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Wurzelbehandlung: Zahnarzt vs. Heilpraktiker

11.04.04  00:32

Bei einem Unfall habe ich mir die untere Hälfte des linken Frontzahns abgebrochen, von den beiden benachbarten Zähnen sind Ecken abgrbrochen. Natürlich ein sehr unschönes Ereignis, aber ich habe immerhin keine Schmerzen verspürt.

Bin gleich am nächsten Tag zum Zahnarzt, um die scharfen Kanten abschleifen zu lassen. Der Zahnarzt legte Eis auf die Zähne, wovon ich auf den liken Schneidezahn nichts spürte.

Fünf Tage später bin ich wieder hin, um Füllungen zu bekommen. Auch jetzt reagierte der Zahn nicht auf Kälte, der Zahnarzt vermutete, er sei abgestorben.

Bin daraufhin zu meinem Heilpraktiker (chin. Akupunktur), der zuversichtlich war, den Zahn revitalisiere zu können. Er hat an zwei verschiedenen Terminen Nadeln gesetzt.

Weitere zehn Tage später bin ich wieder zum Zahnarzt, der wieder des Eis-Test machte - ohen Reaktion. Da der Zahn schon Verfärbungen aufwies, konstatierte der Arzt, dass der Zahn "irreversibel abgestorben" sei. Nach dreimaligem Nachfragen, ob er sich bezügich der Irrevesibiliät ganz sicher sei, willigte ich in eine Wurzelbehandlung ein. Eine Krone sollte folgen.

Der Abschluss der Wurzelbehandlung ist jetzt sechs Wochen her. Der Zahn reagiert nach wie vor nicht auf Kälte, aber schmerzt leicht bei Druck (von vorne oder hinten).

Mein Heilpraktiker sagt jetzt, dass der Zahn nicht "irreversibel abgestorben" gewesen sein kann, sonst würde ich da jetzt keine Schmerzen verspüren.

Ich weiss natürlich, dass ich jetzt nichts mehr rückgängig machen kann. Aber mich plagt die Frage, ob er vielleicht Recht hat. Habe ich zu früh in die Wurzelbehandlung eingewilligt?

Bqac kenza{hxn

11.04.04  10:26

haarsträubend!

Hi,

ein Zahn hat an der Wurzelspitze einen Eingang, da läuft ein Gefäßnervenbündel aus dem umgebenden Knochen in den Zahn hinein; durch einen Unfall kann das Gefäßnervenbündel abreißen; ein gesunder Zahn reagiert auf Kältereize oder durch Reize mit elektrischem Strom; reißt man das Reizleitungssystem untem im Zahn ab, reagiert der Zahn eben nicht mehr auf elektrische/thermische Reize; also: das Verhalten des Zahnarztes einen traumatisch luxierten Zahn hinsichtlich der Vitalität zu überprüfen ist 100% in Ordnung; wenn nach Durchtrennen des Gefäßnervenbündels das Zahnmark von der körpereigenen Versorgung abgetrennt ist, so geht beim erwachsenen Zahn in der Regel das Zahnmark zugrunde; der Zahn muß wurzelbehandelt werden. Der Druckschmerz nach Wurzelbehandlung wird allerdings nicht vom Zahnnerv vermittelt sondern ist eine entzündliche Reaktion des Kieferknochens im Bereich der Wurzelspitze. Die Annahme des "Heilkundigen" durch Akupunktur einen Zahn revitalisieren zu können und auch dessen weitere Schlußfolgerungen sind freundlich formuliert recht tapfer. Schuster bleib bei deinen Leisten.

MParc?oPanCtanxi

11.04.04  21:02

Re: haarsträubend!

Hallo Marco,

DANKE für die Klarstellung! Bezüglich des Nervenbündels hat ja auch Zahnarzt gleich nach dem Unfall die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es nicht durchtrennt wurde, sondern nur temporär "nicht funktioniert". Diese Hoffnung hat er mit der einsetzenden Verfärbung aufgegeben, und ist zur Diagnose "irreversibel abgestorben" übergegangen. Ist eine Verfärbung wirklich untrügliches Zeichen dafür?

Und - da Du Dich gut auszukennen scheinst: Was ist die übliche Vorgehensweise bei einer solchen Entzündung? Der Zahnarzt hat mir freigestellt, gleich "zu operieren", oder abzuwarten. Habe mich für letzteres entschieden, und soll mich melden, wenn die Schmerzen verschwunden sind - oder in drei Monaten, um dann die Operation durchzuführen. Macht das grundsätzlich Sinn?

B)ackzexnzxahn

12.04.04  09:58

Operieren?

Tja, da kann ich Dir ohne Befund/Röntgenbild nichts sagen: eine gute Wurzelkananbehandlung füllt den Wurzelkanal vollständig bis zur Wurzelspitze aus, ist randständig; es setzt voraus, daß der Wurzelkanal auf voller Länge mit Hand-/maschinellen Instrumenten erweitert und desinfiziert wurde; das sind natürlich alles Dinge, die ich nicht beurteilen kann; manchmal wird Wurzelfüllmaterial über die Wurzelspitze hinausgepresst, was zeitweise Druckprobleme machen kann, wird aber in aller Regel resorbiert; eine Wurzelspitzenresektion würde ich zum jetzigen Zeitpunkt eher nicht machen; aber wie gesagt, nix genaueres weiß ich nicht.

MLarcloPanUtanxi

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