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Wurzelspitzenresektion oder Extraktion/Implantat?

T5he'MaJnWhoWouVldBexKing hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich stehe gerade vor einer für mich schwierigen Entscheidung und hoffe, vielleicht von eurer Erfahrung profitieren zu können. Es geht um einen wurzelbehandelten Zahn - der hinterste Backenzahn im Unterkiefer links. Die Wurzelbehandlung erfolgte vor drei Jahren, danach hatte ich für etwa 1,5 Jahre Ruhe. Seitdem fing der Zahn sporadisch an, weh zu tun. Da ein toter Zahn das eigentlich nicht tun kann, war schnell klar, dass das Problem tiefer liegen musste, und im Röntgen war die Entzündung an der Wurzelspitze auch ganz gut sichtbar, wenn auch eher klein.

Mein Zahnarzt meinte, man könne das erstmal so lassen und warten, ob sich die Entzündung weiter entwickelt. Für ein weiteres Jahr hatte ich kaum Beschwerden, vor drei Wochen setzten die Schmerzen dafür schlagartig ein und ließen seitdem auch nicht mehr nach. Mein Zahnarzt hat erneut ein Röntgen gemacht, worauf die (etwas größer gewordene) Entzündung nach wie vor zu sehen ist.

Laut ihm habe ich nun zwei Möglichkeiten:

1. Wurzelspitzenresektion und Krone an dem betroffenen Zahn. Dafür spräche, dass dieser Eingriff zunächst einmal von der Kasse bezahlt würde, auch wenn die Krone natürlich Geld kostet - günstiger als ein Implantat wäre es allemal. Außerdem liest man (fast) überall, ein Zahn sollte solange wie möglich erhalten und ein Implantat solange wie möglich herausgezögert werden. Ich bin 31 Jahre alt und habe hoffentlich noch ein paar Jahre des Kauens vor mir ;-) Das grundsätzliche Problem bei der WSR ist, dass Wurzelspitze samt Entzündung nur wenige Millimeter (ca. 2-3) vom Nervus alveolaris entfernt liegen. Das Risiko einer Verletzung wäre auch laut meinem Zahnarzt durchaus gegeben, und ich habe wenig Lust auf eine dauerhafte Sensibilitätsstörung der Unterlippe.

2. Direkt Zahn ziehen und dann Implantat. Vorteil: Ein gutes Implantat ist vermutlich haltbarer als ein wurzelbehandelter, überkronter Zahn. Das Risiko einer Nervenschädigung wäre wohl ebenfalls geringer als bei einer WSR. Nachteil: Einerseits die extrem hohen Kosten, die ich als Noch-Student kaum stemmen kann. Mit Leihen und in zwei Jahren zurückzahlen würde es trotzdem irgendwie gehen.

Was haltet ihr in so einem Fall für die bessere Alternative? Ist das Risiko einer dauerhaften Sensibilitätsstörung bei Schädigung des N. alveolaris wahrscheinlich oder ist diese meist nur vorübergehend? Habt ihr sonst irgendwelche Tipps? Vielen, vielen Dank! @:)

Antworten
F@lam~ech>en7x9


Was haltet ihr in so einem Fall für die bessere Alternative?

ich als LAIE aber mit Erfahrung der WSR im letzten Jahr sage dir, es ist dieWahl zwischen Pest und Cholera.

Wenn ICH die Wahl nochmal hätte, würde ich das Implantat nehmen....(verdiene aber auch genug Geld, somit wären die Kosten kein Problem)

Ich kann dir nur von meiner Erfahrung berichten. Das muss natürlich bei dir nicht so sein ;-) :)_

Backenzahn unten- erst Wurzelbehandlung- Autsch!

Dann ein paar Monate Ruhe.

Schmerzen!

Dann WSR- nochmal Autsch!!! Dazu dauerhafte Taubheitsgefühle rund um die Narbe ...aber auszuhalten.

WSR im Juni - im Dezember bricht mit der Zahn ab! Beim essen eines gaaaanz weichen Weihnachtsplätzchens.

Dann Krone drauf...Kosten glaub ich an die 300€. Krone nach dem Einsetzen beim Essen von Weichkäse wieder rausgeflogen...seit dem hält sie aber!

Dennoch immer wieder Schmerzen. Mal mehr, mal weniger . Die ZÄ sagt, es wäre chronisch.

Alternative wäre Zahn ziehen , Knochenaufbau und Implantat.

Hab ich jetzt auch keine Lust drauf...deshalb warte ich ab.

Wenn ich nochmal vor der Entscheidung stünde, würde ich gleich das Implantat wählen.

C^alaxd


Also zuerst einmal, ein ordentlich wurzelbehandelter Zahn hält im Schnitt immer noch länger als das durchschnittliche Implantat.

Ich hoffe der Kollege hat auch über Option 3) aufgeklärt, Revision der Wurzelkanalbehandlung.

Aus wissenschaftlicher Sicht, wäre die Revision der Wurzelkanalbehandlung der empfehlenswerteste Schritt.

1.) sind aus sicht der Literatur die Erfolgsaussichten höher als bei einer WSR. Natürlich nur, wenn entsprechend gut und mit höherem Aufwand gearbeitet wird. Da ist die Behandlung beim Spezialisten empfehlenswert. Der Nachteil ist, dass dies entsprechend zeitaufwendig ist und der Zusatzaufwand nicht von der GKV bezahlt wird, bzw. die Revisionsbehandlung nur unter bestimmten Vorraussetzungen überhaupt über die GKV abrechenbar ist

2.) Nach einer Revision kann man immer noch eine WSR machen.

3.) Man kann bei der Revision auch erst mit medikamentösen Einlagen arbeiten und schauen ob die Beschwerden abklingen, bzw. auch mit Langzeiteinlagen arbeiten und im Röntgenbild kontrollieren ob Heilungstendenzen im Knochen vorhanden sind.

Wenn nicht, besteht die Möglichkeit intraoperativ den Kanal abzufüllen und so quasi von Seiten der Wurzelspitze aus für einen idealen Verschluss zu sorgen.

4.) Das Risiko einer Nervverletzung ist extrem unwahrscheinlich wenn nur die Revision nötig ist klappt.

Bezüglich der Sensibilitätsstörung.

Es kann zu Kompressionen kommen, sprich der Nerv wird gequetscht, diese sind meist nur vorrübergehend. Es kann aber Monate bis Jahre dauern, bis sie wieder weg sind.

Kritischer sind alle richtigen Beschädigungen und Durchtrennungen, je umfangreicher solche Verletzungen sind, desto länger halten die Beschwerden an und umso wahrscheinlicher sind sie dauerhaft.

Im übrigen werden die Kosten für eine Krone auch bei einem Implantat anfallen, ein Implantat ist nur die künstliche Zahnwurzel.

Und in den meisten Fällen sollten wurzelbehandelte Zähne sowieso überkront werden.

mun=elf


Mein Zahnarzt meinte, man könne das erstmal so lassen und warten, ob sich die Entzündung weiter entwickelt.

Diesem Arzt würde ich jedenfalls keinen weiteren Cent Umsatz bescheren. Die Aussage ist gelinde gesagt Bullshit. Es war absolut absehbar, dass ein Zahn mit Wurzelentzündung und Schmerzen sich nicht ohne weiteres Handeln von alleine heilt. Das Größerwerden der Entzündung war nur eine Frage der Zeit. Wofür auch immer du dich entscheidest: Nicht bei diesem Arzt. Entweder eine komplette Flasche (kaum zu glauben) oder er hat schon drauf spekuliert, bald fürs Implantat abzukassieren.

Variante 3 hat er dir ganz verschwiegen: Revision der Wurzelkanalbehandlung. Das wäre meine Wahl, wenn auch keine reine Kassenleistung.

a*utumnx-like


Wie ist die Zahnfleischtiefe bei dem Zahn? Bei mir ahnte der ZA schon, dass eine Revision nichts bringen würde. Wir versuchten es, mit der Kamera war dann zu sehen, dass der Zahn nicht mehr zu retten war.

Generell würde ich alles versuchen den Zahn zu erhalten. Ich hatte leider einen Knochenabbau. Diesen sieht man auf dem Röntgenbild als schwarzen Schatten.

Beim Implantat hast du auch das Risiko einer Nervverletzung. Zudem müsste das Implantat nicht sofort sein. Viele ZÄ warten mind. 6 Monate damit, um zu sehen, ob die Entzündung wirklich weg ist. Was spricht dagegen im Fall der Fälle das Implantat erst nach 2 Jahren ider später bei einem Backenzahn machen zu lassen?

TBheManWhgoWoulBd/BeKinxg


Vielen Dank für eure Beiträge bisher!

@ Flaemchen:

Ich habe bisher auch nicht soviel Positives über WSR gelesen und bin daher sehr dankbar, wenn Leute ihr Wissen teilen, die bereits Erfahrungen damit haben.

@ Calad:

Eine Revision hat mir mein Zahnarzt bisher nicht empfohlen, ich habe aber morgen einen Termin und werde ihn gleich fragen! Das ist jedenfalls ein sehr hilfreicher Hinweis, danke dafür! Bist du selbst im zahnmedizinischen Bereich tätig? Über die Revisionsbehandlung hatte ich zwar auch schon gelesen, war aber etwas skeptisch, weil mir schon die Erstbehandlung "nur" ein gutes Jahr Beschwerdefreiheit eingebracht hat. Ist davon auszugehen, dass die Revision "gründlicher" (also mikroskopie-assistiert etc.) und daher von längerfristigem Erfolg gekrönt sein wird? Dass es keine Sicherheit gibt ist mir bewusst. Die erste Wurzelbehandlung hat der Vorgänger meines derzeitigen Zahnarzts durchgeführt, ich weiß nicht, wieso er den Zahn damals nicht überkront hat. Nur nochmal zum Verständnis:

Man kann bei der Revision auch erst mit medikamentösen Einlagen arbeiten und schauen ob die Beschwerden abklingen, bzw. auch mit Langzeiteinlagen arbeiten und im Röntgenbild kontrollieren ob Heilungstendenzen im Knochen vorhanden sind.

Meinst du damit die Einlage antibiotikabeschichteter Träger direkt in den knöchernen Entzündungsherd (ähnlich wie z.B. Gentamycinketten bei Osteomyelitis in der Humanmedizin)? Erfolgt die Einlage chirurgisch durch das Periost?

Danke!

mfnef


Die Einlagen werden nicht IN den Entzündungherd gebracht. Der Zahn wird von oben geöffnet, Kanäle freigelegt (Kanalfüllung raus) Einlage rein, provisorische Deckfüllung drauf. Bestenfalls zieht es während der Liegedauer schön durch und nimmt so viele Bakterien mit, wie möglich.

BtenfitaxB.


Die einfachste Lösung: Zahn raus. Gar nichts machen.

Ist mir so passiert vor 10 Jahren. Der letzte untere Zahn mußte raus. Mein Zahnarzt meinte, da muß man nicht unbedingt für Ersatz sorgen. Seitdem habe ich dort keinen Zahn mehr, Beissen ist doch kein Problem, macht man mit den 7 Zähnen davor....

Sieht doch auch - außer dem Zahnarzt bei Inspektion - niemand.

Wenn irgendwo davon eine Lücke wäre, die sollte man auffüllen, aber hinten ist ein fehlender Zahn überhaupt kein Problem.

T$heManWhLoWou(lXdBeKixng


So, ich habe nächste Woche einen Termin bei 'nem Spezialisten für Endodontie. Mein Zahnarzt hätte mich von sich aus wohl nicht auf die Möglichkeit einer Revision aufmerksam gemacht, hat mir dann aber gesagt, dass das neben Extraktion (hätte er wohl empfohlen) und WSR auch diese Möglichkeit gibt und mir besagten Spezialisten empfohlen. Findet ihr es komisch, dass er den Zahn direkt gezogen hätte, ohne mir die Alternative einer erneuten Wurzelbehandlung zu nennen?

Die einfachste Lösung: Zahn raus. Gar nichts machen.

Das läge im Falle des hintersten Zahns natürlich nah, da es optisch wirklich kein Problem wäre, trotzdem wird überall davon abgeraten. Bei dieser sogenannten "Freiendsituation" hat der Gegenspieler (in meienm Fall also der hinterste Backenzahn im Oberkiefer) keinen Druck mehr durch seinen Antagonisten, in der Folge kann es zu Knochenschwund und "Wandern" des Antagonisten, Entzündungen sowie Beschwerden des Kiefergelenks kommen. So habe ich das zumindest verstanden - oder liege ich da falsch?

atut!umn-ulikxe


Vielen ist wohl der Spezialist zu teuer, weil es eine Privatleistung ist. Mit 800-900 € (wenn es reicht) ist man dabei. Vermutlich hat dein ZA deswegen nichts gesagt. Die Kosten für die Krone kommen dann auch noch hinzu.

Ein fehlender Zahn kann Kiefergelenkarthrose verursachen, dass hat er dir richtig erklärt. Allerdings muss man jetzt nicht sofort ein Implantat setzen. Hier scheint der ZA mehr den Umsatz im Auge zu haben.

mqnexf


Findet ihr es komisch, dass er den Zahn direkt gezogen hätte, ohne mir die Alternative einer erneuten Wurzelbehandlung zu nennen?

Ja.

abgeraten. Bei dieser sogenannten "Freiendsituation" hat der Gegenspieler (in meienm Fall also der hinterste Backenzahn im Oberkiefer) keinen Druck mehr durch seinen Antagonisten, in der Folge kann es zu Knochenschwund und "Wandern" des Antagonisten, Entzündungen sowie Beschwerden des Kiefergelenks kommen. So habe ich das zumindest verstanden - oder liege ich da falsch?

Das kann passieren. Und außerdem bedenken: Du bist erst Mitte 20. In den nächsten 60 Jahren muss vielleicht auch mal der derzeit vorletzte Zahn raus und eine Brücke kommt in Betracht. Wenn dann der hinterste Fehlt, ist nichts als Pfeiler verfügbar.

m8nef


(Sorry, nicht mitte 20, Anfang 30. Naja, macht keinen Unterschied)

M(on^iBka [1968


Ich hatte im September vorne am 31 er eine Revision der hat einen Kanal Kosten 302 Euro nur die Revision ohne Krone . Hintere Backenzähne haben 3 - 4 Wurzelkanäle wäre dann so etwa 900 -1200 Euro.

Ansonsten mußte im Januar der 27 er gezogen werden , aber ich habe da mehr Glück wie du , weil der letzte Backenzahn unten halb auf den 26 er stößt .

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