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Onchozerkose (Flußblindheit)

Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Verbreitung der Onchozerkose

Weitere Bezeichnungen: Onchozerkiasis, Dermatitis nodosa tropica, Flußblindheit, Onchocerca-Filariose

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Fadenwurm-Befall, Nematodeninfestation

Erreger: Onchocerca volvolus (Knäuelfilarie)

Vorkommen: In Afrika, teilweise im Jemen sowie in Zentral- und Südamerika, vorzugsweise in Flußgebieten. Nach Schätzungen sind ca. 40 Mio. Menschen von diesen Parasiten befallen. In Endemiegebieten sind 50% parasitiert, 1% erblindet, regional 5-10%.

Übertragung: Übertragung der Wurmlarven auf den Menschen durch Kriebelmücken (Simulien-Art, black flies). Die Larven (Mikrofilarien) und die adulten Würmer bleiben meist abgekapselt im subkutanen Bindegewebe, auch in der Muskulatur.

Klinik und Therapie

Präpatenzzeit 10 bis 30 Monate. Nach Inkubationszeit von Monaten bis zu Jahren bleiben die heranwachsenden und adulten Filarien häufig im Bindegewebe symptomlos. Abkapselung der Mikrofilarien führt zu Bindegewebeknoten mit entzündlichen Granulomen, generalisierten Hauterscheinungen (Hautödem, Juckreiz, papulöses Exanthem, Lymphadenitis).

Im weiteren Verlauf kommt es zu chronischer Dermatitis, Lichenifikation, Atrophie, Depigmentation der Haut (sog. Leopardenhaut). Es können schlaffe Leistenhautfalten mit hängenden Lymphknoten (sog. hanging groins) auftreten, weiterhin sklerosierende Lymphadenitis und Erblindung durch Larvenbefall der vorderen und hinteren Augenabschnitte (Sudan-Blindheit). Die adulten Würmer leben in reizlosen Knoten des subkutanen Bindegewebes oder der Muskulatur, sog. Onchozerkome. In Afrika meist in Hüft-, Becken-, Oberschenkelbereich, in Amerika meist in Kopf-, Schulter-, Thoraxbereich lokalisiert.

Therapie: Chirurgische Knotenentfernung, falls auffindbar; Diäthylcarbamazin, Ivermectin, Suramin.

Prophylaxe: Schutznetze, geeignete Kleidung, Bekämpfung der Überträgermücken; Meiden der Mückenbrutplätze (an stark wirbelnden Gewässern) und deren Umgebung.

Nachweis: Mikrofilarien-Nachweis durch flache Hautbiopsie; bei negativem Befund evtl. Provokation mit Diäthylcarbamazin (Mazotti-Test); Makrofilarien-Nachweis im chirugisch entfernten Onchozerkom.


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