Angst

    Hallo,


    erst einmal möchte ich hier allen mein Beleid aussprechen, die einen geliebten Menschen veloren haben.


    Wenn ich da lese, tut das weh und ich muss weinen.


    Mein Vater ist 2003, im Alter von 49 Jahren (da war ich fast23), auch mehr oder weniger plötzlich gestorben. Meine Altern kamen grade vom Einkaufen wieder (für seinen Geburtstag), da ging es ihm schlecht und sie mussten anhalten. Als er aus dem Auto austieg fiel er wohl um. Freunde von mir haben mich geholt, da es keine 100 Meter von unserem zu Hause passiert ist. Wir mussten mit ansehen, dass man ihn nicht wiederbeleben konnte. Die Ärtzte hatten den Verdacht auf Lungenembolie. Sicher ist das allerdings nicht. 1995 hatte er bereits einen Herzinfarkt und leider ist er nie wirklich zu Untersuchungen gegangen. Vielleicht hätte das verhindert werden können. Aber da rüber nachzudenknen bringt nicht viel. Es tut einfach nur weh.


    Und wenn ich hier lese, wieviele von euch plötzlich jemanden verloren haben, ohne dass er das geringste Anzeichen hatte und dass auch noch in relativ jungen Jahren bekomme ich furchtbare Angst. Sedit ungefähr einer Woche bhin ich fast jeden Tag am Heulen, weil ich daran denke was ist, wenn es mir passiert. Denke dann immer daran, dass ich meinen Sohn nicht wieder sehe (2 Jahre alt) und muss noch mehr heulen. Inzwischen ist meine Angst soweit, dass ich seit Montag sämtliche Ärzte aufgesucht habe. Kardiologe, Radiologe, Internist. Alles soweit ohne Befund, außer beim kardiologen wurde festgestellt, dass meine eine Herzklappe nicht ganz schließt, aber sie meinte das wäre nicht so schlimm, minimal, hätten viele Menschen.


    Ich weiß, nur weil es einigen passiert ist, in jungen Jahren, soll ich mich nicht verrückt machen, aber ich komme einfach nicht gegen an.


    Ich meine, da ich mich ja hab untersuchen lassen, sollte mir das ja eigentlich nicht passieren. Aber die Angst ist trotzem da und so langsam frisst sie mich auf.


    Denke mal, das liegt auch daran, dass das mit meinem Vater passiert ist. Mir gehts inzwischen gar nicht mehr gut, achte auf jedes Anzeichen meines Körpers, laufe nur noch mit dem Telefon durch die Gegend. Mein Leben ist so eingeschränkt.


    Habt ihr Erfahrungen damit? Therapie will ich auch in Angriff nehmen, allerdings befürchte ich, dass sie nicht viel nützt, meine Gedanken kann ja schließlich niemand abstellen.

  • 2 Antworten

    Ich bin ja schon drauf und dran mich ins Krankenhaus einweisen zu lassen vor lauter Angst, nur damit auch alles ausgeschlossen werden kann.

    Lieber Nachtstern,

    obwohl mein Mann zu denjenigen gehört, die ganz plötzlich in jungen Jahren gestorben sind, mache ich mir keine besonderen Gedanken um mich selbst. Denn ich weiß, dass so etwas extrem selten vorkommt. Es soll im Jahr in ganz Deutschland nur 900 Fälle wie den seinen geben; es war also ein ganz, ganz großer Zufall.


    Allerdings habe ich mit dem Gedanken gespielt, unsere Tochter (9) untersuchen zu lassen für den Fall, dass es eine genetische Veranlagung gibt. Allerdings weiß ich von keinem anderen ähnlichen Fall aus unserem Verwandtenkreis. Die Eltern meines Mannes leben noch, ein Großvater fiel im Krieg und die anderen drei Großeltern sind alle ganz normal alt geworden. Man hat mir auch von einer Untersuchung meiner Tochter abgeraten, weil niemand weiß, was mein Mann wirklich hatte, deswegen niemand ahnt, wonach man suchen müsste - vor allem aber, weil meine Tochter nicht unnötig beunruhigt werden sollte. Denn es gibt tatsächlich plötzliche Todesfälle, die überhaupt nicht vorauszusehen waren.


    Man kann nie alle Risiken ausschließen. Selbst der gesündeste Mensch kann plötzlich von einem Auto überfahren werden. Wirkliche Sicherheit gibt es nie.


    Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch du früh stirbst, doch sehr gering. Wie viele Leute kennst du, die gestorben sind, ohne dass es irgendwelche Anzeichen dafür gab? Doch wohl sehr wenige. Es scheinen mehr zu sein, als es wirklich sind, weil über die wenigen Prominenten, denen das passierte (wie vor Jahren mal ein Eiskunstläufer), sehr viel berichtet wird. Eben, weil es extrem selten ist.


    Wenn du dir trotzdem um deinen Sohn Sorgen machst, dann überleg, was nach deinem Tod mit ihm geschehen sollte. Wen könntest du dir gut als Pflegeeltern vorstellen? So etwas kann man auch in guten Zeiten schon festlegen, und dann hast du eine Sorge weniger.


    Und: genieße eure gemeinsame Zeit! Mein Mann konnte (zum Glück!) genießen, und so weiß ich wenigstens, dass er nichts in seinem Leben verpasst hat.


    Ich wünsche dir ein unbeschwertes Leben ohne allzu große Sorgen!