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Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie
Verbreitungsgebiet: Westafrika
Infektionsweg: Das Erregerreservoir sind infizierte Nager. Die Ratten sind lebenslange Virusträger ohne selbst zu erkranken. Sie scheiden freies Lassa-Virus im Urin und anderen Körperflüssigkeiten aus. Die Übertragung erfolgt direkt durch infizierten Nagetierurin der indirekt durchkontaminierten Staub oder Nahrungsmittel und Aerosole (aufgewirbelte Partikel) der virushaltigen Nagerexkremente bzw. Blutweg. In Krankenhäusernkann die Infektion durch engen Kontakt mit einem infizierten Patienten z.B. durch bluthaltige Aerosole, durch direkten Kontakt mit Blut oder Verletzungen mit Nadeln oder Skalpellen erfolgen.
Epidemiologie: Die Krankheit brach erstmals 1969 in Nigeria bei einer amerikanischen Missionarsschwester auf, die sich in Lassa-Township im Nordosten Nigerias infiziert hatte. In den Endemiegebieten gibt es eine saisonale Häufung während der Trockenzeit (von Januar bis April). Ca. 10-15% aller internistischen Krankenhausaufnahmen in Endemiegebieten und 30% der Einweisungen mit Fieber sind Lassavirus-bedingt. Die Letalität beträgt dort 10-20%.
Aktuell: Erkrankung einer deutschen Studentin im Januar 2000. Am 15.1.2000 verstarb sie an den Folgen der Erkrankung.
Inkubationszeit: 3-21 Tage nach Kontakt, typischerweise 7-12 Tage
Die Symptomatik beginnt meist schleichend mit den Symptomen eines unspezifischen grippalen Infekts. Die Patienten entwickeln Fieber, Schüttelfrostund Muskelschmerzen. Nach 3 bis 6 Tagen kommt es zu ausgeprägtenFieberschüben, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, ausgeprägter Schwäche, Blutdruckabfall (7.-14. Tag), konjunktivale Injektionen, Diarrhoe, Thorax- und Abdominalschmerzen, Dysphagie und Erbrechen. Typisch ist eine deutliche Pharingitis mit oder ohne Halsbeschwerden bei Tonsillen mit weißen Exsudatpunkten oder Ulzerationen (HNO-Konsil). Bei schweren Verläufen treten Vertigo, neurale Taubheit (5-20%), Enzephalitiden und Hämorrhagien auf. Einer initialen Lymphopenie folgt eine Neurophilie. Die Thrombozytenfunktion, bei u.U. grenzwertig normalen Thrombozytenzahlen, ist oft gestört. Typisch sind weiter faziale und nuchale Ödeme bei capillay leak-Syndrom. Letalität: 5-20% der hospitalisierten Patienten. Die Krankheit verläuft zumeist (90-95%) blande oder sogar inapparent. Eine schlechte Prognose bzw. Schwere Verläufe sind bei hohen Transaminasespiegeln (sGOT 150 U/ml), deutlicher Virämie und Schwangeren (80% Tod des Foeten) beschrieben.
Diagnostik: Virusnachweis aus Blut, Rachenspülflüssigkeit, Urin, Biopsien v.a. Leber und Knochenmark (in Sicherheitslabor Klasse 4) Gewebekulturen (nur 50% pos.), PCR (polymerase chain reaction - Polymerase Kettenreaktion), Serologie (ELISA oder IF - v.a. IgM schon bei Aufnahme oft positiv, IgG).
Therapie: Die frühe Ribaverin-Gabe senkt die Letalität. Ribaverin [Virazole (R)] initial 2 g iv., dann 4x1g für 4 Tage und weiter 3x0,5g nach Rücksprache mit einemTropeninstitut. Symptomatische Therapie. Strenge Patientenisolierung. Getrennte Entsorgung der infektiösen Patientenexkremente und -materialien.
Prophylaxe: Kontakt mit infizierten Ratten oder Patienten meiden. Patientenisolation im Einzelzimmer möglichst mit Schleuse, Schutzkleidung (Kittel, Schutzbrille, Mundschutz und Handschuhe). Nach Rücksprache mit einem Arzt sollten Kontaktpersonen 2x tgl. Fieberkontrolle und unter Umständen Ribaverin erhalten.
Meldepflicht: Verdacht, Erkrankung und Tod bei Lassafieber sind meldepflichtig nach BuSeuG (Bundesseuchengesetz).
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