Navigation am Ende der Seite

Leishmaniasis (Orientbeule, Kala Azar)

Kutane Leishmaniasis
Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie


Viszerale Leishmaniasis
Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Kutane Leishmaniasis

Verbreitung der kutanen Leishmaniasis

Weitere Bezeichnungen: Kutane oder Haut-Leishmaniasis: Orientbeule u.ä., Chiclero-Geschwür
mukokutane oder Schleimhaut-Leishmaniasis: Espundia u.a.

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Protozoen-Infektion

Erreger: Kutane Leishmaniasis: Leishmania (L.) major, L. minor oder tropica, L. aethiopica, L. mexicana u.a.

Mukokutane Leishmaniasis: L. braziliensis sp.

Vorkommen: Weltweit in tropischen und subtropischen Klimazonen außer Australien, auch im Mittelmeerraum. Kutane und Mukokutane Leishmaniasis: 11 Mio. Neuerkrankungen/Jahr; importierte Infektionen aus dem Mittelmeerraum.

Übertragung: Stich durch infizierte Schmetterlingsmücken ("sandflies", Phlebotomus, Lutzomyia), besonders während der Dämmerung im Freien; auch durch Zerquetschen der Mücke auf nicht intakten Hautbereichen. Reservoir sind Nagetiere, Wildkaniden, Hunde, Menschen.

Klinik und Therapie

Kutane Leishmaniasis: Nach Inkubationszeit von 1-2 Monaten an der Einstichstelle Papeln, Knötchen, zur Blutung neigende Ulcera, Lymphadenopathie. Oft stärker ausgeprägte Ulzerationen bei südamerikanischen Formen durch L. braziliensis sp.. Spontanheilung nach einigen Monaten möglich, aber auch chronisch-persisitierende oder destruierende Geschwüre mit entstellender Narbenbildung. Hautinnenflächen, Fußsohlen und Kopfhaut bleiben frei. In 5-10% Rezidiv, besonders im Gesicht.

Mukokutane Leishmaniasis: Häufig nach einer kutanen Leishmaniasis durch L. braziliensis. Nasenbluten, nasolabial umschriebenes Ödem und entstellende Fibrosierung oder destruierende Ulzeration zwischen Oberlippe und Nase, des Nasenseptums oder des Nasen-Rachen-Raumes. Sekundär- und Superinfektion.

Therapie: Eine medikamentöse Therapie der unkomplizierten kutanen Leishmaniose ist nicht in jedem Fall erforderlich (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg). Miltefosin (Impavido®) bietet evt. eine orale Therapiealternative mit geringeren Nebenwirkungen (Quelle: Thieme connect).

Diffuse kutane Leishmaniasis: Pentostam*, Glucantim* i.m. od. i.v. über 30 Tage (potentiell kardiotoxisch!) oder Pentamidine*, Lomidien* 1-3x/Wo. i.m. od. i.v. zur Heilung und symptomatische Behandlung (Anämie, Superinfektion!).

Mukokutane L.: Glucantime* (s.o.) oder Amphotericin B per Infusion jeden 2. Tag über 20-40 Tage.

Ulzerierende kutane L.: Glucantime* od. Pentostam* 1-3x/Wo. lokal, gesamt 4-6 Inj.

Sonstige kutane L.: durch Erreger der mukokutanen L. wie bei mukokutaner L. (s.o.)

Prophylaxe: Bekämpfung der Mücken und Larven, geeignete Kleidung, Repellentien, kleinmaschige Schutznetze.

Nachweis: Mikroskopischer Erregernachweis bei viszeraler Form. Serumantikörper in IFAT, ELISA, Gegenstrom-Immunelektrophorese, HAHT, KBR; Spezifität und Sensitivität bei viszeraler Form 90%, bei kutaner Form nur niedrige Titer in sensitiven Tests. Hauttest mit Leishmanin zur retrospektiven Diagnostik nach Wochen und Monaten.

Differentialdiagnose: Tbc, Lepra.

Viszerale Leishmaniasis

Verbreitung der viszeralen Leishmaniasis

Weitere Bezeichnungen: Viszerale oder systemische Leishmaniasis: Kala Azar u.a.

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Protozoen-Infektion

Erreger: Viszerale Leishmaniasis: L. donovani donovani, L. d. infantum, L. d. chagasi

Vorkommen: Weltweit in tropischen und subtropischen Klimazonen außer Australien, auch im Mittelmeerraum. Viszerale Leishmaniasis: 400.000 Neuerkrankungen/Jahr. Importierte Infektionen aus dem Mittelmeerraum.

Übertragung: Stich durch infizierte Schmetterlingsmücken ("sandflies", Phlebotomus, Lutzomyia), besonders während der Dämmerung im Freien; auch durch Zerquetschen der Mücke auf nicht intakten Hautbereichen. Reservoir sind Nagetiere, Wildkaniden, Hunde, Menschen.

Klinik und Therapie

Nach Inkubationszeit von 3-6 Monaten schleichender oder akuter Beginn mit hohem Fieber, Milz-, Leber- und Lymphknotenschwellung, Hypersplenismus, später Panzytopenie, Anämie, Muskelatrophie, Kräfteverfall, Hyperpigmentation, Verlauf meist schwer und chronisch, evtl. jahrelang. Häufig Superinfektion, auch Hämorrhagien. Letalität unbehandelt 80-90%.

Therapie: Liposomales Amphotericin B (AmBisome®), Miltefosine (Impavido®), fünfwertige Antimone (Pentostam® und Glucantim®). Miltefosine ist im Gegensatz zu den Übrigen oral anwendbar und ebenfalls als Mittel der ersten Wahl zu diskutieren (Quellen: AWMF und Thieme connect).

Prophylaxe: Bekämpfung der Mücken und Larven, geeignete Kleidung, Repellentien, kleinmaschige Schutznetze.

Nachweis: Mikroskopischer Erregernachweis (Romanowsky-Färbungen, direkte Immunfluoreszenz) aus Randbereichen des Hautgeschwürs oder im Knochenmarkausstrich bzw. Lymphknoten. Serumantikörper in IFAT, ELISA, Gegenstrom-Immunelektroühorese, HAHT, KBR; Spezifität und Sensitivität 90%. Hauttest mit Leishmanin zur retrospektiven Diagnostik nach Wochen und Monaten.

Differentialdiagnose: akut Malaria, Typhus, Brucellose


Laien » Krankheiten » Tropen »

Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Apotheke | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH