Navigation am Ende der Seite

Rheuma-Lexikon: E

A-B-C-D-E-F-G-H-I-K-L-M-N-O-P-QR-S-T-UVW-XYZ
Forum: Rheumatologie

 

Elektrotherapie

Die Elektrotherapie nutzt die Wirkung elektrischer Ströme zur Behandlung verschiedener Krankheitserscheinungen (Symptome). Je nach Art des angewandten Stromes (Gleichstrom, Niederfrequenz, Mittelfrequenz, Hochfrequenz) und Art der Anwendung (z.B. Stangerbad, Iontophorese) können dabei verschiedene Wirkungen erzielt werden. So kann man die Elektrotherapie zur Schmerzlinderung, zur Behandlung von Nerven- und Muskelschäden (Lähmungen) und Wärmebehandlung einsetzen.

Abb.: Elektrotherapie

ENA = extrahierbare nukleäre Antikörper

Dies ist eine Untergruppe der Antikörper gegen Zellkernbestandteile (antinukleäre Antikörper - ANA), die bei der Diagnose bestimmter Autoimmunerkrankungen von Bedeutung ist.

Endoprothese = künstliches Gelenk

Am häufigsten sind Hüftgelenks-Endoprothesen (Total-Endo-Prothese = TEP oder Hüft-Voll-Prothese = HVP genannt) sowie Kniegelenksprothesen (Knie-Voll-Prothese = KVP).

Endoxan® = Cyclophosphamid

Endoxan® ist ein Handelsname für Cyclophosphamid. Dieses Medikament wurde ursprünglich für die Behandlung von Tumoren entwickelt. Wegen seiner hemmenden Wirkung auf die körpereigene Abwehr (Immunsystem) benutzt man es in manchen Fällen auch zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe (sog. Autoimmunerkrankungen) gekennzeichnet sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn solche Erkrankungen einen sehr stürmischen oder lebensbedrohenden Verlauf haben (z.B. Versagen der Niere bei Lupus erythematodes).

Engpaßsyndrom

Schmerzen werden unter normalen Umständen über Schmerzfühler in der Haut wahrgenommen. Diese Schmerzfühler (Rezeptoren) stehen über Nerven mit dem Rückenmark in Verbindung. Sie leiten die Schmerzreize zum Rückenmark. Vom Rückenmark werden die Schmerzreize dann zum Gehirn weitergeleitet. Dort findet die bewußte Schmerzwahrnehmung statt.

Wenn einzelne Nerven verletzt werden oder ein Druck auf sie ausgeübt wird, dann ist das so, als würden alle zu diesem Nerven gehörigen Schmerzfühler Schmerzen wahrnehmen. Man spürt den Schmerz meistens nicht an der Stelle der Verletzung sondern da wo die Schmerzfühler lokalisiert sind, nämlich in der Haut im sogenannten "Versorgungsgebiet" des Nerven.

Nerven müssen auf ihrem Weg von der Haut zum Rückenmark häufig enge Stellen passieren, in welchen sie von Knochen und derbem Gewebe umgeben sind. Wenn das den Nerven umgebende Gewebe in einem solchen Engpaß schwillt (z.B. durch eine Entzündung oder mechanische Reizung), drückt es auf den Nerv und verursacht Schmerzen, manchmal auch nur ein Kribbeln oder taubes Gefühl. Man spricht dann von einem Engpaßsyndrom. Das bekannteste und häufigste Engpaßsyndrom ist das sogenannte Carpaltunnelsyndrom, das durch Druckschädigung des "Medianus-Nerven" in einem engen Kanal an der Beugeseite des Handgelenkes ausgelöst wird. Häufig kann man diese Störung nur dadurch beseitigen, daß man den Nerv aus dieser Engstelle durch eine Operation herauslöst (sogenannte Carpaltunnelspaltung).

Enteritis regionalis = Morbus Crohn

Es handelt sich um eine chronische Entzündung des Darmes (meist Dünndarm), die zu häufigen Durchfällen führt. Sie wird nicht durch Bakterien oder Viren verursacht, sondern offenbar durch eine fehlgeleitete entzündliche Reaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe. Dabei ist eine genaue Krankheitsursache bisher nicht bekannt. Der Morbus Crohn kann mit Gelenkentzündungen einhergehen (sog. Enteroarthropathie).

Enthesitis = Enthesiopathie = Insertionstendopathie

Schmerzhafte Entzündung des Ansatzes einer Sehne am Knochen. Diese kann z.B. am Ansatz der Achillessehne auftreten oder am Ellenbogen ("Tennisellenbogen"). Auslösend können eine Überbelastung sein oder entzündlich rheumatische Erkrankungen, z.B. chronische Polyarthritis (CP).

Entzündung

Wenn das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) eine körperfremde Substanz oder auch ein körperfremdes Lebewesen (Bakterie) als schädlich erkennt, versucht es diese zu entfernen. Dies geschieht durch eine Entzündung. Dabei wandern Abwehrzellen des Körpers (Leukozyten) an den Ort der Entzündung und versuchen das körperfremde "Antigen" zu zerstören oder zu inaktivieren (d.h. unschädlich zu machen).

Enzym

Enzyme sind Eiweißkörper, die bestimmte chemische Prozesse im Körper fördern (katalysieren). So führt z.B. das Enzym Amylase im Speichel zur Umwandlung von Stärke in Zucker. Enzyme finden sich auch in vielen Körperzellen und spielen dort eine wichtige Rolle für deren Funktion. So werden z.B. viele Medikamente in der Leber durch Enzyme abgebaut und für die Ausscheidung über den Harn oder den Stuhl vorbereitet. Gelangen Enzyme aus den Zellen ins Blut, dann können Sie dort nachgewiesen werden. So findet man z.B. im Blut aus Leberzellen die Enzyme GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transferase) und Gamma-GT (Glutamat-Transferase). Bei Schädigungen der Leber werden diese Enzyme vermehrt aus den geschädigten Zellen ins Blut abgegeben und können dort in vermehrter Konzentration nachgewiesen werden. Deshalb kann man durch eine Blutuntersuchung häufig auf eine Leberschädigung rückschließen.

Epicondylitis

Die Epicondylen sind Ansatzpunkte von Sehnen am Oberarmknochen. Durch mechanische Überbeanspruchung der Sehnen kann es hier zu schmerzhaften Reizungen kommen. Die bekannteste Form einer Epicondylitis ist der Tennisellenbogen, der durch eine Überbeanspruchung der Fingerstreck-Muskulatur und -Sehnen entsteht.

Ergotherapie

Eine unerwünschte Folge rheumatischer Erkrankungen ist neben dem Schmerz häufig auch eine Funktionsbeeinträchtigung betroffener Gelenke. Der Ergotherapeut untersucht das Ausmaß solcher Funktionsstörungen (Funktionsmessung), ihren Einfluß auf Tätigkeiten des Alltags (z.B. Körperpflege) und versucht diese zu lindern oder zu kompensieren. Gestörte Gelenkfunktionen können z.B. durch ein gezieltes Training verbessert werden (sogenannte funktionelle Ergotherapie). Falls dies nicht mehr möglich ist, berät der Ergotherapeut auch über Hilfsmittel, die es ermöglichen, die gestörte Funktion zu ersetzen.

Erythem = flächenhafte Hautrötung

Diese kann die gesamte Haut oder Teile davon betreffen und Ausdruck unterschiedlichster Hautveränderungen sein. Ein typisches Erythem findet man z.B. beim Sonnenbrand.

Erythema nodosum

Hellrote bis bläuliche knotige Haut-Veränderung vorwiegend an den Unterschenkel-Streckseiten, seltener an den Streckseiten der Arme. Ein Erythema nodosum kann Begleiterscheinung verschiedener rheumatischer Erkrankungen sein (z.B. Sarkoidose) aber z.B. auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Abb.: Erythema nodosum an typischer Stelle

Exanthem

Plötzlich über größere Körperabschnitte auftretende Hautveränderungen wie Flecken oder Quaddeln. Typische Exantheme findet man z.B. bei Masern oder Röteln, ein Exanthem kann aber auch Folge einer Arzneimittelnebenwirkung sein. Exantheme können juckend oder nicht juckend sein.


© '98 Arbeitsgruppe Rheumatologie Online, St. Willibrord-Spital Emmerich


Laien » Krankheiten » Rheuma » Lexikon »

Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Apotheke | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH