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Forum: Rheumatologie
Rheuma / Rheumatoide Arthritis (Chronische Polyarthritis)
Weitergehende Informationen zum Thema Rheuma: Definition, Ursache, Diagnose, Ernährung, Rheuma beim Kind, Therapie, neue Medikamente, Selbsthilfegruppen, weiterführende Literatur
Quensyl®
Quensyl® (Wirkstoff Hydroxychloroquin) ist ein sogenanntes
Basistherapeutikum. Da es unter der Behandlung mit Quensyl® selten auch zu Veränderungen (Kristallablagerungen) an den Augen kommen kann, sollte auch eine halbjährliche augenärztliche Kontrolluntersuchung erfolgen.
Radikuläres Syndrom
Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule und Bandscheibenvorfälle können zur Einklemmung der Nervenwurzeln führen, welche das Rückenmark durch Öffnungen im Wirbelknochen verlassen. Den Nervenwurzeln sind bestimmte Bereiche der Haut zugeordnet (sogenannte Segmente), von denen Berührungs- und Schmerzempfinden über die Nervenwurzeln zum Gehirn geleitet werden. Bei Einklemmungen und Schädigungen der Nervenwurzeln kommt es in diesen zugehörigen Hautbereichen zum Auftreten von Schmerzen und Mißempfindungen, in fortgeschrittenen Fällen auch zu Muskellähmungen. Diese Beschwerden werden aufgrund ihrer gemeinsamen Ursache, der Einklemmung von Nervenwurzeln als radikulär (= von den Wurzeln herrührend) bezeichnet.
Radiosynorviothese
Da bei einer Gelenkentzündung in erster Linie die Gelenkhaut und nicht der Knochen entzündet ist, kann man eine Gelenkentzündung auch dadurch lindern, daß man überschüssige und entzündete Gelenkhaut entfernt. Dies kann durch eine Operation erfolgen (sogenannte Synovektomie), durch Injektion von Chemikalien in das Gelenk (= Chemosynorviothese) oder durch Injektion radioaktiver Substanzen in das Gelenk (= Radiosynorviothese). Die bei der Radiosynorviothese in das Gelenk eingebrachten Substanzen senden radioaktive Strahlen aus. Diese führen zu einer teilweise Zerstörung der Gelenkhaut. Die Radioaktivität der eingebrachten Substanzen ist nur von begrenzter Dauer, man braucht also keine "Verstrahlung" zu fürchten.
Rantudil®
Rantudil® (Wirkstoff Acemethacin) ist ein sogenanntes
nichtsteroidales Antirheumatikum.
Raynaud-Phänomen = Raynaud-Syndrom
Hierbei kommt es anfallsartig zu Verkrampfungen (Spasmen) im Bereich kleiner Schlagadern der Finger oder Zehen, die häufig durch Kälte ausgelöst werden. Man erkennt dies daran, daß die betroffenen Finger zunächst blau werden, anschließend leichenblaß, wie abgestorben und schließlich gerötet sind. Der Anfall dauert wenige Minuten bis maximal 1 Stunde. Das Raynaud-Phänomen kann ohne erkennbare Ursache als ein zwar unangenehmes aber harmloses Phänomen auftreten, es kann aber auch hinweisend sein auf zahlreiche andere Erkrankungen, unter anderem auch entzündlich-rheumatischer Natur. In ausgeprägten Fällen versucht man, dem Raynaud-Syndrom durch Gabe durchblutungsfördernder Medikamente zu begegnen.
Reaktive Arthritis
Bei der reaktiven Arthritis reagiert das Abwehrsystem des Körpers auf eine Infektion z.B. durch Bakterien oder Würmer mit einer Gelenkentzündung (Arthritis). Oft verschwindet diese reaktive Arthritis mit Verschwinden der Infektion, sie kann in manchen Fällen aber unbhängig davon bestehen bleiben.
Reiter-Syndrom
Das Reiter-Syndrom ist eine Sonderform der reaktiven Arthritis. Ursache ist oft eine Infektion der Harnorgane durch Bakterien (z.B. Chlamydien oder Mykoplasmen), manchmal auch eine bakterielle Infektion des Darmes (z.B. Shigellen). Dabei kommt es als Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems zu einer fehlgeleiteten entzündlichen Reaktion an Gelenken (z.B. Kniegelenk) und typischerweise auch zu Entzündungen an den Augen (z.B. Bindehautentzündung). Im typischen Fall findet sich dann die "Reiter-
Antibiotika. In manchen Fällen kommt es dennoch zu einer Verselbständigung der Gelenkentzündung, die dann chronisch wird.
Resochin®
Resochin® (Wirkstoff Chloroquin) ist eigentlich ein Medikament zur Behandlung der Malaria. Aufgrund einer entzündungshemmenden Wirkung verwendet man es aber auch als sogenanntes
Basistherapeutikum zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen.
Da es unter der Behandlung mit Resochin® selten auch zu Veränderungen (Kristallablagerungen) an den Augen kommen kann, sollte auch eine halbjährliche augenärztliche Kontrolluntersuchung erfolgen.
Rheumafaktor
Der Rheumafaktor ist ein im Blut vorhandener Faktor (Antikörper), der bei einigen Formen der chronischen Polyarthritis (
CP) nachgewiesen werden kann. Er ist aber nicht beweisend für diese Erkrankung. Vielmehr kann er z.T. auch bei Gesunden nachgewiesen werden. Andererseits schließt das Fehlen dieses Faktors einen chronischen Gelenkrheumatismus nicht aus. Somit dient der Nachweis der Rheumafaktors neben den Beschwerden des Patienten, der körperlichen Untersuchung durch den Arzt und Röntgenuntersuchungen nur als ein Baustein zur Diagnose einer chronischen Polyarthritis.
Rheumatisches Fieber
Nach eitrigen Mandelentzündungen (Tonsillitis) hat man früher, als noch nicht die Möglichkeit einer Behandlung mit Penicillin bestand, häufiger ein bis drei Wochen nach der Erkrankung ausgeprägte wandernde Gelenkentzündungen beobachtet. Diese Erkrankung nannte man Rheumatisches Fieber. Gefährlich waren dabei weniger die Gelenkentzündungen, die meist nach einiger Zeit verschwanden, sondern die Tatsache, daß es auch zu Entzündungen am Herzen und den Herzklappen kam, die zu Herzklappenfehlern führen konnten. Heutzutage ist das Rheumatische Fieber bei uns eine Rarität.
Rheumatoide Arthritis = chronische Polyarthritis
Als Polyarthritis bezeichnet man eine Erkrankung, die mit Entzündungen zahlreicher Gelenke einhergeht. Für die rheumatoide Arthritis speziell ist dabei typisch, daß diese Gelenkentzündungen symmetrisch auftreten und Fingergelenke betreffen. Außerdem weist man bei der Erkrankung häufig im Blut den sogenannten Rheumafaktor nach. Es gibt aber auch Fälle, in denen kein Rheumafaktor nachweisbar ist. Man spricht dann auch von einer sogenannten "seronegativen" Polyarthritis im Gegensatz zur Rheumafaktor-
Rhizarthrose = Arthrose ("Gelenkverschleiß") des Daumengrundgelenkes
© '98 Arbeitsgruppe Rheumatologie Online, St. Willibrord-Spital Emmerich
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