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Forum: Rheumatologie
C-reaktives Protein = CRP
Das CRP wird im Blut gemessen. Es wird bei Entzündungen in steigender Konzentration im Blut nachgewiesen. Es erlaubt ähnlich wie die Blutsenkung (
BSG) die Überwachung einer Entzündung.
Calcitonin
Calcitonin ist ein Hormon, das in der Schilddrüse gebildet wird. Es hemmt den Abbau von Knochen und ist damit ein Gegenspieler des knochenabbauenden Hormons der Nebenschilddrüse (sog. Parathormon). Calcitonin kann künstlich hergestellt werden und wird zur Behandlung der
Osteoporose (Knochenschwund) eingesetzt.
Calcium = Kalzium
Kalzium ist ein Mineralstoff, der im Körper für die regelrechte Funktion von Nerven und Muskeln erforderlich ist. Dabei schadet sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Calcium. Deshalb wird die Calcium-Konzentration im Blut durch zwei Hormone in sehr engen Grenzen gehalten: Das Nebenschilddrüsenhormon Parathormon führt zu einer Freisetzung von Calcium aus dem Knochen und zu seiner vermehrten Aufnahme aus dem Darm. Dadurch steigt der Calciumspiegel im Blut. Währenddessen wird duch das in der Schilddrüse gebildete Hormon Calcitonin das Gegenteil bewirkt. Normalerweise halten sich diese Hormonwirkungen die Waage und der Calciumspiegel bleibt konstant. Calcium ist aber auch ein wichtiger Baustoff des Knochens und verleiht ihm seine Festigkeit. Deshalb ist eine ausreichende Zufuhr von Calcium mit der Nahrung (vor allem Milch und Milchprodukte) wichtig, um einem Knochenschwund (
Osteoporose) vorzubeugen.
Chlamydien
Chlamydien sind Bakterien, die häufig Erreger von Harnwegsinfekten, einer Harnröhreninfektion des Mannes (Urethritis) oder einer Infektion der Geschlechtsorgane der Frau (z.B. Entzündung der Gebärmutter oder Eierstöcke) sind. Die Infektion verläuft häufig unbemerkt. Sie wird üblicherweise durch Geschlechtsverkehr übertragen. Manchmal kann es infolge einer solchen Erkrankung auch zu einer nicht-eitrigen Gelenkentzündung kommen. Man behandelt die Chlamydieninfektion mit Antibiotika.
Chloroquin
Chloroquin wurde ursprünglich als Medikament zur Behandlung der Malaria entwickelt. Man fand inzwischen heraus, daß es auch eine entzündungshemmenden Effekt bei verschiedenen Formen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (z.B. chronische Polyarthritis =
CP,
Lupus erythematodes) besitzt. Damit gehört es zu den sogenannten
Basistherapeutika.
Chondrokalzinose = Pseudogicht
Bei der Chondrokalzinose kommt es entweder im Rahmen anderer Grunderkrankungen (z.B.
Hämochromatose) oder auch ohne erkennbare Ursache im Gelenkknorpel zur Ablagerung von Calcium und Phosphor in Form von Kristallen. Dadurch kann es ähnlich wie bei der
Gicht zu akuten Entzündungen einzelner Gelenke (z.B. Kniegelenke) kommen. Eine andere mögliche Folge ist ein vorzeitiger Gelenkverschleiß (
Arthrose).
Churg-Strauss-Syndrom
Das Churg-Strauß-Syndrom ist eine seltene Form einer Gefäßentzündung (
Vasculitis). Häufig sind dabei Gefäße im Bereich der Lunge, der Haut oder des Nervensystems betroffen, seltener auch des Herzbeutels, der Niere oder des Darmes. Dadurch kommt es zu krankhaften Störungen dieser Organe. Typisch für das Churg-Strauß-Syndrom ist, daß der Erkrankung häufig ein mehrjähriges Stadium mit allergischen Erscheinungen an Nase ("Heuschnupfen") und Lunge (Asthma) vorangeht. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tode führen. Sie wird wie andere Gefäßentzündungen üblicherweise mit Cortison (
Corticoide) behandelt.
Ciclosporin
Ciclosporin wurde ursprünglich als ein Medikament entwickelt, das die Abstoßung transplantierter Organe (z.B. Nierentransplantation) verhindern soll. Es wirkt dabei als ein das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) schwächendes Medikament (Immunsuppressivum). Da sich durch eine Schwächung des Immunsystems auch Entzündungen hemmen lassen, wird Cyclosporin in manchen Fällen auch zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen eingesetzt.
Cloprednol
Cloprednol ist ein Cortisonpräparat (Handelsname z.B. Syntestan® ).
Coccygodynie = Steißbeinschmerz
Colchicin
Colchicin ist ein Medikament, das zur Behandlung des akuten
Gichtanfalls eingesetzt werden kann. Eine typische Nebenwirkung bei höherer Dosierung ist Durchfall.
Colitis ulcerosa
Chronische Entzündung meist des Dickdarms, die sich häufig durch Bauchschmerz und blutige Durchfälle auszeichnet. Die Colitis ulcerosa wird im Gegensatz zu anderen akuten Darmentzündungen (z.B. Salmonellen-Infektion) nicht durch Bakterien verursacht. Man vermutet, daß es sich hierbei um eine sogenannte
Autoimmunerkrankung handelt, d.h. eine fehlgeleitete entzündliche Reaktion des Körpers gegen körpereigenes Gewebe. Im Gefolge einer Colitis ulcerosa kann auch eine besondere Form entzündlicher Gelenkerkrankungen auftreten, eine sogenannte Enteroarthropathie.
Computertomografie
Die Computertomografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der Schnittbilder des Körpers gewonnen werden. Diese bieten den Vorteil, daß verschiedene Strukturen des Körpers (z.B. einzelne Organe) in ihren räumlichen Beziehungen zueinander besonders gut darstellbar sind. Gegenüber einer normalen Röntgenaufnahme hat die Computertomografie den Nachteil einer höheren Strahlenbelastung und höherer Kosten. Außerdem lassen sich viele Fragestellungen (z.B. Knochenveränderungen bei chronischer Polyarthritis = (
CP) mit einer normalen Röntgenaufnahme besser klären.
Corticoide
Cortison ist ein (natürliches) Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es bewirkt den Abbau körpereigener Reserven an Eiweiß und Zucker (Glykogen) und stellt diese für die Energiegewinnung des Körpers zur Verfügung. Ohne Cortison ist der Mensch nicht lebensfähig. Eine weitere Wirkung des Cortisons ist seine ausgeprägt hemmende Wirkung auf Entzündungen. Cortison und chemisch verwandte Substanzen (die sogenannten Corticoide) werden deshalb in der Medizin zur Behandlung bestimmter Entzündungen eingesetzt. Gefürchtet sind dabei bei längerer (d.h. über Monate bis Jahre) Anwendung höherer Dosen zahlreiche mögliche Nebenwirkungen, u.a. Gewichtszunahme, Knochenschwund (
Osteoporose) und Schädigung der Augen. Deshalb sollte Cortison nicht unkritisch und nur dann eingesetzt werden, wenn man keine Alternativen hat. Darüberhinaus kann man den Nebenwirkungen durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und z.T. auch durch spezielle Behandlungen entgegenwirken.
Coxarthrose = Hüftgelenksarthrose
Verschleiß des Hüftgelenkes. Neben der Kniegelenksarthrose ist dies eine der häufigsten Formen von
Arthrose.
CP
CP ist eine Abkürzung für die
chronische Polyarthritis. Man versteht darunter im engeren Sinne eine chronische Entzündung mehrerer Gelenke (typischerweise Fingergelenke), bei der im Blut ein positiver
Rheumafaktor nachgewiesen wird. Es gibt aber auch Formen chronischer Polyarthritis ohne Nachweis des Rheumafaktor (sogenannte "seronegative" oder "rheumafaktor-negative" Polyarthritis).
Crohn = Morbus Crohn
Es handelt sich ähnlich wie die Colitis ulcerosa (s.o.) um eine chronische Entzündung des Darmes (meist Dünndarm), die zu häufigen Durchfällen führt. Sie wird nicht durch Bakterien oder Viren verursacht, sondern offenbar durch eine fehlgeleitete entzündliche Reaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe. Dabei ist eine genaue Krankheitsursache bisher nicht bekannt. Der Morbus Crohn kann mit Gelenkentzündungen einhergehen (sog. Enteroarthropathie).
CRP siehe C-reaktives Protein
Cushing-Syndrom
In der Nebenniere des Menschen wird Cortison als ein natürliches für das Überleben notwendiges Hormon gebildet. Bei einer krankhaften Vermehrung des Cortisons im Blut kommt es zu einer Reihe unerwünschter Hormonwirkungen, die man in ihrer Gesamtheit Cushing-Syndrom nennt (Cushing hat diese Erkrankung als erster Arzt beschrieben). Dazu gehören z.B. eine Zunahme des Körpergewichts, ein Schwund der Knochen (
Osteoporose), Ansteigen des Blutzuckers (Diabetes mellitus), des Blutdrucks (Hypertonie) u.a. Unter einer langdauerndern Behandlung mit Cortisonpräparaten in hoher Dosis können ähnliche Zeichen auch als unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.
Cyclophosphamid
Cyclophosphamid (Handelsname z.B. Endoxan®) wurde ursprünglich zur Behandlung von Tumoren (Krebs) entwickelt. Da es auch eine Dämpfung der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) bewirkt, benutzt man es in manchen Fällen auch zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe (sog.
Autoimmunerkrankungen) gekennzeichnet sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn solche Erkrankungen einen sehr stürmischen oder lebensbedrohenden Verlauf haben (z.B. Versagen der Niere beim sog.
Lupus erythematodes).
© '98 Arbeitsgruppe Rheumatologie Online, St. Willibrord-Spital Emmerich
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