Navigation am Ende der Seite

Pest (Lungen- oder Beulenpest)

Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Weltweite Verbreitung der Pest

Weitere Bezeichnungen: Beulenpest (Bubonenpest), Lungenpest

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Bakterielle Infektion; meldepflichtig sind Erkrankungsverdacht und Erkrankung. Quarantänepflichtig.

Erreger: Yersinia pestis

Vorkommen: 1994 gehäuftes Auftreten in Indien in der Stadt Surat (neben Beulenpest auch Lungenpest). Seit Oktober 1994 wurden keine Neuerkrankungen mehr gemeldet. Weltweit sind umschriebene endemische Pestherde in Bergwald- und Savannengebieten Zentral- und Südostasiens, in Zentral-, Ost- und Südafrika, auf Madagaskar, in Brasilien, Venezuela sowie in den Rocky Mountains der USA bekannt oder zumindest wahrscheinlich (siehe Endemiekarte). Weitere Fälle in Delhi, Bombay, Benares, Bhopal, Kalkutta, Nagpur. Weitere Pestherde werden weltweit als wahrscheinlich angenommen bzw. sind bekannt.

Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch Flohstich von der Ratte auf den Menschen sowie von Mensch zu Mensch. Bei Lungenpest Tröpfcheninfektion; die Erkrankung geht hierbei nicht von einem Flohstich aus. Auch sekundär als Pestpneumonie im Rahmen einer Pestsepsis nach Beulenpest.

Klinik und Therapie

Beulenpest: Nach Inkubationszeit von 2 bis 8 Tagen, selten bis zu 15 Tagen, verdickte Lymphknoten, örtliche weiche Schwellung, Rötung, Schmerzen. Zunächst harte Lymphknoten, dann nach Einschmelzung weicher; spontanes Aufbrechen nach innen oder außen.

Lungenpest: Akuter Beginn mit Fieber, Dyspnoe (Kurzatmigkeit), Husten mit zunächst wäßrigem, dann blutigem Auswurf. Bei Fortschreiten der Erkrankung Verlauf wie bei Pestsepsis.

Pestsepsis: Schwerste und akut lebensbedrohliche Verlaufsform, die durch Ausbreitung der Erreger im ganzen Körper entstehen kann. Akuter Beginn mit Kopfschmerzen, Fieber bis 40°C, Schüttelfrost. Im weiteren Verlauf schwere innere Blutungen, Schock. Unbehandelt tritt der Tod nach 2 - 6 Tagen ein. Klinisch blander (abortiver) Verlauf ist möglich.

Therapie: Tetrazyklin, Doxyzyklin; Streptomycin; Chloramphenicol

Prophylaxe: Bekämpfung von Flöhen und Ratten; Vorsicht bei engem Kontakt zu Infizierten (Mundschutz, Schutzkleidung). Eine Impfung (geringer Schutz - weniger als 6 Monate - und relativ schlechte Verträglichkeit) wird nur Personen empfohlen, bei denen ein hoher Gefährdungsgrad besteht.

Nachweis: Nachweis in Punktaten, Sputum, Blut (Anzucht des Erregers im mikrobiologischen Labor). Serologische Diagnostik im akuten Fall nicht möglich.


Laien » Krankheiten » Tropen »

Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Apotheke | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH