Seelische Bewältigung von zahnärztlichem Pfusch

01.02.12  08:25

Ich lebe in Wien, bin bald 61 und somit auch älter als die meisten Teilnehmer hier. Dank ein paar Implantaten und 1 Brücke habe ich keinen herausnehmbaren Zahnersatz. Die Zähne , die ich noch habe, sind fest.

Da ich gerade wieder einmal mit den Zähnen ein Problem habe , überlege ich, was ich mir mit guter Zahnheilkunde alles erspart hätte. Bis 30 beging ich die "Jugendsünden", dann änderte ich mich komplett und aß ich jahrelang absolut nichts Süßes und putzte die Zähne immer zumindest 2 mal täglich. Neue Karies ist seither praktisch nicht mehr dazugekommen. Vor etwa 15 Jahren machte eine Zahnärztin ( Ambulatorium der KFA, war wegen eines akuten, ungeklärten Schmerzes dort) ohne jegliche Aufklärung und Einverständnis meinerseits einfach 4 Zahnhalsplomben, die bis zum Pulpadach reichen. Sie nutzte einfach eine vorhandene Anästhesie aus. Mir wurde am nächsten Tag erklärt,als ich hinging und nachfragte, dies seien Beläge und sei ein Schutz gegen Karies. Erst durch einen anderen Zahnarzt erfuhr ich, was sie da gemacht hat. Einen Sinn kann ich bis heute nicht in dieser Körperverletzung finden. Einer der Zähne ist durch diesen "Kariesschutz" abgestorben und muss jetzt wurzelbehandelt werden. Es gab da und dort bei anderen Ärzten auch noch andere Pannen , die letzlich zum Verlust eines Zahnes führten, aber dieses fast schon kriminelle Vorgehen ärgert mich am meisten.

Ärgern schadet nur mir selbst , diejenige schläft gut mit dem, was sie angerichtet hat.

Wie bewältigen andere es, wenn sie offensichtlich durch Ärztepfusch zu Schaden gekommen sind?

Hilda

hCildxa

01.02.12  08:42

Mir wurde letztes Jahr eine (wahrscheinlich) unnötige Plombe gemacht die auch noch handwerklich so schlecht sitzt das der nächste Zahnarzt sie am liebsten austauschen würde ...

Ich ärger mich auch vor mich hin, eine wirkliche Lösung habe ich nicht. Aber draus gelernt mehr dem Bauchgefühl zu vertrauen.

Avl[eo#nor

01.02.12  08:54

Das ist sehr schwierig. In den letzten Jahren habe ich viele so ähnliche Sachen gesehen, da wir qualitativ sehr hochwertig arbeiten und alles unter die Lupe nehmen. Manchmal erlebe ich, dass Patienten bei uns raus gehen, die dachten, sie hätte optimal versorgte Zähne, die aber aus medizinischer Sicht wirklich nur Pfusch im Mund haben. Das muß der Patient natürlich erstmal verkraften, wenn er auch finanziell einiges auf sich zukommen sieht.

In den meisten aller Fälle sehen wir diese Patienten aber, nach dem sie in sich gegangen sind, wieder und können auch perfekte Endresultate leisten. Wichtig ist natürlich das Vertrauen. Wenn ich aber hier im Forum lese, was die User so erleben, was denen so als "Leistung" verkauft wird...dann bin ich froh auf hohem Niveau zu arbeiten.

H\axse

01.02.12  09:06

Das Problem ist aber auch einen guten Zahnarzt zu finden, was ich sehr sehr schwierig finde, ich selbst hab auch schon einige durch.

Als Patient kann man auch nicht immer beurteilen, wie der ZA arbeitet, zum einen sieht man nicht was er im Mund macht, zum andern hat man das fachliche Wissen auch nicht. Es ist eine Vertrauensgeschicht.

G0änsreblxümlein

01.02.12  09:13

Ein paar Fragen hätte ich an dich.

Wenn sie dir damals einfach Zahnhalsfüllungen gemacht haben. Was hast du im Vorgespräch mit denen ausgehandelt? Hast du denen gesagt, was zu machen ist, macht ihr? Oder wurde konkret eine Behandlung ausgehandelt. Was meinst du mit?

Sie nutzte einfach eine vorhandene Anästhesie aus.

Du lagst da nicht in Narkose? Denn wenn nicht, da müsste dir doch aufgefallen sein, dass da etwas gemacht wird, das merkt man auch mit Betubung zumindestens richtungsweise. Vor allem 4 Füllungen, das ist doch ein Zeitaufwand, den man nicht einfach vertuschen kann.

Vor allem, wenn du z.B. duch Knirschen und zu festen Putzen, dir den Schmelz von den Zahnhälsen holst, dann machen solche Füllungen wirklich Sinn. Im Moment hab ich das Problem an einem Zahn auch und überlege mir, dort nun etwas drüber machen zu lassen. Es tut doch schon arg weh, wenn etwas Kaltes dran kommt.

Noch was.

Wie viele Implantate hast du? Pflegst du diese auch richtig? Sprich 2 Mal im Jahr eine Zahnreinigung beim ZA? Rauchst du? Das wäre nämlich ein Grund warum, man auch bei guter Pflege Probleme mit den Implantaten bekommt.

Aktuell besitze ich auch eins. Probleme hab ich auch mit ihm, in naher Zukunft muss ich es austauschen lassen, da sich mein Knochen immer mehr abbaut. Wurde ein Knochenaufbau vorgenommen als du sie einsetzen wolltest?

Deinen Unmut kann ich nachvollziehen.

Wie bewältigen andere es, wenn sie offensichtlich durch Ärztepfusch zu Schaden gekommen sind?

Ein absoluter beschissener Trost für dich in deiner Lage, denn deine Zähne sind trotzdem verpfuscht. Und ich weiß, dass Zähne wichtig sind um sich wohl zu fühlen, Zähne zeigen immer noch am besten, wie man zu sich und seinem Körper steht. Wenn man alle Narben und Wehwechen verstecken kann, bei Zähnen geht das nicht :°_

Aber nur mal so am Rande, es ist besser du schließt Frieden mit dir. Mir erging es vor Jahren ähnlich, hätte ich damals eine optimale medizinische Versorgung bekommen, wre ich nicht totsterbendkrank geworden, fast gestorben und darf mich nun mit den Folgen davon rumplagen.

Aber was bringt es einem, wenn man sich zermürrbt ??? Das Leben geht weiter und es kann wenn man es lässt, bei allen Problemen noch liebenswert werden :)_ *:)

lbeana-;B'urgxfest

01.02.12  09:22

Hallo leana

Ich wollte nicht zu ausführlich werden und habe manches weggelassen.Ich hatte 3 winzige Zahnhalsfüllungen , die von meinen Jugendsünden herstammten. Die waren schon über 15 Jahre alt und unansehnlich. Für mich war vereinbart, dass diese ausgetauscht werden. Dass die Zahnärztin ihr Programm eigenmächtig erweiterte, war nicht vereinbart. Ich kannte so eine Behandlungsform gar nicht bis dahin.

Bei mir schmerzen freigliegende Zahnhälse immer nur für kurze Zeit, dann legt sich das. es gibt auch spezielle Zahnpasten, die helfen.

Hilda

h)ild/a

01.02.12  09:26

....also Dich stört, dass sie einen Zahn mehr behandelt hat, als abgemacht?

IQn-Kojg Nixto

01.02.12  09:31

Ja aber nur bedingt...

Aber vielleicht war der Zahn auch kariös? Bzw. es lag soviel Dentin frei, dass sie meinte, sie macht es gleich bevor es noch mehr Probleme gibt ??? Hinzu kommt, dass manchmal Karies auch unter dem Schmelz liegt und nur schwer erkennbar ist, vielleicht hat sie das vorgefunden??

Und manche Karies geht pulpanah, da kann man nichts ändern. Und das führt nicht immer unbedingt dazu, dass der Zahn abstirbt. Man kann dort zwar eine Unterfüllung machen, manchmal auch ein medikament auftragen, dass das ganze nicht mehr gereizt wird als notwendig, aber trotzdem ist das keine Garantie hierfür, dass der Zahn heile bleibt.

Warst du in der Zwischenzeit bei keiner Kontrolle mehr?

l{eanja-Burgfxest

01.02.12  09:39

Aber vielleicht war der Zahn auch kariös? Bzw. es lag soviel Dentin frei, dass sie meinte, sie macht es gleich bevor es noch mehr Probleme gibt Hinzu kommt, dass manchmal Karies auch unter dem Schmelz liegt und nur schwer erkennbar ist, vielleicht hat sie das vorgefunden??

Trotzdem darf ein Arzt, außer in lebensbedrohlichen Extremfällen, nur das machen was mit dem Patienten abgesprochen ist. Alles darüber hinaus ist Körperverletzung.

AHlexonor

01.02.12  09:41

Ähja, du hast Recht Ich hatte da noch etwas im Kopf, was ich schreiben wollte, ich glaube das hatte ganz stark damit zu tun |-o Zumindest mal, dass der Zahnarzt ihr während der Behandlung Bescheid geben musste, ob es ok ist, wenn er da auch was macht, weil er er das und das gefunden hat.

l^ean$a-Bpur*gofexst

01.02.12  11:27

Ich schreib noch mal was zum Medizinischen, da es wohl eher darum, als um Trost geht:

Vor etwa 15 Jahren machte eine Zahnärztin ( Ambulatorium der KFA, war wegen eines akuten, ungeklärten Schmerzes dort) ohne jegliche Aufklärung und Einverständnis meinerseits einfach 4 Zahnhalsplomben, die bis zum Pulpadach reichen. Sie nutzte einfach eine vorhandene Anästhesie aus.

Das gnaze ist 15 Jahre her und beeinträchtigt Dich noch immer?

Einer der Zähne ist durch diesen "Kariesschutz" abgestorben und muss jetzt wurzelbehandelt werden

Das kann durchaus mal nach so langer Zeit aus anderen Gründen passieren. Sicher wird die Aktion vor 15 Jahren nichts mehr damit zu tun haben, das wäre sonst zeitnah passiert.

Die waren schon über 15 Jahre alt und unansehnlich.

Also ist die erste Füllung 30 Jahre her, ja? Damals waren die verwendeten Kunststoffe bei weitem nicht so gut, von daher kannst Du auch da schon von einer Karies ausgehen. Nach 15/30 Jahren kannst Du nicht mehr von Behandlungsfehlern ausgehen, die bis in die heutige Zeit nachwehen.

Ob die Behandlung damals gerechtfertigt war, oder nicht, das kann heute niemand mehr sagen, schieb die WB aber nicht darauf, das wäre nicht korrekt.

Hease

01.02.12  12:56

Hase,

Du hast meinSchreiben verändert wiedergegeben.

ich weiß genau, dass es keinen medizinischen Grund gab, für diese heimlich gemachten Zahnhalsfüllungen!!! Sie dienten der Vorbeugung lt Angabe und nicht der Therapie!!!Ich hatte DORT keine Schmerzen!!!!Ich erlebte vorher und nachher keinen Zahnarzt, der dies bei mir für angezeigt hielt.So nebenbei konstruierte sie zur "Verschönerung" riesige Überstände am Zahnfleischrand. Die konnte ich ja gleich wegschleifen lassen, denn sonst wären mir die Zähne schon wegen Paradontose ausgefallen ( Aussage eines Zahnarztes).

Zahnhalskaries bekommt man nur bei sehr schlechter Hygiene, und ich pflegt damals schon seit einer Ewigkeit eine ausgezeichnete Zahnhygiene.

Schmerzen hatte ich ganz wo anders im Mund und nicht dort. Diese ungeklärten Schmerzen brachten mich auch in die Arme dieser Person.

Man erklärte mir auch dort nachträglich, denn ich wollte eine Erklärung,man habe diese" Beläge" als Kariesschutz gemacht, also als Schutz vor einer Karies und nicht, weil ich eine Karies hatte. Nicht einmal nachträglich sagte sie mir, was für ein Eingriff gemacht worden ist.

Das Beste ist sicher, zu vergessen, das weiss ich auch, denn rückgängig kann ich alles nicht mehr machen.

Die Schmerzen konnten durch eine Wurzelspitzenresektion beseitigt werden.

Diese Eingriffe an den Zahnhälsen waren medizinisch ganz sicher nicht angezeigt!!!!!!

Hilda

hrildxa

01.02.12  13:08

Ich habe grundsätzlich gute Zähne. Mir wurden aber vor ca. 10 Jahren für eine lose Brücke (nach einer veralteten Methode )zwei völlig gesunde Vorderzähne zwecks Halte-Kronen zum Stumpf geschliffen, dies wäre bei einer anderen Technik nicht nötig gewesen.

Mein heutiger, modern arbeitender Zahnarzt konnte darüber nur schimpfen; er hat dann im Nachhinein die neue Technik angewandt; mir tuts heute noch leid um die beiden gesunden Zähne.

T'aaxlke

01.02.12  13:12

Du schriebst doch aber:

Ich hatte 3 winzige Zahnhalsfüllungen , die von meinen Jugendsünden herstammten. Die waren schon über 15 Jahre alt und unansehnlich. Für mich war vereinbart, dass diese ausgetauscht werden. Dass die Zahnärztin ihr Programm eigenmächtig erweiterte, war nicht vereinbart. Ich kannte so eine Behandlungsform gar nicht bis dahin.

Zahnhalskaries bekommt man nur bei sehr schlechter Hygiene, und ich pflegt damals schon seit einer Ewigkeit eine ausgezeichnete Zahnhygiene.

Nein, Zahnhälse sind nur der dünn vom Zahnschmelz überzogen. Säuren in Getränken und falsche Putztechnik reichen schon aus um die Zahnhälse frei zu legen.

Diese Eingriffe an den Zahnhälsen waren medizinisch ganz sicher nicht angezeigt!!!!!!

Du mußt aber immer sehen, dass das 15 Jahre her ist, also keinerlei zeitlicher Zusammenhang mit der Wurzelbehandlung besteht.

H1aksxe

01.02.12  13:37

Hase,

freigelegte Zahnhälse haben nicht automatisch Karies. Ich habe noch genügend eigene Zahnwurzeln, bei denen der Schmelz sicher nicht mehr da ist. Deshalb habe ich keine Karies. Auch dort auf Zahn 4 unten, wo die Plombe dieser Unperson herausgefallen ist, ist zumindest im Röntgen keine Karies zu sehen. In diesem Loch sammeln sich aber Speisereste, welch großartige Kariesvorbeugung. Sie machte Löcher, in denen die Speisen haften, so ist das. Die Tat dieser Ärztin war eine Schweinerei, egal woher der abgestorbene Zahn kommt. Ich passe höllisch auf, damit keine neuen Restaurationen dazukommen, da wurden mir welche gegen meinen Willen verpasst.

Ich war knapp zuvor bei einer sehr genauen Ärztin in der Ordination, die meinen Mund ganz genau inspizierte und die keine frische Zahnhalskaries fand. Sie erstellte einen Behandlungsplan. Sie schickte mich weg, weil ich im Kiefer Schmerzen hatte und nicht genau sagen konnte welcher Zahn es ist. Ich solle wiederkommen, wenn ich ihr sagen könne, welcher Zahn schmerzt.

Mit Schmerzen ist ein Mensch auch nicht voll handlungsfähig, das hat diese Ärztin bemerkt.

Leider geriet ich dann an eine Person, die sich weder um medizinische Standarts noch um die gesetzliche Aufklärungspflicht hielt. Je weniger wichtig ein Eingriff ist, desto gründlicher hat die Aufklärung zu erfolgen. So ist die rechtliche Situation in Österreich.

Hilda

hoildxa

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