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Typhus

Infektion und Übertragung
Klinik und Therapie

Weltweite Verbreitung des Typhus

Weitere Bezeichnungen: Typhoid fever, Febris typhoides, typhöse Salmonellose, Unterleibstyphus (Typhus = Prototyp einer Salmonellose)

Infektion und Übertragung

Infektionsart: Bakterielle Infektion; meldepflichtig sind Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod.

Erreger: Salmonella typhi, S. schottmuelleri (= S. paratyphi B), und weitere Serotypen.

Vorkommen: Weltweites Vorkommen, geographisch unterschiedliche Häufung der verschiedenen Serotypen. Risiko für Reisende 1 : 30.000, in Indien, Ägypten, Algerien, Marokko, Senegal ca. 1 : 3.000. Es gibt Tardiv- und Explosionsepidemien.

Übertragung: Übertragung oral indirekt über infizierte Nahrungmittel (Wasser, Milch u.a.) vor allem in Ländern der 3. Welt; direkt ano-oral bzw. fäkal-oral (vom Stuhlgang zum Mund) zwischen erkrankten Menschen (Schmierinfektionen bei Menschen im akutem Krankheitsstadium sowie bei Darmausscheidern, Reservoir ist Gallenblase bzw. Dünndarm).

Klinik und Therapie

Nach Inkubationszeit von 1-3 Wochen allgemeines Krankheitsgefühl, langsamer stufenweiser Temperaturanstieg mit stabilem Fieber bei 40°C, oft über 1 bis 2 Wochen. Leukopenie, Roseolen der Bauchhaut, zu Beginn Obstipation, dann Diarrhöen. Komplikationen können sein: ZNS-Symptomatik bis zu Hirnödem, Darmblutungen und -perforation, Peritonitis, Myokarditis, Cholezystitis. Ohne Therapie liegt die Letalität bei bis zu 15%, mit Behandlung bei 1-2%. Nach Erkrankung jahrelange Immunität möglich.

Therapie: Antibiotika, auch zur Therapie von Dauerausscheidern (ca. 3-5% der Erkrankten).

Prophylaxe: Allgemeine hygienische Maßnahmen, Lebensmittelhygiene (Kontrolle nicht nur der Lebensmittel, sondern auch der Futtermittel), Meiden von Gebieten mit ungenügender Wasseraufbereitungs- und Abwasserhygiene. Schutzimpfung entweder als Schluckimpfung (Lebendimpfstoff, je 1 Kapsel am 0., 2. und 4. Tag; Schutzwirksamkeit ca. 70% über 1 Jahr) oder als Injektionsimpfung (Totimpfstoff, 1x1 Injektion intramuskulär; Schutzwirksamkeit ca. 55-82% über 3 Jahre).Bei Schluckimpfung (Lebendimpfstoff) ist nach Herstellerangaben kein zeitlichen Abstand zu anderen Lebendimpfstoffen mehr erforderlich! Beginn einer Malaria-Chemoprophylaxe frühestens 3 Tage nach Einnahme der letzten Impfstoff-Kapsel.

Nachweis: 1. bis 2. Woche Erregernachweis im Blut (Blut-Galle-Kultur), ab 2. bis 3. Woche Erregernachweis im Stuhl, evtl. Urin.


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