An meine Oma

    Gestern war einer meiner traurigsten Tage des Lebens.


    Mein Vater rief uns von der Arbeit an das wir Mittags ins Altenheim zu meiner Oma kommen sollen er weiß nicht wie lange sie noch durchhält.


    Um 16 Uhr waren wir dort, ich hatte sie länger nicht gesehen, ich bin erschrocken als ich sie gesehen habe, ein Schatten ihrer selbst.


    Sie lag einfach nur da Augen offen, fast wie ein Wachkoma, aber wenn man genau geschaut hat hat sie mich angesehen, hab mit ihr geredet, gesagt wer ich bin, sie litt an Demenz und ich wusste sie weiß wer ich bin. Ich konnte mich da kaum zusammenreiß und hab angefangen zu heulen wie ein Schloßhund. Als ich kurz allein war mit ihr im Zimmer hab ich sie direkt angesprochen und ich weiß das sie mich Verstanden hatte und wusste wer ich war. Ich sagte zu ihr das ich sie lieb hab und wir uns irgendwann ganz bestimmt wieder sehen. Und was mich danach wirklich freute sie hat ihren Kiefer bewegt als wolle sie sagen "Es ist oK" oder als würde sich lächeln, das hat mir so ziemlich den Rest gegeben was meine fassung angeht. :°(


    Mein Vater hat sich die letzten Jahre wirklich Intensiv um sie gekümmert. Wir hatten zwar nicht immer das allerbeste Verhältnis, wie das zwischen Omas und Enkeln manchmal so ist. Musste immer an die Momente denken in denen ich mich über sie geärgert habe oder sie an Weihnachten immer sagte ich solle das Geschenkpapier nicht zerreissen, all die Momente die man im Leben so erlebt. Sie war oft da bei uns zum Essen oder hat auf mich aufgepasst als ich in der Grundschule war und meine Eltern zum Elternabend mussten. Oder wie sie mich immer versuchte mit in die Kirche zu schleppen, sie ging immer in die Kirche, obwohl ich das nicht wollte.


    Nun gestern, den 18.01.10, klingelte das Telefon um ca 23.25 ich wusste schon was war, wollte auch nicht ran gehen bis bei uns unten einer rangeht, aber das hat wohl zu lang gedauert also bin ich doch ran. Es war der Pfleger des Altenheims er hat eine traurige Nachricht, er sagte mir das meine Oma tot sei. Ich bin nach unten habe es meinen Eltern gesagt und dann konnt ich nicht mehr ich hab wieder angefangen zu heulen. Wir sind dann noch hingefahren um sie nochmal zu sehen, sie sah total friedlich aus auch der Pfleger meinte sie sei friedlich eingeschlafen, was das ganze etwas erträglicher aber nicht weniger schlimm macht.


    Meine Oma wurde 92 Jahre alt da darf man auch in ruhe sterben und seinen Frieden finden. Auch wenn es abzusehen war finde ich es tottraurig und bin fix fertig. Sie wird mir fehlern mit all ihren Macken und Fehlern die manchmal total putzig waren.


    An meine Liebe Oma da oben: Auch wenn ich als Kind manchmal etwas frech war und die letzten Jahre der Kontakt nicht sonderlich Intensiv war, hab ich doch öfter an dich gedacht. Ich hoffe da wo du jetzt bist geht es dir gut und lachst. Auch wenn ich heut das erste mal gesagt hab "Ich hab dich lieb" hab ich dich immer lieb gehabt, auch wenn ichs nicht so zeigen kann/konnte.


    Das Jahr 2010 begann wirklich furchtbar am 03.01.10 haben wir erfahren das die Cousine meiner Mutter sich getötet hatte, sie hatte Depressionen (ihr Sohn wurde 2000 bei einem Unfall von einem Zug überfahren über das sie nie hinwegkam, auch weil sie zum Todeszeitpunkt in den USA war und sich immer Vorwürfe gemacht hat) und warf sich mit 52 Jahren, vor einen Zug.


    Am 15.01.10 war die Beeredigung und jetzt schon wieder eine ich hoffe das wars vorerst.


    Beerdigungen im Wochenabstand sowas will ich nie wieder....:°(:°(:°(

  • 15 Antworten

    Ich habe meinen Opa letztes Jahr verloren. Ich kann dir nur meine Anteilnahme aussprechen und dir sagen, ich weiß wie sehr es weh tut, auch wenn man weiß, dass es kommt. :)*:)-

    Danke für die Anteilnahme :-)


    Nunja wir musste ja jederzeit damit rechnen, aber wenn es dann doch soweit ist, ist es trotzdem verdammt schlimm. Es ist auch besser so sie konnte ja gar nichts mehr machen lag nur noch da. Jetzt is sie bestimmt da oben und lacht über die alten Zeiten....

    Ja, "es ist besser so" das hab ich mir auch gesagt..... aber jetzt ein Jahr später sind die schlechten Zeiten schon weiter weg im Gedächtnis gerückt. Da tut es irgendwie mehr weh, wie kurz danach, wenn man weiß es ist besser...


    Ich will dich nicht noch trauriger machen, als du schon bist ;-):)_

    Hm wie es in einem Jahr is weiß ich nicht das werd ich sehen aber so wie ich sie heute gesehen hab da hab ich mir für sie gewünscht das sie einfach einschläft weil ich das irgendwie nicht mit ansehen kann. Ihrem Blick war wohl zu entnehmen das sie bereit war und nur darauf wartete. Und mit 92 wird sie auch nichts mehr verpassen irgendwann ist es leider soweit da muss jeder gehen so weh es tut...

    Ja das ist wahr, mit 92 hat mein ein langes Leben hinter sich. Und wenn sie friedlich eingeschlafen ist, war es auch für sie kein qualvoller Abschied.

    Als hätte sie gewartet bis sich alle Verabschidet haben um dann gehen zu können.:°(


    Es ist einfach nur irgendwie ein totales Gefühlschaos auf der einen Seite bin ich erleichtert das sie nun ihre Ruhe gefunden hat aber irgendwie total traurig, aber denke das gehört wohl dazu um das zu verarbeiten. 92 ist ein ordentliches Alter und das ohne jemals Krank gewesen zu sein, sprich Krebs, Infarkte etc.

    Ja das gehört dazu und die Gefühle werden sich auch immer wieder ändern. Lass deiner Trauer Zeit und Raum. Ich hab damals nicht trauern können... ich hab die Traurigkeit nicht zugelassen um vorallem meine leidende Mutter nicht noch mehr traurig zu machen. Wenn du weinen willst, dann weine. Lass es zu, ich glaube das hilft!

    Ohje du arme, seine Trauer zu verstecken oder zu verbergen kann eine Zeit gut gehen ich denke aber irgendwann bricht das raus und dann sollte man es auch raus lassen hoffe dir geht es besser dann.


    Naja ich bin ja eigentlich nicht nah am Wasser gebaut aber wenn es ums sterben geht da ist mir das egal da Wein ich auch, is ja auch nur natürlich, man hing ja an dem Menschen. Tränen reinigen die Seele und es hilft.


    Mir hilft es sehr das ich weiß das es ihr jetzt besser geht und sie ein langes Leben hatte. Ich bin zwar nicht religiös aber ich denke ich werd sie irgendwann wiedersehen wie all die anderen auch. Hatte ihr auch heute Mittag auch gesagt das wir uns garantiert wiedersehen.

    Ich wollte meinem Opa noch sagen, dass ich ihn lieb habe. Aber ich hab es irgendwie nicht geschafft, als ich an seinem Bett saß. Ich hoffe er weiß trotzdem dass ich ihn immer in meinem Herzen trage.

    Ich bin mir sicher er weiß es, auch wenn du es nicht gesagt hast. :)*


    Meine Einstellung zu dem Thema ist das die die geganen sind von irgendwo oben hier runter schauen und genau wissen was ihre Hinterblieben denken und fühlen. Denke sie sind alle irgendwo an einem Ort und schauen zu uns runter :-)


    Mit der Einstellung komm ich sehr gut klar und bin überzeugt das es so ist das macht es für mich auch einfacher, aber jeder hat seine eigene Vorstellung davon wie es ist.


    Ich hab meine Oma noch gesagt das ich sie lieb hab obwohl ich nicht so der Mensch bin der das sagt sondern eher denkt. Aber ihre reaktion darauf fand ich einfach toll

    Hallo ihr zwei, ich lese eure Worte und fange an zu heulen...


    Ich hab meine Oma vor knapp 5 Jahren verloren und es fühlt sich noch immer wie eine riesige, klaffende Wunde an. Es hört nicht auf wehzutun. Ich vermisse sie so sehr.