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Relative Kontraindikationen für Schwangere: Anaemie, Hämoglobingehalt i.S. < 8,5 mg/dl. Thromboembolie in der Vorgeschichte sowie Risikoschwangerschaften.
Bei häufigen Flügen in der Schwangerschaft Strahlenbelastung beachten. Grenzwert 0,5 Millisievert bzw. 50 Millirad. (Normalflug NewYork - Tokio = 0.2 Millisievert). Bei Flügen in großer Höhe relevante Strahlenbelastung in Abhängigkeit von der Sonnenaktivität möglich. Kritisch ist besonders die Zeit der Hirnentwicklung des Foeten in der 8. - 15. Schwangerschaftswoche.
Die Flughafen-Sicherheitskontrolle mit einem Metall-Detektor (Magnetstab) stellt keine Gefährdung dar.
Während des Fluges soll der Sicherheitsgurt tief über dem Beckengürtel verlaufen. Hypostase und venösem Stau (Gefahr der Ödembildung und Thrombose) sind vorzubeugen. Bewegung im Rahmen des Möglichen! Beingymnastik, Beine hochlagern!
Grundsatz: Möglichst keine Impfung während des ersten Trimenons. Ansonsten strenge Risiko-Nutzen-Abwägung. Bakterielle Totimpfstoffe (Cholera-Injektionsimpfstoff, Meningokokken, Pest, Pneumokokken, Typhus-Injektionsimpfstoff) sind nicht kontraindiziert. Theoretisches Risiko ist eine sehr selten auftretende hochfieberhafte Impfreaktion mit der Gefahr einer Neuralrohrschädigung des Foeten oder eines Spontanaborts in der Frühschwangerschaft.
Bakterielle Toxoidimpfstoffe (Tetanus, Diphtherie) können bedenkenlos gegeben werden. Inaktivierte oder gentechnisch hergestellte Virusimpfstoffe (Hepatitis A, Hepatitis B, Influenza, Tollwut, Japanische-Enzephalitis, Polio-Injektionsimpfstoff (IPV) sind nicht kontraindiziert. Attenuierte Virus-Lebendimpfstoffe (Masern, Mumps, Röteln, Gelbfieber, Polio-Schluckimpfstoff (OPV) sind in der Schwangerschaft generell kontraindiziert.
Die Kontraindikation zur Polio-Schluckimpfung (OPV) wird von der WHO als relativ angesehen. Alternative ist die Polio-Injektionsimpfung (IPV). Stillen ist keine Kontraindikation zur Impfung. Bisher wurde als einziges das Röteln-Impfvirus aus der Muttermilch isoliert.
Bei erheblichem Expositionsrisiko kann ab dem 6. Schwangerschaftsmonat evtl. eine Gelbfieberimpfung erwogen werden. Für evtl. vorgeschriebene Impfungen gegen Gelbfieber ist die Schwangerschaft keine absolute Kontraindikation, da Schäden nicht beobachtet wurden. Jedoch ist eine strenge Indikationsstellung (Risikoabwägung) bei Reisen in aktuelle Infektionsgebiete erforderlich. Sonst evtl. Impfbefreiungszeugnis oder Absagen der Reise. Auch hier: Impfungen im 1. Trimenon möglichst vermeiden!
Von den hier abgehandelten Impfungen sind in der Schwangerschaft:
unbedenklich: Tetanus, Polio
wegen fehlender Erfahrungen vorsichtig unter strenger Nutzen-Risiko-Einschätzung anzuwenden: Cholera, Diphtherie, Hepatitis A (aktiv), Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Meningokokken-Meningitis, Tollwut (präexpositionell), Typhus (oral und parenteral)
absolut kontraindiziert: Masern, Mumps, Röteln
Laufen/Jogging: unbedenklich, solange die Körper-Kerntemperatur (oral oder rektal gemessen) < 38°C und der Pulsschlag der Schwangeren 140/min nicht übersteigt. Hypoglykämie und Dehydration vermeiden!
Schwimmen: keine Kontraindikation
Sauna: im 1. Trimenon Risiko von Fehlbildungen des Neuralrohrs
Tauchen mit Gerät: kontraindiziert
Schnorcheln: unbedenklich
Schwangere sollten grundsätzlich nicht in Malaria-Endemiegebiete reisen, einen Aufenthalt in Gebieten mit Chloroquinresistenz aber unbedingt vermeiden! Hohe Letalität für Mutter und ungeborenes Kind! Die Plazenta ist ein bevorzugter Ort für Plasmodien-befallene Erythrozyten. Komplikationen einer Malaria während der Schwangerschaft: Fehlgeburt, Totgeburt, hohe Neugeborenen-Sterblichkeit, intrauterine Entwicklungsstörung, konnatale Malaria, zerebrale Malaria, massive Hämolyse, akutes Nierenversagen.
Eine prophylaktische antimikrobielle Behandlung wird nicht empfohlen. Chemische Wasseraufbereitungsanlagen auf Jod-Basis können bei kurzdauernden Reisen (< 3 Wochen) genutzt werden. Bei längerem Gebrauch Schilddrüsenvergrößerung des Foeten.
Zur Behandlung erlaubt: Orale Rehydrationslösungen (ORS), Ampicillin, Erythromycin, Cephalosporine, Loperamid, Kaolin, Pektine. Relative Kontraindikatonen: Wismut-haltige Präparate (im Tierversuch teratogen), Salicylsäure-haltige Präparate (fetale Blutungen), Trimethoprim-Sulfamethoxazol (im 1. Trimenon teratogen, im 3. Trimenon Kernikterus), Ciprofloxacin (im Tierversuch Spontanabort bei hoher Dosierung, Skelett-Fehlbildungen).
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