Angst um meine mama

    ich sitze hier und bin am weinen. ich habe so angst um meine mama. nein, es ist niemand verstorben und keiner körperlich krank. es ist anders.


    meine mama und mein bruder reden nicht mehr miteinander, seit nun sieben jahren. er war immer ihr kleiner prinz, der erstgeborene. sie hatten ein sehr intensives verhältnis bis zu ehe meines bruders. dort sind auf der feier und anschließend blöde, aber gar nicht unübewindbare sachen gesagt worden, es gab anschuldigungen, auch den versuch, von neuem miteinander zu starten und rückschläge. mein bruder meint, er sei verstoßen worden, er hätte nun keine familie mehr. er will sich nicht entschuldigen, sie hat sich bereits lange entschuldigt. wer schuld an der misere ist, bleibt unklar, aber das es sich nun derart verhärtet hat ist die schuld meines bruders.


    meine schwester und ich halten spärlichen, aber freundlichen kontakt zu meinem bruder, weil er halt unser großer bruder ist. obwohl wir es unmöglich finden, was er unserer mama antut.


    und jetzt folgendes: seit dem das passiert ist und weiter passiert, geht es meiner mama immer schlechter. schlafstörungen, sie weint viel, oft heimlich. schließlich sagte sie, sie könne nicht mehr. sie geht daran kaputt. sie versucht, nicht an ihn zu denken und denkt natürlich jeden tag an ihren verlorenen sohn.


    vorgestern nacht hat sie lange mit meiner schwester telefoniert, sie sagte, dass sie fühlt, wie sie immer schwächer wird und dass sie bald sterben würde. sie ist 63. sie ist nicht krank. sie hat auch gesagt, sie würde sich nichts antun. aber es wäre besser, wenn mein papi schon mal lernt, wie er sich selbst versorgt. sie hat auch viel im fernsehen gesehen, über altersheime pflegebedürftigkeit und dass die alten eine last sind. sie will auf keinen fall lebensverlängernde massnahmen und denkt viel über den tod nach.


    meine mama ist der liebste mensch auf dieser welt. sie ist so aufopfernd, hilfsbereit und immer da für ihre kinder. sie ist eigentlich (dachte ich bis jetzt) derjenige, der immer das beste aus einer situation machen will. meine eltern sind viel unterwegs, studieren beide, weil es sie interessiert und sind meiner schwester und mir die besten ratgeber in allen lebenslagen.


    mir war natürlich klar, dass meine mama sehr leidet unter der situation, aber ich habe das ausmass unterschätzt. ? ich bin sprachlos und hilflos. was kann ich tun? das problem mit meinem bruder ist wie gesagt, sehr festgefahren und da von ihm aus keine bereitschaft besteht, auch einen schritt auf sie zu zu machen, glaube ich nicht an eine versöhnung. leider.


    meine schwester hat die vorletzte nacht durchgeweint. gestern hat sie es dann mir am telefon erzählt. mein freund hat mich anschließend gefragt, was denn los sei. ich habe es ihm gesagt. seine reaktion: kein grund zur beunruhigung "das ist der Moralische. haben frauen manchmal. geht wieder vorbei."


    ich kann das nicht so abtun. habe gestern mit meiner mama telefoniert und es war alles wie immer. gelacht, probleme gewältzt, pläne geschmiedet. sie hat sich aus dem vorlesungsverzeichnis einen neuen stundenplan gebastelt. sie lässt sich "normalerweise" nicht hängen. und andere auch nicht. aber das mit meinem bruder hat ein anderes ausmass, geht ganz tief in sie hinein. lässt sich nicht ignorieren und frisst jeden tag weiter an ihr.


    HILFE

  • 13 Antworten

    Tomine

    Also die Geschicht wie sie gerade abläuft tut mir leid!


    Ich kenne das bei meiner Oma und meiner Tante ist es auch so!


    Meine Oma leidet auch sehr darunter!


    Meiner Tante gefällt der Zustand weil sie sagt sie fühlt sich leichter!


    Was der Hauptgrund zwischen den Zwistigkeiten ist weiss keiner so genau! Aber er ist da und keiner kann so wie es im moment aussieht helfen!


    Ich am wenigsten da ich 400km entfernt wohne!


    Die eigentliche Frage ist ob du und deine Schwester nicht helfen könntet!


    Das ihr soweit ihr es nicht schon getan habt eurem Bruder sagt das es eurer Mutter sehr schlecht geht!


    Nicht ihm die Schuld geben sonderen generell!


    Weisst du was ich meine!


    Ich weiss jetzt nicht wielange der Streit schon andauert sonst würde ich sagen gebt ihm Zeit!


    Vielleicht ist von seiner Seite her noch ein Einfluss wie ist eure Schwägerin und wenn ihr euch mit ihr versteht kann sie da nicht ein wenig vermitteln!


    Auf keinen fall dürft ihr ihn angreifen sonst fühlt er sich unter druck und macht einfach zu!


    tut mir leid das ich dir nicht wirklich helfen konnte, aber vielleicht tut dir einfach das reden auch gut!


    lg


    *:)

    hallo merlin630

    ich danke dir für deine antwort! echt. ich hatte schon angst, niemand schreibt etwas... vielleicht, weil die anderen in diesem thema wirklich mit dem problem, dass jemand stirbt oder gestorben ist zu tun haben, und denken, bei mir ist doch noch alles okay. ?


    die sache hat sich jetzt über 7 jahre hochgeschaukelt. mit dem "gib ihm zeit", das hatten wir schon. und meine schwägerin ist da nicht der ansprechpartner für meine schwester und mich. sie bestärkt, denke ich, meinen bruder nur darin, wie es jetzt geworden ist.


    was können wir tun? das problem ist, dass mein bruder bei kleinsten kleinigkeiten alles gegen seine person gerichtet versteht, auch wenn es nur pech ist. so war er auf ein "ich komm am zweiten feiertag bei dir abends mal vorbei" (letztes weihnachten) dann, ohne vorher nochmal bei meiner schwester anzurufen, ob sie da ist (wir sind weihnachten bei meinen eltern, wo denn sonst!), früher vorbeigekommen, als sie zuhause war. sie hatte sich nicht gut gefühlt und nachmittags nochmal hingelegt, bevor wir den rückweg angetreten sind. da hing schon eine tüte am türknauf, in der geschenke von ihm für uns waren. sie hat sofort versucht, ihn anzurufen, aber er geht dann nicht ans tel. etwas später kam ein brief (im krasse briefe schreiben ist er sehr gut, wie auch im reden. er ist psychiater, psychoanalytiker und seine frau auch) in dem brief stand, wie enttäuscht er nun ist, und dass er gedacht hat, dass gerade sie, meine schwester, doch seine schwierige situation verstehen müsste und ihn nicht hängen lassen dürfe. das wollte sie doch gar nicht! solche sachen gab es schon öfter. das beste ist, man übergeht so etwas völlig. und tut so, als ob er den scheiß nicht geschrieben hätte. bloss, dass geht auch nicht ewig...


    er verdreht immer alles auf eine art und weise, die einen sprachlos macht. wir haben schon oft den wunsch gehabt, mit ihm zu reden, wie du sagst, aber wenn wir ihn ab und zu mal sehen, zum geburtstag oder so, dann war da nie die gelegenheit zu.


    ich habe nicht unbedingt das gefühl, dass er mit der situation glücklich ist. aber es geht ihm definitiv besser als meiner mutti.


    deshalb überlegen wir, was wir für unsere mama tun können, unabhängig von meinem bruder. ob sich das zwischen denen zu lebzeiten nochmal klärt, ich weiss nicht.


    ich bin wütend und traurig, dass er so zu ihr ist. es gibt hier threads, ob man an einem gebrochenem herzen sterben könne. die leute sagen, ja, das kann man. und ich habe angst um meine mom. ob wir da noch länger die unparteiischen ihm gegenüber spielen können (wir sind von anfang an parteiisch, und zwar für meine eltern), oder ob auch wir den kontakt zu ihm abbrechen lassen, scheint die frage zu sein. bis jetzt haben wir das versucht, zu vermeiden. weil auch meine mom das nicht will. sie will ja wissen, wie es ihm geht.


    es ist so schwierig. aber es soll doch viele leute geben, die so ein familiendrama haben. wie geht ihr damit um?


    liebe grüße

    tomine

    bei einer Hochzeit irgendwelche Familienzwistigkeiten anzusprechen ist auch ziemlich heftig, das er Sauer ist kann man verstehen, zumindest bei dem was man bisher von dir jetzt weiß.


    7Jahre ist schon sehr lange. Auch wenn du es als unmöglich betrachtest, solltest du bzw. würde ich vermutlich den Weg über Eure Schwägerin wählen. So erfährst du Details über seine Einstellung zu dem Dilemma.


    So ein Konflikt ist kaum zu lösen, sondern nur zu bearbeiten. Das heißt bei allem was ihr jetzt unternehmt, kann der Ausgang auch noch verkrampfter sein als er es jetzt ist. Trotzdem, als "Solidarität unter Frauen" und "Familie ist wichtig" würde ich die Schwägerin ins Boot holen und mit ihr offen vielleicht erstmal nur über Eure Gefühle sprechen, wie traurig "Euch" diese Situation macht. Lass eure Mutter außen vor. Ihr seit für ihn greifbar, eure Mutter ist ja vermutlich für ihn und seine Frau "selber schuld" und da wird ihr Leid von ihm verdrängt.


    Vielleicht benutzt du sie auch als Psychologin, sag ihr das du Probleme hast die dich sehr belasten und ob sie dir helfen könnte. Damit machst du sie zur helfenden Hand und stellst sie zumindest als vermittelnde Person zwischen Euch.


    Ich finde erst wenn man alles versucht hat, kann man mit so einer Situation Abschließen.


    So, alles nur Gedanken, vielleicht bringt es dir ja ein paar gute Anregungen....viel Erfolg und gute Ideen wünsche ich dir/Euch

    Zitat

    aber es soll doch viele leute geben, die so ein familiendrama haben. wie geht ihr damit um?

    bei meiner Mutter und ihren Geschwistern hat nach einem Streit keiner versucht zu vermitteln, so ist es leider nie zu einem Treffen gekommen.

    Zitat

    vorgestern nacht hat sie lange mit meiner schwester telefoniert, sie sagte, dass sie fühlt, wie sie immer schwächer wird und dass sie bald sterben würde.

    glaubst du nicht, das da doch mehr dahinter steckt? Noch andere Probleme?


    *:)

    tomine

    Guten Morgen!

    Zitat

    er ist psychiater, psychoanalytiker und seine frau auch)

    Zitat

    Gerade dann wenn er so eine Ausbildung hat müsste er ja sehen wie Menschen sich fühlen und wie das Problem behoben werden kann!


    Aber ich würde auch den Weg über die Schwägerin gehen!


    Es ist schwierig weil sie wird sich nicht wirklich einmischen wollen!


    Ausser sie ist ne Beisszange;-D


    Aber habt ihr ihm auch schon einem Brief geschrieben auf die selbe Art und Weise wie er es getan hat!


    Vielleicht gibt ihm das zu denken!


    Und zu deiner Mutter redet ihr gut zu weicht dem Thema Bruder aber nicht aus!


    Ausreden bringt gar nichts in dieser Situation.


    Auch deine Mutter muss lernen loszulassen vielleicht hat sie es noch gar nicht getan weil wie du sagtest er ihr Prinz war/ist!


    Du und deine Schwester müsst sie behutsam zu diesem Schritt begleiten!


    Nicht ratzfatz und wenn sie bereit ist loszulassen wird sie es auch tun und ihr werdet sehen ihr wird es wieder besser gehn!


    lg


    merlin*:)

    hallo und danke für eure antworten

    es ist sehr kompliziert...


    also, die hochzeit lief insgesamt gut, es schien zumindest erst so. im nachhinein hat meinen eltern das verhalten ihres sohnens sehr weh getan. sie haben nichts gesagt oder gemacht. sie waren schaugäste in einer relativ großen mannschaft, viele ärzte, die meisten kannten wir nicht. meine eltern wurden nicht gebeten, etwas zu sagen, der brautvater war nämlich leider schon verstorben gewesen und da hätte es nur meinen papa gegeben, wenn einer aus der familie etwas hätte sagen sollen.


    stattdessen gab es "lustige begebenheiten aus dem leben von den beiden" vorgetragen von einem der ärzte, den wir nicht kannten. da meine mutter mal von meinem bruder versprochen bekommen hatte "ich mache dir zum muttertag ein tolles geschenk: ein hausputz!" und er es nie gemacht hat (war zum zeitpunkt der hochzeit bestimmt 20 jahre alt, dieses versprechen), war das eine der "lustigen begebenheiten", die erzählt wurden. allerdings mit dem ergebnis, dass - vor diesen ganzen unbekannten leuten - meiner mutter als ausgleich eine therapiestunde bei meinem bruder angeboten wurde. erst haben wir alle gelacht, auch sie, aber dann fing es an zu nagen... warum bietet er ihr eine therapiestunde an? was bedeutet das? sie hat es schließlich als ziemlichen hieb, der auch total unerwartet kam, verstanden.


    und dass er psychiater ist, sogar analytiker, macht es alles nicht besser, sondern schlimmer. ja, ihr habt recht, zuerst denkt, man, gerade er müsste doch mit dem verhältnis mutter - sohn umgehen können. er müsste wissen, was da abläuft. aber seit er seine analyseausbildung macht, die begleitet wird von einer selbstanalyse, wird alles nur noch schlimmer. ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie klasse man, wenn man es kann, die dinge der realen welt in eine selbstgebaute welt einfügen kann und zu den absonderlichsten interpretationen gerät.


    ich habe davon eine vorstellung, bin schließlich selbst psychologin, aber keine therapeutin. habe trotzdem eine vorstellung der erklärungsmuster der psycholanalyse.


    es sieht eher so aus: er dreht und wendet das verhalten der anderen und sein eigenes solange, bis es in sein muster passt. und dreimal dürft ihr raten, mit wem er das gemeinsam macht: mit seiner frau. die, wie ich schon sagte, genau den gleichen beruf hat wie er.


    ihr müsst euch das vielleicht so vorstellen: wenn man mit meinem bruder spricht, und sich - was auch schon blöd ist unter geschwistern - vorher vornimmt, sich nicht in die enge treiben zu lassen von ihm, dann passiert trotzdem genau das: er fragt einen aus. er bringt einen zum reden, man fühlt sich sogar gut dabei, hat allerdings hinterher wieder nix von ihm erfahren, was man ja eigentlich wollte. er ist so verdammt gut in seinem beruf, er kann ihn gart nicht mehr loslassen. und ich habe nicht das bedürfnis, mich bei meinem bruder oder meiner schwägerin auch die couch zu legen, echt nicht.


    sie ist fast noch schlimmer als er dabei: beispiel, von einer ganz anderen seite, aber dasselbe verhalten: die beiden haben mich und meinem freund in unseren haus, wo wir jetzt ein jahr gemeinsam wohnen, besucht. wir haben dann auch einen spaziergang gemacht, wobei sich zweiergrüppchen bildeten. als ich mit ihr zusammen ging, fragte sie natürlich, wie es denn so mit meinem freund zuammmen läuft. da ich ungerne lüge, habe ich schon angedeutet, dass es schöner sein könnte. sie fragt dann immer weiter, "also, dann ist das so, dass ....?" sie schlägt mir etwas vor, was ich innerhalb ihres erklärungsmusters denken und fühlen müsste. dem ist aber nicht immer so, was sie nicht zur kenntnis nimmt. noch besseres beispiel: als sie meinen freund "befragte" kam folgendes: er hatte einen alkoholiker als vater, schon 15 jahre verstorben nun. das ist natürlich für einen analytiker ein gefundenes fressen: der vater war nicht so, wie es der seele des kindes gut getan hätte. ohne dass er etwas in die richtung gewalt gesagt hätte, kommt von ihr: "da war doch sicher auch gewalt im spiel" (nein, war es zum glück ! nicht - wenigstens das war nicht).


    sie bringen einen mit ihrer fragetechnik immer dazu, dass man sich rechtfertigen oder näher erklären will. weil man ständig das gefühl hat, irgendwie analysiert zu werden, aber es passt nicht zu dem, was man selbst denkt und fühlt.


    das ist so ungefähr die situation, wenn man mit den beiden versucht, zu reden. es ist dermaßen unglich, man fült sich unterlegen und ausgefragt. habe meiner schwester gesagt, falls ich doch noch mal eine therapieausbildung machen sollte (was allerdings keine analytisch wäre) und dabei gefahr laufe, so zu werden wie die beiden, dann soll sie mir bescheid pfeifen. das will ich nie werden.


    und deshalb werde ich mich auch auf gar keinen fall bemühen, so briefe zu schreiben wie er. da ist er auch einfach besser drin als meine schwester und ich zusammen.


    es ist so schade, denn er war immer ein toller großer bruder. ein lustiger, intelligenter typ. wenn das ding mit meiner mutter nicht wäre. und sie kann nicht loslassen. ich fürchte, sie wird das nie können. sie hat gewartet, sie hat einen neuanfang versucht, sie hat versucht zu verdrängen. es geht nicht.

    tomine

    hallo!!!


    Man wie ich das jetzt gelesen habe hatte ich wirklich mühe gedanklich schritt zu halten!


    Aber ich glaube ich habe es geschafft!


    Gut wenn Ihr nicht in sein Denkensmuster reinpasst dann macht es mal umgekehrt!


    Vielleicht passt er ja nicht in eures!


    vielleicht würde es ihm mal gut tun wenn ihr sein Verhalten mal rauskehrt und genauso reagiert wie er es tut!


    Vielleicht sieht er dann wie er sich verhaltet!


    Ich würde an eurer Stelle wenn auch wenn es weh tun sollte zu eurem Bruder einen "eisigen" Abstand halten!


    Ja er ist euer Bruder ich versteh das aber es kann sein das es hilft!


    Aufjedenfall müsst und das tut ihr sicher eurer Mutter viel Liebe und Zuneigung geben!


    Ihr zeigen das ihr Prinz nicht alles im Leben ist!


    Das alles halb so schlimm ist und sich das sicher wieder einrenken wird!


    Tja das mit der Hochzeit also ich bin ja ein sensibelchen was so indirekte "Schmähs" angeht ich hätte auch darüber nachgedacht!


    Aber Kinder sind sie noch so erwachsen denken sich oft nichts böses dabei und es war wahrscheinlich nicht die Absicht eure Mutter zu verletzten!


    Ich will ihn nicht verteidigen das steht mir gar nicht zu!


    Aber es könnte ja sein!


    Liebe Tomine ich kann dir gar keinen guten Rat geben ich würde sagen tu das was dir dein Bauchgefühl sagt das hab ich für mich letztens festgestellt stimmt immer!


    Ich bin keine Psychologin und auch keine Analytikerin sondern mehr die Realistin auch wenn ich meine Mitmenschen meistens damit in den Wahnsinn treibe!


    Aber ich glaube mit einer Portion gutem Realismus und Egoismus fährt man schon recht gut!!!;-D


    Bis bald *:)*:)*:)

    tomine

    beim Lesen deiner Antwort hatte ich ein sehr gemischtes Gefühl. Zum einen triffst du dich mit deinem Bruder nicht mehr auf einer geschwisterlichen Ebene und das kannst du ihm doch genauso auch mitteilen. Sag ihm was dich stört, so wie du es hier beschrieben hast und setz dahinter einen Punkt.


    Zum anderen fällt mir auf das du das Leid deiner Mutter nach hinten schiebst und dich auf einmal in der Opferrolle vor deinem Bruder und seiner Frau siehst, weil sie nur Analysieren und dir das nicht passt. Davor verschließt du dich, so kannst du an dem Aktuellen Zustand zwischen Euch und für deine Mutter aber nichts verändern. Wenn das überhaupt noch möglich ist, dann nur mit Aktion.


    Das ist so wie merlin630 es beschreibt, wenn du dich damit überfordert siehst und dein inneres sich davor sträubt, dann lass es, du bist ja nicht Schuld an der Situation.


    Du fragst wie wir damit umgehen würden? Ich muss gestehen das bei mir in so einer Situation Wut entsteht und ich würde eine Aussprache, wenn nötig auch einen Streit provozieren. Egal ob mit gutem oder schlechtem Ausgang. Seine Reaktion war dumm, die deiner Mutter war kleinlich und ihr als Schwestern dürft dazwischen stehen und es Ausbaden. Das ist von beiden Parteien nicht richtig und das würde ich auch mitteilen.


    Das sind nur meine Gedanken, richtig Einschätzen kann man die Situation natürlich nicht.


    Ich wünsche dir das ihr wieder eine gemeinsame Ebene finden werdet, weil eine intakte Familie etwas sehr wichtiges und kostbares ist.


    Liebe Grüße


    *:)

    Hallo Noki!


    Also, das mit der Opferrolle sehe ich nicht so. Ich wollte nur beschreiben, warum es alles so kompliziert ist. Dass ich mit meinem Bruder nicht normal reden kann. Die geschwisterliche Ebene ist weg, das hast Du klar erkannt. Vielleicht war sie nie da? Er ist neun Jahre älter als ich. Es war noch nie so wie mit meiner Schwester, die 1,5 Jahre älter ist. Er war schon lange weit weg, man sieht sich höchstens drei mal im Jahr...


    Es geht aber um das Leid meiner Mama. Meine Schwester und ich haben nichts mehr erzählt (dass man mal mit ihm telefoniert oder so) seit sie gesagt hat, sie kann nicht mehr. Sie will nicht mehr daran denken, es tut zu doll weh. Das ist jetzt auch schon vielleicht 2 Jahre her. Dadurch, dass sie nicht mehr darüber sprechen wollte, hat sie unbemerkt weiter gelitten. Nicht wirklich unbemerkt, aber das Ausmaß blieb verdeckt. Und sie denkt jeden Tag an ihn. Sie kann damit nicht aufhören, könnte ich wahrscheinlich an ihrer Stelle auch nicht.


    Trotzdem traf es meine Schwester und mich wie ein Schlag, dass sie vor ein paar Tagen in diesem Telefonat sagte, sie glaube, sie müsse bald sterben. Sie fühlt, dass sie immer schwächer wird. Und der Kummer ist der Grund. Muss der Grund sein. Einen anderen gibt es eigentlich nicht.


    Natürlich sind wir wütend. Wenn meine Schwester voller Zorn ( z.B. über einen Brief) bei ihm anruft, geht er nicht ran. Als ob er das riechen würde. Sonst hätte es da schon richtig geknallt. Wenn dann die Vernunft einsetzt und wir probieren, mit ihm zu reden, um es zu klären, warum es eigentlich so ist, wie es ist, dann wird das irgendwie nix. Und das liegt halt auch daran, dass wir nicht das Gefühl haben, überhaupt noch normal mit ihm reden zu können.


    Im Moment ist Funkstille. Habe mich nicht für Karten oder Urlaubsmitbringsel bedankt. Als wir ihn letztes Jahr bei sich besucht haben, war das wie ein beschnuppern, wer er eigentlich inzwischen ist. Wir haben gesagt, wir müssen uns mal öfter sehen. Uns mehr austauschen. Und auch das Thema "Streit mit Mutter" wollten wir dann bald anschneiden. Haben wir aber nicht wirklich.


    Müssten wir mehr machen, oder durch eine Funkstille "sprechen"? Das ist echt schwierig. Und noch schwieriger ist es, zu wissen, wie die Mutter leidet. Habe das Ausmaß unterschätzt. Habe gedacht, die Gedanken an ihn sind vielleicht wirklich weniger geworden. Aber es staut sich an. Und in mir staut sich auch etwas an. Ich will helfen. Weiss aber nicht wie. Und es wäre doch so wichtig. Und es muss richtig sein, was ich tu. :°(


    tomine

    tomine

    streichen wir die Opferrolle, dass musst du am besten Einschätzen können.


    Interessieren würde mich noch ob es tatsächlich nur dieser eine Auslöser war, der zu dem Break geführt hat? Ist deine Mutter sehr einnehmend? Bemuttert sie Euch sehr stark? War das zu ihm extremer als zu Euch? Hat sie bei ihm vielleicht nie richtig losgelassen und den kleinen Prinzen verhätschelt, der aber längst Erwachsen war? Hat sich ihr kleiner Prinz damit vielleicht freigestoßen? Dann war die Hochzeit nicht der Auslöser, sondern nur der Grund für etwas, das längst zwischen den beiden gestanden hat. Wenn da nicht längst Druck gewesen wäre, hätte sie dann in diesem Glücksmoment derart überzogen reagiert? Ist sie vielleicht Eifersüchtig?

    Zitat

    sie glaube, sie müsse bald sterben. Sie fühlt, dass sie immer schwächer wird. Und der Kummer ist der Grund.

    das ist doch zu viel des Guten. Vielleicht solltest du dich mal in diese Richtung Schlau machen und ihr helfen loslassen zu können. Ihr Sohn ist ja nicht Tod, es geht ihm gut und seinen Willen muss deine Mom respektieren. Wenn man jemanden so stark liebt, das man loslässt wenn derjenige stirbt, dass kann ich je nachdem verstehen. Aber deine Mutter reagiert stark übertrieben und da scheint ihr Apfel nicht weit vom Stamm gefallen zu sein. Das ist traurig, da hast du recht.


    Die eher kühle Haltung von deinem Bruder zu Euch Schwestern kann man so vielleicht auch etwas besser verstehen.


    Ich schildere dir nur meine Eindrücke nach dem was du geschrieben hast. So kannst du euer Problem vielleicht mal von einer ganz anderen Seite betrachten.


    *:)

    hallo noki!


    vielen dank für die blicke von der anderen seite, die du mir ermöglichst!


    nein, das auf der hochzeit war nur ein beispiel von vielen. aber irgendwie der anfang einer schraube, die sich im strudel dreht... wie beschrieben, erst haben alle gelacht über die geschichte mit dem hausputz und der therapiestunde. ein paar tage später fing meine mutter an, uns zu fragen, wie wir das denn eigentlich verstanden hätte, sie hätte im nachhinein so ein komisches gefühl.


    er behauptete bald nach seiner hochzeit, alle (meine familie) würde ihn verstoßen. ich dachte:hä? was ist denn los? wir haben uns doch schon immer kaum gesehen. warum meldet er sich denn nicht, wenn er kontakt will? er fing an, dinge zu sagen, wie: ich habe keine familie mehr. oder, was weihnachten angeht. er könne erst am 2. feiertag zum frühstück vorbei kommen, weil er den heiligabend mit seiner familie verbrächte, womit er die familie seiner frau meinte. er fing an, briefe zu schreibe. dem stil nach etwa so: "oh, du, meine mutter. warum hast du mich, deinen sohn, verstoßen!" total theatralisch und überzogen. voller betonungen und wiederholungen. dadurch sehr ausdrucksstark. eigentlich zum schieflachen. aber das schlimme war, dass keiner die inhalte nachvollziehen konnte. wie er auf die idee kam, so etwas zu schreiben, ist völlig schleierhaft.


    es hat ihn niemand verstoßen, es hat sich niemand zwischen ihn und seine frau drängen wollen. mein bruder ist mit 19 ausgezogen. (er ist jetzt 42) er hatte zwar kontakt zu uns, aber meine mom hat ihm nicht die wäsche gewaschen oder so.


    trotzdem: sein wort war immer gold. vor allem meine schwester suchte früher ab und zu den vergleich mit ihm und war deshalb manchmal eifersüchtig.


    einen satz von dir verstehe ich leider nicht:


    Wenn man jemanden so stark liebt, das man loslässt wenn derjenige stirbt, dass kann ich je nachdem verstehen.


    was meinst du damit?


    wie kann ich denn meiner mutter helfen, ihn loszulassen? was kann ich denn tun - außer ihr ein enkelkind schenken, was sie dann täglich sehen darf... das würde sie sich sehr wünschen. bis jetzt hat noch keiner von uns kinder...


    ablenkung haben wir die ganze zeit praktiziert, denke ich. sinnvolle beschäftigungen sucht sie sich selbst. zu weihnachten nen mann (meinen freund) mitgebracht habe ich auch schon, damit wenigstens männliches jungvolk zuhause ist.


    liebe grüße

    @ :)

    tomine

    meine Bescheidene Meinung (und da lehne ich mich jetzt mal weit aus dem Fenster) ist, dass du und deine Schwester euch ganz toll verhaltet. Ihr seit da und macht euch Sorgen. Ein Spruch heißt aber: "Wenn du die Welt ändern willst, ändere dich selbst". Ich glaube das ihr das Gefühl eurer Mutter durch eure Haltung unterstützt und verstärkt.


    Mutterliebe hört nie auf, aber zu dieser liebe gehört auch das loslassen, sonst ist sie nicht gut für beide Seiten und es entstehen Konflikte. Wenn dein Bruder bei seiner seltsamen Haltung bleibt, dann ist das seine Sache. Deine Mom darf sich darüber ärgern und auch traurig sein, aber wenn sie meint das sie dadurch keinen wirklichen Sinn mehr im Leben finden kann, dann hat sie eine Depression und ist krank.


    Da müsste euer Weg ansetzen, dass sie mal einen Arzt aufsucht und ihr Gefühl dort beschreibt. Bei Euch wird sie ihren Kummer los, das ist gut, aber bringt sie nicht weiter. Ihr könnt auch nicht den verlorenen Sohn ersetzen, indem ihr sie mehr beschäftigt.

    Zitat

    Wenn man jemanden so stark liebt, das man loslässt wenn derjenige stirbt, dass kann ich je nachdem verstehen.


    was meinst du damit?

    da nehme ich mal meine Großeltern als Beispiel, im April 95 verstarb mein Opa, meine Oma ist zu uns gezogen und obwohl sie körperlich gut drauf war ist sie nur vier Monate später gestorben. Ich glaube wenn man so tief verwurzelt mit einem Menschen ist, dann kann man sich einfach fallen lassen.


    Das kann ich auch verstehen, aber es ist falsch wenn der Sohn lebt und sich theatralisch in Szene setzt, das er keine Familie mehr hat.


    Übrigens ist es oft so das mit dem reifen auch das Bewusstsein für Familie wieder zunimmt, weshalb er vielleicht gar nicht so weit weg von euch ist, wie ihr jetzt meint.


    Weiß er eigentlich wie schlecht es seiner Mutter durch sein verbohrtes Verhalten geht? Ich würde ihm die Meinung sagen, das er ein intelligenter und gebildeter Mann ist, aber man auch mal beide Hände in die Tasche stecken muss und er nur eine Mutter hat die ihn liebt, damit nach 7Jahren endlich mal Schluss mit dem quatsch ist. Da wäre mir auch egal wenn ich ihn danach nie mehr sehen würde. Wie schon gesagt, bei mir baut sich in solchen Fällen eine Wut auf, wodurch ich dann keine Rücksicht mehr nehme und mit der Konsequenz danach auch Leben kann. Es muss ja nicht negativ Ausgehen.


    Das wichtigste ist aber Eure Mutter, die ihr zu dem Bewusstsein führen müsst, das es allen gut geht und sie sich lieber ihr eigenes Leben jetzt glücklich gestalten sollte.


    Wenn sie ihre Liebe nachher ausschließlich auf Enkelkinder kompensiert ist das auch nicht richtig. Sie sollte sich als Frau sehen, die ihre Kinder groß und aus dem Haus hat. Da sind doch jetzt Reisen, Hobbys, Zeit mit ihrem Mann genießen etc. angesagt.


    Enkel und Oma sein sind eine schöne und besondere Zugabe.


    Liebe Grüße


    *:)