Angst, dass KH meinen Onkel zu früh aufgegeben hat

    Hallo, mein Onkel (81) hatte einen Schlaganfall und ist ein paar Tage später im Krankenhaus verstorben. Er konnte sich danach kaum bewegen und nicht schlucken. Sie haben ihm dann keine Flüssigkeit und Nahrung zugeführt und er wurde auch überhaupt nicht mehr überwacht mit Computer, Herzschlag etc. Es wurde gesagt, er hätte wohl Schmerzen und man hat ihm lediglich Morphium gespritzt.

    Ich frage mich die ganze Zeit, ob sich das Krankenhaus nicht ausreichend um ihn gekümmert hat und er nach einiger Zeit vielleicht wieder selbst hätte schlucken/essen/sich bewegen können. Ich habe Angst, dass das KH nur wirtschaftlich gedacht hat. Warum z.B. gar keine Überwachung mehr mit einem Computer? Nur alle paar Stunden war man zufällig mal im Zimmer. Außerdem spritzen die gern mal zu viel Morphium, was tödlich sein kann. Und warum gar keine Flüssigkeitszufuhr?

    Mich macht das so traurig und ich habe Angst, dass überall nur an Geld gedacht wird (ein Patient, der keine richtige Behandlung mehr bekommen kann, ist unwirtschaftlich). Er hatte auch keine tödliche Krankheit wie Krebs. Ein paar Wochen vorher hat er noch lange Spaziergänge gemacht und auch geistig anspruchsvolle Sachen.

    Ich frage mich, ob die in einem anderen KH genauso vorgegangen wären. Oder ob sie einen falschen Eindruck von meinem Onkel hatten. Wenn er im

    KH ist, sieht er immer sehr leidend und alt aus, aber er hatte sich schon mal von schweren Eingriffen erholt, wo die Ärzte früher auch sagten, er wird nie mehr laufen oder richtig sprechen können usw.

    Kann mir jemand was dazu sagen? Also wie sehr man KH vertrauen kann oder ob die manchmal wirklich Patienten zu schnell sterben lassen?

  • 2 Antworten

    Vieleicht hatte dein Onkel eine Patientenverfügung - und in dieser eben vermerkt, dass er keine lebenserhaltenden /-verlängernden Maßnahmen möchte.

    Denn danach klingt es so etwas für mich. Gegen die Schmerzen Morphium und sonst eben nichts, dass kann z.B. in so einer Verfügung drin stehen.

    Gibt es noch andere Angehörige?

    Für mich klingt das auch nach Patientenverfügung - oder Angehörigen, die gefragt wurden, da Dein Onkel sich nicht mehr äußern konnte. Oder einfach Empfehlung der Ärzte, weil die Bildgebung bspw. gezeigt hat, dass das Gehirn zu geschädigt ist und keine Besserung mehr möglich sein wird. Ja, man kann verlorene Funktionen antrainieren - aber dafür muss genug funktionierendes Gehirn vorhaden sein.

    Keine Nahrung und keine Flüssigkeit ist oft eine Entscheidung bei sterbenden Menschen. Denn der Körper würde dann ggf. selbst minimale Flüssigkeit nicht mehr tolerieren und DANN würde der Betroffene leiden. Ich ahbe erst vor wenigen Wochen mit meinen Eltern und derne Hausärztin die Patientenverfügungen erarbeitet. Sie ist u.a. Palliativmedizinerin und entsprechend erfahren. Und da kam ganz klar die Info: In Sterben KEINE FLüssigkeit mehr. Max. 500ml pro Tag ganz vorsichtig, wenn jemand über Durst klagen sollte. Der sterbende Organismus ist nicht mehr in der Lage, Flüssigkeit und Nahrung zu verarbeiten. Führt man die zwangsweise zu, fangen die Sterbenden an zu leiden: Übelkeit, furchtbare Wassereinlagerungen ins Gewebe, Schmerzen,... Ein sterbender Organismus funktioniert anders als ein gesunder Körper!


    KEIN Krankenhaus wird jemanden, wo eine Chance auf Besserung besteht, einfach verhungern und verdursten lassen oder mit Morphium seinen Zustand beeinflussen, nur um einen Tod herbeizuführen. Erst recht nicht aus Kostengründen! In unserem Gesundheitssytem gibt es definitiv Probleme, aber das, was Du andeutest, wäre schlichtweg kriminell.

    Und das Morphium wird einfach am Ende gegeben, um dem Sterbenden den gesamten Prozess zu erleichtern, ihn ruhiger zu machen, eventuelle Schmerzen zu nehmen. Die Angst vor Schmerzen am Lebensende dürften die meisten von uns haben, also will man auch da den Prozess so einfach wie möglich gestalten.

    Und wenn jemand stirbt, es keine Aussicht mehr gibt - dann braucht man auch keine Überwachungsgeräte. Man merkt ja die Atemveränderungen, letzten Atemzüge,... Auch können die ganzen Kabel und Geräusche jemanden unruhig/aggressiv machen.


    DASS man sich gegen Nahrung & Flüssigkeit und für Morphium und Ruhe entschieden hat spricht dafür, dass nichts mehr zu machen war und man ihn so friedlich wie möglich hat gehen lassen.

  • Anzeige