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Starker Harndrang. Kopfsache?

FDurubxa hat die Diskussion gestartet


Ich hatte eigentlich nie wirklich Probleme mit dem Wasserlassen, aber seit einigen Monaten hab ich immer wieder mit starkem Harndrang zu kämpfen.

Auffällig ist aber, dass der Harndrang erst richtig schlimm wird, je näher ich der Toilette komme oder sobald ich weiß "noch ein paar Schritte, dann bin ich zuhause und kann aufs Klo". Solange ich noch unterwegs bin oder weit weg von der heimischen Toilette, habe ich zwar Druck auf der Blase und merke, dass ich mal aufs Klo müsste, aber ansonsten alles soweit im Griff. Aber sobald ich dann durch die Wohnungstür komme, wird der Druck schon deutlich heftiger und richtig schlimm wirds dann, sobald ich durch die Badezimmertür bin und das Klo schon in Sichtweite ist. Dann wird der Drang und der Druck teilweise so heftig, dass ich denke ich kann es jede Sekunde nicht mehr einhalten und dann muss ich mich echt mega beeilen aufs Klo zu kommen, sodass manchmal nicht mal Zeit ist vorher noch Hände zu waschen, was ich eigentlich immer als erstes mache, wenn ich von draußen reinkomme.

Oder auch, wenn ich z.B. im Bett liege und merke, ich hab Druck auf der Blase und muss mal zum Klo. Aber das Klo ist dann grad besetzt, weil mein Freund drauf is. Dann kann ich den Druck solange mehr oder weniger ignorieren... aber sobald er dann aus dem Bad kommt, überkommt es mich regelrecht und ich muss mich dann wieder mega beeilen.

Manchmal kann ich mich vom Druck ablenken, wenn ich wirklich zwangsbedingt (weiter unten geh ich darauf nochmal ein) noch irgendwas erledigen "muss", bevor ich mich aufs Klo setzen "kann", indem ich versuche ruhig zu bleiben und an irgendwas schönes zu denken. Klappt aber auch nicht immer. Oft muss ich mich dann einfach nur noch aufs Klo plumpsen lassen, obwohl ich eigentlich vorher noch hätte Hände waschen müssen, oder die Klobrille putzen müssen, oder irgendwas. Woraufhin ich mich dann erst recht unwohl fühle... auch wenn es dür meine Zwänge an sich vielleicht gar nicht so verkehrt ist, wenn ich denen nicht immer nachgehen kann und es auch mal gezwungenermaßen sein lassen muss.

Und jetzt frag mich jetzt langsam, ob das irgendwie psychisch sein kann.

Habe auch im Internet schon gelesen, da wird zwar auch sowas wie Reizblase, Dranginkontinenz und ähnliches erwähnt... aber da steht dann meistens, dass man auch häufiger aufs Klo muss und den Druck schon bei kleinen Urinmengen hat. Ich geh aber eigentlich nicht häufiger aufs Klo als vorher auch... nur manchmal hab ich so Phasen, wo ich das Gefühl hab ich könnte alle 5 Minuten aufs Klo (manchmal hab ich diese Phasen tagsüber, manchmal nachts)... aber dann ist wieder wochenlang alles normal und ich geh dann vielleicht so 3-5 mal aufs Klo tagsüber. Und es ist dann auch nicht so, dass kaum was kommt, sondern es ist dann auch immer eine ordentliche Menge. Also passt sowas wie Reizblase und Dranginkontinenz irgendwie da auch nicht so. ":/

Ich bin außerdem 29 und habe keine Kinder. Denke das ist auch noch wichtig, da viele Blasenprobleme bei Frauen immer gleich dem Alter oder vorangegangenen Schwangerschaften zugeschriebeen werden - letzteres fällt bei mir aber schonmal weg.

Sonst noch erwähnenswert ist vielleicht, dass ich seit Mai 2015 in Behandlung bin wegen psychischer Probleme (oben bereits erwähnte Angst- und Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Panikattacken, usw.), die sich seit Jahren gehäuft haben und wo es dann März 2015 zum richtigen Knall kam und das dann auch der längst fällige Ar***tritt war, weswegen ich mich dann in Behandlung begeben habe. Habe dort dann Citalopram 20mg verschrieben bekommen und sollte irgendwann auf 30mg raufgehen.

Muss aber gestehen, dass ich die Tabletten aktuell nicht mehr nehme, da sie bei mir immer wieder zu Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen geführt haben (am Anfang komischerweise nicht, das kam erst, nachdem ich die Tabletten schon etliche Wochen genommen hatte und hab es auch bei meiner Psychologin mehrmals angesprochen, die mir aber nicht wirklich helfen konnte... sondern dann nur empfahl von 20mg auf 30mg hochzugehen).

Ich glaube, dass dieser starke Harndrang sich entwickelt hat in dem Zeitraum, als ich grad mit dem Citalopram angefangen hatte. Aber denke nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt und im Moment nehm ich die Tabletten ja auch schon eine ganze Zeit lang nicht.


Kennt das vielleicht Jemand? So einen Harndrang, der kaum beherrschbar ist, sobald man quasi vor dem Klo steht?

Manchmal kam es auch schon vor, dass dann, als ich mich praktisch grad am setzen war, schon ein paar Tröpfchen kamen... aber zum Glück bisher eher selten. Muss mich halt nur immer mega beeilen dann. So extrem ist das aber meistens nur, wenn ich es mir vorher einhalten musste... als wenn ich unterwegs war, das Bad besetzt war oder ich mit irgendwas anderem beschäftigt war, was noch erledigt werden musste eh ich aufs Klo kann. Sobald der Faktor, der mich vom Klo ferngehalten hat, dann weg ist... dann wirds halt richtig dringend.

Wenn ich so wie jetzt einfach nur am PC sitze und jeder Zeit ungehindert zum Klo kann, dann hab ich das i.d.R. nicht so krass.

So... sorry, der Text ist jetzt länger geworden als geplant... aber wollte nix auslassen, was eventuell wichtig sein könnte.

Würde mich jetzt in erster Linie interessieren, ob diese Problematik irgendwer kennt und ob sowas wirklich auch irgendwie Kopfsache sein kann und man sich das irgendwie "abtrainieren" kann oder obs da irgendwelche Tricks gibt...

( Ein kleines bisschen Angst hab ich zudem, dass es was krankhaftes sein könnte. Meine Mutter hat MS und bei ihr fing das auch irgendwie so an, dass sie immer so dringend zum Klo musste und es teilweise dann nicht geschafft hat rechtzeitig. Außerdem hab ich aktuell auf dem rechten Auge eine Sehschwäche und öfter Augenschmerzen, aber das kam schleichend über Jahre und war damit auch schon beim Augenarzt, als es mir erstmals auffiel... will demnächst wieder hin, weil es noch schlimmer geworden ist mit der Sehschwäche auf dem rechten Auge. Meine Mutter hatte in der Anfangszeit auch Sehprobleme auf dem rechten Auge. Aber will jetzt auch keine Flöhe husten hören, ich weiß ja nicht mel, ob MS irgendwie erblich sein kann :-p )

So, das wars jetzt aber mal :)D

Antworten
B)eni0taBx.


Ich kenne das auch, gehe allerdings auf die 70 zu.

Sehr hilfreich war das Durchschecken in einer Urogynäkologischen Praxis, die mich zur speziellen Physiotherapeutinnen schickte.

Nicht das Anspannen der Beckenbodenmuskeln ist wichtig, was hier auch oft im Forum vorgeschlagen wird. Jemand, der sich kurz vor dem Klo quasi in die Hose pinkelt, hat den Beckenboden schon aus Vorsicht gespannt, um eben nicht zu pinkeln....

Man muß lernen, den Beckenboden zu entspannen. Wenn ich irgendwo anders stehe, habe ich diesen "Druck" doch gar nicht - und trotzdem bepinkelt man sich nicht....

Man kann Entspannung bei einer darauf spezialisierten Therapeutin lernen. Mir gelingt es recht gut, ich habe seltenst noch genau dieses Problem.

Weiterhin mache ich, wenn es sich denn mal wieder bemerkbar macht, eine homöopathische Kur mit Globuli Causticum D 12.

5 x täglich 5 Kügelchen, 4 Wochen lang.

F`ur_ub~a


@ BenitaB.

Danke für deinen Beitrag @:)

Ich glaube ich werde mich dann auch mal in diese Richtung informieren.

Meine Angst ist, dass ich es auch irgendwann unterwegs vielleicht nicht mehr kontrollieren kann. Aber wie gesagt, bisher wird das immer erst so krass, wenn ich zuhause bin und weiß, dass ich jetzt gleich aufs Klo gehe... dann muss ich es mir echt verdrücken und das ist dann schon ziemlich unangenehm.

B_ehn3itaxB.


Bei mit hatte sich das nie auf andere Situationen ausgebreitet. So wird es bei Dir auch sein.

Therapeutinnen Tipp:

Ist man bereits in der Wohnung, rückwärts zum Klo gehen, dabei denken, man ist umgeben von einer Gruppe Menschen.

Im Gehirn ist ja denkmäßig geschaltet: hach, das Klo, ich kann pinkeln...

Sieht man das Klo (noch) nicht, pressiert es nicht ganz so schlimm.

Bse}nigtaBx.


Sieht man das Klo (noch) nicht, pressiert es nicht ganz so schlimm.

Und wer mag (auch gedanklich) vor einer Gruppe Menschen pinkeln ???

F;uruxba


Das is eine gute Idee, darauf bin ich noch gar nich gekommen meinen Kopf vielleicht mal etwas auszutricksen. Versuchen werd ich es auf jeden Fall mal @:)

AEgathHa Crristixe


Meine Angst ist, dass ich es auch irgendwann unterwegs vielleicht nicht mehr kontrollieren kann.

Könnte auch in die Richtung "allgemeines Kontrollbdürfnis" (bzw. Ängste, die Kontrolle zu verlieren, die sich wiederum auf die Kindheit gründen) gehen. Kennst du das vielleicht in anderer Hinsicht?

F-uruObxa


Ja, so ein Kontrollbedürfnis kenne ich schon in anderer Hinsicht und ist auch eins der Dinge, wegen dem ich in Therapie bin. Bzw. war mir vorher nicht mal bewusst, dass das irgendwas mit einem Kontrollbedürfnis zutun hat, bis ich es meiner Psychologin alles geschildert hatte und sie es dann als Kontrollbedürfnis beschrieben hat.

Aber das hatte nie irgendwas mit dem "aufs Klo gehen" zutun, sondern bezog sich auf ganz andere Sachen...

Das mit dem plötzlich immer so starkem Harndrang, sobald das Klo in der Nähe ist, fing irgendwie ohne irgendeinen erkennbaren Grund an... weshalb mich das so irritiert :-/

A|gattha Ckrisxtie


Hat sich evtl. auf die körperliche Ebene übertragen.

A7gathma Cri0stie


So etwas passiert meist ohne erkennbaren Grund. Das macht es ja so verzwickt.

Srvevnja 8x7


Ich leide seit einigen Jahren an Paruresis. Ich muß zwar nicht grundsätzlich, wenn eine Toilette in der Nähe ist, aber immer dann, wenn ich meine, daß auch kein weiterer Mensch in Reichweite ist.

Und Paruresis ist psychisch bedingt.

F1urUuLbxa


Danke an alle für die Antworten @:)

Den Begriff Paruresis kannte ich noch gar nicht.

Ich tu mich allerdings auch schwer mit öffentlichen Toiletten und vermeide sie, so gut es möglich ist. Einmal wegen meiner Sozialphobie und es mir dadurch irgendwie unangenehm ist, auf öffentliche Toiletten zu gehen. Zum anderen meine Zwangserkrankung, dass ich mich nicht (mehr) auf öffentliche Toiletten setzen kann, aus Angst vor irgendwelchen Keimen und Krankheiten. Wenn es dann aber gar nicht anders geht, dann kann ich auch auf einer öffentlichen Toilette pinkeln... es dauert dann meistens nur ein bisschen, eh es "läuft" ]:D ... aber das tu ich wie gesagt sehr, sehr ungern. Sodass ich immer versuche anzuhalten bis zuhause.

Mein Freund meint ja, er hätte mich "angesteckt"... er hat nämlich schon seit vielen Jahren das Problem, dass bei ihm der Harndrang nahezu unerträglich wird, je mehr er sich der heimischen Toilette nähert. Bei mir fing das erst an, nachdem wir zusammengezogen waren. Ich glaub da aber nicht so dran, dass ich irgendeine psychische Eigenart von ihm übernommen hab... weil wir das nie groß thematisiert haben. %:|

A:gath7a Cri}stise


Tatsache ist, dass die Psyche alle möglichen Symptome hervorrufen kann, ohne dass eine krankhafte Organbeteiligung vorliegen muss. Stichwort Herzneurose. Wenn man Herzschmerzen aus Psychogründen bekommen kann - wieso sollte nicht aus ein starker Harndrang daraus entstehen können? Was dann dahintersteht, das herauszufinden, ist eine Herausforderung - der man sich stellen kann oder nicht. Ohn fachliche Hilfe ist so etwas aber generell schwer herauszufinden.

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