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Impotenz durch Mitomycin?

p5ainttwork hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum!

Ich schiebe gerade eine heftige Panik.

Kurz zur Vorgeschichte: Nachdem 2014 ein Blasentumor diagnostiziert und mit einer TURBT entfernt wurde und 2015 ein Rezidiv auftrat, das ebenso erfolgreich entfernt wurde, erhalte ich eine Chemotherapie mit Mitomycin, das alle vier Wochen in die Blase instilliert wird. Die Therapie hat sehr gut angeschlagen, ist nun auch schon halb durchgestanden und alles sieht/sah gut aus.

Beim letzten Instillationstermin allerdings hat der Urologe (der es immer sehr eilig hat) den Katheter schon wieder herausgezogen, bevor das Mitomycin in der Blase war. Es lief dann so links über den Penis ins Schambein.

Ich hatte das in dem Moment natürlich noch nicht verstanden was passiert war, es kann ja auch mal das Gleitmittel vom Katheter runtertropfen, was überhaupt nicht schlimm ist.

Erstmals gewundert habe ich mich, als beim ersten Wasserlassen nach der Instillation der Urin ganz normal gelb, sogar hellgelb war. Also so, als habe gar keine Instillation stattgefunden. Der Urin, mit dem das Mitomycin wieder ausgespült wird, ist immer sehr dunkel.

Aber erstmal vertraut man halt dem Arzt und denkt, das wird schon alles seine Richtigkeit haben.

An den darauffolgenden Tagen hat sich dann der ganze Bereich wo das Mitomycin herunter lief entzündet. Da bin ich natürlich in die Praxis und seine Kollegin (da der behandelnde Urologe nicht da war) hat die Instillation nachgeholt und mir für die entzündeten Stellen eine Creme empfohlen.

Mein Vertrauen in diesen Arzt und in die Praxis ist jetzt natürlich hinüber und ich muss mir für die Fortsetzung der Therapie etwas anderes suchen. Habe auch schon einen Termin bei einem Urologen.

Die Entzündung hat jetzt wieder nachgelassen und jetzt habe ich die große Panik: Ich bekomme keine Erektion mehr. Es klappt einfach nicht. Ich hatte damit noch nie Probleme! Bin etwas über 40, also in einem Alter, wo das alles noch problemlos funktionieren sollte!

Der Wirkstoff verursacht schwere Gewebsschädigungen und verändert chemisch das Erbgut.

Ich weiß gar nicht was ich tun soll: Bin ich ein Notfall? Brauche ich einen Arzt oder vielleicht eher einen Anwalt? Oder übertreibe ich total und sollte einfach mal abwarten?

Für hilfreiche Antworten wäre ich sehr dankbar.

Antworten
alltVer.sJchwede.1x990


Das wichtigste ist doch, das der Krebs bekämpft wird. Wenn es mit der Erektion nicht mehr klappt, dann ist es halt so. Was soll der Anwalt machen? Dir eine Erektion einklagen? Es gibt Behandlungen, die haben Nebenwirkungen. Was ziehst du vor? Leben oder eine Erektion?

Y0onha<s4.x0


Hallo "paintwork",

... das Mitomycin ... lief dann so links über den Penis ins Schambein ... An den darauffolgenden Tagen hat sich dann der ganze Bereich wo das Mitomycin herunter lief entzündet ... Die Entzündung hat jetzt wieder nachgelassen ...

Zuerst - Wie geht es Dir jetzt?

Auf Grund Deiner (Zitat) Mitteilung sollte es mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer ober- flächlichen "Entzündung" der durch Mitomycin kontaminierten Hautareale geblieben sein?
Hast Du bzw. hat ein (Fach)Arzt an diesen betroffenen Hautarealen event. sog. "Nekrosen" (~teilw./vollständigen Zell-/Zellverbundsuntergang = zerstörte (Ober)Hautstellen, inkl. am Randbereich mit reaktiven Entzündungsvorkommnissen) festgestellt?


Nur mal laut weitergedacht ... Wenn JA (?) - konnten die nekrotischen Vorgänge dort erfolgreich gestoppt werden oder bestand event. ein fortschreitender Prozeß [mgl.: Ulze- ration/~Gewebseinschmelzung(en)?]

Denn, eine mögliche Ulzeration im Bereich des Corpus Cavernosum (li./re. ~P.Schwellkörper) könnte eine vorübergehende erektile Dysfunktion (~Erektionsstörung) so rein physisch/techn.-manuell durchaus erklären.

Eine dahin umgehende med. Abklärung durch einen (Fach)Arzt ist erforderlich.
Laß das bitte unbedingt zeitnah mind. einen Onkologen bzw. Deinen (neuen) Urologen klären!


Die Wirkung eingesetzter Zytostatika, ist generell -und zwar in jeder Hinsicht- einflußnehmend auf den Gesamtorganismus. Meist wird das dann mit "schlechtem Allgemeinzustand" zusätzlich zu all den spezifisch geannten "Neben-/Auswirkungen" der verwendeten Präparate bezeichnet.
Die Libido (fm/m) leidet hierbei oftmals in zweifacher Hinsicht. Einmal schon so rein wegen des enormen psychischen (Belastungs)Drucks (Krebs/Krebsbehandlung/Chemo) und zum anderen (je nach Art und Weise der Chemo bzw. der eingesetzten Zytostatika) dann natürlich auch körperlich (manuelle/technische Dysfunktionen).

Wichtig für Dich zu wissen - in beiden Fällen sind alle "negativen Symptome" grund- sätzlich (d.h. JA, es gibt auch da die berühmten Ausnahmen - leider!) aber reversibel, d.h. nach der Chemo + eine gewisse "Übergangszeit" (~Rekonvaleszenz) geht und steht wieder ALLES - so einigermaßen.
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird das so dann auch auf Dich zutreffen.

Mitomycin - steht grds. nicht in direktem Verdachts(Zusammenhang) gerade bei Deiner path. Disposition, als möglich genannte Nebenwirkung, eine erektile Dysfunktion zu provozieren. :)^
Das mal grad' auch noch dazu.


Du befindest Dich derzeit aktiv noch in einem ChemoCluster - da kann das hier im Forum angezeigte "BeschwerdeBild" für Dich (sinnvoll) wirklich nur ein Arzt (mittels Anamnese) abklären. Wir hier leider nicht!

Also - dringend noch einen FachArzt zur Materie bzw. zur gänzlichen Abklärung dahin einschalten - zeitnah empfohlen.

Ich wünsche Dir erstmal noch alles Gute für die Fortsetzung Deiner Chemo
und eine schnelle Genesung - Gute Besserung!

LG - Yonas *:)

pcaintw'ork


Hallo Yonas, danke für die tolle Antwort!

Zuerst - Wie geht es Dir jetzt?

Also die letzten beiden Tage (Sa/So) kam ich mir vor wie an einer Steckdose angeschlossen. Das hat gerade etwas nachgelassen. Aber die Appetit- und Schlaflosigkeit und das Unwohlsein sind noch da, wie auch ein komisches Gefühl und zeitweise Stechen im linken Nebenhoden(?). Und die Erektionsunfähigkeit.

Hast Du bzw. hat ein (Fach)Arzt an diesen betroffenen Hautarealen event. sog. "Nekrosen" (~teilw./vollständigen Zell-/Zellverbundsuntergang = zerstörte (Ober)Hautstellen, inkl. am Randbereich mit reaktiven Entzündungsvorkommnissen) festgestellt?

Für mich sah es aus wie eine normale Entzündung, für meinen Hausarzt wohl auch, er hatte mir Linola Creme verschrieben, die ich jetzt fast aufgebraucht habe. Von der Entzündung ist jetzt nichts mehr zu sehen.

Nur mal laut weitergedacht ... Wenn JA (?) - konnten die nekrotischen Vorgänge dort erfolgreich gestoppt werden oder bestand event. ein fortschreitender Prozeß [mgl.: Ulze- ration/~Gewebseinschmelzung(en)?]

Kein fortschreitender Prozess, würde ich sagen. Wie gesagt, es sieht schon wieder alles normal aus da.

Wichtig für Dich zu wissen** - in beiden Fällen sind alle "negativen Symptome" grund- sätzlich (d.h. JA, es gibt auch da die berühmten Ausnahmen - leider!) aber reversibel, d.h. nach der Chemo + eine gewisse "Übergangszeit" (~Rekonvaleszenz) geht und steht wieder ALLES - so einigermaßen.

Die eigentliche Chemo (die in der Blase) habe ich ja super vertragen. Nur diese daneben-geschüttete macht mich fix und ferig.

Ich mache mir auch Sorgen, dass der erbgutverändernde Wirkstoff irgendwie auf die Hoden einwirken könnte, mit krassen Folgen.

Also - dringend noch einen FachArzt zur Materie bzw. zur gänzlichen Abklärung dahin einschalten - zeitnah empfohlen.

Ja, das mache ich auf jeden Fall!

Ich wünsche Dir erstmal noch alles Gute für die Fortsetzung Deiner Chemo

und eine schnelle Genesung - Gute Besserung

Vielen Dank für deine Hilfe!

YtoGnasx4.0


Hallo paintwork,

vielen Dank auch für Deine prompte Erwiderung.
Gestatte mir dazu noch einpaar Details bzw. noch einige ZusatzInfo's:

... die letzten beiden Tage (Sa/So) kam ich mir vor wie an einer Steckdose angeschlossen.

Dieses (Miß)Empfinden dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach zuerst Deiner mentalen/nervlichen Belastung, ob der "besonderen Situation" (fehlgeschlagene Instillation und ihre Folgen) geschuldet sein.
Verbunden mit einer Art auftreibeneder Angstspirale hinsichtlich der Unsicherheit, was sinnvoll getan werden sollte in Verbindung mit dem ziemlich dürftigen medizinisch/ärztlichen Beistand - das setzt uns als Patienten dann schon mal so richtig unter Strom/Spannung.

... die Appetit- und Schlaflosigkeit und das Unwohlsein sind noch da ...

Zu dieser Art von "Phänomen" hatte ich in meinem Erstbeitrag bereits ausgeführt.

In Bezug auf die "SpannungsMuster" (~nervliche Belastung, von vor) und die Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit etc. hat mir ein homöopatisches Komplexmittel (Neurexan) sehr gute Dienste geleistet. Es sediert nicht, man behält bzw. bekommt wieder einen klaren Kopf/Verstand (tagsüber, wenn man konzentriert auch kopflastig arbeiten muß), es läßt sich problemlos ohne Wechselwirkung(en) -auch in Deinem Fall der lfd. Chemo- hier integrativ und einfach applizieren. Die Tabletten werden ca. 30 Min. vor bzw. nach einer Mahlzeit eingenommen. Im Mund langsam zergehen lassen. Ich habe die empfohlene Dosis sehr erfolgreich angewandt: Bsp. 3x1 (1-1-1) bzw. initial "1-1-2". Die Abend-Dosis ca. 1 Std. vor dem Schlafengehen nehmen. Einschlafphase wird erleichtert und ganz wichtig die "erholsamen Tiefschlafphasen" werden durchgehend erreicht. Die "Erholung und Beruhigung" holt sich der Organismus so im Schlaf! Aller üblichen Widrigkeiten zum Trotz - bei mir hat es bisher sehr gut funktioniert und es funktioniert immer noch, bestens.
Das Medikament ist rezeptfrei, nur in der Apotheke erhältlich.

... ein komisches Gefühl und zeitweise Stechen im linken Nebenhoden (?) ...

Unter der Anwendung von Mitomycin wird als eine mögliche Nebenwirkung - wenn wohl als sehr selten klassifiziert, aber dennoch - eine sog. NebenhodenEntzündung (~Epididymitis) genannt.
Dies ist immer ein akutes Vorkommnis!
Die Entwicklung hin zum Vollbild einer richtigen NH-Entzündung kann tatsächlich in nur wenigen Stunden erfolgen. Deshalb gilt: vor allem hier in positiver Vorkenntnis einer bestehenden chemotherapeutischen Tumorbehandlung der Blase, bereits bei den geringsten Anzeichen dringender Handlungsbedarf!
Eine umgehende med. Abklärung durch einen (Fach)Arzt ist erforderlich!
Sollten die Beschwerden vor allem über Nacht stark zunehmen oder die SchmerzScala bei "10" mal locker durchschlagen? ... Notruf: 112 und ab ins KH!
WICHTIG im Notfall: Notarzt/Rett.Assisten/Helfer unbedingt von der derzeitigen Chemo informieren. Den Beipackzettel des Zytostatikums (sofern beim Patienten) unbedingt vorzeigen!

paintwork - ob das jetzt bei Dir bereits in diese Richtung geht ?
Läßt sich logischer Weise von hier aus nicht beurteilen!

Deshalb:
> (Eigen)Beobachtung ! + HANDELN ! ... wie gerade oben skizziert!

Mindestens jedoch:
> sofern nicht im Laufe des heutigen Tages schon geschehen ...
> spätestens morgen früh/vormittag unbedingt den behandelnden (Fach)Arzt davon in Kenntnis setzen ...
> und diesen die Entscheidung über jedes weitere angezeigte Vorgehen treffen lassen!

Ich mache mir auch Sorgen, dass der erbgutverändernde Wirkstoff irgendwie auf die Hoden einwirken könnte, mit krassen Folgen.

Das Zytostatikum und sein Wirkstoff "Mitomycin" ist in der Tat sog. "erbgutschädigend" (med.: teratogen). Aus diesem Grunde wird dem betroffenen/behandelten Patienten zu Beginn einer solchen chemotherap. Behandlung auch mitgeteilt, dass es mit Beginn, während und im Anschluß bis zu 3 Monate nach einer solchen Chemo zu keinem ungeschützten GV (v/a/o) bei männl. Patienten und unter keinen Umständen zu einer Konzeption (~Schwangerschaft) bei Patientinnen kommen darf.

Auch hier gilt gleiches, wie in meinem Erstbeitrag: dies ist grds. nur eine vorübergehende Einschränkung. Nach vollständiger Beendigung der Maßnahmen (Chemo) und einer ausreich- enden Rekonvaleszenz, STEHT und geht dahin wieder ALLES - ohne nennenswerte "Nachlässe" ... also so im Idealfall.

HINWEIS: wegen der oberflächlichen Kontamination der Haut in der Genitalregion (inkl. Penis + angrenzende Areale) und der erfolgten/bestehenden Abheilung der entzündl. Hautläsionen, dürfte -weil eine explizite Nennung der Kontamination des Skrotums nicht angezeigt war- auch den Hoden (so von außen) absolut nichts passiert sein!

Gut, die totale Verwirrung ist hoffentlich nun perfekt? :=o

paintwork - calm down - leg Dir eine gute CD ein/stöpsel den mp3-FileStick an ...
und entspanne dich ...

Ich wünsche Dir nun eine gute Nacht + alles Gute soweit ...

Gute Besserung auch und eine möglichst schnelle Genesung

LG - Yonas *:)

p+aintxworxk


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