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Forum: Rheumatologie
Hämochromatose
Erblich bedingte Erkrankung, bei der vermehrt Eisen im Gewebe abgelagert wird. Dadurch kommt es unter anderem zu Funktionsstörungen der Leber, des Herzens und der Bauchspeicheldrüse (Diabetes mellitus). Die Hämochromatose kann sich auch als Gelenkerkrankung mit Entzündung und Gelenkverschleiß äußern.
Hämophilie = Bluterkrankheit
Erblich bedingte Störung der Blutgerinnung. Dadurch kann es spontan oder nach leichten Verletzungen zu lang andauernden Blutungen kommen. Wenn es dabei zu Blutungen in Gelenke kommt, spricht man von einem Hämarthros (Blutergelenk). Wiederholen sich solche Blutungen, dann können sie zu vorzeitigem Gelenkverschleiß führen.
Harnsäure
Harnsäure ist ein natürliches Stoffwechselprodukt und entsteht vermehrt bei der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, z.B. Fleisch. Unter bestimmten Bedingungen kann es zu einem vermehrten Anfall von Harnsäure im Stoffwechsel kommen oder auch zu einer verminderten Ausscheidung über die Niere. Dann steigt der Harnsäurespiegel im Blut an und Harnsäurekristalle können entstehen (ausfallen). Ein häufiger Ort, wo dies geschieht, sind die Gelenke. Diese antworten darauf oft mit einer heftigen, sehr schmerzhaften Entzündung (
Gicht-Anfall). Wiederholen sich diese Entzündungen, dann kann es auch zu einer Zerstörung von Gelenken kommen. Die Gicht behandelt man in erster Linie dadurch, daß man auf verschiedene Gicht-fördernde Nahrungsmittel verzichtet. Darüberhinaus kann man den Harnsäurespiegel im Blut auch durch Medikamente senken und damit einem Gichtanfall vorbeugen.
Heberden-Arthrose
Häufig auf erblicher Grundlage auftretender Verschleiß der Finger-
Bouchard-
Polyarthritis) verwechseln kann. Eine ursächliche Behandlung ist bisher nicht möglich, man kann die Schmerzen aber durch Medikamente und verschiedene physikalische Behandlungen (z.B. Kneten der Finger in warmem Sand) mindern.
Hepatomegalie = Leberschwellung
Sie kann verschiedenste Ursachen haben, z.B. eine Verfettung der Leber.
Histologie
Während sich die Anatomie mit dem Aufbau des Körpers beschäftigt, beschreibt die Histologie den Aufbau von Geweben, wie er sich unter dem Mikroskop darstellt. Sowohl durch Operation entnommene krankhafte Gewebe (z.B. Tumoren) als auch durch Punktionen gewonnene Gewebsproben (Biopsien) können durch die mikroskopische Untersuchung oft eine sehr genaue Diagnose-Stellung ermöglichen.
HLA-B27
Das HLA-B27 ist ein Erbmerkmal, das im Blut feststellbar ist. Man findet es gehäuft bei Patienten mit bestimmten rheumatischen Erkrankungen (z.B.
Morbus Bechterew). Das heißt aber nicht, daß der Nachweis des HLA-B27 gleichbedeutend mit der Diagnose "Rheuma" oder "Morbus Bechterew" ist.
Horton-Riesenzellarteriitis = Arteriitis temporalis
Rheumatische Entzündung der Schläfenarterien, die sich hinter dem Symptom "Kopfschmerzen" verbergen kann. Sie ist häufig mit Symptomen einer
Polymyalgia rheumatika vergesellschaftet, die mit Muskelschmerzen im Bereich von Schultern, Oberarmen und Oberschenkel, allgemeiner Schwäche und Depressionen einhergehen kann. Die Arteriitis temporalis kann auch andere Arterien betreffen: Gefürchtet wird hier insbesondere eine Entzündung der Augenarterien mit der Gefahr der Erblindung. Mittel der Wahl zur Behandlung der Arteriitis temporalis sind Steroide (
Corticoide).
Hydrotherapie
Behandlung durch Anwendung von kaltem und warmen Wasser in verschiedener Weise (z.B. Bäder, Güsse, Wickel, Packungen). Dabei werden bei rheumatischen Erkrankungen Entzündungen kühl bis kalt behandelt, Verschleißerkrankungen der Gelenke eher warm bis heiß.
Hyperlipoproteinämie = Fettstoffwechselstörung
Die wichtigste Fettstoffwechselstörung ist die Erhöhung des Cholesterins im Blut (Hypercholesterinämie). Diese ist eine der Ursachen der Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die für Krankheiten wie Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen des Gehirns verantwortlich gemacht wird.
Hypersensitivitätsvasculitis
Unter diesem Begriff wird eine Reihe von selteneren Erkrankungen geführt, bei denen es zu allergisch bedingten Entzündungen von Gefäßen kommt. Diese führen zu Hauterscheinungen, Gelenkentzündung, manchmal auch zu Entzündungen am Herzen und am Darm (Koliken). Als Auslöser werden unter anderem Medikamente und Bakterien vermutet, selten auch Erkrankungen des Blutes (Plasmozytom, Morbus Hodgkin).
Hyperthyreose = Überfunktion der Schildrüse
Das Schilddrüsenhormon Thyroxin fördert bei Kindern das Wachstum, bei Erwachsenen steuert es unter anderem die Energie- und Wärmegewinnung des Körpers. Bei der Hyperthyreose wird Thyroxin vermehrt gebildet. Folgeerscheinungen sind u.a. schneller Herzschlag, Durchfall, Gewichtsabnahme, vermehrte Nervosität.
Hypertonie = Bluthochdruck
Anstieg des Blutdrucks auf mehr als 140/90 mmHg in Ruhe. Obwohl man einen erhöhten Blutdruck häufig nicht bemerkt, muß er behandelt werden, weil es sonst auf Dauer zu gefährlichen Folgeerscheinungen, z.B. zu einem Schlaganfall, kommen kann.
Hyperparathyreoidismus = Überfunktion der Nebenschilddrüse
Aus verschiedenen Gründen (vermehrtes Wachstum der Nebenschilddrüse, Mangel an
Calcium und/oder Vitamin D, gestörte Nierenfunktion) kann es zu einer vermehrten Ausschüttung des Nebenschilddrüsenhormons Parathormon kommen. Die Folge ist ein vermehrter Knochenabbau mit der Gefahr des Knochenschwunds (
Osteoporose). Durch den vermehrten Knochenabbau wird auch vermehrt Calcium aus dem Knochen freigesetzt. Die Freisetzung von Calcium kann zu einem übermäßigen Anstieg des Calcium-Spiegels im Blut mit der Folge einer Störung der Funktion von Muskeln und Nervengewebe führen (z.B. Muskelschwäche und -schmerzen, psychische Veränderungen wie z.B. Depression).
Hypertrichose = vermehrte Behaarung
Eine solche kann durch hormonelle Störungen (vermehrte Bildung von männlichem Sexualhormon) bedingt sein, aber auch durch Medikamente (z.B. Phenytoin,
Ciclosporin).
Hyperuricämie = erhöhter Harnsäurespiegel im Blut
Harnsäure ist ein natürliches Stoffwechselprodukt und entsteht vermehrt bei der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, z.B. Fleisch. Unter bestimmten Bedingungen kann es zu einem vermehrten Anfall von Harnsäure im Stoffwechsel kommen oder auch zu einer verminderten Ausscheidung über die Niere. Dann steigt der Harnsäurespiegel im Blut an und Harnsäurekristalle können entstehen (ausfallen). Ein häufiger Ort, wo dies geschieht, sind die Gelenke. Diese antworten darauf oft mit einer heftigen, sehr schmerzhaften Entzündung (
Gicht-Anfall). Wiederholen sich diese Entzündungen, dann kann es auch zu einer Zerstörung vonGelenken kommen. Die Gicht behandelt man in erster Linie dadurch, daß man auf verschiedene Gicht-fördernde Nahrungsmittel verzichtet. Darüberhinaus kann man den Harnsäurespiegel im Blut auch durch Medikamente senken und damit einem Gichtanfall vorbeugen.
© '98 Arbeitsgruppe Rheumatologie Online, St. Willibrord-Spital Emmerich
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