Wir haben aktuell Probleme mit unsern Servern.
In ein paar Minuten wird ein neues Update eingespielt, welches die Probleme lösen wird.
Wir bitten um Entschuldigung!

    Hallo "pulsierend", hallo "Die Seherin", halle alle anderen


    es ist gerade fast unheimlich.....fast ein dreiviertel Jahr habe ich in diesem Faden nichts mehr geschrieben und habe heute gegen 20 Uhr überlegt, wieder zu schreiben, da mich aktuell was bedrückt...und finde Eure relativ frischen Beiträge!!!!!!


    Und da sind wir nun "zusammen" - drei Schwester mit der gleichen Problematik, einen Bruder durch Suizid verloren zu haben. Ich glaube, wie nähren jede Statistik, dass evident mehr Männer so in den Tod gehen....


    Liebe "pulsierend", es hat mich gerade ins Mark getroffen, was Du geschrieben hast. Ich erkenne mich in so vielem 100-prozentig wieder. Nur nicht in dem, dass ich mit meinem Bruder gemeinsam etwas erlitten hätte, woran unsere Eltern Schuld haben....ich denke, ich kann sagen, dass wir ein sehr liebevolles zu Hause hatten.


    Ich liebe meinen Bruder nach wie vor auch abgöttisch. Und ich würde ihn bis aufs Messer verteidigen....


    Du schreibst von Deinen "zwei Leben". Das klingt teilweise auch ein wenig selbstzerstörerisch, oder? Ich glaube, ich hatte auch starke selbstzerstörerische Tendenzen in den ersten Jahren. Ich glaube, das ist aber "besser" geworden inzwischen....


    Ich fühle mich inzwischen nicht so, dass ich verschiedene Leben führe - aber mein Inneres hat mit meinem äußeren Auftreten oft so überhaupt nichts zu tun. Ich kann stark wirken auf andere, auch wenn ich mich innerlich total traurig und schwach fühle.


    Ich spreche auch kaum davon "in echt" vom Suizid meines Bruders. Ich kann nicht damit umgehen, wenn Menschen überfordert sind damit. Ich mag nicht, dass sie mich anders behandeln danach....

    @ Seherin,

    ich kenne sie auch - die Frage nach Geschwistern. Aber ich nenne sie nur meine Geschwister. Ich spreche von meinem Bruder als würde er noch leben. Warum soll ich jemand, der nur wissen möchte, ob ich mit Geschwistern aufgewachsen bin, mit seinem Tod konfrontieren?


    Mein aktuelles Problem: wie gesagt, sehr selten öffne ich mich diesbezüglich. Aber die Tage habe ich es getan. Ich habe bei einer Bekannten (Freundin) gedacht, dass die Zeit reif ist dafür. Sie wusste schon, dass mein Bruder tot ist.....DARÜBER haben wir schon viel gesprochen....aber nicht über das WIE. Eine Frage von ihr "zwang" mich jetzt vieles offen zu legen....Ich habe ihr eine lange Email geschrieben. UND: sie meldet sich nicht mehr. Das kann natürlich 1000 Gründe haben. Aber sonst schreibt sie mir tw. mehrmals am Tag. Und ich bereue meine Offenheit. Vielleicht öffne ich mich einer Person/Jahr dermaßen...


    Jetzt rattern meine Gedanken: verurteilt sie mich - schlimmer IHN????


    Ist sie sauer/fühlt sie sich getäuscht, weil ich nicht früher mit der Sprache rausgerückt bin.....


    Ist sie überfordert


    ODER


    hat sie aktuell einfach keine Zeit.


    Aber schon diese Gedanken machen mich fertig....ich bereue, bereue....


    Soviel mal fürs Erste.


    Ich hoffe, Euch weiterhin lesen zu dürfen.


    Herzliche Grüße @:)

    Liebe Sarah,


    lass deine Freundin etwas Zeit, zu verdauen, was du ihr anvertraut hast. Überleg doch mal... vermutlich ist sie geschockt, betroffen... ich kenne das. Man sitzt dann da und möchte irgendwas tun oder sagen, aber man fängt an zu schreiben und es klingt so hohl und oberflächlich, man möchte anrufen, aber einem fehlen die Worte... es ist schwer, richtig zu reagieren, sowas lernt man ja auch nirgendwo. Ich glaube wirklich nicht, dass sie deinen Bruder verurteilt oder noch schlimmer dich, sowas tun wohl nur Menschen, die direkt betroffen sind und einfach einen Schuldigen brauchen, weil sie irgendwo mit ihrer Wut und Verzweiflung hinmüssen. Aber eine quasi Unbeteiligte wird bestimmt keine Schuld zuweisen!


    Ich denke wirklich, dass sie es entweder noch nicht gelesen hat oder nicht weiß, wie sie reagieren soll. Und da würde ich ihr entgegen kommen... ruf sie doch an und sag ihr, dass du einfach wolltest, dass sie es weiß, weil es dir wichtig war und du vll auch mal mit jemandem drüber reden willst, aber dass du jetzt keine Lösung oder irgendwas von ihr erwartest.

    Danke für Deine Antwort Ioreth,


    vielleicht hast Du recht.


    Aber genau diese Überforderung meines jeweiligen Gegenübers kann ich auch schlecht aushalten.


    Deswegen spreche ich wahrscheinlich auch so selten darüber. Und wenn ich es getan habe, fühle ich mich einfach meistens bis immer schlechter als zuvor.


    Herzliche Grüße und danke @:)

    Weißt du, ich denke, das siehst du zu streng. Ich halte das gar nicht für eine Zumutung, sondern mehr für eine Art Vertrauensbeweis oder Ehre, dass man mir so vertraut, dass man mir so etwas anvertraut. Auch wenn man vll nicht sofort weiß, wie man damit umgehen soll. Das lernt man ja dann. Aber auch du solltest das lernen, mit anderen darüber zu reden... zieh dich nicht sofort zurück, wenn jemand nicht sofort weiß, was er tun soll, sondern versuche, euch beiden die Situation zu erleichtern... klingt jetzt blöd, du bist ja die, der etwas schreckliches passiert ist, aber du bist auch die, die Zeit hatte, darüber nachzudenken, nach Worten zu suchen, sich vorzubereiten... für den jeweils anderen kommt das überraschend, also greif demjenigen ruhig etwas unter die Arme und versuch den ersten Schritt zu machen und sag am besten auch, was du dir wünschst.... ich meine, ob du noch weiter darüber reden willst oder ob du es einfach nur mal loswerden wolltest usw.

    Ja, wahrscheinlich hast Du recht.


    Ich bin grade einfach völlig durch den Wind :-( .


    Ich finde schon, dass sie vielleicht einfach hätte schreiben können, dass die Email angekommen ist.


    Ich mag weder Mitleid, noch erwarte ich irgendwelche großen Hilfen.


    Schlaf schön @:) :)* @:)

    @ pulsierend,

    bist Du noch da ;-) ?


    Ich denke grade wieder nonstop an meinen Bruder.


    Ich hatte einige Tage frei....sobald ich zur Ruhe komme, kreisen die Gedanken.


    Ich sehe gerade sehr viele Szenen von früher....wie in einem Film.....


    schöne.....aber auch solche, in denen ich fühle, dass mein Bruder traurig ist....


    und ich mag für ihn da sein....und es sind doch nur verdammte Bilder in meinem Gedächtnis. :-(

    Wie bekannt mir das alles vorkommt....


    All diese guten Gefühle die man hatte, hat er mit seinem Suizid mit ins Grab genommen...


    Nächsten Monat ist mein Exfreund auch 5 Jahre tot... Das einzige was etwas hilft, sind Gedanken nicht zuende zu denken. Man muss in Guten an den Verstorbenen denken und bevor der Gedanke ins Negative umschlägt, die Gedankenmuster überspielen. "Wegdenken" nenne ich es immer.


    Thomas D hat ein schönes Lied. "An alle Hinterbliebenen"... Finde er beschreibt die Phasen der Trauer sehr gut. Aber wirklich durch ist man damit wohl nie :(

    Ich habe mit 19 Jahren einen Menschen erlebt, der auf seinen Suizid hingearbeitet hat. Trotz jeglicher Hilfe von alle Seiten war es am Ende nutzlos.


    Ich persönlich habe auch noch probiert zu helfen, bis ich merkte, Mensch diese Person zieht dich runter, wenn du nicht aufpasst, gehst du mit unter. Man muss dazu sagen, es war nur ein Kollegen, der damals in 35 Jahre alt war.


    Total verrückt, er war sogar Rettungsassistent, er wusste es genau und seine Kollege haben in sogar direkt vor die Psychatrie gefahren. "Komm nur die paar Meter." Nein, er nahm die andere Richtung. Ziemlich bitter, wenn ich mir das wieder in Erinnerung rufe. :-(


    Man macht sich oft Vorwürfe, "hätte man nur..." oder "hätte er/sie nur...", aber manchmal ist man einfach machtlos, nur ein Spielball des Lebens.

    Das erinnert mich an einen alten Zeitungsartikel über ein junges Mädchen... Wiebke hieß sie... Sie kündigte auch ihren Suizid an.. Die Mitschüler haben sie bis auf's Hochhaus begleitet und sie versucht davon abzubringen. Und es fast geschafft. Als alle wieder zum Treppenhaus gehen wollten, ist das Mädchen zurückgelaufen und vom Dach des Krankenhauses gesprungen. Vor den Augen ihrer Mitschüler :-(

    Hallo Sarah 2009 , Hallo , Alfabia !


    Es ist schon eine Weile her , aber vielleicht schaut Ihr ja doch nochmal rein .Ich weiß, wie schlimm es ist , einen nahen Angehörigen zu verlieren , wenn er dann noch freiwillig ging , ist es noch viel schlimmer ! Ich habe am 5.7.2012 meinen Sohn , mein einziges Kind , durch Suizid verloren , nichts ist mehr, wie es mal war , und was war überhaupt ? Das , was war , ist wohl auch nicht gut gewesen ! ? Er hat bei seinem Liebeskummer nicht daran gedacht , wie es mir geht , wie seine 9-jährige Tochter das verkraftet ! Es tut sehr weh . ich kann sehr gut verstehen , wie es Euch geht ! :)_ Keine Mutter sollte ihr Kind zu Grabe tragen ! :°_


    Mehr erst mal nicht , weil ich ja nicht weiß , ob das überhaupt noch jemand liest !


    Liebe Grüße


    KarinB14

    Hallo Karin!


    Eigentlich bin ich nicht der richtige Gesprächspartner, denn ich habe zum Glück noch keinen engen Angehörigen verloren, schon gar nicht durch Suizid. Aber deine Zeilen haben mir sehr berührt und ich wollte einfach nicht, dass du hier im Forum keine Antwort auf deinen Beitrag bekommst.


    Ich möchte dir mein herzliches Beileid ausdrücken :°_ und wünsche dir, dass du weiterhin stark sein kannst, auch für deine Enkeltochter.

    Hallo Coliflor !


    Deine Antwort hat mich auch sehr berührt , denn Du schriebst mir , obwohl Du eigentlich nicht betroffen bist ! Großes Dankeschön ! Ich hoffe ja , ich finde irgendwo hier noch einen Gesprächspartner , dem das gleiche passiert ist wie mir , denn man kann sich als Außenstehender nicht wirklich vorstellen , wie das wehtut , wie schmerzhaft der Verlust des eigenen Kindes ist und wie wie groß die Verzweiflung ! Aber wenn Du selbst glücklicherweise nicht betroffen bist , warum schaust Du dann in diese traurigen Seiten ? ??? Dass Du trotzdem geantwortet hast , ist sehr lieb von Dir ! :)z

    Gibt's denn keine Selbsthilfegruppe bei dir in der Nähe :°_ ?

    Zitat

    Aber wenn Du selbst glücklicherweise nicht betroffen bist , warum schaust Du dann in diese traurigen Seiten ?

    Ich lasse jeden Tag ein Gedenkkerzchen für ein ehemaliges Forenmitglied da. Ich habe sie vor zwei Jahren hier kennengelernt, sie ist leider an ihrer Krankheit (Magersucht) verstorben :°( .


    Und da seh ich auch ab und zu in die anderen Trauerfäden rein (vielleicht auch, um immer mal wieder vor Augen geführt zu kommen, wie dankbar und demütig ich sein kann, dass ich noch nie so einen schrecklichen Verlust erleiden musste...).

    Hallo Coliflor !


    Danke für Deine liebe Antwort !


    Leider gibt es hier in meiner Nähe keine Selbsthilfegruppe !


    Ich habe aber in einem anderen Forum Muttis gefunden , denen das gleiche


    passiert ist wie mir ! So finde ich jetzt ein wenig Hilfe durch Kommunikation .


    Ganz liebe Grüße nochmal an Dich !


    Wenn es Dich interessiert , ich bin jetzt im Brigitte-Forum unter dem gleichen Namen !


    Sicher verstehst Du , dass ich jetzt hier nicht mehr so oft reinschaue !


    Alles Gute


    Karin :)_@:)