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Die Rolle des Mannes beim Thema Abtreibung

A2nnw.yllXxAx hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich bin mir nicht sicher, ob eine Diskussion unter diesem Thema erlaubt ist falls nicht, bitte gleich schließen oder löschen , aber ich habe gerade einige interessante Themen gelesen, wo es um die Rolle des Mannes bei Abtreibungen geht. (Bitte kein Für- oder Wider- zum Thema Abtreibung an sich!)

Ich frage mich, ist es wirklich so ok, dass Männer kein Mitspracherecht haben, ob sie ein Kind wollen oder nicht? Es heißt dann ja gern "reinstecken konnte er ihn auch", aber andersherum, gerade bei Verhütungspannen, tragen dann nicht (im Normalfall) zwei Personen ihre "Schuld" daran?

Ich bin persönlich in diese Thematik nicht involviert, da ich nie ungeplant schwanger geworden bin, aber ich habe es ja privat schon mitbekommen, wenn eine Frau schwanger wird und der Mann vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Natürlich ist es ihr Körper, in ihr wächst ein Kind heran. Sie hat die Wahl. Aber der Mann hat am Ende die Wahl eben nicht. Wenn er das Kind nicht will, sie es aber bekommt, darf er trotzdem zahlen. Wenn sie das Kind nicht will, er aber schon, kann das psychisch auch sehr viel zerstören.

Ich kann nicht mal richtig sagen, was ich mir von diesem Faden erhoffe.

Auf jeden Fall verschiedene Sichtweisen zu diesem Thema.

Antworten
bwlacktheaLrtedxqueen


Das Thema ist ja generell schwierig. Ich denke, eine allumfassend perfekte Lösung kann es dafür nicht geben, also muss man sich mit einem der geringsten Übel abfinden. Und das bedeutet für mich, dass die Entscheidungsgewalt letzten Endes bei der Frau liegt.

Ob Väter innerhalb eines gewissen Zeitrahmens (vielleicht auch die ersten 12-16 Schwangerschaftswochen?) die Vaterschaft ablehnen können solllten, das wird ja immer mal wieder diskutiert. Finde ich vom gedanklichen Ansatz her nicht uninteressant, aber fair ist es auch nicht. Zumindest nicht für das Kind.

Ausserhalb von einer Beziehung hätte ich nie über das Thema diskutiert. In meinen Beziehungen wurde das Thema immer mal wieder angeschnitten und diskutiert. Weil zwar letzten Endes die Entscheidungsgewalt bei der Frau liegt, ich mich in einer Partnerschaft aber dennoch erst mal als Team begreife. Mein Partner weiß Bescheid, wie ich (vermutlich ;-) ) im Falle einer ungeplanten Schwangerschaft reagieren würde, das ist für ihn auch in Ordnung.

dyanake87


Ich finde das in sofern in Ordnung weil es keine besssere Lösung gibt. Es ist ihr Körper und sie kann wählen, aber sie muss auch wählen. Ich war einmal ungeplant schwanger und habe dabei zwei Erfahrungen gemacht:

1. Die Formulierung "dann die Konsequenzen tragen" im Sinne von "dann ein Kind austragen" ist totaler Schwachsinn, weil man die Konsequenzen immer trägt. Eine Abtreibung ist auch eine Konsequenz und es stellt sich im Falle eines Falles nur die Frage welche Konsequenz man besser ertragen kann. Kann ich eher Mutter sein oder damit Leben eine Tötung in Auftrag gegeben zu haben?

Es wäre also nicht so das man wirklich eine Wahl hätte die Konsequenzen nicht zu tragen und weil ICH am Ende jeden Morgen jemandem in die Augen sehen muss, der dies oder das zu verantworten hat, finde ich, sollte ich auch alleine entscheiden dürfen. Er kann gehen, sogar die Zahlungen zu verweigern ist nicht so schwer wie man meinen sollte, ich aber, werde dem nie wieder entkommen.

2. Es ist nicht immer und für jeden angenehm die Verantwortung tragen zu müssen. Ein Mann muss sich am Ende nicht anhören, er hätte ja abtreiben können, als würde man von einer Wanderung mit leichtem Anstieg sprechen. Ein Mann muss sich bei Trauer aber auch nicht anhören er hätte es ja austragen können. Man wird durch die Verantwortung nämlich auch irgendwie zum Ziel.

Gott, wie oft hab ich mir gewünscht ein früher Abgang würde mich um die Verantwortung bringen. Das wäre soviel einfacher gewesen, als eine Entscheidung zu treffen. Der Mann dazu war so unfassbar dankbar, dass er die Entscheidung nicht treffen musste, ich hab ihn so unendlich beneidet.

Alles in allem ist diese Entscheidungsfreiheit eben nicht nur eine angenehme Freiheit, auch wenn ich sie um keinen Preis aufgeben wollen würde, sondern auch eine Last weil eine Pflicht. Umgedreht ist die Position des Mannes in ähnlicherweise doof. Er kann keine Entscheidung treffen und ist ausgeliefert, aber er muss auch nicht und kann entsprechend jede Verantwortung von sich weisen und ihm bleiben Verurteilungen und verbotene Trauer erspart. Ob man sich mit der einen oder anderen Position wohler fühlt ist vermutlich einfach Typfrage und Frage der umstände und damit irgendwie Glückssache.

SBchojkoladeCnsü/chtige


Ich sehe es so, dass der Mann es selbst in der Hand hat. Er kann auf Kondome bestehen und sich selbst darum kümmern, dass sie benutzt werden. Das ist die Alternative, wenn er Kinder nicht konsequent ausschließen will. Das Restrisiko muss er halt nehmen, aber so ist es nun mal im Leben. Aber viele haben keinen Bock auf Gummis - selbst schuld.

Wenn der Mann auf keinen Fall ein Kind möchte, kann er sich sterilisieren lassen.

Im Übrigen kann die Frau zwar entscheiden, aber für die meisten, die ungeplant schwanger werden und eigentlich (zu dem Zeitpunkt? ) kein Kind wollten, ist das auch die schwierigste Entscheidung überhaupt. Ich glaube, die wenigsten Frauen wollen mit der Entscheidung dm Kindsvater eins auswischen. Sondern entscheiden eben für ihre ganz eigene Situation, denn die Frau ist es (meistens), die in erster Linie mit den Konsequenzen leben muss, und damit meine ich nicht nur die 9 Monate Schwangerschaft.

Mal so als Beispiel: Wieviele Männer würden das Kind nach der Geburt mit allen Konsequenzen zu sich nehmen? (Was es ja bedeuten würde, wenn die Frau es absolut nicht will, aber der Mann schon und sie es ihm zuliebe bekommt)?

Die wenigsten Väter wollen die Babys komplett von Anfang an mit allem was dazugehört und womöglich noch allein (wenn es keine Beziehung -mehr- gibt).

LmilaILxina


Ich kann die Argumente für die Einbeziehung des Mannes in die Entscheidung Abtreibung ja/nein verstehen.

Jede Einbeziehung des Mannes führt aber dazu, dass die Frau keine freie Wahl mehr hat. Und da sie diejenige ist, die alle Risiken und Nebenwirkungen der Schwangerschaft körperlich zu tragen hat, wüsste ich nicht, wie man die Einbeziehung des Mannes und die Selbsteinscheidung der Frau miteinander verbinden könnte.

Daher finde ich die derzeitige Reglung auch als "das kleinere Übel", eine bessere Lösung kann ich mir nicht vorstellen.

Auch die bereits diskutierte Möglichkeit, dass Väter frühzeitig eine Vaterschaft ablehnen, halte ich für nicht haltbar - da es vorrangig das Kind betrifft und nicht ausschließlich die Mutter (wie bei der Schwangerschaft).

M(oniQkay6x5


Ich kann mich danaes Beitrag zu Hundertprozent anschließen. Genau so habe ich es auch empfunden. Die Position des Mannes war indifferent, nach dem Motto entscheide du. Ich war hin und her gerissen und hätte mir ein klares Für oder Wider des Mannes gewünscht, weil es mir dann leichter gefallen wäre selbst Position zu beziehen. Entscheide du habe ich als allein gelassen werden mit der Entscheidung empfunden. Dass ich entscheiden muss war ja sowieso klar.

L)o2laXx5


Er kann keine Entscheidung treffen und ist ausgeliefert, aber er muss auch nicht und kann entsprechend jede Verantwortung von sich weisen und ihm bleiben Verurteilungen und verbotene Trauer erspart.

Sehe ich nicht so. Der Mann kann sehr wohl auch entscheiden: Nämlich 1. darüber mit wem er Sex hat, 2. darüber, wie er sich um (doppelte) Verhütung kümmert und 3. darüber, wozu er die Frau im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft ermutigt.

Ich finde es extrem mies, wenn einer zur Abtreibung drängt, und immer noch mittel-mies, wenn er neutral ist. Für meinen Geschmack sollte der Mann bereit sein, zum gemeinsam gezeugten Kind zu stehen und somit die Frau ermutigen es zu behalten und sich nach der Geburt selbstverständlich auch um den Nachwuchs kümmern.

Und zum Punkt zu den angeblich ausbleibenden Verurteilungen: Ich verurteile Männer, die sich nicht um ihre Kinder kümmern sehr wohl. Das ist für mich ganz mieses Verhalten.

d$oom8hidxe


Ich frage mich, ist es wirklich so ok, dass Männer kein Mitspracherecht haben, ob sie ein Kind wollen oder nicht? Es heißt dann ja gern "reinstecken konnte er ihn auch", aber andersherum, gerade bei Verhütungspannen, tragen dann nicht (im Normalfall) zwei Personen ihre "Schuld" daran?

Naja... reinstecken ist dazu nicht mal nötig wenn man den Fall Anna Ermakova (Tochter von Boris Becker) bedenkt. Ich verstehe nicht warum der Mann kein Recht hat über sein Sperma zu bestimmen. Wenn man das ändert dann würden evtl. schon die gröbsten Schnitzer dahingehend beseitigt werden. "Spermaklau" sollte zumindest strafbar sein.

dboomhqidxe


Ich stelle mir gerade den umgekehrten Fall vor. Sprich: Eine Frau gibt Eizellen raus (z.b. für die Forschung) diese werden befruchtet und durch eine Leihmutter ausgetragen und die ursprüngliche Eizellenspenderin dann für Unterhalt zur Kasse gebeten.

dqoom$hIide


Weiterhin ist mir noch ein Fall bekannt wo ein Paar zusammen die Entscheidung getroffen hat Sperma vom Mann für "spätere Zwecke" einzufrieren. Nachdem sich das Paar getrennt hat, hat die Frau die Unterschrift des Mannes gefälscht, sich das Sperma geben lassen und ihm damit ein Kind "geschenkt" für das er natürlich ebenfalls Unterhaltspflichtig ist. *Jedenfalls war das so grob die Story wenn ich mich richtig erinnere - Ich versuche später mal den Link auszugraben. *

Jkuliamn83


Und das ist der Grund, warum ich vasektomiert bin.

Gleichberechtigung? Der Mann sollte auch abtreiben dürfen. Und zwar finanziell. Wenn die Dame das Kind behalten will, dann ohne Unterhaltsanspruch (Betreuungsunterhalt für die Mutter und Kindesunterhalt). Das wäre fair.

dioomxhide


@ Julian

So ähnlich sehe ich das auch. Das Problem ist dass dann niemand für das Kind bezahlen möchte - auch der Staat nicht.

JZu=lBiaxn83


Eben. Solange bleibt nur a) sperma einfrieren, vasektomie und wieder Spaß am Sex haben oder b) sich dem unkalkulierbaren finanziellen Risiko weiter ausliefern.

Dem Familienrecht sei dank.

d+oo`mhidxe


*Nachdenk* Das Problem löst sich sowieso von selbst. Abtreibungen sind wohl mit ein Hauptgrund dafür das wir, und damit unsere liberalen Einstellungen und Gedanken, über kurz oder Lang mit uns aussterben werden (100k Abtreibungen pro Jahr). Zeitgleich gibt es Bevölkerungsgruppen auf dieser schönen Kugel für die das verstoßen von Kindern und auch Abtreibungen eine der größten Sünden überhaupt darstellt und die werden uns wohl, in weniger als ka. 10 Generationen, überholt haben. Sollten diese dann denselben Weg einschlagen wie wir jetzt dann werden die ebenfalls aussterben und so löst die Natur ihre Problemchen selbst.

X1ir.aixn


In dem Fall des geklauten eingefroren Spermas wird aber sicherlich letztendlich die Firma die es eingefroren hat für die kosten aufkommen müssen.

Denn die haben doch die kontrolle vergeigt.

Sperma-ausgabe nur persönlich an den mann mit ausweis und vergleichsfoto. So schwer kann das ja nicht sein.

(Oder eben mit totenschein oder so...)

Sperma-klau sehe ich als ausnahmesituation.

Wenn jemand aber seinen kleinen freund reinstecken kann, sollte er auch mögliche konsequenzen kennen.

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