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Würzburger Forscher haben den Informationsaustausch des Immunsystems entschlüsselt, der bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen aber auch Krebs eine Rolle spielt. Regulatorische Zellen übertragen demnach einen Botenstoff auf Abwehrzellen, der sie umprogrammiert: Die Produktion von Entzündungsstoffen wird dadurch abgeschaltet. Dieses Prinzip der Abwehrunterdrückung ist bei Autoimmunerkrankungen zu schwach und lässt die Immunzellen dadurch den eigenen Körper angreifen. Bei Krebserkrankungen begünstigt dagegen die übermäßige Unterdrückung der Immunreaktion das Wachstum von Tumorzellen. Mit Informationen über diese Regulationsmechanismen könnten in Zukunft Therapien sowohl gegen Autoimmunerkrankungen als auch gegen Krebs entwickelt werden, sagen die Forscher. Über die Ergebnisse des Teams um Edgar Serfling berichtet die Universität Würzburg.
www.wissenschaft.de vom 01.02.11
Brustkrebs nach den Wechseljahren kann in 30 Prozent aller Fälle vermieden werden - und zwar durch mehr Bewegung und den Verzicht auf eine Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden. Das hat ein Team von Forschern aus Heidelberg und Hamburg ausgerechnet. Demnach sind diese beiden - beeinflussbaren - Faktoren etwa für ebenso viele Fälle von Brustkrebs verantwortlich wie die Parameter, die nicht beeinflusst werden können, darunter die genetische Veranlagung, eine frühe erste Regelblutung oder das späte Einsetzen der Wechseljahre. Die Wissenschaftler um Karen Steindorf vom DKFZ in Heidelberg raten Frauen daher, sich mehr zu bewegen und wenn möglich auf eine Hormonersatztherapie zu verzichten.
www.wissenschaft.de vom 19.01.11
Ein neuer Wirkstoff gegen Brust- und Lungenkrebs könnte möglicherweise auch gegen Hirntumore wirksam sein. Das haben US-Forscher in Tests mit Mäusen herausgefunden. Die Substanz namens Imetelstat sei besonders erfolgversprechend, da sie neben den Tumorzellen auch die Tumorstammzellen angreife, die wahrscheinlich für das ungehemmte Wachstum von Krebs verantwortlich sind. Darüber hinaus können sie im Gegensatz zu den meisten anderen potentiellen Wirkstoffen die sogenannte Blut-Hirn-Schranke durchdringen und somit auch zur Behandlung bösartiger Hirntumore wie dem Glioblastom eingesetzt werden, berichten Jerry Shay von der University of Texas und seine Kollegen.
www.wissenschaft.de vom 05.01.10
Wer an der Demenz-Krankheit Alzheimer leidet, hat ein geringeres Krebsrisiko. Andererseits erkranken Krebspatienten auch seltener an Alzheimer. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler bei der Auswertung der Daten von rund 3.000 Menschen über 65 Jahren herausgefunden. Wie der Zusammenhang zwischen beiden Krankheiten zustandekommt, können die Forscher allerdings noch nicht sagen.
www.wissenschaft.de vom 28.12.09
Wissenschaftler haben erstmals einen Nanosensor entwickelt, der Hinweise auf Krebs im Blut innerhalb weniger Minuten erkennen kann. Das neue Verfahren kann sogenannte Biomarker für Krebs – Moleküle, die nur bei Anwesenheit eines Tumors ins Blut abgegeben werden – selbst bei sehr geringer Konzentration erkennen, berichten die Forscher. Zugleich sind die Nanogeräte sehr viel schneller als herkömmliche Analysemethoden, die oft mehrere Tage in Anspruch nehmen. Sie könnten daher in Zukunft für einen Krebs-Schnelltest eingesetzt werden, der direkt in der Arztpraxis durchgeführt wird.
www.wissenschaft.de vom 14.12.09
Hautkrebs könnte sich künftig bereits im frühen Stadium und ohne aufwändige Laboruntersuchungen diagnostizieren lassen: US-Forscher haben herausgefunden, dass mit Hilfe der sogenannten Elastographie zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren sowie gesunder Haut unterschieden werden kann. Die Elastographie ist eine Weiterentwicklung der Ultraschalldiagnostik und wird bereits zur Diagnose von Brust- und Prostatakrebs angewendet. Die Forscher um Eliot Siegel von der Universität von Maryland in Baltimore haben das Verfahren nun an 40 Testpersonen erfolgreich erprobt.
www.wissenschaft.de vom 01.12.09
Die Gesamtzahl der Krebstoten in den Staaten der Europäischen Union ist seit den 90er Jahren deutlich gesunken – vor allem weil immer weniger Menschen rauchen. Das geht aus einer neuen Statistik hervor, die ein italienisch-schweizerisches Forscherteam erstellt hat. Zu diesem Zweck werteten die Wissenschaftler um Carlo La Vecchia und Cristina Bosetti von der Universität Mailand die Anzahl krebsbedingter Todesfälle in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in den Zeiträumen 1990 bis 1994 und 2000 bis 2004 aus. Die gute Nachricht: Die durchschnittliche Zahl aller Krebstoten – ungeachtet der Krebsart – sank bei den Männern im Vergleich zum Ergebnis der 90er Jahre um neun Prozent, bei den Frauen um acht Prozent. Vor allem Menschen im mittleren Alter starben deutlich seltener an Krebserkrankungen als noch vor einem Jahrzehnt.
www.wissenschaft.de vom 30.11.09
Soja könnte in Zukunft ein natürliches Medikament gegen Krebs liefern. Zu diesem Schluss sind US-Forscher über einen Umweg gekommen: Sie hatten entdeckt, dass es im Körper von Taufliegen eine Gruppe von Substanzen gibt, die offenbar Zellen in den Selbstmord treiben können – eine Wirkung, die ebenso als Schlüsselfaktor für die Krebsvorbeugung wie auch für die für Entwicklung neuer Krebsmedikamente gilt. Da sich diese Substanzen auch in Sojabohnen finden, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Hülsenfrüchte in Zukunft als Lieferant für derartige Wirkstoffe nutzen lassen, schreiben die Wissenschaftler um Julie Saba vom Children's Hospital and Research Center in Oakland.
www.wissenschaft.de vom 25.11.09
Mit einfachen Berührungen und Massagetechniken können Familienmitglieder oder Freunde das körperliche und emotionale Befinden von Krebspatienten verbessern. Zu diesem Schluss ist ein internationales Wissenschaftlerteam um William Collinge gekommen. Bekannt war bereits, dass professionelle Massagen als begleitende Maßnahmen im Rahmen einer Krebstherapie sinnvoll sein können. Der neuen Studie lag nun die Frage zugrunde, ob auch Verwandte oder Freunde anstelle von kostspieligen professionellen Masseuren das Leiden von Krebskranken lindern können. Das Ergebnis: Sie können, wobei der psychische Effekt einen entscheidenden Anteil am Erfolg hat, berichten die Forscher.
www.wissenschaft.de vom 19.11.09
Krebszellen können während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen werden. Was schon länger vermutet wurde, konnten japanische Forscher nun zum ersten Mal anhand genetischer Untersuchungen belegen: Sie untersuchten Tumorzellen eines Säuglings und fanden heraus, dass diese den mütterlichen in bestimmten Genabschnitten so sehr glichen, dass sie offenbar im mütterlichen Körper entstanden und anschließend auf den Fötus übergesprungen sind. Den kindlichen Zellen fehlte zudem ein bestimmtes Oberflächenprotein, dessen Fehlen die Zellen für das Immunsystem unsichtbar macht, so dass sie sich unbemerkt in den Körper einschleichen können. Bei der Mutter waren diese Proteine noch vorhanden gewesen.
www.wissenschaft.de vom 13.10.09
US-Forscher haben neue Hinweise für die Theorie gefunden, nach der an der Entstehung von Prostatakrebs möglicherweise ein Virus beteiligt ist. Die Wissenschaftler entdeckten in 27 Prozent von 200 untersuchten Gewebeproben von Krebspatienten ein Virus namens XMRV. Bei gesundem Gewebe fand sich der Erreger hingegen nur in 6 Prozent der Fälle. Zudem hatten sich bei den mit dem Virus infizierten Patienten deutlich aggressivere Varianten der Krebserkrankung gebildet. Die Entdeckung könnte künftig neue Möglichkeiten zur Behandlung und Vorbeugung von Prostatakrebs eröffnen.
www.wissenschaft.de vom 08.09.09
Krebsstammzellen sind teuflisch: Sie füttern einen Tumor immer wieder nach und streuen ihn wahrscheinlich auch. Mit Chemotherapie und Bestrahlung erwischt man diese Zellen nicht. Doch nun haben Wissenschaftler eine Substanz entdeckt, die diese Stammzellen gezielt tötet.
www.spiegel.de vom 16.08.09
Viren könnten eine häufige Form von Hautkrebs mitverursachen, vermuten amerikanische Forscher. Bei mehr als einem Drittel aller Patienten mit sogenannten Plattenepithelkarzinomen konnten sie Viren nachweisen, die bereits bei einer aggressiven, jedoch viel selteneren Form von Hautkrebs entdeckt wurden. Von diesem Hautkrebs sind hauptsächlich ältere und immungeschwächte Menschen betroffen. Plattenepithelkarzinome hingegen betreffen weit mehr Menschen, auch solche mit einem gesunden Abwehrsystem. Das Virus ist möglicherweise weiter verbreitet als bislang angenommen und könnte eine Rolle bei der Entstehung verschiedener Hautkrebsarten spielen.
www.wissenschaft.de vom 01.08.09
Migränepatientinnen haben ein über 20 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko. Erstmals konnten amerikanische Forscher diesen Effekt nicht nur bei Frauen nach der Menopause, sondern auch bei jungen Frauen zeigen. Der Grund für den Zusammenhang ist den Wissenschaftlern bisher nicht bekannt. Vermutlich spielen aber weibliche Geschlechtshormone eine Rolle, da diese an der Entstehung beider Erkrankungen beteiligt sind.
www.wissenschaft.de vom 09.07.09
Die hohe Anfälligkeit für Krebs ist möglicherweise der Preis, den Menschen für ihr überdurchschnittlich großes Gehirn bezahlen. Das glauben US-Forscher, nachdem sie die Aktivität verschiedener Gene bei Mensch und Schimpanse verglichen haben. Ihre These: Die Selbstzerstörungsmaschinerie der Körperzellen funktioniert beim Menschen weniger effizient als beim Schimpansen. Dadurch konnte sein Gehirn zwar besser wachsen und mehr Vernetzungen bilden, er schafft es aber auch deutlich weniger gut, entartete Krebszellen rechtzeitig zu beseitigen. Wie jede Hypothese sei allerdings auch diese nur sehr schwer konkret zu beweisen, schreiben John McDonald vom Georgia Institute of Technology in Atlanta und seine Kollegen.
www.wissenschaft.de vom 11.06.09
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