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Kastration: Suche Frauen mit dem gleichen Schicksal

aRrica)nte7x9


Die Diskussion um die Hormonersatztherapie (HRT) wird aber nicht wirklich realistisch gefuehrt. Waegt man die Gefahren gegen den Nutzen ab so hat man deutlich mehr Nutzen...

1. HRT führt nicht zu Brustkrebs, kann aber einen bereits vorhandenen Brustkrebs im Wachstum stimulieren.

Allerdings hat eine Frau der Brustkrebs diagnostiziert wird eine deutlich bessere Heilungsprognose als eine Frau bei der ohne Hormonersatztherapie Brustkrebs diagnostiziert wird.

2. HRT beugt Osteoporose vor. Osteoporose kann wenn sie ausgebrochen ist ähnlich schnell zum Tod führen wie Brustkrebs (wenn nicht adequat therapiert wird), was leider von den meisten Ärzten in der Vorsorge und auch in der Therapie nicht ausreichend berücksichtigt wird.

3. HRT reduziert das Risiko an Eierstockkrebs, CorpusCa (Gebärmutter selbst) und Zervixcarcinom. Alle drei Krebsarten haben eine schlechtere Heilungsprognose als Brustkrebs, weil sie meist in viel späterem Stadium diagnostiziert werden und dann oft schon metastasiert sind.

Die Diskussion, das die HRT Gebärmutterkrebs verursachen kann ist faktisch falsch gefuehrt. Eine REINE Östrogengabe kann in der Tat ein Endometriumkarcinom verursachen. Daher darf man ja auch nicht einer Frau, die die Gebärmutter noch hat REINE Östrogene geben.

Zudem sollte man beruecksichtigen das durch die HRT die Lebensqualität der Frauen, die erhebliche Wechseljahrsbeschwerden, mit massiven Depressionen habe, deutlich erhöht. Auch Depressionen können lebensgefährlich sein.

Wenn gewuenscht gebe ich auch gerne die Studien an. Man sollte wenn dann alles beruecksichtigen. Und wenn man eine Studie zu Rate zieht diese auch kritisch betrachten. Studien werden leicht einseitig interpretiert oder es werden schlicht kleine Fehler bei der Durchfuehrung gemacht, die aber das Ergebnis völlig anders erscheinen lassen.

hWavfr"ue


@all

Bin im Netz auf eine Selbsthilfegruppe für Frauen nach gyn. OPs gestoßen, die sich vor allem an diejenigen mit GM- und Eierstockentfernung richtet:

femica.twoday.net

Vielleicht lohnt es sich für die ein oder andere da mal reinzuschauen.

LG

mEaxih.48


Künstliche Hormone ungefährlich?

Hallo havfrue,

auf den von Dir erwähnten Link [[http://femica.twoday.net/]] ist hier schon einmal hingewiesen worden. Er ist durchaus hilfreich im Zusammenhang dieses Fadens hier.

@ariane79:

Die Diskussion um die Hormonersatztherapie (HRT) wird aber nicht wirklich realistisch gefuehrt...

Man sollte wenn dann alles beruecksichtigen. Und wenn man eine Studie zu Rate zieht diese auch kritisch betrachten. Studien werden leicht einseitig interpretiert oder es werden schlicht kleine Fehler bei der Durchfuehrung gemacht, die aber das Ergebnis völlig anders erscheinen lassen."

Hallo ariane,

Deinen gründlich recherchierten Ausführungen kann ich weitgehend zustimmen.

Hier nun ein weiterer Beitrag von mir zu dieser Diskussion:

In dem umfangreichen Grundlagenwerk "Frauen-Heilkunde und Geburts-Hilfe" gibt es ab Seite 604 eine ausführliche Abhandlung der Frauenärztin Maria J.Beckermann zum Thema Hormontherapie. Daraus zitiere ich einige Sätze:

"Die Sexualität von Frauen, die die hysterektomiert und beidseitig ovarektomiert wurden, ist deutlich beeinträchtigt gegenüber nicht operierten Frauen. Manche Aspekte der Sexualität können bei einem Teile dieser operierten Frauen durch eine Östrogen-Therapie günstig beeinflusst werden. Gestagen-Zusatz kann den positiven Effekt der Östrogen-Therapie reduzieren." (Seite 616)

"Seit der Nurse Health Study 1995 ist sowohl die Fach- als auch die Laien-Öffentlichkeit auf ein durch Hormontherapie möglicherweise erhöhtes Brustkrebsrisiko sensibel geworden..." (Seite 636)

Die Annahme, dass das Brustkrebsrisiko bei längerer Einnahmedauer ansteigt, ist bei der Analyse der betreffenden Studien nicht von der Hand zu weisen. (vergl. S. 639/640).

"Frauen haben ein Recht auf Information über den Stand des Wissens. Eine Informationspolitik, die auf patriarchal-autoritären Prinzipien basiert ("Wir wollen die Frauen doch nicht unnötig beunruhigen!") und Frauen entmündigt, ist unethisch. Informed consent bedeutet in diesem Zusammenhang, deutlich zu machen, wie ungeklärt das Risiko tatsächlich ist." (Seite 639)

abrianke7x9


Die Diskussion um Hormone und Brustkrebs ist gerade anfang bis Mitte neunziger aktiv geworden. Seitdem gibt es aber auch noch jede Menge andere Studien und der aktuelle Tenor ist ganz anders. Gerne gebe ich auch Artikel in Fachzeitschriften an, habe aktuelle aus November und Dezember 2006 gelesen. In den Studien, die in den neunziger Jahren gemacht wurden, wurden systhematische Fehler begangen.

Unterm Strich hat man jedenfalls einen großen Profit durch die HRT. nicht nur was Krebsrisikoverringerung angeht, sondern gerade was den Knochenbau angeht und auch was kardiovaskuläre ERkrankungen angeht.

Trotzdem denke ich, das sollte jede Frau individuell entscheiden. Wer keine Beschwerden hat, der muss auch keine Medikamente nehmen. Andere haben starke Bescvhwerden und erhalten durch die Hormone eine neue Lebensqualität.

Was die Totalop angeht. DAs ist ein massiver EIngriff den ich nicht auf die leichte Schulter nehmen würde. Gerade gefährlich sehe ich den Einfluss auf Blasenfunktionsstörungen, Inkontinenz kann psychisch sehr belasten. Das hormonelle kommt noch dazu...

Schön, wenn viele Frauen gut zurecht kommen. Und diejenigen, die Leiden sollte man versuchen zu helfen und das Leiden zu reduzieren.

bVlaue etu|lpxe


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Selbst bei der Nachuntersuchung werden Patientinnen häufig nicht gefragt ob sie damit einverstanden sind, dass noch mindestens 6-8 Studenten bei der "Fleischbeschau" dabei sind

dies trifft doch wohl nur auf lehrkrankenhäuser zu?

bei meinen nachuntersuchungen war ich mit den fachärztinnen ganz allein.

m{axdi.Z4x8


Studenten bei der "Fleischbeschau"

In Lehrkrankenhäusern wird auf die Scham und die Würde der Frauen in aller Regel nicht geachtet; Gynäkologieprofessoren immer noch nahezu ausschließlich Männer. Und die Frauen müssen oftmals als Studier- und Versuchs-"Objekte" herhalten.

aUri"ane79


Stimmt. Da gibt es in der Tat Missstände. Das liegt an den EInstellungen der Chefärzte. Hat man einen guten Chef, so gibt es diese Probleme nicht. Ist der Chef unsensibel, so gibt es dort Probleme.

Trotzdem hat jede Frau auch das Recht den Mund aufzumachen, wenn ihr etwas nicht gefällt. Die Ärzte sind die Dienstleister, der Patient gibt die Regeln an. Der Arzt kann entscheiden ob er sich im Rahmen dessen bewegen kann und darf ansonsten auch die Behandlung ablehnen. Dann muss sich der Patient halt jemanden anderes suchen. Aber wir sind nicht ausgeliefert, wenn wir das artikulieren, was wir möchten und was wir nicht möchten.

aLuNlixna


Hallo,

ich möchte zuerst erwähnen, dass ich nicht Betroffene bin und somit Erfahrungen mitteilen kann.

Ich finde den thread gut. Ich finde nicht gut, dass er geentert wurde. Wer dagegen ist, muss hier ja nicht lesen. Der "pro-Gebärmutterentfernungs-thread" lässt doch auch keine gegenteiligen Aussagen zu.

Außerdem ist es ein himmelweiter Unterschied ob man "nur" die GM oder ebenso die Eierstöcke entfernt bekam.

Sicherlich macht man das nicht leichtfertig. Aber wenn sich herausstellt, dass es überflüssig, umsonst war ist es doch umso schlimmer.

Ich kenne auch die Aussagen von Ärzten UND Ärztinnen, die aufgrund abgeschlossener Familienplanung meine GM als eh überflüssig einstuften. Ich wurde nicht richtig und ausführlich informiert, nahm dies jedoch selber in die Hand und habe deshalb auch noch meine GM. Ohne Internet und die Möglichkeit mich auf seriösen (Seiten von KHs und Unikliniken) schlau zu machen, wäre ich aber schon längst GMlos und das, obwohl es nicht notwendig war.

Ich habe bei meinen Recherchen auch sehr viele Berichte darüber gelesen, dass solche und auch TotalOPs häufig nicht notwendig wären und durchaus in anderen Ländern nicht so häufig sind.

Frauen in den USA haben da scheinbar ganz schlechte Karten. Ein hoher Prozentsatz hat im Alter von rd. 65 GM und/oder Eierstöcke entfernt bekommen.

Ich kann zwar keine eigenen Erfahrungen beisteuern, aber ich finde, dass betroffene Frauen auch ihren Raum brauchen und den sollten wir hier auch lassen.

Als "gesunder" kann ich nur ahnen, was für Probleme man da bekommt. Wie einige aufforderten ....ab in Therapie... finde ich schon sehr verachtend.

Aber selbst, wenn es eine absolut notwendige, lebensrettende OP war, hat man dennoch die Auswirkungen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es was anderes ist, ob frau nun natürlicher Weise in die Wechseljahre kommt, oder ob sie abrupt einsetzen. Einfach von jetzt auf dann.

Ich werbe jetzt für ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen.

Auch den Vorwurf, dass sich Frauen, die Probleme haben, über diese Organe definieren finde ich ebenso haltlos.

Grüße

aulina

mQax]i.4x8


Wer gibt die Regeln an?

@ariane79:

?"Trotzdem hat jede Frau auch das Recht den Mund aufzumachen, wenn ihr etwas nicht gefällt. Die Ärzte sind die Dienstleister, der Patient gibt die Regeln an."

Hallo ariane,

wäre ja schön, wenn es so wäre wie Du schreibst... Ist es aber leider nicht!

Die Wirklichkeit ist eine ganz andere:

Wenn sich eine Frau in eine Uniklinik begibt, ist sie entweder krank oder glaubt zumindest, dass sie krank ist. Sie ist die "Patientin" - "die Leidende".

Nicht sie, sondern die Ärzte "geben die Regeln an".

Kann Sie sich diesen Regeln in irgendeiner Weise widersetzen?

Theoretisch könnte sie, wenn ihr etwas nicht passt, wieder nach Hause gehen.

Aber praktisch: Sie hat den Termin wochenlang vorher geplant, wurde dafür krankgeschrieben usw. Wie soll sie das alles "in die Reihe kriegen", wenn sie jetzt - mittendrin - wieder nach Hause geht?

Kann Sie sich den Ärzten widersetzen?

Die Ärzte sind die Fachleute, sie selbst hat vergleichsweise wenig Ahnung von der Sache.

Sie ist auf das Wohlwollen der Ärzte angewiesen; denn wer möchte schon in Narkose versetzt werden und dann bei jemandem "unter dem Messer liegen", mit dem man zuvor gerade eine Auseinandersetzung hatte? Also zeigt sie sich 'kooperativ' (um nicht zu sagen 'unterwürfig') und fügt sich in Alles.

Wenn Studenten bei Unterleibsuntersuchungen dabei sind, protestiert sie nicht, ebensowenig wenn sie - zu Übungszwecken - von Studenten untersucht wird oder wenn 'angehende Ärzte' an ihr 'üben' (dies wird ihr ja zumeist als 'notwendige Maßnahmen' verklickert).

Sie ist schlichtwegs 'ausgeliefert' - Wahlmöglichkeiten gibt es keine.

"Das liegt an den Einstellungen der Chefärzte. Hat man einen guten Chef, so gibt es diese Probleme nicht. Ist der Chef unsensibel, so gibt es dort Probleme."

Die "Chefs" in den Universitäts-Frauenkliniken sind fast ausschließlich Männer. Zumeist haben sie die typische patriarchalische Einstellung 'Mann oben - Frau unten'. Von partnerschaftlicher 'Gleichberechtigung' zwischen Patient und Arzt und von wirklicher 'Einfühlung' in 'weibliche Belange' ist in aller Regel wenig zu spüren. Im Vordergrund steht das typisch männliche Karrierestreben und das Erreichen und Ausüben von Macht. Und für die 'angehenden Ärzte' ist das Erfüllen Ihres 'Operationskataloges' wichtiger als das Wohlergehen der Patientinnen nach der Operation.

mVaxLi.48


"Misinformed consent"

aulina:

"Ich wurde nicht richtig und ausführlich informiert, nahm dies jedoch selber in die Hand und habe deshalb auch noch meine GM. Ohne Internet und die Möglichkeit mich auf seriösen (Seiten von KHs und Unikliniken) schlau zu machen, wäre ich aber schon längst GMlos und das, obwohl es nicht notwendig war...

Ich habe bei meinen Recherchen auch sehr viele Berichte darüber gelesen, dass solche und auch TotalOPs häufig nicht notwendig wären und durchaus in anderen Ländern nicht so häufig sind."

Hallo aulina,

Zum Thema "Zustimmung aufgrund von Falschinformationen" hier einige Auszüge aus der von anderen hier bereits mehrfach erwähnten Homepage "Femica - Selbsthilfegruppe für Frauen nach gynäkologischen Operationen":

[[http://femica.twoday.net/stories/2117100/]]

Gebärmutterentfernungen und Eierstockentfernungen werden häufig durchgeführt, auch bei nicht bösartigen Erkrankungen, obwohl diese Operationen bekannterweise lebenslange Konsequenzen für die betroffene Frau und auch deren Partner haben.

Nicht selten wird Frauen, die sich im vollsten Vertrauen an die Fachleute wenden, mit Krebs Angst gemacht und werden sie dadurch zu Totaloperationen überredet, ohne sie über schonendere Operations- und Behandlungsmethoden, die es ja dank der modernen Technik und Forschung gibt, aufzuklären.

Besonders bei Frauen nach den Wechseljahren werden oft gleich die gesamten weiblichen Geschlechtsorgane entfernt. So als ob eine Frau, die älter als 50 Jahre ist, diese nicht mehr benötigen würde.

Und das obwohl die Frauen und deren Partner oft nicht über die möglichen Konsequenzen des Organverlustes Bescheid wissen. Wenn sie diese dann am eigenen Leib spüren müssen, ist es zu spät; denn diese Operationen sind irreversibel. Der Verlust dieser Organe kann durch nichts mehr ersetzt werden.

Weshalb wird im deutschsprachigen Raum in Zusammenhang mit der beidseitigen Eierstockentfernung das Wort Kastration nicht verwendet, obwohl es sich dabei um eine handelt?

Im Französischen wird sehr wohl von der "castration chirurgicale" gesprochen ...

(Wenn eine weibliche Katze kastriert wird, tut man ja auch nichts anderes als ihre Eierstöcke herausschneiden)

Hätte nicht jede Frau und ihre Familie das Recht genauestens darüber Bescheid zu wissen, welch schwerwiegender Eingriff tatsächlich an ihrem Körper vorgenommen wird?

Obwohl man durch Forschungen der modernen Sexualmedizin weiß, wie das Lustempfinden der Frau beim Sexualakt zustande kommt- abgesehen von den komplizierten hormonellen Abläufen - Eierstöcken und Hypophyse - ist bereits bekannt, dass im Inneren des Frauenkörpers, für das Auge unsichtbar - vor dem Höhepunkt Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter anschwellen, diese schwingt sogar beim Sexualakt (beim Orgasmus zieht sie sich bis zu 15mal zusammen) mit - werden Frauen und deren Partnern, trotz dieser Erkenntnisse oft missinformiert, indem ihnen glaubhaft gemacht wird, dass trotz Verlust dieser Organe auch das Sexualempfinden gleich bleiben würde.

Wie soll denn der Sexualakt dann praktisch funktionieren, wenn nicht mit einem Empfindungsverlust für die Frau, da ja keine Organe, mehr da sind? Von möglichen Nervenverletzungen oder Scheidenverkürzungen nach diesen Operationen ganz zu schweigen.

Ist man tatsächlich noch immer so naiv zu glauben, dass Hormonspritzen, Pillen oder Pflaster die Funktion eines menschlichen Organes 100%ig ersetzen könnten und dass betroffene Frauen nicht körperlich spüren würden, dass gewisse Organe fehlen?

Jedes Organ des menschlichen Körpers vermisst man körperlich und seelisch, und da sollen ausgerechnet die weiblichen Geschlechtsorgane die Ausnahme sein?

ahria3nxe79


hallo maxie.48,

da kann ich dir absolut nicht recht geben.

DER PATIENT HAT EIN SELBSTBESTIMMUNGSRECHT.

Es gibt Ärzte die das nicht respektieren, aber das ist nicht richtig und sogar strafbar. Das Wort hat die Patientin. Es darf nichts passieren, womit sie nicht einverstanden ist. Und glaub mir, wenn man mit Rechtsmitteln droht, dann läßt selbst der dominanteste Arzt das Skalpell fallen - hab ich auch schon mit diesem Mittel durchgesetzt, weil mit mir nichts passiert, womit ich nicht einverstanden bin.

Die Zeiten sind vorbei, in denen der Arzt die Macht hatte und der Patient die Autonomie abgibt.

Das Problem ist vielmehr, das die meisten Patienten sich nicht trauen sich zu wehren, eingeschüchtert sind oder es ihnen zu schlecht geht, sodass sie keine Kraft haben um gegen Dinge vorzugehen, die sie nicht wollen. Da hilft es wenn ein Verwandter, der Ehepartner diese Rolle übernimmt. Ich gehe aus diesem Grund auch nicht mehr alleine ins Krankenhaus wenn es mir sehr schlecht geht, weil ich auch die Erfahrung gemacht habe, das ich in dem Zustand ausgeliefert bin, weil ich schlicht nicht mehr konnte.

Und trotzdem muss man auch sagen, nicht alle Ärzte sind so. MIr sind auch sehrwohl Ärzte begegnet, die wirklich auf das Wohl und den Willen des Patienten achten und die Gefühle achten und respektieren.

m9axji.x48


Erfahrungsbericht

@ariane79:

"Die Zeiten sind vorbei, in denen der Arzt die Macht hatte und der Patient die Autonomie abgibt."

Hallo Ariane,

leider sind diese Zeiten eben noch nicht vorbei; was Du schreibst, ist ja richtig und mag für Dich durchaus gelten, nicht aber für die Mehrzahl der Frauen - aber dafür haben wir ja das Internet und solche Stränge wie diesen hier!

Hier Auszüge aus dem Bericht über eine Frau, die sich aufgrund von Falschinformationen unnötigerweise die Eierstöcke hat entfernen lassen:

Sie ist 43 Jahre alt und lebt nun schon zwei Jahre ohne Eierstöcke. Diese wurden wegen gutartiger Zysten mit dem Skalpell entfernt. Frau könnte sonst ja eines Tages Krebs bekommen!

Sie ist eine verantwortungsvolle, selbstbewusste, beruflich erfolgreiche, stolze Frau! Man hatte ihr gesagt, dass ihr Eierstock mit der Zyste ein Damoklesschwert sei, und dass sie an ihre Tochter denken müsse.

Sie erinnert sich an den Operateur, dem sie voll vertraut hatte. Sie sieht, einen Tag nach der Operation, das entsetzte Gesicht ihrer 13-jährigen, einzigen Tochter wieder, als sie vor der Toilette des Krankenzimmers kollabiert. Sie erinnert sich an ihr Erschrecken als sie das Blut im Urin sieht und spürt die stechenden Schmerzen im Unterleib wieder. Sie kann nach drei Tagen nach Hause gehen ... In der Verwandtschaft meint man: "Na endlich hast Du es machen lassen, ich an Deiner Stelle hätte mich schon viel früher operieren lassen, denn wenn die sagen raus damit, na, dann raus!"

Zwei Monate nach der Operation wird ihr bis dahin glückliches Leben zu einem Drama. Ihr Körper reagiert mit massivem Schwindel, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit auf den Hormonentzug. Ihre Augen füllen sich immer wieder mit Tränen und eine tiefe, nie zuvor gekannte Traurigkeit legt sich auf ihr Gemüt. Schon das erste Hormonpräparat verträgt sie nicht. Nun will man ihr deshalb Psychopharmaka verordnen! Dies lehnt sie ab. Verzweiflung übermannt sie. Warum, um Gottes Willen, hatte sie dieser Operation zugestimmt? Aber man hatte ihr doch vor der Operation gesagt, sie brauche gar keine Angst zu haben! Warum war sie jetzt die Ausnahme? Die Zustände werden von Tag zu Tag schlimmer, ein Albtraum beginnt Realität zu werden. Sie geht noch ein paar Mal zu den Ärzten, die ihr die Operation geraten hatten: Krebsprophylaxe... Auf ihre Klagen, dass ihr seit der Operation die Brust schmerze und sie keinen Orgasmus mehr habe, meint er, so viele Frauen hätten Brustschmerzen, so viele Frauen keinen Orgasmus.

Sie erinnert sich, dass sie anfangs versucht hat ihm im Bett etwas vorzuspielen. Doch da sie sich schon 20 Jahre kennen, kann sie ihm nichts vormachen. Sie erinnert sich an ihr verzweifeltes Schluchzen, als sie ihm gestehen muss, dass sie beim Berühren ihrer Brustwarzen nichts mehr empfindet, dass sie auch kein angenehmes Kribbeln im Bauch mehr spürt, ihr Körper nicht mehr mit Lust reagiert, wenn er ihre erogenen Zonen am Unterbauch berührt... Nach jedem liebevollen Beisammensein bricht sie in Tränen aus, sie kann das nicht mit dem Kopf steuern, die Trauer um die verlorene Sexualität kommt ganz tief aus ihrem Inneren, und der Kopfpolster muss die zahlreichen Tränen auffangen. Sie erinnert sich an ihren Seelenschmerz, wenn sie an die vielen glücklichen Jahre denkt, in denen sie ihren Mann mit jeder Faser ihres Körpers spüren konnte, wo ihr Körper auf seinen antworten konnte. Sie weiß jetzt: das ist Vergangenheit!

Sie zermartert sich das Hirn, warum sie in diese Operation eingewilligt hat. Aber sie wusste ja nicht, was ein Leben ohne Eierstöcke bedeutet. Niemand hat ihr das gesagt! Sie hat es auch nicht in der Schule gelernt. Wer weiß schon über solche Dinge Bescheid?

Sie erinnert sich an den letzten verzweifelten Versuch die Hormone nicht mehr mit Tabletten, sondern mittels Hormonpflaster dem geplagten Körper zuzuführen. Ihr Körper akzeptiert das Pflaster besser als die Tabletten. Schwindel und Kopfschmerzen lassen nach. Aber auch das Hormonpflaster zeigt bald Nebenwirkungen. Es juckt auf der Haut und sie leidet an derart massivem Ausfluss, dass sie erschrickt. Sie muss nun Slipeinlagen tragen, und oftmals am Tag spürt sie eine Flüssigkeit aus ihrer Scheide rinnen, die Gott sei Dank – wenigstens nicht riecht. Sie hasst das Spannungsgefühl auf ihrer Haut, wo das Pflaster nun tagaus, tagein klebt und die Haut reizt.

Sie erinnert sich an den Moment als sie im Internet das Wort "Eierstockentfernung" in die Google Suchmaschine eingibt und plötzlich das Wort Kastration auftaucht. Was? KASTRATION? Aber es folgen bloß veterinärmedizinische Seiten zu Kastration von Hündinnen und Katzen. Von Tierschützern wird in einigen Berichten beklagt, dass sich ihre vierbeinigen Lieblinge nach der Kastration so schwer erholen, dass sie nicht nur fett, sondern auch inkontinent geworden sind. Berichte über kastrierte Frauen findet sie aber nicht. Natürlich! Wie Schuppen fällt es ihr von den Augen! Die beidseitige Eierstockentfernung ist Kastration, bei Tieren, wie bei Menschen!

Sie hätte doch das Recht gehabt, zu erfahren, dass man an ihrem Körper eine KASTRATION vornehmen würde! Sie lebt doch im 21. Jahrhundert! Menschenrechte gibt es auch!

Verzweifelt sucht sie im Internet weiter. Immer wieder gibt sie den Begriff "Kastration" ein. Aber nichts Brauchbares. Dann versucht sie es mit der englischen Schreibweise "castration". Da öffnet sich schließlich eine amerikanische Website – "independent women health organization": Mit wachsendem Erstaunen sieht sie hier ihre eigenen körperlichen Beschwerden, von ebenfalls betroffenen Frauen, in Prozentsätzen genau aufgelistet. Sie kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie liest, dass die Organisation Unterstützung anbietet. Es gibt also doch auch andere Frauen auf der Welt, die ihre Kastration nicht vertragen! Sie liest weiter ... Sie muss erst über eine amerikanische Website erfahren, dass die körperlichen und seelischen Folgen einer Kastration oft genug Frauenleben zerstören können. "Bilaterale Ovarektomie": so schön lateinisch, verharmlosend ausgedrückt! Weiters muss sie erfahren, dass das Wissen um die äußerst wichtige Funktion der Eierstöcke, sowohl für den weiblichen Stoffwechsel, als auch für eine gesunde Libido und Sexualität, zwar in der Fachliteratur zur Genüge vorhanden ist, aber trotzdem oft ignoriert wird. Eine große, scheinbar nicht zu durchdringende Mauer des Schweigens, der Unwissenheit und Ignoranz umgibt dieses Thema ... Es wird öffentlich darüber nicht gesprochen. Anscheinend wird es nicht einmal an Universitäten ausreichend behandelt.

Durch die Kastration ändert sich unter anderem auch der Fettstoffwechsel. Das weiß sie nun auch. Voll Ekel blickt sie sich im Spiegel an. Der Popo, wo das Hormonpflaster klebt, ist voller Pickel. Ein Stringtanga kommt jetzt wohl nicht mehr in Frage! Auch ihr einst so schönes, kastanienbraunes Haar hat seit der Operation begonnen grau zu werden! Die Langzeitfolgen der Kastration sind schleichend, wie Gift, das langsam, aber sicher wirkt. Sie erinnert sich auch an ihre Verzweiflung, als sie erstmals in ihrem Leben ihr Konto überziehen muss, weil nun die vielen Untersuchungen und Therapieversuche eine Menge Geld verschlingen.

Unsere Generation darf das Wort "kastriert" für Frauen ohne Eierstöcke nicht verwenden, damit niemand sich der Kastration bewusst wird und die Betroffenen auch noch glauben, sie seien selber schuld an ihren gesundheitlichen Problemen!

Warum, um Gottes Willen, glauben Frauen selbst, dass ihre Geschlechtsorgane nicht wichtig sind, dass man sie einfach durch Medikamente ersetzen könne? Warum lassen sie das alles mit sich machen? Warum darf Kastration an Frauen durchgeführt werden ohne mitzuteilen, dass es um Kastration geht? - Warum sprechen Frauen nicht über die Folgen der Kastration öffentlich? Warum kämpfen sie nicht? Viele kastrierte Frauen, denke ich, schämen sich die Wahrheit zu sagen!

Ich denke, wir werden etwas tun müssen! Jetzt gilt es gegen den Strom zu schwimmen und dieses Tabu zu brechen! Das ist nun unsere Pflicht als Mütter! Für uns ist es zu spät, aber unseren Töchtern darf das unter keinen Umständen widerfahren...

Gekürzt aus:

[[http://femica.twoday.net/topics/Erfahrungen/]]

sKai#lo4rwomaxn


maxi...,

ich hatte mir vorgenommen, mich in diesem Thread nicht zu Wort zu melden. Aber deine Ausführungen kann man so nicht einfach stehenlassen. Du zitierst hier Auszüge aus Büchern - das alleine ist mir immer schon sehr suspekt - und ich möchte gerne mal wissen, ob du überhaupt schon einmal mit betroffenen Frauen gesprochen hast. Oder bist du selbst in irgendeiner Weise betroffen??

Jede Frau weiß, das setze ich jetzt einfach einmal voraus, dass mit zunehmendem Alter die Eierstöcke die Hormonproduktion einstellen und sie in die Wechseljahre kommt. Du kannst hier doch nicht ernsthaft glauben, dass Frauen, die eine Total-OP hinter sich haben, dies nicht wissen?? Auch da nehmen viele Frauen Ersatzhormone, um die Auswirkungen nicht so zu spüren. Das muss auch jede für sich entscheiden und ich glaube auch, dass es immer auf den Einzelfall ankommt, in wieweit Hormone Abhilfe schaffen. Meine Freundin musste sich mit 40 Jahren kinderlos einer Total-OP wg. Krebs unterziehen. Sie hat heute ein sehr ausgefülltes Sexualleben und ist eine fröhliche und ausgeglichene Frau. Ich will hier nicht bestreiten, dass es Frauen gibt, die mit dieser Situation nicht zurechtkommen. Von jetzt auf gleich in den Wechseljahren zu sein ist bestimmt sehr schwer und ich bin froh, dass ich nicht in dieser Situation bin. Dazu kann auch nur jemand etwas sagen, der betroffen ist.

Du machst dir hier sehr große Gedanken um das Sexualleben der Frauen ...

Wie soll denn der Sexualakt dann praktisch funktionieren, wenn nicht mit einem Empfindungsverlust für die Frau, da ja keine Organe, mehr da sind?

... Meine Gebärmutter ist auch vor 10 Monaten entfernt worden und ich kann dir nur versichern - und viele andere Frauen auch -, dass sich in dieser Hinsicht nichts geändert hat. Es ist absoluter Quatsch, dass z.B. die GM für den Höhepunkt benötigt wird. Sprich mit Frauen, die betroffen sind!

Mit deinen Ausführungen hilfst du den Frauen nicht weiter. Sie sind einseitig und von tiefem Misstrauen gegenüber den Ärzten geprägt. Ich habe selbst auf die GM-OP gedrängt, weil ich mich mit ihr nicht mehr wohlgefühlt habe und das "Frausein" darunter sehr gelitten hat. Ich habe mich auch vorher schlau gemacht und bin sehr aufgeklärt ins KH gegangen. Zum Glück konnte ich mich mit Frauen austauschen - persönlich und im Internet -, die diese OP schon hinter sich hatten. Die wussten wenigstens, wovon sie reden!!! Du übernimmt m.M. nach irgendwelche Ausführungen aus Büchern und verallgemeinerst sie.

Die "Chefs" in den Universitäts-Frauenkliniken sind fast ausschließlich Männer. Zumeist haben sie die typische patriarchalische Einstellung 'Mann oben - Frau unten'. Von partnerschaftlicher 'Gleichberechtigung' zwischen Patient und Arzt und von wirklicher 'Einfühlung' in 'weibliche Belange' ist in aller Regel wenig zu spüren. Im Vordergrund steht das typisch männliche Karrierestreben und das Erreichen und Ausüben von Macht. Und für die 'angehenden Ärzte' ist das Erfüllen Ihres 'Operationskataloges' wichtiger als das Wohlergehen der Patientinnen nach der Operation.

Hast du das so schon einmal erlebt? Ich jedenfalls nicht. Merkst du nicht, wie männerfeindlich sich deine Aussagen anhören? Ich habe auch schon eine Frauenärztin in einer Uni-Klinik erwischt, die sich mir gegenüber unmöglich und wenig einfühlsam benommen. hat.

Jedes Organ des menschlichen Körpers vermisst man körperlich und seelisch, und da sollen ausgerechnet die weiblichen Geschlechtsorgane die Ausnahme sein?

Mir fehlt z.B. ein halber Eierstock, der Blinddarm, die Schilddrüse und die GM. Da müsste ich doch ein seelischer Krüppel sein. Ich empfinde z.B. den Verlust der Schilddrüse als sehr viel unangenehmer als den Verlust der GM, weil ich wg. der Schilddrüse lebenslang Hormone einnehmen muss. Aber seelisch haut es mich deswegen doch nicht um. Die OP war leider notwendig und ich lebe jetzt damit.

Sie ist eine verantwortungsvolle, selbstbewusste, beruflich erfolgreiche, stolze Frau!

Es stellt sich mir jetzt die Frage, warum diese Frau nicht geklagt hat, wenn sie jetzt so leidet?? Unsere Haustiere, besonders die Katzen, kastrieren wir doch auch aus einem bestimmten Grund. Und da sollen die Frauen ausgerechnet bei sich selber nicht wissen, was diese OP bedeutet? Ich hoffe, dass die meisten Frauen aufgeklärt sind und es sich nur um eine Minderheit handelt, die hier von dir beschrieben wird. Nie waren die Möglichkeiten so zahlreich, sich zu allen möglicihen Themen zu informieren, auch dank Internet. GM-OP's sind in der Regel keine OP's, die von heute auf morgen gemacht werden müssen. Die meisten Frauen haben bis zur OP sehr viel Zeit, um sich schlau zu machen und sich auch ein gutes Krankenhaus auszusuchen. Wer es dann nicht macht und sich uninformiert unters Messer legt, muss sich später nicht wundern. Das hört sich jetzt hart an, aber ich empfinde es so. Ich habe mir vor meiner OP sehr viele Fragen aufgeschrieben, die mir - von einem männlichen Arzt - alle sehr gut beantwortet worden sind.

Ich weiß, dass ich bei dir mit meinen Posting nichts bewirken werde, aber du sollst wissen, dass nicht alle so denken wie du und dass es genügend Frauen gibt, die sich ihrer Selbstbestimmungsrechte bewusst sind. Wir hatten vor einiger Zeit mal eine mona-lisa in den Foren, die sich aufgrund ihrer männerfeindlichen Ausführungen "ausgezeichnet" hat. Wenn du in die gleiche Kategorie gehörst, dann werden wir noch viel "Spaß" haben.

Ich möchte klarstellen, dass ich hier mit meinen Ausführungen niemanden persönlich verletzen möchte. Es geht mir einzig und allein um die Ansichten von maxi, die ich sehr einseitig finde. Sollte ich doch eine Wortwahl getroffen haben, bei der sich vielleicht einige Betroffene verletzt fühlen, so möchte ich mich dafür entschuldigen @:). Das war nicht meine Absicht.

Gruß Petra

sOpieg!eMlfexe


@sailorwoman

Bezüglich "maxi" versus "Mona-lisa" hast eine PN von mir.

LG

Daniela

aWrianxe79


Mein Mann ist Gynäkologe - ein Mann.

Er geht nicht so mit den Frauen um. Er klärt auf über die Folgen. Er ist gegen eine Eierstockentfernung bei Brustkrebs, wenn die Eierstöcke in Ordnung sind, weil er erlebt hat, wie viele Patientinnen unter den Folgen leiden.

Er hat Respekt und Achtung vor dem Erleben der Patienten...und hat lange selbst im OP einer großen Klinik gestanden....und er sieht sich als Dienstleister, als Berater - der Chef, das ist der Patient.

ich fühle mich durch die verurteilenden Aussagen der männlichen Ärzte gegenüber betroffen, weil ich auch die andere Seite erlebe. Ärzte, die absolut engagiert sind und sich auch nachts im Notfall anrufen lassen - wobei Notfall heißen kann, die Patientin hat ANGST, KUMMER UND SORGEN.

Ja, es gibt die beschriebenen Idioten in der Ärzteschaft. Aber es sind doch nicht alle so.

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