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Deutsches Gesundheitssystem versagt an meinem Fall?!

Sp198x0 hat die Diskussion gestartet


Ich bin 1980 als Mann geboren worden.

- Bis ins Jahr 2015 waren meine Hoden aus ungeklärten Gründen bei normalen Hypophysenwerten ohne Funktion.

- Ohne Hormonersatztherapie (Testosteron) bin ich als Frau aufgewachsen (Personenstandsänderung hat stattgefunden und psychologische Gutachten liegen vor) und hatte auch nicht damit gerechnet, dass da noch mal was passiert.

- Im Herbst 2015 dann hat man plötzlich astronomische Hypophysenwerte und einen männlich normalen Hormonwert festgestellt.

- Seit Februar 2016 wird aufgrund der hohen Hormonwerte bei mir regelmäßig das Zytostatikum Zoladex appliziert, worunter der Zustand der Hormonwerte wieder größtenteils so ist, wie es mein Leben lang war.

- Leider vertrage ich das Medikament immer schlechter (erhebliche Nebenwirkungen, wie zum Beispiel fast tägliches Erbrechen und Hypophysengeschwulst) und laut meines Endokrinologen wäre eine definitive Orchidektomie ratsamer, da die anderen Medikamente wohl noch riskanter seien. Eine Therapie mit Androcur und co scheidet auch aus, da mir unzumutbar ist nochmals mehrere Wochen erhöhte Testosteronspiegel (und damit noch mehr Bartwuchs etc) zu haben.

Laut meiner Urologen gibt es in Deutschland wohl Vorschriften, dass zunächst eine 18 Monatige Psychotherapie (trotz zwei vorliegenden Fachgutachten) stattfinden muss, bevor eine Hodenentfernung stattfinden kann.

Da ich unter so starken Nebenwirkungen leide, dass ich seit dem dauerhaft Arbeitsunfähig bin und nicht mal eine normale Psychotherapie wahrnehmen kann, ist es für mich nicht möglich jetzt erst noch eine 18 Monate Therapie in Antritt zu nehmen. Zu dem sagt meine Psychologin, die auch damals eins meiner Gutachten geschrieben hat, dass sie mich gar nicht auf die Warteliste nimmt, weil sie die Notwendigkeit nicht sieht und andere die Therapiezeit dringender brauchen. Laut meiner Ärzte sei es auch unverhältnismässig die Zoladex Therapie noch so lange weiter zu führen, schließlich wurden bei fast der Hälfte der Patienten mit Geschwulst an der Hypophyse (was ich schon habe) nach einer weiteren langjährigen Behandlung auch Gehirnblutungen und andere schwere Nebenwirkungen festgestellt.

Das alles interessiert aber aus urologischer Sicht anscheinend nicht und ich habe dazu nur Ablehnung a la "Es tut mir leid, eine Orchidektomie ist uns in Ihrem Fall ohne 18 monatige Therapie leider rechtlich nicht möglich, da können wir auch nichts tun" gehört. Mir wurde ans Herz gelegt die Operation in der Schweiz durchführen zu lassen, da es ja um meine Gesundheit geht und eine Notwendigkeit bei den dortigen Ärzte gar nicht zur Frage steht und ich gleich operiert werden könne. Ich müsste allerdings die Kosten selbst tragen.

Ist es wirklich so, dass ich im deutschen Gesundheitssystem keine Chance auf eine korrekte Behandlung habe?

Antworten
SiubderluxRe


Mhh, kannst ja mal eine Suchmaschine bemühen. Da wirst du feststellen, dass es eine ganze Reihe von Männern gibt, welche es als Fetisch ansehen sich kastrieren zu lassen, ohne den Wunsch zu haben eine Frau zu werden. Viele machen es auch.

Irgendwo müssen die ja hingehen.

Sf19+80


Das scheidet bei mir aus, schließlich qualifiziere ich mich nicht als Mann mit "abnormen Geschlechtstrieb" -.- Ich habe schon ergoogelt, dass es für Straftäter, Fetischisten und co kein Problem ist....

P-egddi


UUUuuufff.... warst Du in einer Uniklinik?

Sonst mit Hilfe von Medien, was allerdings immer ein zweischneidiges Schwert ist.

S!198a0


Ja, in zwei deutschen, die mir eben oben beschriebene Antwort gaben und in einer schweizer Uniklinik, wo es kein Problem ist die Operation (auf eigene Kosten) durchzuführen.

Ich weiss, dass ich die Möglichkeit hätte bei meiner deutschen Krankenkasse (vor der Operation) auf Kostenübernahme zu klagen, jedoch habe ich so viel Zeit nicht, da mit jeder Applikation des Chemotherapeutikums das Risiko von weiteren Nebenwirkungen wie Gehirnblutungen und co steigt und sich mein Allgemeinzustand enorm verschlechtert. Ich hätte daher die Operation gerne so schnell wie möglichst durchgeführt.

BEambEiwenxe


Liegt dir die schriftliche Ablehnung auf Kostenübernahme deiner Krankenkasse vor? Oder hast du (bzw. deine Ärzte) da noch gar nicht vorgefühlt.

Deine Kasse kostest du ja jetzt, während der 18 Monate Wartezeit und wohl auch wenn Nebenwirkungen auftreten bestimmt viel mehr Geld, als wenn sie die OP jetzt zahlen würden. Diese Rechnung würde ich der Kasse mal ganz pragmatisch aufmachen.

Was würde der Eingriff in der Schweiz denn kosten? Hast du das erfragt?

Sx1$98x0


"Liegt dir die schriftliche Ablehnung auf Kostenübernahme deiner Krankenkasse vor?" - So weit kam es gar nicht, da sich meine Krankenkasse den Antrag intern über mehrere Monate umher schickte und schlussendlich mit "weitere Dokumente benötigt: Bestätigung über 18 monatige Psychotherapie" (Die Fachgutachten, die für den Deutschen Staat und schweizer Ärzte als maßgeblich gelten, sind für deutsche Urologen und Krankenkassen wohl irrelevant).

Richtig, meine Krankenkasse hat die Chemotherapie (inkl. Krankengeld, da durch die Nebenwirkungen arbeitsunfähig) mittlerweile über das letzte Jahr hinweg fast das 10-Fache einer Hodenentfernung in Deutschland (ca. 5000 Euro) gekostet. Interessiert dort aber niemand....

In der Schweiz würde es mich insgesamt je nach Komplikationen 8 - 20 tausend Euro kosten, was für mich sehr viel Geld ist und wo ich auch einiges bewegen müsste um dafür Privatdarlehen zu bekommen. Wenn es denn tatsächlich keine Möglichkeit auf korrekte Behandlung in Deutschland gibt, würde ich das natürlich zugunsten meiner Gesundheit und meines Lebens in Kauf nehmen.

In meinem Post geht es mir aber ja darum zu erfragen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt in Deutschland zu einer korrekten Behandlung zu kommen.

BUambxiene


Sehr blöde Situation für dich. Bist du bei der Techniker

Bis ins Jahr 2015 waren meine Hoden aus ungeklärten Gründen bei normalen Hypophysenwerten ohne Funktion.

Ohne Hormonersatztherapie (Testosteron) bin ich als Frau aufgewachsen (Personenstandsänderung hat stattgefunden und psychologische Gutachten liegen vor)

Habe ich das richtig verstanden? Du lebtest schon seit Jahren im Alltag nach Außen als Frau?

Und deine Hoden produzieren erst seit zwei Jahren wieder Testosteron?

OK. Ich kann mir vorstellen, dass deine Situation einen Sachbearbeiter der nach seinen Vorschriften alles richtig machen will, überfordert.

Kannst du bei deiner Kasse mal persönlich vorbeigehen? Ich denke wenn du deinen Leidensdruck schilderst und die Leute dir dabei in die Augen sehen müssen, können sie die Dringlichkeit deines Problemes hoffentlich besser beurteilen.

SJ19x80


Ja, das hast du richtig verstanden. Meine Hoden haben bis vor 2 Jahren kein Testosteron produziert und ich lebe jetzt seit meiner Jugend als Frau.

"Kannst du bei deiner Kasse mal persönlich vorbeigehen?" - Oh ja...

- Dort sagt man, es sei niemand zuständig, ich müsse mich an die Fachabteilung wenden.

- In der Fachabteilung werde ich an den MDK verwiesen, der eben nach monaten hin und her schicken unter den einzelnen Abteilungen sagt "Bestätigung über 18 monatige Psychotherapie fehlt"

- Ich habe daraufhin die Gutachterin beim MDK kontaktiert, die diese Aussage machte, sie sagte zu mir sie sei dann gar nicht zuständig, sondern ein urologischer oder endokrinologischer Gutachter

Dort ist es meiner Krankenkasse allerdings nicht möglich meine Akte zu bearbeiten, da es selbst bei direkter Post an den urologischen MDK bei Sicht auf die Diagnose Transsexualität sofort an den psychologischen MDK geht, die das dann nach Schema F bearbeiten und schreiben "Bestätigung über 18 monatige Psychotherapie fehlt".

Diesen Kreislauf bin ich 3 mal durchlaufen bis mir jemand aus der Fachabteilung sagte, dass sie keine Möglichkeit dazu haben meinen Fall anders zu bearbeiten, es ihnen leid tut, sie da aber auch nichts machen können.

S{198x0


Da ich mich in einem gesundheitlich sehr schlechten Allgemeinzustand befinde möchte ich nicht das Risiko einer Behandlung in Ländern wie Polen oder Rumänien (wo die Operation auch noch ca. 5000 Euro wie in Deutschland kosten) eingehen, zumal mir auch von meinem Arzt davon abgeraten und speziell zur Schweiz als Auswegland geraten wurden, da dort wohl allgemein hohe Standards vorliegen.

SCubdeHluxxe


Gerade wenn dein Gesundheitszustand so schlecht ist wäre dann nicht eine nicht-operative Entfernung bei der keine Narkose benötigt wird die bessere Option?

Hqype%rxion


1 Beitrag gelöscht

SC19x80


es gibt keine "nicht-operative Entfernung", die nicht durch Bildung von Nekrosen und co wahnsinnig lebensgefährlich ist.

c`hief5oxlatu


Gibt es keine Stiftungen (bspw. für intersexuelle Personen) in der Schweiz oder DE, die dir eine OP in der Schweiz bezahlen würden?

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