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RheumaLexikon: P

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Forum: Rheumatologie

RheumaLexikon: P

Panarteriitis nodosa = Polyarteriitis nodosa, Periarteriitis nodosa

Die Panarteriitis nodosa führt zu einer Entzündung von Gefäßen (Vasculitis). Ursache dieser Entzündung ist offenbar eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers, weswegen man die Panarteriitis zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten zählt. Die Gefäßentzündungen können zu Hautveränderungen führen oder auch zu Funktionsstörungen innerer Organe. Diese können durchaus lebensbedrohlich sein (z.B. Nierenversagen, Herzmuskelentzündung). Man behandelt die Erkrankung mit Medikamenten, die die überschießende Abwehrreaktion des Körpers dämpfen (Cortison, falls dies alleine nicht reicht, gibt man zusätzlich Cyclophosphamid (Endoxan®)).

Parainfektiöse Arthritis

Gelenkentzündungen können manchmal Begleiterscheinungen anderer Infektionskrankheiten sein. So beobachtet man Gelenkentzündungen z.B. bei Röteln oder bei infektiöser Leberentzündung (Hepatitis). Diese Gelenkentzündungen verschwinden meist von alleine, wenn die zugrundeliegende Erkrankung ausheilt.

Parästhesie = Mißempfindung der Nerven

Solche äußern sich an der Haut als Kribbeln, Taubheit, Gefühl "eingeschlafener" Hände oder Füße, "Pelzigkeit" der Haut. Parästhesien sind ein Hinweis auf Nervenschäden.

Periarthropathie = Erkrankung der ein Gelenk umgebenden Gewebe

Die häufigste Form einer Periarthropathie ist die des Schultergelenkes, die sogenannte Periarthropathia humeroscapularis. Dabei kommt es zu schmerzhaften Reizungen, der am Schultergelenk ansetzenden Sehnen, teilweise mit Verkalkungen und Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit. Die Behandlung von Periarthropathien umfaßt Krankengymnastik, physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Ultraschall), Schmerzbehandlung und manchmal auch Operationen.

Phenylbutazon

Phenylbutazon (Handelsname z.B. Butazolidin®) ist ein stark wirksames entzündungs- und schmerzhemmendes Medikament. Wegen gehäufter Nebenwirkungen darf Phenylbutazon nur kurzfristig eingesetzt werden.

Piroxicam

Piroxicam ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum langer Wirkdauer (Handelsname z.B. Brexidol®, Felden®).

Plasmozytom = Plasmazell-Tumor

Plasmazellen sind Zellen des Blutes, die bestimmte Eiweiße (Antikörper) ins Blut abgeben. Beim Plasmozytom kommt es zu einer ungebremsten Vermehrung einer Plasmazelle im Knochenmark. Diese in zunehmender Überzahl im Knochenmark vertretenen Plasmazellen hindern andere blutbildende Knochenmarkszellen im Wachstum, sodaß es zu Störungen der Blutbildung kommt. Eine weitere Folge ist eine Auflösung von Knochengewebe, die zu vermehrten Knochenbrüchen und Schmerzen führen kann. Ein Plasmazytom ist nicht heilbar in dem Sinne, daß man es völlig beseitigen kann, man kann das Wachstum der Plasmazellen aber durch regelmäßige Gabe von Medikamenten deutlich bremsen.

Podagra

Als Podagra bezeichnet man die schmerzhafte Schwellung einer Großzehe (Großzehengrundgelenk) bei der Gicht.

Abb.: Podagra

Polyarthritis

Arthritis heißt Gelenk-Entzündung. Polyarthritis ist die Entzündung vieler Gelenke. Bei einer Arthritis ist in erster Linie nicht der das Gelenk bildende Knochen und Knorpel, sondern die das Gelenk umhüllende Gelenkhaut entzündet. Die entzündete Gelenkhaut kann aber Knorpel und Knochen angreifen und zu einer Zerstörung der Gelenkoberfläche und des Knochens führen. Die Folge ist eine zunehmende Bewegungseinschränkung und Zerstörung des Gelenkes.

Abb.: Schwellung der Fingergrundgelenke bei chronischer Polyarthritis (CP)

Polyarthrose

Arthrose heißt Gelenkverschleiß. Als Polyarthrose bezeichnet man den Verschleiß mehrerer Gelenke.

Polymyalgia rheumatica

Die Polymyalgia rheumatika ist eine Gefäßentzündung (Vasculitis), die typischerweise mit Schmerzen im Bereich von Oberarmen und Oberschenkeln, allgemeinem Krankheitsgefühl und trauriger Verstimmung (Depression) einhergeht. Unter Umständen kommt es bei dieser Erkrankung auch zu den Symptomen einer Arteriitis temporalis mit Entzündung der Schläfenarterien (Symptom: Kopfschmerzen) der Augenarterie (Gefahr der Erblindung!). Die Erkrankung spricht in der Regel prompt und eindrucksvoll auf eine Cortisonbehandlung (Corticoide) an. Nach 2-3 Jahren Behandlung kommt es meist zur Ausheilung.

Polymyositis

Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit, die zu einer schmerzhaften Entzündung von Muskeln führt. Häufig kommt es begleitend auch zu einer Hautentzündung mi Schwellungen und Verfärbungen der Haut (z.B. im Bereich der Augenlider. Man spricht dann von einer Dermatomyositis. Da eine Polymyositis oder Dermatomyositis Frühzeichen einer bösartigen Tumorerkrankung sein können, sollte bei dieser Diagnose immer auch nach versteckten Tumoren gesucht werden. Dadurch hat man die Chance, diese in einem Stadium zu finden, in denen sie z.B. durch eine Operation heilbar sind.

Polyneuropathie

Nervenschädigung, die nicht einen einzelnen, sondern zahlreiche Nerven betrifft. Ursachen können unter anderem Gifte (z.B. Alkohol), Medikamente, Infektionen oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)sein. Häufig Zeichen einer Polyneuropathie sind Mißempfindungen der Nerven (Parästhesien, s.o.), die als Kribbeln, Taubheit oder "Pelzigkeit" der Haut beschrieben werden. Es kann aber auch zu richtigen Gefühlstörungen, Nervenschmerzen oder Lähmungen kommen.

Postinfektiöse Arthritis

Manche Krankheitserreger, vor allem bestimmte Bakterien, können offensichtlich zu einer Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr führen, die zu einer Gelenkentzündung (Arthritis) führt, ohne daß diese Krankheitserreger im Gelenk selber vorhanden sein müssen. Nach erfolgreicher Behandlung der bakteriellen Infektion mit Antibiotika verschwinden viele postinfektiöse Arthritiden. Es kann aber auch vorkommen, daß sich die Arthritis verselbständigt und chronisch wird.

Prednison

Prednison ist ein häufig eingesetztes Cortisonpräparat (Corticoid, Handelsname z.B Decortin®)

Proxen®

Proxen® ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (Wirkstoff Naproxen).

Pseudoradikuläres Syndrom

Wenn bei Wirbelsäulen-Beschwerden eine Nervenwurzel eingeklemmt wird, dann kommt es in dem von dieser Nervenwurzel versorgten Hautbereich zu Schmerzen. Diese nennt man radikuläre Schmerzen. Pseudoradikuläre Schmerzen sind solche, die den Charakter radikulärer Schmerzen haben, ohne daß wirklich eine Nerveneinklemmung vorliegt. Diese äußern sich z.B. häufig als Schmerzen im Kreuzbereich mit Ausstrahlung in die Oberschenkel.

Psychopharmaka = die Psyche beeinflußende Medikamente

Sie finden üblicherweise als Beruhigungsmittel, Medikamente gegen Depressionen oder psychische Erkrankungen Anwendung. Man setzt solche Medikamente manchmal aber auch zur Schmerztherapie ein, weil sie z.T. auch eine günstige Wirkung auf die Schmerzwahrnehmung haben.


© '98 Arbeitsgruppe Rheumatologie Online, St. Willibrord-Spital Emmerich


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