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Fleckfieber

Murines Fleckfieber (Floh-Fleckfieber)
Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie


Klassisches Fleckfieber (Läuse-Fleckfieber)
Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Murines Fleckfieber

Verbreitung des Floh-Fleckfiebers

Weitere Bezeichnungen: Endemisches Fleckfieber, Fleckfieber der Tropen und Subtropen, Rattenfleckfieber, Stadttyphus, Typhus murinus, endemischer Typhus.

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Rickettsiose

Erreger: Rickettsia mooseri (früher Rickettsia typhimurium)

Vorkommen: In tropischen und subtropischen Bereichen in Handels- und Hafenstädten (Getreidesilos); bei großen Rattenpopulationen mit Kontakt zu den Einwohnern vermehrt Erkrankungen. Seroprävalenz in Endemiegebieten 5%.

Übertragung: durch Rattenflöhe (von Ratten) und Mäuseflöhe (von Mäusen) auf den Menschen, durch in die Haut eingekratzten Ratten- bzw. Mäuseflohkot; Infektion auch durch Aerosol möglich.

Klinik und Therapie

Nach Inkubationszeit von 8-12 Tagen Verlauf und Symptomatik der Erkrankung wie beim klassischen Fleckfieber, aber in milder Form. Exanthem bei ca. 60% der Infizierten, hohes Fieber nur kurzzeitig. Kopfschmerzen. Spontane Heilungen sind möglich. Spätrezidive sind nicht bekannt. Ohne Therapie beträgt die Letalität < 5%.

Therapie: Tetrazykline, Chloramphenicol.

Prophylaxe: Bekämpfung des Erregerreservoirs Ratten und der Flöhe, allgemeine Hygiene, Schutzimpfung nicht üblich.

Nachweis: Leukopenie, später Leukozytose; IgM-Antikörperanstieg (IIF).

Klassisches Fleckfieber

Verbreitung des klassischen Fleckfiebers

Weitere Bezeichnungen: Endemisches Fleckfieber, Typhus exanthemicus, Läusefleckfieber, Hungertyphus, Flecktyphus, Brill-Zinsser-Krankheit, Rückfalltyphus

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Rickettsiose; meldepflichtig sind Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod.

Erreger: Rickettsia prowazeki

Vorkommen: Früher besonders in Ost- und Südosteuropa. Heute vornehmlich in kühlen Höhenlagen tropischer Bereiche. In Afrika (96%), Süd- und Mittelamerika, Asien, Europa. Erkrankung wird auf jährlich 4000 Personen geschätzt.

Übertragung: durch Läuse (vornehmlich Kopf- und Kleiderläuse) auf den Menschen durch in die Haut eingekratzten Läusekot. Reservoir sind der Mensch und Haustiere.

Klinik und Therapie

Nach Inkubationszeit von 1-2 Wochen initial plötzlicher Fieberanstieg mit Kontinua, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, nach 2-3 Tagen entwickelt sich eine Konjunktivitis. Am 5. bis 7. Tag der Erkrankung generalisiertes Exanthem mit Fieber über 1 bis 2 Wochen, Splenomegalie (Milzvergrößerung); in schweren Fällen Enzephalitissymptomatik (Gehirnentzündung). Spätrezidive möglich (10 und mehr Jahre; Brill-Zinsser-Krankheit). Durch die Erregervermehrung im glatten Muskel und in Endothelzellen kleiner Gefäße, besonders in Haut, Herzmuskel und Zentralnervensystem, Bildung von Fleckfieberknötchen. Letalität 4-20%.

Therapie: Chloramphenicol, Tetrazykline

Prophylaxe: Allgemeine Hygienemaßnahmen, Bekämpfung der Laus, Schutzimpfung nur für Risikogruppen! Für Routineimpfung nicht verfügbar. Nach Überstehen der Krankheit besteht lebenslange Immunität.

Nachweis: Serologisch (Weil-Felix-Reaktion), evtl. histologisch aus Exanthemläsion mit Rickettsia-Nachweis.


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