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Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie
Mit einfachen vorsichtigen Verhaltensweisen lässt sich die Infektion leicht vermeiden. Wird ihre Behandlung verschleppt, kann sie sehr unangenehm werden.
Die Infektion mit dem Parasiten "Kleiner Leberegel" (Opisthorchiasis) ist in Südost- und Ostasien verbreitet. Ein besonderer Schwerpunkt des Vorkommens ist in Thailand, wo bis zu 7 Mio. Menschen betroffen sein sollen. In bestimmten Regionen sind dies bis zu 90% der Einwohner, die regelmäßig Wurmeier ausscheiden. Diese gelangen bei fehlender Abwasserklärung ins Wasser und damit in die Wasserschnecken zur weiteren Entwicklung.
Die Infektion durch den Leberegel (Opisthorchiasis) erfolgt über den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend abgekochtem bzw. durchgebratenem Süßwasserfisch, wobei zahlreiche Fischarten den Parasiten enthalten können. Die sehr kleinen, verkapselten Wurmlarven (kleiner als 1 mm und damit mit bloßem Auge nicht erkennbar) finden sich unter den Schuppen der Fische und im anliegenden Gewebe.
Nach der Aufnahme des infizierten Fisches in den Magen-Darmtrakt des Menschen, schlüpfen die Larven im Darm des Menschen, wandern in die Gallengänge der Leber und entwickeln sich dort zu erwachsenen Egeln (Länge 10 - 20 mm). Die Eier des erwachsenen Parasiten erreichen über den Gallenfluß den Darm und werden über den Stuhl ausgeschieden. Da der Parasit einen komplizierten Lebenszyklus hat und zu seiner Weiterentwicklung einen Zwischenwirt (eine spezielle Wasserschnecke) benötigt, ist seine Ausbreitung auf das Vorkommen dieser Zwischenwirte beschränkt (Südost- und Ostasien). Damit ist auch eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch nicht möglich.
Typische Infektionssituation ist der Verzehr von nicht ausreichend heiß zubereitetem Fisch oder Fischstücken bei fliegenden Händlern, bzw. - für die einheimische Bevölkerung - der Verzehr von rohem oder (z.B. bei Brennstoffmangel) nicht vollständig gegartem Fisch dort, wo der Lebenszyklus des Parasiten möglich ist und infizierte Menschen entsprechende Wurmeier ausscheiden.
In den meisten Fällen, insbesondere wenn Touristen oder Reisende betroffen sind, verursacht die Infektion keine Beschwerden, da dann der Befall gering ist und laufende Superinfektionen nach dem Verlassen des Endemiegebietes nicht stattfinden. Bei schwererem Befall (höherer Last an Leberegeln in den Gallengängen) können sich Beschwerden in der Leberregion (rechter Oberbauch), Fieber oder auch Symptome durch Gallenstau (wie Gelbsucht, auffällige Leberwerte, gelegentlich auch Durchfall) einstellen.
Die Diagnose wird im Labor aufgrund der Stuhluntersuchung gestellt. Hierzu sind in der Regel mehrere Stuhlproben notwendig, in denen dann nach Wurmeiern gefahndet werden muß. Diese haben eine charakteristische Form und die Diagnose ist für den parasitologisch geübten Arzt nicht schwierig. Häufig sind mehrere Stuhluntersuchungen notwendig, da nicht in jeder Stuhlportion Wurmeier ausgeschieden werden.
Therapie: Üblicherweise wird mit Praziquantel behandelt (chemische Kurzbezeichnung und internationaler "generic", Handelsname BiltricideŽ, CesolŽ, CysticideŽ), und zwar durch den Arzt. Durch das Absterben der Leberegel in den Gallengängen kann es - selten - zu Komplikationen kommen, so daß es sehr sinnvoll ist, diese Therapie auch vom Arzt überwachen zu lassen. Stationärer Aufenthalt ist nicht notwendig.
Prophylaxe: Diese ist im Zusammenhang mit der Opisthorchiasis die wichtigste Maßnahme: Wer den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gekochtem/gebratenem Süßwasserfisch vermeidet, kann praktisch nicht erkranken. Dazu gehört allerdings auch eingelegter/marinierter Fisch oder auch alle Soßen, die mit Fisch/Fischteilen zubereitet werden, wie dies häufig in Südost- und Ostasien üblich ist.
Eine optische Kontrolle auf Vorhandensein von Wurmlarven bietet keine ausreichende Sicherheit. Damit ist die Hygiene bei der Zubereitung von großer Bedeutung:
Wird bereits fertig gekochter Fisch auf der gleichen Unterlage zubereitet, auf der gerade roher Fisch zuvor bearbeitet wurde, so ist eine Infektion des anscheinend ungefährlichen, durchgegarten Fisches über diesen Kontakt möglich. Das gleiche gilt für die Verwendung von Instrumenten wie Messer u.a. im Küchenbereich. Diese Prophylaxe wird in kleinen Garküchen oder bei fliegenden Händlern kaum je durchgehalten.
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