogenitalorgane. Der Klassiker unter diesen Fragen: "ob Probleme beim Wasserlassen bestehen?"

Allerdings müssen auch Allgemeinsymptome (Bsp. Fieber, Gewichtsverlust, Appetit, etc.), Vorerkrankungen (z.Bsp. Bauchraum, Rücken (BWS/LWS) bei Frauen: gynäkologische Organe, etc.) und Medikamenteneinnahme (zur Zeit bzw. in der letzten Zeit) berücksichtigt werden.

urologische Untersuchung (beim Mann ~ Max3172 ?)

... diese umfaßt die Palpation (Ab-/Ertasten mit der Hand) und Überprüfung der Druck-schmerzhaftigkeit von (beiden) Nieren, Blase, der äußeren Genitale (Penis, Hoden) und der Prostata (akezssorische Keimdrüse).

Die Prostata wird dabei üblicherweise rectal ertastet.

Der Patient liegt seitlich mit leicht angezogenen/angewinkelten Beinen. Der Arzt zieht dabei einen Fingerling bzw. Handschuhe an, benutzt eine Gleitflüssigkeit (Gel/Creme, etc.) und geht über den Anus (Analöffnung/Enddarmausgang) an die Keimdrüse vorsichtig vor und ertastet diese (Umfang, Oberflächenbeschaffenheit, Größe).

Dieser Vorgang ist beim "ersten Mal" vielleicht etwas unangenehm - ansonsten aber im Normalfall nicht schmerzhaft (Ausnahme: vorliegende Entzündung, etc.).

Auch auf vergrößerte Lymphknoten in der Leiste wird der Arzt achten.

Ergänzend werden dazu mit Unterstützung von bildgebenden Verfahren (Ultraschall) im Anschluß die vor genannten Organe untersucht.

Um die Prostata (von "außen") im Sono gut darstellbar auf den Monitor zu zaubern ist es für den (Vorsorge)"Patienten" sinnvoll, vor diesem UrologenBesuch, die Blase einigermaßen gut gefüllt zu haben.

Tipp: die Urinprobe nach Möglichkeit erst nach dieser U-Schall-Untersuchung abgeben ... oder bei der "Gewinnung des MittelstrahlUrins" (Urinprobe) die Blase nicht absolut restentleeren.

Mittels spezieller Schallköpfe, kann der Arzt diese Prostatuntersuchung auch rectal vornehmen - der Vorgang ähnelt in etwa dem, der "manuellen Ertastung" (siehe oben).

Sind diese Basisuntersuchungen am Patienten vorgenommen wird der Arzt noch die laborchemische Untersuchung veranlassen.

Dazu wird er in jedem Fall die Urinprobe beiziehen, wird event. ein "Blutbild" (Elektrolyte, harnpflichtige Substanzen = Harnstoff, Kreatinin ...) und den sog. PSA-Wert (aus der Blutprobe) bestimmt haben wollen.

Letzterer, der PSA-Wert (ProstatSpezifischesAntigen) kann bei einer starken Erhöhung auf ein mögliches, soweit noch beschwerdefreies tumoröses Geschehen hinweisen und würde dann weitere profunde Untersuchungen logischerweise nach sich ziehen.

[ EX - die PSA-Bestimmung ist in den meisten Fällen mittlerweile vom Patienten selbst zu bezahlen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 20 - 30 EUR. ]

Im NormalFall wäre eine "VorsorgeUntersuchung" umfangreich hier abgeschlossen.

Der Arzt wird im abschließenden Gespräch mit dem Patienten seine UntersuchungsErgebnisse nochmals darlegen und je nach Befund event. zu weiteren geeigneten Maßnahmen raten.

Die Laborergebnisse sind - soweit keine Kulturen angelegt werden müssen - meist erst am darauffolgenden Tag komplett. Es empfiehlt sich, hierzu in einem Zweittermin, diese mit dem Arzt kurz zu besprechen - so können im Nachgang an die Erstuntersuchung auch vom Patienten noch aufgeworfene Unklarheiten/Fragen vorgebracht und einer genügenden Klärung zugeführt werden.

So, "dies Gut' Ding wollte Weile haben" ... Danke für das Durchhalten (beim Lesen)! 8-)

Für diesbezügliche Rückfragen (?) - gerne, dafür sind wir hier da!

Viel Erfolg beim ArztBesuch! + alles Gute soweit.

LG Phabian *:)

E5m7axx


So, "dies Gut' Ding wollte Weile haben" ... Danke für das Durchhalten (beim Lesen)!

Hallo pin.phabian,

du hast das Alles so gut und so ausführlich beschrieben, dass es aus meiner Sicht nicht besser geht.

Ich gratuliere dir zu diesem deinem wirklch äußerst seht guten, sachlichen Beitrag, von dem viele Teilnehmer dieses Forums eine wertvolle Hilfe haben werden.

Hallo Max3172,

sicher weißt du jetzt, was dich bei deiner männerärztlichen Vorsorge-Untersung erwartet. Für etwaige weitere konkrete Fragen kannst du mich gerne noch (auch per PN) konsultieren. Das Unangenehmste war für mich beim ersten Mal die rektale Abtastung der Prostata. Inzwischen habe ich das schon mehr als 20 Male hinter mir. Man gewöhnt sich an manches.

Mit freundlichen Grüßen

M]ax3n17;2


Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! :)^

Ein User hat mich aufmerksam gemacht, dass ich eventuell sinnlose Behandlungen bekommen könnte, weil lediglich der Arzt (oder seine Kumpels, wie er meint) Finanzbedarf hat. Ich nenne den Namen dieses Users jetzt hier nicht - halte davon jedoch nichts: Ich denke mir einfach, lieber regelmäßig untersuchen lassen, als mal Blut im Urin bzw. Sperma zu finden und dann in Panik kommen. Meiner Meinung nach muss ich einem Arzt ein gewisses Grundvertrauen entgegenbringen - Gynäkologen sind ja auch keine potentiellen Sexualtäter, sondern sind wichtig für die Frauengesundheit; etwas abgewandelt gilt dies auch für Ärzte der Urologie bei Männern.

pTins.+phbabian


@Emax

Mit Lob umzugehen und dann aus so erfahrenem Munde, ist für mich hier eine absolut neue Erfahrung |-o ... für folgendes habe ich mich gerade spontan entschieden - man möge mir bitte die vielleicht etwas holprige Ausdrucksweise deshalb verzeihen ...

Hallo Emax, hab’ ganz herzlichen Dank für Deine äußerst lobenden Worte und Deine wertschätzende Einordnung des Beitrages, im Hinblick auf seinen möglichen Nutzen, unseren rat- und informationssuchenden ForumsBesuchern eine sinnstiftende Option sein zu dürfen.

Das in Deinem Statement dazu geäußerte positive Feedback hat mich sehr gefreut –vielen vielen Dank auch! :)z @:)

Ich darf den Stab der Komplimente dahin gleich an Dich weiterreichen ... UND, wir bleiben damit trotzdem beim TE-FadenThema:

Ein besonderer Hinweis an alle Faden- und ForumsBesucher hier – zu gleichgerichteter Thematik im Bereich der Urologie (z.Bsp.: PSA-Wert, 22.09.15 [[http://www.med1.de/Forum/Urologie/711378/#p21879032]]) wie auch zu vielen weiteren medizinischen Angelegenheiten, findet Ihr eben von Emax hier im Forum sehr viele Beiträge. Diese führen prägnant und zielführend, wie auch fachspezifisch durch die nachgefragte Thematik. Die dahin jeweilig einfließenden persönlichen Einschätzungen und Erfahrungsberichte komplettieren dies sehr anschaulich. So kann man sich als Ratsuchender ein gutes Bild machen, um eigene Einordnungen und Abschätzungen zu aufgeworfenen (Nach)Fragen entsprechend abzuwägen.

Also, klickt Euch doch mal vorbei ... sehr lesenswert!

@Max3172

Hallo Max3172 – auch Dir vielen lieben Dank für Deine positive Rückäußerung! :)z @:)

Ich denke mir einfach, lieber regelmäßig untersuchen lassen, als mal Blut im Urin bzw. Sperma zu finden und dann in Panik kommen.

... dem ist nicht zu widersprechen! Genau so!

Meiner Meinung nach muss ich einem Arzt ein gewisses Grundvertrauen entgegenbringen ...

Auch hier erstmal grundsätzlich ohne Einschränkung - sicher doch!

Auf Grund unserer Möglichkeiten und unseres Gesundheitssystems hier, besteht die Option der "freien Arztwahl" - es sollte daher im Bereich des Möglichen liegen, den (Fach)Arzt, Bsp. hier: den "Urologen seines Vertrauens" zu suchen und auch finden zu können. Wenn es da zu "Problemen in puncto Vertrauen" gerade bei Urologen kommen sollte, hilft vielleicht auch ein klärendes Gespräch mit der zuständigen (= eigenen) Krankenkasse, ob im Falle des Falles nicht auch ein unmittelbarer (Arzt)Wechsel möglich wäre. Bei entspr. sachlicher Begründung, dürfte es eigentlich kein Hindernis sein.

Also auch hier gäbe es eine event. gangbare Lösung.

Für diesbezügliche Rückfragen gilt wieder - gerne, denn dafür sind wir gemeinsam hier im Forum.

Bis dahin + alles Gute !

LG - Phabian *:)

p>in.phlabian


@Emax

NACHSETZER zu vor ... Sorry, da ging was mit dem editieren des Textes drunter und drüber - so aber jetzt:

Das Unangenehmste war für mich beim ersten Mal die rektale Abtastung der Prostata.

Diese Thematik wäre einen eigene Faden wert ... Ohne jedoch hier nun den TE und/oder interessierte FadenBesucher zu verunsichern - Diesen "unangenehmen Eindruck" kann ich hier leider nur bestätigen. Bei mir war eine akute Entzündung der Prostata (~Prostatitis) im "sehenden Vorüberflug" (~Anamnese) diagnostiziert worden.

Um den typischen Nachweis von Leukozyten (im Rahmen der laborchem. Untersuchung - siehe oben) in diesem Falle zu führen, nutzt man das sog. Prostataexprimat.

Dies hat der Urologe im Rahmen der manuell rektalen Prostatauntersuchung mittels Massage der Selbigenwelchen mit anschließendem Ausstreichen aus der Harnröhre gewonnen.

Hinweis für Mitlesende, die dieses Prozedere bereits kennen - JA, mittels der sog. "3-Gläser-Probe" (= 1. abgeleitete Urinportion, 10 - 15 ml - 2. Urinportion = MittelstrahlUrin - 3. Urin- Portion nach Prostatamassage) kann man des Exprimat auch "einfangen".

Dieses Prozedere war zum Zeitpunkt der akuten Entzündungsphase sehr schmerzhaft.

Auch ist solches Vorgehen während einer akuten Entzündung wegen der Gefahr einer Keimverschleppung eigentlich kontraindiziert (~nicht angezeigt/unüblich). In meinem Falle ging das jedoch nicht anders. Mein Urologe hat mir das vor dem "Eingriff" aufklärend so mitgeteilt und ist dann dabei (Exprimatgewinnung) sehr behutsam vorgegangen.

.... und, wie Emax trefflich dazu abschließt, kann das auch ich so unterschreiben - "Man(n) gewöhnt sich an manches!" ]:D

So - nun nochmals ... Bis dahin und alles Gute!

LG - Phabian *:)

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