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Kastration: Suche Frauen mit dem gleichen Schicksal

P"api@llo nDW hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin 36 Jahre alt und mir wurde im September 2006 die Gebärmutter mitsamt Eierstöcken entfernt.

Entgegen aller bekannten Behauptungen und Meinungen ist es durchaus NICHT so, dass danach "alles wie vorher" ist oder frau einfach "verfrüht in die Wechesljahre kommt" --wie es so schön immer gesagt wird.

Im Gegenteil: die operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken ist und bleibt eine Kastration - egal ob diese medizinisch notwendig oder rein "prophylaktisch" angewendet wurde.

Leider wird genau dies in Deutschland immer noch tabuisiert - im Gegensatz zu anderen Ländern wie Österreich, Frankreich oder den USA. Dort fand ich viele Informationen zu diesem Thema - und eben auch, dass es NICHT wie immer gesagt wird -eine harmlose Sache ist, sondern viele Nebenwirkung hat, die sich teilweise erst später einstellen, teilweise sofort ihre Wirkung zeigen. Auch die vielbesagte Hormontherapie ist umstritten und hat durchaus ihre Nebenwirkungen oder ist einfach unzureichend.

Die Aufklärung von Frauen die vor einem solchen Eingriff stehen ist in den meisten Fällen mangelhaft, viele Dinge werden heruntergespielt oder damit abgetan: stellen sie sich nicht so an.

Daher suche ich auf diesem Wege nach Frauen aus Deutschland die auf operativem Wege ihre Gebärmutter und Eierstöcke verloren haben, die einfach reden wollen, die Hilfe suchen oder sich auch einfach informieren wollen.

Gern auch per PN wer es nicht öffentlich diskutieren mag.

Ich hoffe auf zahlreiche Meldungen, damit dieses Thema endlich einmal auch in Deutschland publik gemacht und nicht länger verschwiegen wird!

Antworten
mQaYxi.x48


Fragwürdige Gebärmutterentfernungen

Hallo Papillon,

zu dem, was Du schreibst, möchte ich Dir mit folgendem Zitat zustimmen:

"Viele Gebärmütter wurden und werden unnötig entfernt. Dies ist der Ausdruck der Geringschätzung des weiblichen Genitalorgans, aus dem alle Menschen geboren wurden..."

Zitiert aus: "Frauen-Heilkunde und Geburts-Hilfe", herausgegeben von Maria J. Beckermann und Frederike M. Perl, Basel 2004, Seite 1525.

In dem betreffenden Artikel "Hysterektomie, eine folgenreiche Operation" schreibt Dr. med. Barbara Ehret-Wagner, Chefärztin der Gynäkologie am Klinikum Burggraben in Salzuflen:

"Die Hysterektomie ist in Deutschland, wie in den meisten westlichen Ländern, eine der am häufigsten durchgeführten Operationen überhaupt...

Bei Störungen im Zuammenhang mit gynäkologischen Operationen handelt es oftmals sich um iatrogene Erkrankungen, also um Krankheiten, die durch medizinisches Eingreifen entstehen...."

Richards fand in einer Befragung von hysterektomierten Frauen eine Rekonvaleszenzzeit von durchschnittlich 11,9 Monaten. Demgegenüber benötigten Frauen nach anderen größeren Operationen nur 1-3 Monate, bis sie sich wieder wohlfühlten..."

"Ein Verlust der Gebärmutter geht für viele Frauen ... mit einem Verlust ihrer weiblichen Identität einher..." (Seite 1544)

Gruß

Maximiliane

clharlxiny


wenn es medizinisch notwendig ist, dient es doch meiner gesundheit und ist völlig ok.,wo liegt da das problem? sicher gibt es auch frauen, wo man das noch verhindern hätte können, aber wäre es später z.b. zu schlimmen ausmaßen gekommen, würde folgen "ja, hätten sie mal damals...."

ich hätte absolut kein problem damit, lieber entfernen als später jammern. ich bin und bleibe frau, ob nun mit oder ohne. dazu muss ich aber sagen, das meine familienplanung abgeschlossen ist. das wird somit der große unterschied sein....

l}ampetxer


Es ist aber auch ein gewaltiger Unterschied, ob "nur" die Gebärmutter entfernt wird, oder zusätzlich noch die Eierstöcke.

Diese OP's sind nicht zu vergleichen!

Beim Verlust beider Ovarien kommt es auch spontan zum Hormonkollaps. Die Frau ist also von jetzt auf gleich in den Wechseljahren, was bei alleiniger Hysterektomie nicht der Fall ist.

c|harlxinxy


hat das denn irgendwelche nachteile?

ist natürlich ein unterschied ob mit 30 oder 40 eine solche op, das ist klar. aber wir kommen doch alle mal in die wechseljahre....

aber mit diesem thema habe ich mich noch nie so befasst, kenne nur einige, die eine total op hatten.

m%axi@.48


Falschinformationen

Hallo Papillon,

hier ein Erfahrungsbericht aus einer kanadischen Zeitschrift:

"Im Januar 1998 sah ich eine Fernsehsendung zum Thema 'sexuelle Lust'. Dabei ist mir zum ersten Mal der Zusammenhang zwischen meiner ausgelöschten Libido und meiner Gebärmutterentfernung bewusst geworden... Viele der befragten Frauen haben den Verlust ihres sexuellen Begehrens und den Einfluss dieses Verlustes auf ihre Beziehungen angesprochen. Ich fühlte mich wie betäubt, als eine der Teilnehmerinnen dieser Diskussion von ihren Depressionen sprach, vom Ausbleiben der sexuellen Wonnegefühle als Folge der Gebärmutterentfernung - und wie sie sich überhaupt nicht mehr als 'richtige Frau' empfinde. Und plötzlich merkte ich:

'Sie spricht von mir'!"

übersetzt aus:

[[http://www.canadianliving.com/CanadianLiving/client/en/Health/DetailNews.asp?idNews=230749&bSearch=True]]

Vielleicht sind auch die folgenden Beiträge hilfreich in dieser Diskussion:

Lise Cloutier-Steele: Misinformed Consent: "Zustimmung aufgrund von Falschinformation - Erlebnisberichte von Frauen mit unnötigen Gebärmutterentfernungen"

[[http://www.amazon.com/gp/product/customer-reviews/0970090862/102-6240022-3816143?%5Fencoding=UTF8&n=283155&s=books]]

Mit ausführlichen Buchbesprechungen, bislang leider nur auf englisch. Lesenswert für alle Frauen, die sich ihre Libido erhalten wollen.

[[http://www.findings.net/misinformedconsent.html]]

Bemerkenswerte Buchbesprechung: zu: Lise Cloutier-Steele: "Zustimmung aufgrund von Falschinformation - Erlebnisberichte von Frauen mit unnötige Gebärmutterentfernungen":

"Im Alter von sechzig Jahren haben etwa ein Drittel der nordamerikanischen Frauen keine Gebärmutter mehr... Ärzte würden den Männern doch nicht empfehlen, ihre Hoden entfernen zu lassen, sobald die Familie komplett ist.

[[http://www.amazon.com/gp/reader/0970090811/ref=sib_dp_pt/102-6240022-3816143#reader-page]]

The Hysterectomy Hoax ('Hoax' = jemandem einen Bären aufbinden):

Die Wahrheit darüber, weshalb viele Gebärmutterenfernungen unnötig sind.

Ausführliche und teilweise erschütternde Testauszüge - bislang leider nur auf englisch. Lesenswert für alle Frauen, welche die Ärzte dazu überreden möchten, sich ohne wirkliche Not ihre Gebärmutter entfernen zu lassen!

Cjolclinxe


vom Ausbleiben der sexuellen Wonnegefühle als Folge der Gebärmutterentfernung

Ich stelle mir gerade die Frage, ob ein Orgasmus ohne Gebärmutter wegen fehlender Kontraktion der Gebärmutter überhaupt möglich ist. Wisst ihr etwas darüber?

LG Colline

s?pi,egJelMfee


@colline

Klappt wunderbar, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Ich mußte es gleich am 3. Tag nach OP ausprobieren (weil neugierig) und habe keinen Unterschied bemerkt.

Kontraktionen wie gehabt.

Ich pers. glaube, das eine Frau, die nach Hysterektomie keine Lust mehr am Sex hat, wohl eher ein "Kopf-Problem" als ein organisches hat.

Mache jedoch auch darauf aufmerksam, das es einen Unterschied gibt zwischen der einfachen Hysterektomie und der, bei der die Eierstöcke mitentfernt wurden.

Wenn Frau sich als weibl. Wesen ausschließlich über ihre Gebärmutter definiert wird sie unweigerlich Probleme nach der OP bekommen.

Genauso wie sterilisierte Männer, die danach nicht mehr "können".

Und das FA heute leichtfertig zu einer Hysterektomie raten, kann ich nicht bestätigen. Ich habe 14 Jahre kämpfen müssen. Trotz eindeutiger "Krebs-Befunde".

LG

Daniela

lGuppxi


dieses thema hier zur frage zu stellen, :(v

da gibts einen wirklich guten und schon lang andauernden thread,der schon vielen frauen geholfen hat!

papillon,hab mir die mühe gemacht und deinen bericht (vom 23.09.06) dort rauszusuchen,hätt ihn auch hierrein zitieren können,wollte dies aber nun doch nicht,weil ich mich nicht auf so ein niveau herablassen möchte.von kastration zu sprechen ist wirklich nicht nötig!dir ging es nach der op doch gut,wie du geschrieben hast! solltest du nun die dinge anders sehen,versuch doch bitte nicht,frauen zu verunsichern,die diese op noch vor sich haben!!!

diese op's werden nicht mal eben just for fun gemacht,sondern weil medizinische gründe vorliegen!

p[seKudo270


@papillon

Ich weiß auch nicht, warum du von Kastration sprichst. Wenn bei dir auch beider Eierstöcke entfernt wurden, muss dafür eine medizinische Indikation vorgelegen haben. Von daher wirst Du keine andere Wahl gehabt haben. Dass man seinem Geschlechtsorgan nachtrauert kann ich verstehen, zumal Du ja auch die Wirkung der Wechseljahre spürst. Aber ich denke, dass ist kein Grund, von einer Kastration zu sprechen. Niemand würde, wenn einem Mann aufgrund einer Krebserkrankung die Hoden entfernt werden müssen, von einer Kastration sprechen. Ich finde, das wertet den Menschen als Ganzes ab und beschränkt den Menschen auf seine Geschlechtsorgane.

Niemand wird sich freiwillig so einer Operation unterziehen; dieser Thread hier verunsichert mehr als das er Betroffenen hilft.

LEeAni x43


@papillon

Ich finde es gut, dass du das Thema hier ansprichst!

Ich habe die selbe Operation hinter mir.

Ich war 32 und eigentlich bestand noch Kinderwunsch, vielmehr wurde durch diese ganze Knderwunschsache meine Erkrankung hervorgerufen.

Heute weiß ich, dass ich mich habe unter Druck setzen lassen. Mein Frauenarzt hatte damals Urlaub, ich war so geschockt und hatte solche Angst, die mir auch gemacht wurde, dass ich der Operation zugestimmt habe. Die Tragweite war mir damals nicht klar.

Nachdem mein Frauenarzt aus dem Urlaub zurückwar, war alles gelaufen.ER hat nur die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Und liebe Luppi und wie Ihr sonst noch alle heißt, aus dem Gebärmutterwegglücklichfaden:

Ich habe mich damals in diesem zu Wort gemeldet, wollte einfach nur mal loswerden, was mich bedrückt, und habe regelrecht Prügel bekommen, weil ich eben nicht glücklich mit dem Verlust meiner Organe bin.

Die Entfernung der Eierstöcke hat eine viel größere Tragweite als nur die Gebärmutterentfernung.

Also, lasst uns diesen Faden hier und erfreut Euch weiter an Eurem!

KGaQr7mor


hmmmmmmm

also ich muss auch mal meine meinung hier los werden.

ich geh eigentlich mal davon aus das keine frau so naiv ist sich einfach nur so solch einer operation zu unterziehen. ??? ?

jeder hat das recht sich noch andere arzt meinungen einzuholen.(wenn man sich nicht sicher ist oder dem arzt nicht wirklich traut).

wenn aber doch solch eine op notwendig ist,muss es sein.

sich dann nicht mehr vollwertig als frau zu fühlen,kann ich nicht wirklich verstehen.

ich selbst hab im bez.06 die GB entfernt bekommen,was dringend nötig war und auch unumgänglich. grosse probleme mit periode, Gb stark vergrössert,krebs. für mich war es klar nach ausführlichem gespräch mit gyn die op ist meine chance zu leben!!!!!!!!!!!

ob jetzt ne total op oder "nur GB", jede op hat seine schwierigkeiten.

aber sich deshalb nicht mehr als frau zu fühlen ??? ??ist meiner meinung absolute kopfsache.

die op wird ja nicht einfach nur mal so gemacht sondern hat seinen grund. und dann ist doch die frage: will ich leben können ohne GB (oder total) oder will ich sterben ??? ??? ??? ??? ??? ??? ??

für mich ein ganz klares::::::::::ICH WILL LEBEN :)^ :)*

so das war mal meine sicht zu dem thema. wollte niemanden angreifen oder beleidigen (falls das vielleicht so rüber kommen sollte)

LG

L0enix 43


@Karmor

Ja, klar, ich war naiv!

Mit einer Gebärmutterentfernung wäre ich fertig geworden, irgendwann.

Mir wurden aber auch beide Eierstöcke entfernt.

Meine ganze Krankengeschichte hier aufzuschreiben,würde den Rahmen sprengen. Nur soviel:nötig war diese OP keinesfalls!

Wahrscheinlich fehlte einem Arzt gerade die noch für seinen Facharzt.

Dass du eine Krebsdiagnose hattest, tut mir Leid.

Aber, gesund bin ich nach dieser OP nicht geworden. Ich muss seit über 10 Jahren ein hochdosiertes Östrogenpräparat einnehmen.

Trotzdem ist meine Stimme tiefer geworden, stärkere Behaarung, das erhöhte Brustkrebsrisiko, Depressionen, Osteoporose.

Das alles tritt durch die alleinige Gebärmutteroperation nicht ein.

@Pseudo70

Kastration heißt nun mal übersetzt:

OPerative Entfernung der Keimdrüsen (Hoden oder Eierstöcke)

Das ist nur der medizinische Ausdruck dafür und keine Bewertung.

mYariHe-jxana


Kastration

Sicherlich kann man es im Sinne der Wortschöpfung so nennen, Leni 43. Wenn Frau aber die Entfernung der GM so negativ besetzt heißt das für mich, dass sie mit ihrer Geschichte hadert. Ich bin aus dem GM-Forum und habe im November 06 auf Grund massiver Senkungen die GM abdominal entfernen lassen, kombiniert mit einer Verlagerung von Harnröhre und Blase und einer vorderen Scheidenplastik. Bei uns im Forum hat sich KEINE Frau die Entscheidung leicht gemacht.

Ich kann nicht sagen, dass ich mich als Opfer op-wütiger Ärzte fühle. Ich habe mein Geschlechtsorgan auch nicht "verloren". Ich habe mich für die OP bewusst entschieden, weil ich so nicht mehr weiterleben wollte und konnte. Ich denke, wenn man die OP in so schlechter Erinnerung hat und die heutige Befindlichkeit derartig miserabel ist, ist es eine Sache der Psyche. Frau wird doch auch nicht so einfach operiert, ohne dass eine ausreichende medizinische Indikation vorliegt. Sicher kann es sein, dass manche sich im Vorfeld von solchen OP's nicht ausreichend informieren und überrumpeln lassen. Wer absolut nicht will, muss sich überhaupt nicht operieren lassen. Man kann eine zweite oder dritte Ärztemeinung einholen. Und wenn man das Gefühl hat, dass man nur mit GM und Eierstöcken eine richtige Frau ist, dann kann man auch von dieser OP Abstand nehmen und nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten suchen. Ausgeschlossen natürlich Krebsdiagnosen, da stellt sich die Frage nicht. Aber wir sind doch alle mündige Patienten - oder ? Hinterher so negativ darüber zu schreiben verunsichert meiner Meinung nach auch die Frauen, bei denen evtl. eine OP ansteht und die vorher alle möglichen Infos regelrecht "aufsaugen".

Und das Sex ohne GM keinen Spaß mehr macht ist Humbug. Ich durfte zwar mit meinem Mann noch nicht "richtig" schlafen aber an meiner Orgasmusfähigkeit hat sich überhaupt nichts geändert, ganz im Gegenteil, ich empfinde vielleicht sogar noch intensiver.

Maxi48 und alle Frauen, die sexuelle Unlust entwickelt haben: Dieser Zustand ist KEINE Folge der OP an sich. Da spielen meiner Meinung nach der Kopf , die Einstellung des Partners oder der Zustand der Beziehung an sich eine Rolle.

m^arieZ-jxana


Übrigens

Es tut mir wirklich leid, dass es Euch nicht gut geht. Aber - Was bringt Euch dieser Thread ? Sollen jetzt die Ärzte verantwortlich gemacht werden ? Wollt Ihr Euch gegenseitig beweinen und bemitleiden ? Hört sich jetzt vielleicht etwas provokativ an, aber die Frage stellt sich mir. Überlegt mal, was Euch solche negativen Gedanken bringen - nichts, außer das sie Euch noch mehr runterziehen. Wäre es nicht hilfreicher, nach Möglichkeiten zu suchen, damit es Euch wieder besser geht ? Aber o.k. - vielleicht ist das Forum hier ja auch eine Form der Aufarbeitung für Euch. Ich bin allerdings eine Verfechterin des Positiv-Denkens, das hat mich immer weitergebracht.

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