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Tetanus (Wundstarrkrampf)

Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Verbreitung des Wundstarrkrampfes

Weitere Bezeichnungen: Wundsstarrkrampf

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Bakterielle Infektion, typische Wundinfektion; meldepflichtig sind Erkrankung und Tod.

Erreger: Clostridium tetani, ein anaerob (d.h. unter Luftabschluß) wachsendes, widerstandsfähige Sporen bildendes Bakterium. Die Erkrankung wird verursacht durch das abgesonderte Tetanustoxin (Gift) Tetanospasmin.

Vorkommen: Weltweit verbreitet; geschätzt 300.000 - 500.000 Erkrankungen pro Jahr, Sterberate 45-50%.

Übertragung: Das Bakterium kommt weltweit in oberflächlichen Erdschichten sowie (dort harmlos) im Darm von Mensch und einigen Tieren vor. Der Erreger gelangt meist durch Fremdkörperverletzung, Stich-, Biß- oder Quetschwunde, auch durch Verbrennungen, chronische Hautgeschwüre, Abort, Schwangerschaft, chirurgische Eingriffe ins Gewebe. Kleine Wunden können genügen! Totes Gewebe (Nekrosen) begünstigen Erregervermehrung und Toxinbildung. Tetanustoxin bewirkt über eine Enthemmung der Nervenschaltstellen (Synapsen) einen erhöhten Muskeltonus (Rigor) und Spasmen der Skelettmuskulatur.

Klinik und Therapie

Nach Inkubationszeit von 2-14 (-56) Tagen initial Schmerz der Kau-, Bauch- und Rückenmuskulatur, Kiefersperre durch Spasmus der Kaumuskulatur (Trismus), entstellende Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur (Risus sardonicus), Schluck- und Atemstörungen durch Konvulsionsspasmen. Zunahme der Schwere über 3 Tage, dann über 5-7 Tage konstant; häufig Komplikationen, besonders Pneumonien.

Therapie: Klinikeinweisung! Antitoxin-Gabe für noch nicht im ZNS gebundenes Toxin; chirurgische Wundversorgung; Muskelrelaxation, assistierte Beatmung, Intensivpflege, symptomatische Behandlung.

Prophylaxe: Minderung des Verletzungsrisikos. Impfschutz lebenslang aufrechterhalten! Grundimmunisierung meist im Säuglingsalter, Auffrischimpfung im 2. und 6. Lebensjahr; bei ungeimpften älteren Kindern und Erwachsenen nach dem Impfschema 0, 1 Monate, Auffrischimpfung nach 12 Monaten, danach etwa alle 10 Jahre. Bei schwerer Verletzung ohne nachweisbaren Impfschutz aktive/passive Simultanimpfung mit zusätzlich Tetanus-Hyperimmunglobulin, sonst Auffrischimpfung oder keine Impfung erforderlich.

Nachweis: Keiner. Typisches klinisches Bild. Erregernachweis in der Wunde nur bei ca. 30%. Evtl. Toxinnachweis im Tierversuch.


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