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Infektion und Übertragung Malariaformen Symptome und Diagnostik
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Weitere Namen: Rückfall-, Wechsel-, Sumpffieber; Malaria tropica, Malaria tertiana, Malaria quartana
Infektionsart: Protozoen-Infektion; meldepflichtig sind Erkrankung und Tod.
Erreger: Plasmodium falciparum (Malaria tropica), Plasmodium vivax, ovale (Malaria tertiana), Plasmodium malariae (Malaria quartana, heute seltenste Form)
Die Malaria war und ist eine der schwersten und gefährlichsten Krankheiten. Experten haben ausgerechnet, dass in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen an Malaria starben, als an jeder anderen Krankheit. Erschreckend sind die auch aktuellen Zahlen. Weltweit erkranken jedes Jahr zwischen 1,5 und 2,7 Millionen Menschen neu an Malaria, Zigtausende sterben. Allein in Deutschland sterben etwa 10 bis 15 Menschen pro Jahr. Die Erkrankungszahlen in Deutschland steigen seit Jahren an. In 1996 wurden erstmals über 1.000 Malariafälle in Deutschland registriert. Leider sind die Zahlen seitdem weiter ansteigend. Auch der Anteil mit tödlichem Verlauf hat sich fast verdoppelt (4 %).
Vorkommen: Weltweit in den Tropen und z.T. auch Subtropen unterhalb 2000 m Höhe. Ca. 200 Mio. Erkrankungen/Jahr und 1 Mio. Todesfälle. Verschlechterung der Situation in Endemiegebieten durch zunehmende Resistenz der Plasmodien gegen Chemotherapeutika (in erster Linie Resistenz von Plasmodium falciparum gegen Chloroquin) und der Anopheles-Mücke gegen Insektizide bzw. unzureichende Bekämpfungsmaßnahmen. Durch Reisende oder verschleppte infizierte Anophelesmücken "Airport-Malaria". Endemische Vorkommen in Europa auch im Donaudelta und Teilen der Türkei (s. ReiseRix -Länderinformationen).
Die meisten Infektionen stammten aus Zentralafrika, insbesondere Kenia. Westafrikanische Länder haben sich leider einen unrühmlichen Platz "erkämpft". Aus Ghana und Gambia werden in letzter Zeit viele schwere Malariafälle nach Deutschland importiert. Südostasien spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, aber auch aus anderen Ländern wird Malaria importiert.
Übertragung: durch Anopheles-Mücke. Import möglich: nicht-tropische Anopheles kann bei Reservoir (erkrankter Mensch) und entsprechender Außentemperatur auch Malaria übertragen. Weitere seltene Übertragungswege: diaplazentar (auf das ungeborene Kind), Blut-Blut-Kontakt, Bluttransfusion, Transplantation.
Malaria tropica: Nach Inkubationszeit von 1-2 Wochen uncharakteristischer Beginn, oft, aber nicht immer plötzlich hohes Fieber (Zerfall der von Plasmodien befallenen Erythrozyten) mit Schüttelfrost (kein typischer Fieberrhythmus! Atypischer Fieberverlauf durch Doppel- oder Mischinfektionen möglich!), Erbrechen, Benommenheit, Anämie, Ikterus, Leber- und Milzschwellung. Kann nach wenigen Tagen zum Tod führen. Bei Überstehen der Krankheit nach 9 bis 12 Monaten kein Rezidiv mehr.
Malaria tertiana: Schwerste Form der Malaria mit akuter Lebensgefahr. Nach Inkubationszeit von 2-3 Wochen oder länger zunächst uncharakteristische Temperaturerhöhung, anschließend alle 48 Stunden (Beginn des 3. Tages) Fieberanfälle von 40-41°C und Schüttelfrost, nach mehreren Stunden Entfieberung. Atypischer Fieberverlauf durch Doppel- oder Mischinfektionen möglich. Bei länger dauernder Erkrankung Anämie und Splenomegalie (Milzvergrößerung). Rezidive (8 Mo. bis 2 Jahre) relativ häufig. Ausheilung spontan binnen 2 Jahren möglich.
Malaria quartana: Nach Inkubationszeit von 3 bis 7 Wochen oder länger allmählicher Krankheitsbeginn, dann Fieberanfälle alle 72 Stunden (Beginn des 4. Tages). Atypischer Fieberverlauf durch Doppel- oder Mischinfektion möglich. Hepatomegalie (Lebervergrößerung). Rekrudenz bis über 20 Jahre möglich. Sofern keine Nierenbeteiligung vorliegt, ist die Prognose günstig. Es sind Inkubationszeiten von über einem Jahr möglich.
Malariasymptome sind Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und anderes mehr. Die Inkubationszeit beträgt zwischen sieben Tagen und mehreren Monaten. Durch die Krankheitserscheinungen kann die Diagnose "Malaria" weder sichergestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur durch den Nachweis von Parasiten im Blut möglich.
Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, mit einem einfach anzuwendenden Schnelltest die Diagnostik einer Malaria schneller und einfacher zu ermöglichen. Dieser Test: MalaQuick® ist für Reisende gedacht, bei denen unklare Krankheitssymptome auftreten und die eine schnelle Untersuchung durchführen müssen. Einen Arztbesuch und eine gründliche Untersuchung kann und will dieser Test nicht ersetzten.
Die Mitführung des Schnelltests (Doppelpack für ca. 70,- DM über Apotheken) kann für Reisende und insbesondere bei längerem Aufenthalt in Malariaendemiegebieten eine wertvolle Entscheidungshilfe beim Auftreten von Fieber sein. Die Entscheidung ob eine
Stand-by-Medikation zu beginnen ist, kann erleichtert werden. Der Test ist mit einer Empfindlichkeit und Zuverlässigkeit von über 90% ausreichend sicher.
Ein Nachteil des Schnelltests ist leider, daß er nur die Erreger der Malaria tropica nachweisen kann - andere Formen werden nicht nachgewiesen. Ein weiterer grosser Nachteil ist, dass das Reagenz gekühlt aufgehoben werden muß. Dies ist auf Reisen zumindest schwierig (Kühlschrank mitnehmen??).
Der Test ist leider auch nicht sehr einfach durchzuführen, auch wenn die vertreibende Firma das behauptet. Ich kenne Tropenmediziner, die erst beim dritten Versuch alles korrekt durchgeführt haben - die ersten Tests waren wertlos. Bei einem ersten negativem Test, sollte dieser wiederholt werden. Sie müssen sich unbedingt baldmöglichst an einen Arzt wenden. Entscheidend für die Diagnose bleibt immer der Blutausstrich.
Nachweis: Plasmodien-Nachweis im gefärbten Blutausstrich oder im nach Giemsa gefärbten dicken Tropfen oder im Acridinorangefluoreszenzmarkierten Dichtegradienten (QBC-Methode).
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