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Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Weitere Bezeichnungen: Lambliasis (ältere Bezeichnung nach dem früher so benannten Erreger)
Infektionsart: Protozoen-Infektion
Erreger: Giardia lamblia (früher Lamblia intestinalis)
Vorkommen: Weltweit verbreitet, in südlichen Ländern jedoch weitaus häufiger. Prävalenz in Endemiegebieten weltweit 5%, in städtischen Slumgebieten Lateinamerikas, Asiens und Afrikas 30-80%. Nach Schätzungen beträgt die Infektionsinzidenz ca. 200 Mio./Jahr.
Übertragung: Mangelnde Sanitärhygiene. Übertragung durch zystenhaltige Nahrungsmittel u. Trinkwasser, durch Schmierinfektion, Sexualkontakte.
Präpatenzzeit 1-6 Wochen. Nach Inkubationszeit von wenigen Tagen bis zu einem Monat (Persistenz bis zu 1 Jahr möglich) subakute abdominelle Beschwerden - selten akut - über Wochen bis Monate; Leitsymptom: unregelmäßiger, etwas heller gefärbter breiiger Durchfall ohne Blut oder Schleim.
Akute Lambliasis: plötzlicher Durchfall, besonders postprandial (nach dem Essen), und Hyperperistaltik. Bei Kindern auch krampfartiger Oberbauchschmerz, Erbrechen, Blähungen, evtl. Fieber. Nach 1 bis 2 Wochen Besserung, weiter weiche Stühle, Blähungen, manchmal über Monate.
Chronische Lambliasis: Wiederholt Schübe mit voluminösen weichen oder dünnbreiigen Stühlen, Blähungen, Völlegefühl. Besonders bei Kindern Gefahr der Malabsorption, Gewichtsverlust. Disponierend: Hypochlorhydrie, Z.n. Magenresektion, Immunschwäche.
Therapie: 5-Nitroimidazole (Metronidazol, Tinidazol, Nimorazol, Ornidazol).
Prophylaxe: Abkochen bzw. Filtern von Trinkwasser, Vorsicht bei Salat und ungeschältem Ost, allgemeine Hygienemaßnahmen.
Nachweis: Zystennachweis im Stuhl, bei negativem Befund Nachweis von Zysten und Trophozoiten im Duodenalsaft (Zwölffingerdarm) oder Dünndarmaspirat.
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