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Pinkeln geht schlechter - Harnröhrenstriktur? Prostata? Psyche?

PshoenIix_UMuxc hat die Diskussion gestartet


Seit einiger Zeit fällt mir auf, daß mein Harnstrahl schwächer wird und daß es länger dauert, bis ich anfangen kann zu pinkeln (vor allem nachts), teilweise ist das Pinkeln auch unterbrochen, am besten geht es noch, wenn die Blase sehr voll ist.

Jetzt befürchte ich, daß es sich um eine Harnröhrenstriktur handelt. Ein erster Besuch bei einem Urologen hat eine unauffällige Urinuntersuchung und minimalen Restharn ergeben, Prostata im Sono eher klein, leider macht er keine Uroflow-Messung und wollte gleich eine Urethrocystoskopie machen. Ich würde lieber erst eine nicht-invasive Diagnostik machen.

Ich hatte vor über einem Jahr eine Nierenteilresektion und im Rahmen dieser OP und im Anschluß wegen langwieriger Komplikationen wiederholt transurethrale Katheter und Eingriffe. Probatorisch nehme ich jetzt einen Alpha-Blocker, der Harnstrahl wird aber nicht stärker.

Wie geht es weiter diagnostisch und therapeutisch?

Gibt es auch nicht-invasive Therapiemöglichkeiten?

Bin für jeden Hinweis dankbar.

LG

Klaus

Antworten
sxunnHy80


Hallo

Ich arbeite als Krankenschwester auf einer uroonkologischen Station im KH.Wir haben sehr viele Patienten mit den gleichen Problemen wie Du sie hier schilderst:)

Bei uns ist es so das wir tatsächlich erst eine rektale Tastuntersuchung durchführen (unsere Ärzte natürlich ;-) )

Wenn der Befund auffällig ist dann empfehlen unsere Ärzte tatsächlich eine UC um die organischen Verhältnisse abklären zu können und ggf. danach eine Therapie-Empfehlung geben zu können.

Hab keine Angst bei Männern wird das unter Vollnarkose gemacht ;-)

Liebe Grüsse und gute Besserung @:)

saunn|yx80


Nachtrag :)

Selbst wenn der Befund nicht weiter auffällig sein sollte kann immer noch eine andere organische Ursache das Problem sein .Bsp. Eine Harnröhrenstriktur...

SXtrakightFVlusxh86


Ich würde auch erstmal einen Uroflow machen. Am Besten suchen Sie sich einen Urologen der diese Untersuchung anbietet. Um einen ungefähren Wert zu erhalten können Sie den Uroflow auch selbst machen. Einfach einen Messbecher und eine Stoppuhr nehmen. Anfang und Ende stoppen und die Menge durch die Zeit teilen :-). Alles unter 10 ist nicht gut.

Vor der Zystoskopie würde ich auch eine retrograde Röntgenuntersuchung machen lassen.

PXh(o$eni*x_Muxc


Danke Sunny, danke Straightflush,

die Prostata war vom Tastbefund und Sono o.B., PSA ebenfalls, allerdings habe ich früher leider für ein paar Jahre Propecia = Finasterid eingenommen, möglicherweise verfälscht das die Befunde (Postfinasterid-Syndrom?)...

Ich habe heute einen Termin in einer urologischen Praxis ausgemacht, die auch eine Flowmessung durchführen können. Wenn ich in den Messbecher pinkle und die Zeit stoppe ist das sehr unterschiedlich, je nachdem was ich getrunken habe und wie voll die Blase ist oder nach 2 Bier, gerade eben 18 ml/s..., heute nach wiederum ging es sehr schwer und länger als 30 sec...

Bei mir ist so vieles schon schief gelaufen, als im Jahr 2014 eine Bosniak 2F Nieren-Cyste entfernt wurde, postop Urinom, danach ein Behandlungsfehler nach dem anderen (u.a. transurethaler Dauerkatheter für 2 Wochen anstelle eines suprapubischen Katheters, mehrfach stationär und ambulant, Punktionen, CT, MRT, Dauerableitung für Monate, die Nephrektomie stand kurz bevor...)

Gibt es in Sachen Harnröhrenstriktur auch Patienten, die dauerhaft geheilt sind?

Das Forum hier klingt leider nicht gerade hoffnungsvoll...

Alles Gute für alle Leidensgenossen hier,

LG aus Muc

Klaus

SMtraig,htFlusxh86


18ml/sec ist ja nur der durchschnittsflow der Max Flow ist dann auf jedenfall bei über 20.

würde da in Sachen Striktur gar nix machen lassen auch wenn der Urologe sagen sollte es ist eine Striktur. Mit einer OP machen Sie alles nur noch schlimmer.

Die Werte können übrigens bei Strikturpatienten im Tagesverlauf schwanken. Wichtig ist auch das die Blase richtig gefüllt ist.

Es gibt viele Patienten die geheilt wurden. Lt. meinem Arzt im Krankenhaus 90%

Pmhoegnix_xMuc


Gibt es einen guten aktuellen Review Artikel zur Striktur mit den therapeutischen Optionen? Jede Therapie scheint nicht langfristig zu helfen.

Gibt es irgendwas neues an Therapie oder Forschung?

Gibt es auch stabile Verläufe ohne Therapie oder neigt die Striktur generell dazu, langsam immer schlechter zu werden, bis irgendwann gar nichts mehr geht?

Auch wenn es ein mechanisches Problem ist, frage ich mich, ob es Sinn macht, es mit TCM, Akupunktur, Fußreflexzonen-Massage, Homöopathie und/oder Osteopathie unterstützend zu beeinflussen.

Ich habe manchmal das Gefühl, daß mein ganzer Unterbauch gereizt ist und alles weh tut, es erinnert mich irgendwie an die Zeit mit den Kathetern, als hätte ich jetzt Phantomschmerzen genau da, wo die Katheter steckten...

J aBcekw


Ob eine Prostatavergrößerung Beschwerden verursacht, hängt nicht unbedingt von der Größe der Prostata ab.

Bei der Benigne Prostatahyperplasie BPH vergrößert sich der innere Anteil Prostata. Vergrößert sich die Prostata nur in Richtung Harnröhre, wird diese eingeengt und kann die Harnröhre abdrücken.

Mit Ultraschall-Untersuchung mit einer Ultraschallsonde, kann die Größe der Prostata und gleichzeitig die Menge des Restharns nach Blasenentleerung gemessen werden.

Bei einem gesunden Mann ist die nicht größer als 20 bis 30 Milliliter.

Bei der Harnstrahlmessung (Uroflow) erst eine maximale Fließgeschwindigkeit von weniger als 15 Milliliter pro Sekunde kann auf eine Harnflussbehinderung deuten.

18ml/sek ist also noch ein akzeptables Wert.

Da du schon mit Alpha-Blocker versucht hast, es gibt keine anderen nicht-invasive Therapiemöglichkeiten mehr. Wobei Avodard wirkt besser als Finasterid.

Eine neue und noch nicht in den Leitlinien enthaltene Option ist die Kombination eines PDE-5-Inhibitors (z.B. Tadalafi) mit einem 5alpha-Reduktasehemmer (Finasterid, Avodart).

Vorsicht!: 5alpha-Reduktasehemmer hemmen auch den PSA-Wert ca. um die Hälfte

Einige Infos auch hier: [[http://die-prostata.com/gutartige-prostata-vergroesserung/]]

P-hAoenixW_Muc


Heute war ich beim Urologen zur Flow-Messung: max Flow 28 ml/sec, mittlerer Flow 16 ml/sec, Miktionszeit 51 sec, Miktionsvolumen 629 ml, pathologische Kurvenform spricht für subvesikale Obstruktion, Prostata sonographisch unauffällig, kein Anhalt für Hypertrophie der Blasenmuskulatur, Restharn wurde nach Flow-Messung nicht kontrolliert, Urin-Kultur steht aus.

Der Urologe empfiehlt jetzt als nächsten Schritt eine Blasenspiegelung und/oder Urodynamik.

Ich nehme seit 1 Woche Tamsulosin, habe jedoch keine wesentliche Besserung bemerkt.

Was ist jetzt am besten zu tun? Kann man bei diesen Befunden einfach abwarten? Wenn ja wie lange?

Pghoenzix_Mxuc


Mein Flow schwankt zwischen 10 und 30 ml/sec. Kann der schwache Strahl auch von der Wirbelsäule kommen? Wenn ja, wie kann man das verifizieren?

FKern#and+o777


du hast einen Höchstflow von 28 ml/sec, da muss man erstmal gar nix mehr machen! das sind doch super werte! ich habe einen Höchstflow von 21 ml/sec...

kann auch sein, dass du manchmal deine Beckenmuskeln anspannst bzw. verspannst, dadurch wird der Hanrstrahl auch schwächer...

P_hoeni0x/_Muc


Hallo Fernando,

Danke für Deine Antwort. Mein Problem ist, dass mein Flow nachts sehr schlecht ist, ich wache regelmäßig auf, habe Harndrang, Druck auf der Blase und direkt schon Bauchschmerzen und dennoch geht es dann sehr schlecht mit dem Pinkeln, erst Startschwierigkeiten, dann sehr schwacher Strahl und Harnstottern und danach Restharngefühl. Es fühlt sich so an als wäre meine Blase nachts entkoppelt und nicht mehr erreichbar, wenn ich Pinkeln möchte.

Die Flowmessungen waren immer tagsüber, da habe ich weniger Probleme. Wenn es denn doch vom Rücken käme (HWS, BWS oder LWS) dann wäre das doch ein ganz anderer Therapieansatz, nur die Urologen halten das für unwahrscheinlich, warum auch immer...

LG

Klaus

P#hoenRix_M5uc


Feedback:

Ich hatte heute nach der Osteopathie einen für mich sensationellen average Flow:

350 ml in 14 sec, also 25 ml/sec...

das hat mich erst mal sehr hoffnungsvoll gestimmt und lässt mich mehr an die vertebragene Genese glauben...

ich werd erst mal keine Urethrocystoskopie machen lassen wie von den urologen vorgeschlagen.

Ich hoffe so sehr, dass es so bleibt.

LG aus Muc

Klaus

F?ern#ando7x77


Servus Phoenix,

das hört sich doch super an! ich habe z. B. eine Therapie angefangen nach Dr. Pohl - sensomotirische Körpertherapie - musst du mal googeln. Ist sehr teuer, auf lange Sicht hat es noch nicht den Erfolg gebracht, aber kurzfristig merkt man schon das es was bringt!

Wichtig ist einfach, das man sich entspannt und keine Angst hat. Angst lässt die Muskeln im Beckenbereich anspannen. Der Psyche tut es auch nicht gut!

Eine sehr blöde Frage habe ich an dich, die mich immer ein wenig verunsichert hat....Wie urinierst du? Mir hat mal eine Urologin gesagt, das man normalerweiße einfach laufen lässt, so weit so gut...jetzt habe ich mal mit Kumpels gesprochen, also ich baue mit meinem Unterbauch schon etwas Druck auf (aber nicht pressen!), und mir wurde auch immer gesagt, das das normal ist. So Urologen machen einem schon manchmal mehr Angst, als das sie dich beruhigen...Früher habe ich nie darüber nachgedacht wie man pinkel! Wie gesagt, habe aber auch von einigen "gesunden" gehört das das normal ist...

Ebenfalls LG aus Muc !

Fnern-ando77x7


Mir hat mein Urologe auch gesagt das nachts/morgens der hanestrahl schon schwacher sein kann, da die Blase dann etwas überseht ist. Ich kenne es aber das sowas einem Angst macht, wenn ich in der Früh manchmal einen schwachen harnstrahlnhabe, kriege ich auch gleich schiss und denke an ne Verengung!

Kommt es dir auch so vor als wäre der harnstrahl im sitzen schwächer als im stehen?

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