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Einwanderer aus dem Nahen Osten brachten in der Jungsteinzeit Ackerbau und Viehzucht nach Europa ("Neolithische Revolution"). Der Haupt-Einwanderweg für die landwirtschaftlichen Pioniere und ihr Vieh war das Donautal – die frühesten Bauern hierzulande gelangten aus der ungarischen Tiefebene ins heutige Deutschland. Anders ist das anscheinend im südlichen Teil unseres Kontinents abgelaufen: Die Bauern und Hirten, die die neue Wirtschaftsform nach Südeuropa brachten, sind hauptsächlich auf der Mittelmeerroute eingewandert – zumindest die Männer. Das entdeckte eine Arbeitsgruppe um die Paläogenetikerin Marie Lacan durch DNA-Analysen an 5000 Jahre alten Skeletten aus der Grotte des Treilles in Südfrankreich.
www.wissenschaft.de vom 30.05.11
An der Grabungsstätte von Begash in Kasachstan stieß ein Forscherteam auf die Reste von 4300 Jahre alten Weizen- und Hirsekörnern. In Zentralasien lebten die Menschen zu jener Zeit ausschließlich als Viehzüchter, erst ab 700 v.Chr. begann dort der Ackerbau. Offenbar verlief am Nordrand der innerasiatischen Gebirge schon damals ein Pendant zur späteren "Seidenstraße", ein Handelsweg zwischen China und dem Nahen Osten beziehungsweise Europa. Aus China bezogen die Hirtennomaden von Begash Hirse, aus dem Nahen Osten oder aus Europa gelangte Weizen zu ihnen. Zahnanalysen belegen allerdings, dass sie das Getreide nicht gegessen haben. Vielmehr dienten die Getreidekörner als Brandopfer bei Bestattungen.
www.wissenschaft.de vom 26.05.11
Wenn Sie zwei parallele Geraden vor sich sehen, kann es eine dritte geben, die die eine schneidet, die andere aber nicht? Nein, lautet die korrekte Antwort – und die kann man offenbar auch dann geben, wenn man in der Schule niemals etwas von Parallelen oder sonstigen geometrischen Zusammenhängen gehört hat. Das legt zumindest eine Studie eines französische-US-amerikanischen Forscherteams nahe, in der die Wissenschaftler sowohl Angehörige eines am Amazonas heimischen Stammes als auch Erwachsene und Kinder aus den USA und Frankreich testeten.
www.wissenschaft.de vom 23.05.11
Eine der Hürden auf dem Weg zum Mars ist offenbar höher als bisher angenommen: Das Immunsystem der Astronauten wird bei Langzeitaufenthalten im All wahrscheinlich geschwächt. Französischen Forschern zufolge sind Antikörper, die im All gebildet werden, nämlich weniger effektiv im Kampf gegen Viren, Bakterien und Krebszellen. Das zeigt die Analyse der Immunantwort von Molchen in der Schwerelosigkeit im Vergleich zu auf der Erde geimpften Versuchstieren. "Wir hoffen, nun Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, die diesen Veränderungen des Immunsystems entgegenwirken. Das könnte nicht nur Astronauten nützen, sondern auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf der Erde", sagt Jean-Pol Frippiat von der Université Henri Poincaré-Nancy.
www.wissenschaft.de vom 23.05.11
Eine Kindheit in sozialer Kälte beschleunigt das Altern – nicht nur psychisch, sondern auch körperlich: Vernachlässigte Kinder aus rumänischen Heimen haben bereits im Alter von sechs bis zehn Jahren verkürzte Chromosomenenden, ein Zeichen für die vorzeitige Alterung ihres Erbguts. Das hat ein internationales Forscherteam durch Erbgutanalysen von 109 Heimkindern nachgewiesen. Die genauen biologischen Ursachen für den Effekt einer unglücklichen Kindheit und seine Auswirkungen auf das spätere Leben sind noch unklar. Studien weisen aber darauf hin, dass kurze Telomere, wie die Enden der Chromosomen genannt werden, nicht nur die Lebensspanne verringern, sondern auch mit kognitiven Störungen und einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verbunden sind.
www.wissenschaft.de vom 17.05.11
Die allerersten Tiere lebten in einer lebensfeindlichen Welt fast ohne Sauerstoff. Wieso sie trotzdem nicht erstickten, haben jetzt Forscher um Murray Gingras herausgefunden: Womöglich bildeten Matten aus photosynthetisch aktiven Bakterien kleine Sauerstoff-Oasen im Urmeer, schreiben sie in der Zeitschrift "Nature Geoscience". Diese könnten Zufluchtsorte und Evolutionslabors für Mehrzeller mit aktivem Stoffwechsel gewesen sein. Der Paläontologe und seine Kollegen entdeckten auf der Inselgruppe Los Roques vor der Küste Venezuelas jetzt ähnlich funktionierende Lebensgemeinschaften.
www.wissenschaft.de vom 17.05.11
Vor knapp fünf Jahren schaffte der Japaner Shin'ya Yamanaka eine Sensation: Er programmierte erstmals spezialisierte Hautzellen so um, dass sie sich praktisch genauso verhielten wie embryonale Stammzellen und sich in nahezu jedes Körpergewebe verwandeln ließen. Das schien gleich zwei der größten Probleme zu lösen, die den Einsatz und sogar die Erforschung der embryonalen Alleskönner ausbremsten: die ethische Frage – für die neuen Zellen mussten keine Embryonen getötet werden – und die Sache mit der Abstoßungsreaktion. Denn Gewebe, das aus embryonalen Stammzellen gewonnen wird, hat nach wie vor ein anderes Erbgut als der potenzielle Empfänger dieses Gewebes und wird vom Immunsystem daher als fremd erkannt. Gewebe aus umprogrammierten Hautzellen kann dagegen maßgeschneidert werden, das heißt, als Ausgangsmaterial können die eigenen Zellen dienen. Damit hätte das neue Gewebe das gleiche Erbgut und dürfte eigentlich keine Immunreaktion auslösen. Das gilt jedoch offenbar nur in der Theorie: Eine neue Studie eines US-Forscherteams zeigt nun, dass diese Hoffnung möglicherweise verfrüht war. Denn zumindest bei Mäusen gibt es nach der Transplantation der maßgeschneiderten umprogrammierten Zellen durchaus Abstoßungsreaktionen.
www.wissenschaft.de vom 16.05.11
Die ersten Anzeichen der gefürchteten Alzheimer-Krankheit sind falsch gefaltete Proteine in einer kleinen Region im Hirnstamm – und die gibt es offenbar schon bei Kindern. Mit dieser Nachricht überrascht der 73-jährige Ulmer Anatom Heiko Braak die Fachwelt.
www.wissenschaft.de vom 12.05.11
Ein Forscherteam will das menschliche Gehirn im Computer nachbauen. Das "Human Brain Project" hofft auf eine Milliardenförderung der EU. Der Kampf gegen Alzheimer und Parkinson soll endlich vorankommen - nebenbei sollen neue Supercomputer und Roboter entstehen.
www.spiegel.de vom 12.05.11
US-Forscher haben ein körperliches Merkmal identifiziert, das direkt mit der Zeugungsfähigkeit eines Mannes zusammenzuhängen scheint: den Abstand zwischen dem hinteren Ansatz des Hodensacks und dem Anus. Bei unfruchtbaren Männern ist er nämlich kürzer als bei Männern, die Kinder zeugen können, konnten die Wissenschaftler in einer – allerdings recht kleinen – Studie zeigen. Seinen Ursprung hat der Zusammenhang vermutlich bereits im Mutterleib: Wenn während der Entwicklung des männlichen Fötus der Einfluss der Geschlechtshormone aus irgendeinem Grund gestört ist, kann das dazu führen, dass sich die männlichen Genitalien nicht korrekt ausbilden. Das könne dann sowohl einen verkürzten anogenitalen Abstand als auch eine beeinträchtigte Funktion der Hoden zur Folge haben.
www.wissenschaft.de vom 11.05.11
Zwillingsmütter leben länger – so beschreibt die University of Utah in einer Pressemitteilung ein spektakulär erscheinendes Ergebnis, auf das zwei ihrer Forscher bei der Auswertung eines Bevölkerungs- und Geburtenregisters aus dem 19. Jahrhundert gestoßen sind. Demnach hatten Frauen, die mindestens einmal Zwillinge geboren hatten, damals eine höhere Lebenserwartung und waren insgesamt fruchtbarer als ihre Zeitgenossinnen, die ihre Kinder einzeln bekamen. Die beiden Anthropologen Shannen Robson und Ken Smith, die die Studie durchgeführt haben, wollen das prägnante "Zwillingsmütter leben länger" jedoch nicht einfach so stehenlassen: Aus dem Ergebnis dürfe nicht etwa abgeleitet werden, dass Zwillinge gut für die Gesundheit seien oder gar die Lebenserwartung erhöhten – vielmehr schienen vor allem solche Frauen Zwillinge zu empfangen, die ohnehin eine sehr robuste Gesundheit besaßen und daher auch problemlos mit der stärkeren körperlichen Belastung bei der Mehrlingsschwangerschaft fertig wurden.
www.wissenschaft.de vom 11.05.11
Lassen sich Täter mittels ihrer Fingerlinien überführen, obwohl die Abdrücke aus ihrer Jugend stammen? Wissenschaftler haben ermittelt, wie sich die individuellen Linien im Leben verändern - sie sind auf eine erstaunlich einfache Regel gestoßen.
www.spiegel.de vom 09.05.11
Selbstlos können nicht nur Menschen sein - auch bei Tieren und Bakterien kommt die Eigenschaft vor. Jetzt haben Forscher sogar Robotern beigebracht, nett zueinander zu sein. Damit wollen sie der Evolution des altruistischen Verhaltens auf die Spur kommen.
www.spiegel.de vom 09.05.11
Während einer Depression gehen Betroffene Denkaufgaben analytischer an und treffen bessere Entscheidungen als Gesunde. Das hat eine Studie internationaler Forscher mit klinisch depressiven Patienten ergeben. Demnach schnitten Probanden, die akut an einer Depression litten, bei Entscheidungsaufgaben besser ab als Gesunde und auch als Patienten, die sich auf dem Weg der Besserung befanden. Von diesem Ergebnis leitet das Team um Bettina von Helversen von der Universität Basel Vermutungen über die evolutionären Wurzeln der Depression ab: In der Entwicklungsgeschichte des Menschen könnten kluge Entscheidungen, die während einer Depressionsphase getroffen wurden, ein Überlebensvorteil gewesen sein.
www.wissenschaft.de vom 05.05.11
Egal ob Mutterliebe, Trennungsschmerz, Gottesglaube: Über alles gibt der funktionelle Kernspin Auskunft. Nun warnen Forscher vor dem Glauben an die Bilderflut aus den Tomografen. Wie groß ist die Aussagekraft der bunten Hirnscans wirklich?
www.spiegel.de vom 04.05.11
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