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Es ist ein Mädchen: Das erste Baby Deutschlands, bei dem Mediziner eine Präimplantationsdiagnostik (PID) durchführten, ist in Lübeck zur Welt gekommen. Mittels des Tests konnte ein tödlicher Gendefekt ausgeschlossen werden.
www.spiegel.de vom 27.01.12
Bei der Suche nach Erdölalternativen richtet sich der Blick aufs Meer: Algen könnten Bioethanol liefern, wenn sie nur gut zu verarbeiten wären. Nun berichtet ein Biotech-Unternehmen von einem wichtigen Fortschritt. Gentechnisch veränderte Bakterien haben den Seetang geknackt.
www.spiegel.de vom 20.01.12
Eine Kindheit in sozialer Kälte beschleunigt das Altern – nicht nur psychisch, sondern auch körperlich: Vernachlässigte Kinder aus rumänischen Heimen haben bereits im Alter von sechs bis zehn Jahren verkürzte Chromosomenenden, ein Zeichen für die vorzeitige Alterung ihres Erbguts. Das hat ein internationales Forscherteam durch Erbgutanalysen von 109 Heimkindern nachgewiesen. Die genauen biologischen Ursachen für den Effekt einer unglücklichen Kindheit und seine Auswirkungen auf das spätere Leben sind noch unklar. Studien weisen aber darauf hin, dass kurze Telomere, wie die Enden der Chromosomen genannt werden, nicht nur die Lebensspanne verringern, sondern auch mit kognitiven Störungen und einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verbunden sind.
www.wissenschaft.de vom 17.05.11
Vor knapp fünf Jahren schaffte der Japaner Shin'ya Yamanaka eine Sensation: Er programmierte erstmals spezialisierte Hautzellen so um, dass sie sich praktisch genauso verhielten wie embryonale Stammzellen und sich in nahezu jedes Körpergewebe verwandeln ließen. Das schien gleich zwei der größten Probleme zu lösen, die den Einsatz und sogar die Erforschung der embryonalen Alleskönner ausbremsten: die ethische Frage – für die neuen Zellen mussten keine Embryonen getötet werden – und die Sache mit der Abstoßungsreaktion. Denn Gewebe, das aus embryonalen Stammzellen gewonnen wird, hat nach wie vor ein anderes Erbgut als der potenzielle Empfänger dieses Gewebes und wird vom Immunsystem daher als fremd erkannt. Gewebe aus umprogrammierten Hautzellen kann dagegen maßgeschneidert werden, das heißt, als Ausgangsmaterial können die eigenen Zellen dienen. Damit hätte das neue Gewebe das gleiche Erbgut und dürfte eigentlich keine Immunreaktion auslösen. Das gilt jedoch offenbar nur in der Theorie: Eine neue Studie eines US-Forscherteams zeigt nun, dass diese Hoffnung möglicherweise verfrüht war. Denn zumindest bei Mäusen gibt es nach der Transplantation der maßgeschneiderten umprogrammierten Zellen durchaus Abstoßungsreaktionen.
www.wissenschaft.de vom 16.05.11
Japanische Behörden stehen vor einer grausamen Puzzle-Arbeit. Sie müssen nach der Naturkatastrophe vom März Tausende Leichen identifizieren. Jetzt sollen DNA-Analysen Gewissheit bringen. Derweil misst Greenpeace Radioaktivität im Meer vor der AKW-Ruine Fukushima.
www.spiegel.de vom 03.05.11
Eine genetische Studie hat Erbanlagen aufgespürt, die staatenbildende von ungebunden lebenden Arten aus der großen Familie der Bienen unterscheiden. Über 200 Gene sind demnach typisch für die sozialen Vertreter, zu denen beispielsweise die Honigbienen aber auch die Hummelarten gehören. Die betreffenden Erbanlagen steuern bei ihnen Körperfunktionen und Verhaltensweisen, die ein komplexes Staatensystem ermöglichen. Darunter sind Gene, die für Informationsverarbeitung zuständig sind oder für die Funktion von speziellen Drüsen, die bei der Ernährung der Brut eine Rolle spielen. Staatenlose Arten, wie viele der Wildbienen, benötigen diese Spezialisierungen nicht. Die Ergebnisse geben erste Einblicke in die genetischen Grundlagen der Entwicklung zu Staatssystemen bei Insekten, sagen die Forscher um Gene Robinson von der University of Illinois in Urbana.
www.wissenschaft.de vom 12.04.11
Die Lust auf viel Kaffee ist im Erbgut verankert. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse einer Studie US-amerikanischer Forscher hin: Sie haben Variationen zweier Erbanlagen identifiziert, die typischerweise bei Menschen mit hohem Koffeinkonsum vorkommen. Die Gene beeinflussen vermutlich die Abbaurate des Wachmacherstoffs im Körper. Genau darin sehen die Forscher auch den Zusammenhang zum Trinkverhalten: Bei entsprechend veranlagten Menschen verschwindet das Koffein sehr schnell wieder aus dem Körper, und sie benötigen neues, um die anregende Wirkung zu spüren. So schenken sie sich immer wieder neuen Kaffee ein, um die Koffeinwirkung aufrecht zu erhalten.
www.wissenschaft.de vom 08.04.11
Jahrelang haben Forscher im Erbgut Zehntausender Menschen nach Auslösern für Alzheimer gefahndet. Jetzt präsentieren sie fünf bisher unbekannte Risikogene. Sie könnten helfen, die Entstehung der Krankheit zu enträtseln - und sie so möglicherweise zu stoppen.
www.spiegel.de vom 04.04.11
US-amerikanische Forscher haben erstmals Erfolge bei einer Gentherapie für die Parkinson-Krankheit erzielt: In einer streng kontrollierten kleinen Studie spritzen die Mediziner um Peter LeWitt vom Henry Ford Hospital in Detroit Patienten mit Parkinson in fortgeschrittenem Stadium ein bestimmtes Gen in das für die Grobmotorik zuständige Zwischenhirn. Die zusätzliche genetische Information soll helfen, vor Ort den Stoffwechsel auszubalancieren. Dabei stellten die Forscher zunächst fest, dass die Therapie für die Patienten sicher zu sein scheint und gut vertragen wird. Gegenüber einer nur zum Schein behandelten Kontrollgruppe verbesserten sich zudem die parkinsontypischen Symptome wie das Tremor genannte Zittern. Ein Vergleich mit alternativen Therapien wie etwa der Tiefen Hirnstimulation, bei der über Elektroden das gleiche Zwischenhirnareal gereizt wird, steht allerdings noch aus. Mit der aktuellen Studie sei zunächst das Therapiekonzept geprüft worden, schreiben die Forscher. Angesichts der geringen Probandenzahl von 37 Testpersonen müssen nun weitere Untersuchungen die Ergebnisse erhärten.
www.wissenschaft.de vom 17.03.11
Deutsche Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit der sich Beziehungen zwischen Genen identifizieren lassen. Solche Netzwerke spielen bei der Entstehung vieler Krankheiten eine Rolle, weil sich Erbanlagen in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Um derartige Verbindungen aufzudecken, nutzen die Forscher eine Eigenschaft des genetischen Beziehungsgeflechts, die sich beispielsweise auch in sozialen Netzwerken wiederfindet: Haben zwei Individuen jeweils eine Beziehung zum einem dritten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch miteinander zu tun haben. Mit diesem Ansatz haben die Wissenschaftler bereits eine bislang unbekannte Wechselwirkung bei der Entstehung von Krebs entdeckt. Die neue Methode könnte somit dazu beitragen, neue Mitspieler bei krebsrelevanten Signalketten zu finden und damit mögliche Angriffspunkte für neue Krebstherapien.
www.wissenschaft.de vom 08.03.11
Forscher haben Fehler im Erbgut von umprogrammierten Hautzellen entdeckt, die einmal die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen ersetzen sollen. Bei der Herstellung der sogenannten pluripotenten Stammzellen aus normalen Körperzellen kommt es offenbar zu genetischen Veränderungen, die sogar ein Krebsrisiko beinhalten können, konnten nun gleich zwei Wissenschaftlerteams unabhängig voneinander zeigen. Das wirft Zweifel an Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit der neuen Technik auf, die als vielversprechend für die Zucht von körpereigenen Geweben für Transplantationen gilt. Die Forscher fordern jetzt die genaue genetische Untersuchung der vielseitigen Zellen, bevor erste Studien an Patienten beginnen.
www.wissenschaft.de vom 03.03.11
Stammzellen aus dem Knochenmark können dem Herzmuskel nach einem Herzinfarkt helfen, haben deutsche Wissenschaftler gezeigt: Zumindest bei Mäusen verbessern die unspezialisierten Zellen nicht nur die Herzfunktion, sondern verringern auch die nach einem Herzinfarkt typischen Veränderungen des Organs. Die Knochenmarkstammzellen erwiesen sich dabei als wirksamer als Stammzellen aus dem Fettgewebe oder dem Nabelschnurblut, die ebenfalls als potenzielle Kandidaten für eine Stammzellbehandlung gelten. Ihr überragendes therapeutisches Potenzial verdanken die Knochenmarkzellen offenbar dem Endoglin - einem Protein, das die Blutgefäße regeneriert und das Absterben der Herzzellen verhindert. Bevor eine Therapie mit Hilfe dieser Stammzellen am Menschen angewendet werden kann, muss die therapeutische Wirkung dieser Zellen allerdings noch gründlich untersucht werden, schreiben die Wissenschaftler.
www.wissenschaft.de vom 22.02.11
Einem US-Forscherteam ist es erstmals gelungen, das komplette Erbgut von insgesamt sieben Prostatatumoren zu entziffern. Dabei fanden sie heraus, dass das Genom der Tumoren eher seltener Mutationen, also den Austausch einzelner Buchstaben, enthält. Dafür kommen aber sehr viele größere Umlagerungen und Umbauten ganzer Erbgutabschnitte vor, bei denen zum Beispiel DNA-Stücke an der falschen Stelle ins Genom eingefügt sind. Solche Veränderungen können wichtige Steuergene der Zelle funktionsunfähig machen - mit der Folge, dass sich die Zelle unkontrolliert zu teilen beginnt und entartet. Die Forscher entdeckten außerdem neue Gene, die für das Wachstum der Tumoren verantwortlich zu sein scheinen. Auf Basis der neuen Erkenntnisse können in Zukunft möglicherweise neue Diagnosewerkzeuge für die Erkrankung sowie neue Waffen für den Kampf gegen den Prostatakrebs entwickelt werden, schreiben die Wissenschaftler um Mark Rubin.
www.wissenschaft.de vom 10.02.11
Ein internationales Forscherteam ist bei der Bestandsaufnahme der Vielfalt menschlicher Gene ein gutes Stück weitergekommen: In einer großangelegten Studie, an der auch deutsche Wissenschaftler maßgeblich beteiligt waren, analysierten die Forscher das Erbgut von insgesamt 185 Menschen. Dabei entschlüsselten sie Tausende von bislang unbekannten Strukturvarianten - große Abschnitte im Erbgut, die bei jedem Menschen anders sind. Von den Ergebnissen versprechen die Forscher sich auf Dauer ein besseres Verständnis davon, wie Gene die Gesundheit beeinflussen. Die Studie ist Teil des "1.000 Genomes Projects", das zum Ziel hat, eine detaillierte Datenbank humangentischer Variationen zu schaffen.
www.wissenschaft.de vom 03.02.11
Nicht nur Familienmitglieder sind über ihre Gene miteinander verbunden, sondern auch Freunde. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher nach Untersuchungen, in denen sie nach einem Zusammenhang zwischen Erbinformationen und dem Beziehungsgeflecht von Menschen fahndeten. Bei zwei von sechs untersuchten Erbfaktoren entdeckten die Wissenschaftler dabei tatsächlich auffällige Zusammenhänge innerhalb von Freundeskreisen. Beiden Genen wird eine Funktion bei der Entwicklung bestimmter Verhaltensweisen zugeschrieben. Demnach könnten unsere Erbanlagen unbewusst die Auswahl des sozialen Umfelds beeinflussen, was wiederum eine Rückwirkung auf unser eigenes Leben hat, spekulieren die Forscher. Sie sehen diesen Zusammenhang auch als einen Faktor bei der Evolution des Menschen.
www.wissenschaft.de vom 18.01.11
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