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Frühe Wechseljahre, mein Erleben

07.11.09  00:39

Hi @:)

ich bin so froh hier ein Forum mit Gleichgesinnten gefunden zu haben!

Da ich es selbst immer als sehr hilfreich empfinde von den Erfahrungen anderer zu lesen oder zu hören, habe ich beschlossen hier meine Erlebnisse, meine Geschichte mit Euch zu teilen.

Ich bin 35 Jahr und seit ca. 2 Monaten, nach zweimaligem Hormontest, weiss ich, dass ich wohl in den frühen Wechseljahren bin, was in meinem Alter wohl auch als POF-Syndrom bezeichnet wird.

Geahnt habe ich das schon vor einem Jahr, als ich so komische Schwitzanfälle bekam und meine Regel länger ausblieb, da frozelte ich noch rum, von wegen Wechseljahre - haha. Ich habs natürlich auch verdrängt, ausserdem war ich länger auf Reisen, wo die Hitze wieder verschwand und auch meine Regel wieder kam. Zurück in Deutschland war die Hitze wieder da, diesmal in einem sehr heftigen Ausmaß, ich bekam mehrmals täglich, manchmal sogar im Stundentakt Hitzewallungen, ständig an, dann wieder ausziehen, Luft zu wedeln, frösteln ... Dazu kam dann noch der nächtliche Schweiß, ich stand förmlich im Wasser und konnte dadurch gar nicht gut schlafen.

Die Diagnose machte und macht nach wie vor unterschiedliches mit mir.

Einerseits bin ich erleichtert endlich eine Erklärung zu haben, vor allem auch für meine abgenommene Leistungsfähigkeit, ich dachte schon ich spinne, weil ich so schnell ausser Atem war, kaum noch Ausdauer hatte. Mit der Konzentration ist es auch nicht mehr so dolle.

Die Kehrseite war die, dass ich nun das Thema Kinder kriegen wohl endgültig abhaken kann. :-( Ich dachte immer ich könne mir bis 40 Zeit lassen. Ob ich wirklich Kinder gewollt und bekommen hätte kann ich gar nicht sagen, dazu hätte erst mal der passende Mann da sein müssen.

Was mich bestürzt hat, war die Tatsache, dass ich nun keine Kontrolle mehr über meinen Körper habe, es ist was anderes solange ich selbst bestimmen kann.

Die Tatsache mich vom Kinder kriegen zu verabschieden hat mir sehr weh getan, teilweise verdränge ich diesen Schmwerz immer noch.

Andererseits sehe ich aber auch das Positive, denn nun bin ich verpflichtet etwas Gutes für mich und meinen Körper zu tun. Ich mache seit einigen Wochen regelmäßig Sport und werde dies auch weiterhin tun. Vorher war ich ne faule Nudel und hab das sportlich sein dauernd hinaus geschoben :=o Seit ich nun neue Sportarten teste, denn es soll ja Spaß machen, ist meine Stimmung viel besser geworden. Auch achte ich mehr auf meine Ernährung, mehr kalziumreiche Ernährung, Soyaprodukte, weniger Kaffee, mehr Tee. Da probier ich noch rum.

Mittlerweile habe ich die Stadtbibliothek geplündert und mir fast alles was es zu Wechseljahren, Hormonen, Nicht-Hormonen, Osteopeurose etcpp. gibt ausgeliehen. Schade fand ich, dass es leider nur 1 einziges Buch zu den frühen Wechseljahren gibt und das auch noch von jemand, der das gar nicht am eigenen Leib erlebt hat.

Beim Lesen ist so einiges in mir ins Rollen gekommen. Ich fühlte mich so alt, obwohl ich doch so jung bin. Mit Gleichaltrigen drüber reden, schwierig, denn die wissen jar gar nicht wie das ist. Mit älteren darüber sprechen, klar ist das hilfreich aber so richtig glücklich hat mich das nicht gemacht. Dann die ganzen gesundheitlichen Problemchen die mit den Wechseljahren einhergehen können u.a. Damenbart, dünne Knochen, Inkontinenz, trockene Schleimhäute etpp. - na toll, das sind ja tolle Aussichten!

Als sich mein lieber FA (der ist wirklich toll!) mit mir über meine Befunde unterhielt und er eine Hormonersatzthera für sinnvoll hält musste ich erst mal schlucken. Wie bitte schön soll ich denn abwägen können was besser ist Osteopeurose oder Brustkrebs ??? Mich hat das schon ziemlich überfordert. Auch habe ich mich der Diagnose geschämt und wollte so recht auch gar nicht drüber erzählen. Mittlerweile bin ich da schon ein bisschen offensiver, denn es tut mir gut mich damit einem ausgewählten Personenkreis zu zeigen, mich anderen auch mal zuzumuten :-)

Diese Woche nun war ich in einer Hormonsprechstunde in der Frauenklinik in Heidelberg. Die Atmosphäre dort war echt angenehm, die Mitarbeiter dort waren sehr freundlich, es gab sogar kostenlos Kaffee und Tee und die Ärztin hat sich viel Zeit für mich genommen. Wir haben nochmal meinen Befund besprochen. Sie hat nochmal ein Ultraschall gemacht und Blut genommen für einen erneuten Hormontest und zur Abklärung von Autoimmunerkrankungen. Derzeit ist anscheinend doch wieder etwas Leben in meinen Unterleib zurück gekehrt, denn es gibt einen Follikel und ich hatte vor Kurzem wieder eine leichte Blutung. Vlt. hängt das ja mit den Soykapseln zusammen, die sich bei mir sehr erfolgreich auf die Hitewallungen ausgewirkt hatten. Auch diese Ärztin hat mir eine Hormonersatztherapie nahegelegt, war aber auch dafür offen, dass ich mich bei der Naturheilkunde vorstelle, was ich auch noch tun werde. Ausserdem liess die Ärztin durchblicken, dass ich wohl einen sehr guten FA habe, weil der die Papiere so toll für sie vorbereitet hat - na das ist doch toll zu hören :)^

Ich für mich habe nach wie vor noch keine Entscheidung zur Hormonersatztherapie getroffen. Meine Angst diesbezüglich ist nach dem Lesen hier etwas kleiner geworden. Ich für mich möchte auf jeden Fall eine Knochendichtemessung machen, auch wenn ich diese selbst zahlen muss. Wer von Euch hat das schon machen lassen, welches Verfahren habt ihr genutzt und wie teuer war das denn?

Ausserdem fände ich es auch ganz toll, wenn wir "Frühen" eine eigene Plattform hätten. Ich könnte mir vorstellen da auch aktiv mitzuwirken. Ich kenne mich leider netzmässig nicht so gut aus, aber es gibt doch die Möglichkeit einen Blog zu gründen, bei dem sich die Leute auch anmelden müssen. Wenn jemand von Euch auch Interesse hat, dann lasst es uns angehen, denn wir sind sicher nicht die Letzten mit dieser Diagnose.

Ich für mich bin seit einem Jahr in einem total Veränderungsprozeß, erst die Erfüllung meines Traumes, dann berufliche Neuorientierung, viele neue Ideen, mehr Selbstbewußtsein. Kennt ihr das auch ??? Ich schiebe das auf das männliche Testosteron. Jemand den ich kenne meinte, es gäbe wohl auch Untersuchungen, die zeigen, dass junge Mädchen genauso selbstbewusst sind wie ihre männlichen Altersgenossen, das sakt dann aber mit der Pupertät ab und dann in den Wechseljahren, wo die weiblichen Hormone abnehmen und das männliche wieder mehr zurück kehrt, da fangen doch viele Frauen nochmal total an und starten so richtig durch. Ich finde das eine sehr interessante Überlegung und fände es fast schade meine männlichen Helfer mit Hormonersatz wieder nieder zu machen :)_

M]ondenykind35

17.12.09  18:49

hallo mondenkind35 *:)

bei mir haben die bescherden mit 33 jahren begonnen.plötzliche schwiessausbrüche.mindestens 20 pro tag.versteht sich von selbst im sommer eine katastrophe.da ich damals im sozialen bereich tätig war-immer arbeit mit und an dem menschen-eine unerträgliche situation.der schweiss lief am haaransatz den hals hinunter übers gesicht.ich glaub die mädels wissen,was ich meine.no go für mich.naturheilkunde,pflanzentherapie,hömöopathie,ich war sogar beim psychater-nichts half.also auch noch depressionen.meine frauenärztin sagte eindeutig,keine wechseljahre,aber weil meine beschwerden unvermindert anhielten,bekam ich hormonersatztherapie.nachdem ich praktisch jahrelang mich ständig gequält hatte.es war ein segen-die schwitzanfälle besserten sich zu 90 prozent.die stimmung hob sich,der zyklus wieder normal,auch konnte ich wieder gut schlafen.ich bin damit jetzt im 13. jahr der einnahme,habe auch einige male andere präparate bekommen.und hab es bis auf gewichtszunahme und ab und zu leichte kopfschwerzen gut vertragen.

also,wie gesagt,ich würde einiges aus der alternativmedizin probieren,du merkst es,wenn die beschwerden gar nicht nachlassen.die risiken der HET sind auch nicht ohne und genau zu bedebken.aber für mich war es mitten im leben stehend in der berufaufbauzeit eine sehr grosse hilfe.ich würds wieder tun

ganz liebe grüsse

savara :-D

s avaxra

03.02.10  00:46

Hallo Mondenkind35,

mache gerade ähnliches durch wie du.Bin ebenfalls 35 und habe meine Diagnose POF vor 4 Tagen erfahren.War heute nochmal bei meiner FÄ die mir erzählte das ich die wechseljahre den werten nach schon hinter mir hätte. Sie hat mir auch zu einer HET geraten. Da ich die Pille schon nicht vertragen habe stehe ich dieser sehr kritisch gegenüber.Welche erfahrungen hast du mit Naturheilkunde gemacht ???

liebe grüße cory35

cToryx35

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