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Erfahrungen Hydrozele (Hydrocele testis) OP und Heilungsverlauf

Pmet*erP12x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe med1-Community!

Nachdem mir kurz vor und nach der OP meiner Hydrozele mir die Beiträge hier sehr geholfen haben möchte ich was zurückgeben :-)

Alter zum Zeitpunkt der OP: 26 Jahre

Ausgangszustand: Linker Hoden etwa Faustgroß - Beim langsamen Wachsen beobachtet seit ~6 Jahren

Das erste mal beim Urologen meines Vertrauens war ich mit dem Ei Ende 2013. Dort wurde offiziell die Diagnose "Hydrozele" dokumentiert und ich bekam die Info:

"Gesundheitlich kaum bis gar nicht gefährlich, wir lassen es wegmachen, wenn es dich stört."

Das war dann Anfang 2016 der Fall. Also alles in die Wege geleitet, Termin für die OP hätte ich recht zeitnah (3~4 Wochen) bekommen können, was mir allerdings nicht gut passte.

OP wurde geplant für den 07.06.2016.

Im Vorfeld hatte ich immer mal wieder kleinere Angst-Schübchen à la: "Was, wenn was schief geht?", "Wie ist das wohl mit Nachblutungen?" (wird immer wieder vor gewarnt), "Wie groß sind die Schmerzen?", "Wann kann ich wieder 'normal' aktiv sein?" (kann eigentlich nicht lange still sitzen).

Am Vorabend der OP befand sich mein Gemütszustand irgendwo zwischen leichter Anspannung und Vorfreude bzgl. der für mich eher neuen OP- und Krankenhaus-Erfahrung.

7 Uhr dann Check-In im Krankenhaus, Zimmer beziehen, ~1,5h warten, sexy OP-Hemdchen an, Beruhigungspille* und los ging's! (*War freiwillig. War allerdings auf die Wirkung gespannt ;-) )

Vorweg sei gesagt, dass ich mich im KH durchweg sehr gut betreut gefühlt habe! Mir wurden geduldig alle Fragen beantwortet und alle waren am Wohlergehen der Patienten interessiert. Mag teils anders sein, aber offenbar gibt es auch positive Beispiele :-)

Ich lag dann noch etwa 30 Min. im Vorbereitungs- und Aufwachraum wo nochmal mein Name, der geplante Eingriff und Blutdruck kontrolliert wurde.

Dann: Vollnarkose - Blackout! 8-)

Wach wurde ich nach ~50 Min. komplikationsloser OP und noch ~45 Min. weiteren Schlafens und habe dann gleich eine Schmerztablette bekommen. Das war für die nächsten zwei Tage die Einzige, die ich brauchte.

Ab auf's Zimmer, kein Mittag(!), immer mal wieder wegdösen und das erste Wasserlassen in die dafür bereitgestellte Flasche.

Schmerzen: Quasi 0 - Leichtes Ziehen, aber keiner Zeit unangenehm.

Nachmittags habe ich die Zeit mit lesen verbracht. Sollte gegen 16 Uhr mal langsam aufstehen um meinen Kreislauf wieder in Gang zu bekommen, durfte - langsam watschelnd - auf's Klo und bekam abends ganz normal Abendbrot (mit dem Hinweis, nicht zu schnell zu essen).

OP+1

Schon etwas an die veränderte Situation gewöhnt. Keine Schmerzen. Drainage schon fast trocken -> Wird zum späten Nachmittag gezogen. War in der Vorstellung schlimmer als die tatsächliche Durchführung. Kurzes Zwicken, fertig. Entfernen des Wundpflasters von der Naht war fast "schmerzhafter" :-D

Weiterhin: Mit Binde und Wundauflagen gepolsterte OP-Höschen. Den ganzen Tag über immer wieder gekühlt, gegen Schwellung und das leichte Zwicken.

OP+2

Morgendliche Chefvisite, Wundkontrolle -> Zufrieden. Entlassung. Erlaubnis vorher noch vorsichtig zu duschen ("Aber nicht auf der Wunde rumpatschen!"). War dabei wenig überraschend über-vorsichtig, ging aber recht gut.

Bekomme außerdem für die nächsten 3,5 Tage Diclofenac gegen die Schwellung. Ist zeitgleich ein Schmerzmittel. Diese habe ich allerdings nach wie vor nicht.

Habe mir noch eine Handvoll OP-Höschen und Binden als Einlage mitgenommen. Leicht humpelnd und wie John Wayne zum Parkplatz, aufgesammelt, nach Hause.

OP+3

Aus Gründen der Bequemlichkeit bei meinen Eltern einquartiert. Fahre selber die ~70km, was kein Problem darstellt (Chef-Doc hat's am Vortag auch erlaubt). Die nächsten Tage verbringe ich vor allem im Liegesessel und auf dem Sofa. Vorsichtiges hin und her "watscheln" ist kein Problem und - wie zuvor - zieht mal mehr und mal weniger, schmerzt aber nicht. Aufrecht sitzen am Tisch ist für kürzere Zeit (30~45 Min.) auch ok. Zeit verbringe ich mit Lesen, Musik, bisschen TV und dösen. Dabei immer wieder kühlen.

OP+7

Wundkontrolle beim Urologen. Fahre wieder selber. Wunde ist noch feucht (bin von Wundeinlagen auf Damen-Slipeinlagen umgestiegen, da bequemer), insb. an einer Stelle, an der ich einen kleinen rundlichen Schorf an der Naht habe. Doc sagt allerdings, es sähe aus seiner Sicht viel besser aus, als er erwartet habe.

PROTIP: Auf Anraten meiner Mutter (erfahren mit Wundheilung) sprühe ich ab jetzt 2~3 mal am Tag die Wunde großzügig mit Octenisept (ist alkoholfrei) ein und lasse fast den gesamten Tag über Luft ans Gehänge. Laufe quasi permanent mit einem umgewickelten Handtuch rum. Hoden halt viel hochlagern -> (Halb-)Liegend die Beine zusammen und Hoden darauf ablegen.

Habe das Gefühl, dass ab hier die Geschwindigkeit der Heilung stark ansteigt x:)

OP+9

Neugier wird zu groß. Vorsichtiges Onanieren funktioniert, leicht unangenehm, aber möglich.

OP+12

Nachdem der operierende Doc im KH immer wieder sagte, dass ich die "zwei Wochen Ruhe" wirklich ernst nehmen soll, tu ich's auch. Zwicken und Wunde wird täglich besser, selbige ist aber nach wie vor noch feucht - Vor allem im Bereich um den Schorf und die "Löcher" der selbstauflösenden Fäden. Generell war die zweite "Krankheitswoche" psychisch für mich etwas belastend. Da ich mich in die "Krankheit" etwas fallen lasse und wenig aktiv bin, bin ich zeitweise ungewöhnlich angespannt und patzig. Somit:

OP+13

Ich gehe wieder ins Büro bzw. setze mich nachmittags für ~4h in den ICE Richtung Süden, 3 Tage entspannte Firmenreise. Sitzen wird nach etwa 3h zwar etwas anstrengend (aber das ist es eig. immer), aber nicht unangenehm. Wunde immer noch feucht, aber weniger werdend.

OP+15

Schorf hängt nach'm Duschen auf halb 8 und fällt nach leichtem Zupfen ab. Abends lassen sich die ersten 2 Fadenenden vorsichtig rausziehen.

OP+18

Sex als passiver Part schmerzfrei und recht unkompliziert möglich. Dennoch Rest-Vorsicht vorhanden.

OP+19

Bin schon seit mehreren Tagen wieder "normal" unterwegs. Auch mittel-lange Spaziergänge sind möglich (~2km). Die letzten Faden-Enden sind raus. Ab jetzt wird die Wunde sehr schnell trocken.

OP+20

Zweite Wundkontrolle. Quasi nicht mehr feucht. Doc ist begeistert. Kein Folgetermin bzw. nur, wenn sich plötzlich etwas verschlechtert. Hoden nach wie vor geschwollen (etwa 2/3 der Größe von vorher). Soll wohl auch noch 2~3 Monate so bleiben. Stört aber nicht.

OP+23 (Heute)

Wunde nach wie vor trocken. Trage allerdings immer noch OP-Höschen mit Damen-Binden unter meinen (eng anliegenden) Boxern, obwohl die Wunde unverändert trocken ist und super heilt. Nachts schlafe ich problemlos nur in Boxershorts oder nackt.

Werde vmtl. zum Wochenende auch tagsüber die Unter-Unterhöschen weglassen. Ist eher Kopfsache :-D

Soweit und ausführlich zu meiner OP-Geschichte der letzten ~3,5 Wochen. Bin für jede weitere Frage (im besten Fall zum Thema.. ;-D ) offen!

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur empfehlen irgendwann die Reißleine zu ziehen. Die Dinger werden nunmal nicht kleiner.. Und je kleiner der Hoden desto kleiner die Narbe.

Sucht euch eine Urologie/Chirurgie-Kombination bei der ihr ein gutes Gefühl habt und ab dafür!

Zwei Wochen entschleunigen ist in Summe am Ende auch ganz nett :)D

Antworten
MfMZike


Hallo Peter,

mich würde interessieren, wie es dir mittlerweile geht?

Ich wurde auch an der Hydrozele operiert... Am 10.06. :)D

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