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Filariose (Wanderfilariose, Elephantiasis)

Wanderfilariose (Loa Loa)
Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie


Elephantiasis
Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Wanderfilariose

Verbreitung der Wanderfilariose

Weitere Bezeichnungen: Loa-Loa-Filariose, Loaose, Loiasis

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Parasitose, Nematodeninfestation

Erreger: Loa Loa, westafrikanischer Augenwurm (männlicher Wurm bis zu 30 mm, weiblicher Wurm bis 60 mm).

Vorkommen: Zentral- und Westafrika, nach Schätzungen sind 2-3 Mio. Menschen befallen.

Übertragung: Übertragung durch Mangrovenfliegen, Bremsen der Gattung Chrysops. Durch Stich in die Haut und Weiterwanderung im subkutanen (Unterhaut-) Bindegewebe gelangen die Wurmlarven ins Bindegewebe innerer Organe, wo sie zu adulten Würmern heranwachsen.

Klinik und Therapie

Präpatenzeit mindestens 6 Monate. Nach Inkubationszeit von 3 Monaten bis Jahren kommt es zu weitgehend schmerzlosen, schwach geröteten Schwellungen, die nach 1 bis 3 Tagen wieder verschwinden und an anderer Stelle erneut auftreten (Wurmwanderung ca. 1 cm/min). Gefährdung besteht bei Auftreten in der Augenbindehaut; es kann selten zu Eosinophilie, Pruritus, Urtikaria, Glomerulopathie, Enzephalitis und Meningitis kommen.

Therapie: Diäthylcarbamazin

Prophylaxe: Schutznetze, Schutz vor Bremsenstichen, Repellentien, hautbedeckende helle Kleidung, Bekämpfung der Mückenlarven.

Nachweis: Mikrofilariennachweis (erst nach Präpatenz) oft schwierig; am ehesten in Mittagssstunden aus (Kapillar-) Blut oder mit Anreicherungsmethoden (Zentrifugation, Filtration). Bei Augensymptomatik ausgewachsene Filarien in der Konjunktiva (Bindehaut).

Elephantiasis

Verbreitung der Elephantiasis

Weitere Bezeichnungen: Lymphatische Filariose, Wuchereriase, Filariasis bancrofti, Wuchereria bancrofti-Filariose, Brugia malayi-Filariose, Brugiafilariose

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Parasitose, Nematodeninfestation

Erreger: Wuchereia bancrofti (männlicher Wurm bis 40 mm, weiblicher Wurm bis 100 mm lang), Brugia malayi, Brugia timori

Vorkommen: Wuchereria bancrofti: Zentral-, Südamerika, Afrika, Asien, Pazifikgebiete. Nach Schätzungen sind 90 Mio. Personen von diesen Parasiten befallen. Prävalenz in Endemiegebieten 5%. Brugia malayi: Südindien, SO-Asien, China bis Korea; Brugia timori: Timor und benachbarte Inseln.

Übertragung: Übertragung durch verschiedene Moskitoarten (Zwischenwirte) auf den Menschen. Infektion durch Stich und aktives Eindringen der Wurmlarven durch die Haut.

Klinik und Therapie

1. Wuchereria bancrofti: Präpatenzzeit 7 Monate bis Jahre. Nach Inkubationszeit von 1 bis zu mehr als 12 Monaten Schmerzen, Schwellung und Rötung besonders an den Extremitäten und der Skrotalregion, Furunkulitis, Orchitis, Epididymitis, Lymphangitis, Lymphadenitis, Juckreiz und Fieber. Lymphabflußstauung (Parasiten leben im Lymphsystem des Menschen). Vorherrschend sind rezidivierende oder chronische entzündliche Veränderungen des Lymphsystems, Lymphödem, Hydrocele und Elephantiasis (zu 2%). Ausheilung spontan möglich; Sekundärinfektionen können lebensbedrohend sein.

2. Brugia sp.: Vorherrschend rezidivierende Lymphangitis und Lymphadenitis der Extremitäten (Elephantiasis), Genitale nicht betroffen.

Therapie: Diäthylcarbamazin

Prophylaxe: Geeignete Kleidung, Mückenschutznetze, Meiden von Gewässern, Mückenschutz, Bekämpfung von Mücken und Larven.

Nachweis: Mikrofilariennachweis im peripheren (Kapillar-) Blut (Ausstrich, Dicker Tropfen, Anreicherung durch Zentrifugation oder Filtration). Für Wuchereria bancrofti in den Nachtstunden, bei Infektion im zentralen Pazifik und auf den Nikobaren eher am Tage. Für Brugia malayi meist in den Nachtstunden, einige auch am Tage. Für Brugia timori nur in den Nachtstunden oder 30 Min. nach Provokation mit Diäthylcarbamazin.


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