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Cholera

Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Weltweite Verbreitung der Cholera

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Bakterielle Infektion; meldepflichtig sind Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod. Die Erkrankung ist quarantänepflichtig.

Erreger: Vibrio cholerae, Vibrio cholerae O 1, Biovar El-Tor, Serotypen Inaba und Ogawa; aktuell in S- und SO-Asien von Nepal bis Malaysia auch V. cholerae O 139.

Vorkommen: Überwiegend in Südostasien, auch in Zentralasien und Pazifikbereich, seit 1970 in Afrika (Biovar El-Tor). 1990 Ausbruch einer Epidemie von Peru ausgehend, Verbreitung 1991 über Ecuador, Kolumbien, im Herbst des Jahres über Mexiko und Nicaragua. 1991 ca. 570.000 Cholera-Erkrankungen weltweit, davon ca. 70% in Süd- und Mittelamerika.

1994 wurden der WHO 384.403 Erkrankungs- und 10.692 Todesfälle gemeldet, zu etwa je 1/3 aus 28 Ländern Afrikas, 17 Ländern Amerikas, 26 Ländern Asiens. 2.630 Fälle in Europa, davon 43 importiert, 5 nach Deutschland. Ausbrüche in Rußland, der Ukraine, Albanien, Rumänien, Italien und Moldawien. Ende 1996 Cholerafälle aus 26 afrikanischen Staaten berichtet, davon jeweils über 10.000 aus Somalia, Senegal und Nigeria mit hoher Sterberate. Für den "Normaltouristen" nur relativ geringes Risiko: 1:500.000 pro Reisemonat.

Übertragung: oral, durch infizierte Nahrungsmittel (roher Fisch, Meeresfrüchte) sowie durch mit Ausscheidungen infiziertes Trinkwasser, selten durch Schmierinfektion.

Klinik und Therapie

Nach Inkubationszeit von einigen Stunden bis zu 10 Tagen (meist 2-3 Tage) durch das im Dünndarm gebildete Enterotoxin (Darmgift) Hypersekretion und Hypermobilität mit hohen Wasser- und Elektrolytverlusten (bis zu 30 Reiswasserstühle/Tag). Folgen sind Kreislaufsymptome, Exsikkose (Austrocknung), Hypoglykämie (Unterzuckerung), Schock, Urämie (Nierenversagen), Koma. Ohne Therapie Letalität (Sterblichkeit) 20-70%, bei Therapie, günstige Prognose (<1%). Viele Infizierte bleiben auch symptomlos.

Therapie: Substitution der Wasser- und Elektrolytverluste, Antibiotikatherapie

Prophylaxe: Sorgfältige Hygiene, kein Verzehr von ungeschälten Früchten, keine roher Salat oder Gemüse, kein roher Fisch/Schalentiere. Trinkwasser immer Abkochen, Vorsicht bei Speiseeis! Meiden von Epidemiegebieten. Meiden von Bereichen mit schlechter Sanitärhygiene in Endemiegebieten.

Injektionsimpfung mit Totimpfstoff, (2 x 1 Injektion subkutan im Abstand von 1 - 4 Wochen; Schutzwirkung ca. 40-65% über 6 Monate).

Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff, 1 x 1 Dosis in Wasser aufgelöst. Gute immunogene Wirksamkeit, Nachweis der Schutzwirkung im Feldversuch liegt noch nicht vor. Zeitlichen Abstand zu anderen, nicht gleichzeitig verabreichten Lebendimpfstoffen beachten. Über notwendigen Abstand zum Beginn einer Malariaprophylaxe liegen noch keine Erfahrungen vor. Intervall von 1 Woche zu Antibiotika, Chemotherapeutika und Antimalariamitteln empfohlen. Der Impfstoff ist bisher in der Schweiz, noch nicht in Deutschland zugelassen.

Schluckimpfung mit Totimpfstoff, Erwachsene und Kinder 6 ab Jahre: 2 (-3) x 1 Dosis im Abstand von 2 - 6 Wochen, Kinder von 2 - 6 Jahren 3 x 1 Dosis. Für Langzeitschutz Booster nach 2 Jahren, Wirksamkeit 80 - 86% für die ersten 6 Monate, 63% über 3 Jahre. Gleichzeitiger Schutz vor ETEC-Diarrhoe nach 2 x 1 Dosis mit mindestens 1 Woche Intervall. Wirksamkeit 60% über ca. 3 Monate. Einnahme nüchtern, 2 Std. vor und 1 Std. nach Schluckimpfung nicht essen. Wechselwirkungen mit anderen Impfungen nicht bekannt, Impfabstände nicht erforderlich.

Nachweis: Erregernachweis im Stuhl.


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