Angst, dass meine Mutter sterben muss

    Meine Mutter ist seit 16 Jahren an Krebs erkrankt. Mittlerweile ist diese böse krankheit im gehirn angekommen. Sie wird immer schwächer, auch durch die schwere chemo.


    Ich werde morgen abend bei meinen Eltern sein, da meine Mutter mich gebeten hat, mit ihr zu reden.


    Ich befürchte, dass sie mir sagen will, dass sie merkt, dass sie den Kampf nicht mehr lange aushält. Ich bin so stolz auf sie, weil sie immer nach vorn geschaut hat und die miesesten Schläge dieser scheiß Krankheit immer gekontert hat.


    Ich weiß nicht, wir ich damit umgehen soll, wenn sie mir jetzt sagt, dass sie zu schwach zum Kämpfen ist.


    Wie soll ich mich verhalten? Sie zum Weiterkämpfen animieren oder sie verständnissvoll begleiten?


    Ich hoffe so, dass sie nicht aufgibt.


    Wer hat denn schonmal mit sowas zu kämpfen gehabt?


    LG


    Rider

  • 83 Antworten

    Hallo Midnight Rider,


    du hast sehr eindrucksvoll geschildert wie es dir geht und nach meiner Auffassung die Antwort sachon mitgeliefert: Verständnisvoll begleiten. Das hast du sehr schön gesagt. Begleiten heißt da sein, sich nicht abwenden, verstehen.


    Du kannst den Krankheitsverlauf zwar grob einschätzen, aber wie es wirklich in deiner Mutter aussieht, das weißt du nur annäherungsweise.


    Wenn du deine Mutter zu sehr zum Weiterkämpfen anmierst, begibst du dich möglicherweise in eine Erwartungshaltung, die nicht gut sein kann.


    Lass deine Mutter sagen, was sie sagen möchte. Und sag ihr, dass du da sein wirst, wenn sie dich noch mehr braucht als jetzt. Wir alle wissen doch was Krebs zu haben bedeutet!


    ich wünsche dir, dass du alle Herausforderungen meisterst.


    Liebe Grüße


    Taxxos

    Hallo Midnight Rider,


    sei einfach nur für Deine Mutter da, hab ein offnes Ohr für sie.Vielleicht ist ihre Kraft tatsächlich zu Ende und sie hat Sehnsucht nach Frieden. Manchmal quälen sich Menschen un-endlich weiter, weil sie glauben, es für ihre Lieben aushalten und noch weiter kämpfen zu müssen. Signalisiere, dass, was immer auch geschieht, in Ordnung ist. Bleib im JETZT.


    Alles Liebe


    vif-zack

    mein lieber,


    es tut mir leid, das zu erfahren. du hattest es mir ja andeutungsweise schon mal erzählt.


    was auch immer deine mutter dir sagen wird, schäm dich deiner tränen wegen nicht. sie wird es verstehen.


    ich finde es sehr wichtig, dass du ihr zeigst, dass du immer für sie und auch für den rest der familie da sein wirst.


    überrede sie nicht zu weiteren therapien, wenn sie es nicht möchte. respektiere ihren wunsch, dass sie sich vielleicht nicht mehr den ärzten "ausliefern" möchte, auch wenn es schwer ist.


    zeig deiner mutter was für ein toller, verständnisvoller, erwachsener mann aus dir geworden ist :°_


    zeig ihr, dass etwas von ihr immer in dir bleibt, in dir fortbesteht... :°_


    *dich.ganz.feste.drück*

    Stolz auf sie

    Nun hat gestern abend besagtes Treffen stattgefunden. Ich ziehe mal folgendes Fazit: Sie ist sich der schwere ihrer Krankheit bewußt (klar eigentlich), ist aber trotzdem positiv und kämpferisch eingestellt. Man merkt schon, dass sie viel nachdenkt, sich und ihr Handeln hinterfragt. Aber alles mit positiver Grundeinstellung. Ich bin erleichtert und gleichzeitig stolz auf sie.


    Als sie mich wegen dem Treffen anrief, hatte sie gerade eine schwere Phase. Die Chemo hatte den Haarausfall soweit vorangetrieben, dass sie eine Perücke tragen muss. Der Verlust der Haare war ein schwerer schlag, den sie aber einigermaßen überwunden hat und jetzt sogar froh ist, dass das Grübeln, wann der Haarausfall nun beginnt, ein Ende hat.


    Sie wünscht sich nun die Familie öfter um sich. Da ich gerade wieder ein mein Heimatstädtchen gezogen bin, kann ich das gut leisten.


    Also, Head on und weiter geht's!


    Euer Rider

    midnightrider

    Gut hast du das gemacht mit deiner Mutter.Sei weiter für sie da indem du sie in den Arm nimmst oder einfach nur ihre Hand hälst oder auch mal mit ihr weinst. Somit zeigst du ihr, dass sie nicht alleine ist. Falsche Hoffnungen solltst du ihr nicht machen, denn die Sterbenden sind uns immer einen Schritt vorraus, sie wird merken, dass du ihr nur was vormachst.


    Lass sie gehen!!!!!!!!!! Sag ihr, dass du dich um den Rest der Familie kümmern wirst.


    Das ist alles schwer, du wirst viel Kraft brauchen.


    Lüg deine Mutter bitte nicht an!!!!!!!!!1


    Berichte weiter wie es euch geht


    strubs

    RIDER

    das hab ich gar nicht gewusst :°_ ich steh zu dir, egal was passiert. du bist eine starke person und ich bin stolz auf dich und auch auf deine mama !!! Meld dich, wenn was ist! Steh zu dir mein schutzengel!!!!!!!! :)*


    liebe liebe grüße amy!!!!!!!!!

    Midnight Rider

    Ich kenne dich zwar nur "peripher", aber das Schicksal deiner Mutter berührt mich trotzdem - und somit auch deines.


    Was Krebs zu haben bedeutet, weiß glaube ich nur der, der ihn selbst hat. Ich habe leider auch schon - schon wegen meines Alters - mehrere Freunde und Verwandte an Krebs sterben sehen und gegenwärtig ist meine fast 8 Jahre jüngere Schwester schwer an Krebs erkrankt.


    Es haben dir gute Freunde hier geschrieben und Gutes zu dir gesagt. Ich möchte mich dem einfach anschließen.

    Midnight Rider

    Ich wollte Dir auch alles alles Gute wünschen!!! Ich bin in einer ähnlichen Situation (meine Mutter hat ebenfalls schwer Krebs und wird immer kränker) und weiß wie es dem Kind mit sowas geht. Wir können den erkrankten wahrscheinlich nicht wirklich helfen. Normal behandeln - das wirst Du wissen und die verbleibende Zeit mit dem erkrankten genießen...


    Alles, alles Gute!!! :)*

    Mid

    Das mit deiner Mutter tut mir sehr Leid und ich wünsche dir sehr viel Kraft für diese schwere Zeit. :)* :)* :)* :)*


    Es ist bestimmt nicht leicht mit soetwas richtig umzugehen. Aber versuche für deine Mutter da zu sein und untersütze sie in dem was sie möchte. Geniesse die Zeit mit ihr, gib ihr Kraft und Halt und rede viel mit ihr.


    *dich.ganz.fest.drück* :°_

    Vielen Dank für Eure Beiträge *:)

    Die Bestrahlung gegen deie Metastase im gehirn war erfolgreich!


    Ich bin fürs erste erleichtert. Und meine Eltern erst!! Meine Mutter war gestern super gut drauf.


    Es tut gut, Eure Beiträge zu lesen. Es macht mir Mut und bestärkt mich in dem, was ich tue.


    Ich habe ja gelesen, dass einige mein Schicksal teilen. So wie ihr mir helft, bin ich natürlich auch gerne Ansprechpartner für jeden von Euch!


    Vielen Dank!!!!

    Leider muss ich diesen Faden nochmal neu beleben. Der Verlauf der Krankheit meiner Mutter ist leider sehr negativ. In den letzten Wochen hat sich ihr körperlicher und auch geistiger Zustand sehr verschlechtert. Sie liegt derzeit auch im Krankenhaus, damit sie wieder etwas aufgeppelt wird.


    Sie ist nicht mehr in der Lage allein aufzustehen, zu laufen, sich zu waschen und neigt zur Inkontinenz.


    Ihr geistiger Zustand ist sehr beängstigend. Das Kurzzeitgedächtnis ist eigentlich nicht mehr existent. Ich bin jeden Tag dort, um zu sehen, dass sie isst und ihre aufbaudrinks zu sich nimmt. Wenn ich da bin, freu ich mich über jeden kleinen Erfolg. Wenn sie z.B. was isst oder sich gerne hinsetzen möchte.


    Schwer sind so Zeiten wie jetzt. Ich sitz allein zuhause und denke über alles nach. Dass ich meine Mutter, die mich erzogen hat, wie ein Kleinkind behandeln muss.


    Ich mache mir keine Illusionen. Ich will ihr möglichst viele schöne Momente ermöglichen und hoffe natürlich immer, dass sich ihr Schwächezustand nochmal verändert.


    Ach Leute, das ist alles so traurig...

    :°_ Drück Dich!! :°_


    Weiß wie es Dir geht... bei mir ist es heute 1 Jahr her:°(


    Es ist soooo unfair... und wir sind so machtlos


    :°_:°_:°_:°_:°_

    du hast recht, es ist wirklich unfair... es ist so eine scheiß situation, ich weiß nix wo ich mich drauf freuen könnte... es ist so ein zustand ständiger anspannung...