Angst vorm Sterben

    Hallo,


    ich bin erst 17 Jahre alt und mache mir dauernd Gedanken darüber wie kurz das Leben eigentlich ist und habe dadurch das Gefühl, dass es gar nicht so lange bis ich sterben muss... woher kommt diese Angst? Kann mir einer helfen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und wenn wie bist du/sind sie damit umgegangen. Das macht mich wirklich fertig. Würde mich über einige Antworten freuen. Danke! MfG

  • 111 Antworten

    Hallo,

    so eine Angst kennt jeder einmal. Das hängt oft damit zusammen, dass man mit irgendwas in seinem Leben unzufrieden ist. Dann denkt man, wenn ich jetzt sterben würde, hätte ich dass und das nicht geschafft oder verbockt. Es kann aber auch sein, wie in meinem Fall, dass man direkt mit dem Tod konfrontiert wurde.


    Auf alle Fälle solltest du dein Leben geniessen und gerade wenn du weißt wie schnell es vorbei sein kann, es noch mehr geniessen.

    in deinem alter ist es normal dass man auch viel über den tod nachdenkt...man macht sich so viele gedanken über den sinn des lebens und was ist richtig was falsch...geniesse dein leben und glaub mir du hast noch sooo viel zeit...ich bin 29 und habe schon so vieles erlebt in der zeit von 17 bis heute....leider habe ich meine mama verloren.auf diese erfahrung hätte ich gerne verzichtet.geniesse es leicht und unbeschwert zu sein und das noch so viel trauriges von dir ferngehalten wird und das du noch deine eltern hast.

    > woher kommt diese Angst?


    Aus der Ansicht, daß diese paar Jahre alles sind, was wir haben und daß mit dem Tod alles vorbei ist.


    Was wäre mit deiner Angst, wenn du wüßtest, daß der Tod nicht das Ende ist, sondern daß es danach weitergeht? Daß dein jetziges Leben nur eine kleine Episode ist - am ehesten vergleichbar mit einem Kinobesuch?

    @Ich880088

    > Kann mir einer helfen?


    Nur Du Dir selber - in dem Du Dich mit diesem Thema auseinandersetzt, und nicht von vornherein davon ausgehst, nach dem Tod (Übergang) ist nix mehr ;-).


    Weil ja nix bewiesen ist .....


    Einfach schreiben, wenn Du ein paar Hinweise haben möchtest,wo Du etwas darüber lesen kannst.


    Liebe Grüße

    @ich880088

    wir werden geboren um zu sterben.ich weiss,hört sich altklug an,ist aber so.:-(


    Du brauchst dir wirklich mit 17 Jahren keine Gedanken darum machen,lebe jetzt und genieße dein Leben:)*


    Ans sterben denk bitte erst so :-/ in ca. 80 jahren;-D


    Liebe grüße Differter@:)@:)@:)

    > wir werden geboren um zu sterben.


    > ich weiss, hört sich altklug an, ist aber so.


    Das hört sich nicht altklug, sondern eher fatalistisch an. Der Sinn des Lebens ist es ganz sicher nicht zu sterben. Der Sinn des Lebens ist es, das Leben zu genießen und Erfahrungen zu sammeln. Das Sterben ist, wie die Geburt, nur ein Übergang - wie das Ein- und Auschecken am Flughafen...


    > Du brauchst dir wirklich mit 17 Jahren keine Gedanken


    > darum machen, lebe jetzt und genieße dein Leben


    Wohl wahr. Aber ihr Problem ist ja gerade, daß sie das nicht kann, weil sie dauernd ans Sterben denkt. Die Aufforderung nicht daran zu denken ist da in etwa genauso effektiv, wie wenn ich dir sage, daß du in der nächsten Minute keinesfalls an einen rosa Elefanten denken darfst... ;-)


    > Ans sterben denk bitte erst so in ca. 80 jahren


    Man kann solche Gedanken nicht einfach wegsperren oder verdrängen. Wer sich ständig Gedanken um das Sterben macht, hat nur eine Möglichkeit: Sich das Thema so lange vorzuknöpfen, bis er keine Angst mehr davor hat. Wir haben nur Angst vor dem Unbekannten - sobald wir wissen, daß das Sterben nichts schlimmes ist, verlieren wir auch die Angst davor.

    mir geht es genauso so wie dir! :-(


    Ich habe früher immer schon ziemlich viel darüber nachgedacht, was wohl nach dem tod mit uns sein wird und so.


    naja, irgendwann war ich dann davon überzeugt, dass es danach nicht weitergehen wird und von da an ist die angst irgendwie unerträglich geworden.


    jetzt ist es so, dass ich zwar nicht mehr so große angst davor hab, selbst zu sterben, aber ich fürchte mich extrem davor, dass jemand sterben könnte, der mir wichtig ist. :-(


    Ich glaube übrigens auch, dass man solche gedanken nicht wirklich verdrängen kann, also ich hab es jedenfalls nicht geschafft..

    > irgendwann war ich dann davon überzeugt, dass es


    > danach nicht weitergehen wird


    Was brachte dich denn zu der Überzeugung?

    Naja, das ist schwer zu beschreiben..


    Ich hab eigentlich schon so lang ich denken kann daran gezweifelt, dass es nach dem tod weitergeht.


    Ich habe schon als kind dazu geneigt, über vieles mehr als andere nachzudenken und es fällt mir einfach unglaublich schwer, dinge zu glauben ohne einen "beweis" dafür zu haben.


    damit lässt sich sicher auch erklären, warum ich denke, dass sich die menschen die "geschichten" über das leben nach dem tod nur "ausdenken", um den gedanken an das sterben erträglicher zu machen.


    Ich jedenfalls kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass es danach irgendwie weitergehen soll.


    Aber ich bewundere alle, die daran glauben, weil ich denke, dass dadurch wahrscheinlich vieles einfacher wird..

    > Ich habe schon als kind dazu geneigt, über vieles mehr als


    > andere nachzudenken und es fällt mir einfach unglaublich


    > schwer, dinge zu glauben ohne einen "beweis" dafür zu haben.


    Das geht mir ähnlich. Ich bin Ingenieur und gewohnt, nur Dinge zu akzeptieren, die auch greifbar, meßbar und beweisbar sind. Trotzdem sagte mir mein Herz schon immer, daß es danach weitergeht. Ich habe mich über die Jahre viel mit diesem Thema beschäftigt und letztendlich gibt es viel zu viele Indizen und Beweise, als daß ich noch anzweifeln könnte, daß es danach weitergeht. Ich bin mir absolut sicher, daß unser Leben hier nur ein Zwischenspiel ist, eine Art Besuch auf einem Abenteuerspielplatz, und daß es danach weitergeht.


    > dass sich die menschen die "geschichten" über das leben


    > nach dem tod nur "ausdenken", um den gedanken an das


    > sterben erträglicher zu machen.


    Das kann ich zumindest für mich ausschließen. Ich hatte außer in früher Kindheit nie Angst vor dem Tod und von daher auch gar nicht den Bedarf, mir etwas auzudenken.


    > Ich jedenfalls kann mir beim besten willen nicht vorstellen,


    > dass es danach irgendwie weitergehen soll.


    Da habe ich einen gewissen Vorteil. Ich muß mir das nicht mehr vorstellen, ich war ein paar mal dort.

    @ jn:

    Wie darf man sich deinen letzten Satz vorstellen?


    Aber mir gehts insgesamt genauso, dass ich furchtbare Angst vorm Tod hab bzw. inzwischen hatte... Ich konnte mir nie vorstellen, dass es danach weitergeht und auch jetzt fällt es mir sehr schwer. Genauso schlimm ist die Vorstellung, dass jemand aus meiner Familie stirbt. Der Patenonkel von meinem Bruder, der gleichzeitig der beste Freund von meinem Vater war und der mich mein ganzes Leben lang in irgendeiner Weise begleitet hat, hat sich vor 1 Monat das Leben genommen... ich war fassungslos und hab wirklich wieder sehr intensiv nachgedacht. Ich hatte auch schon vor 2 Jahren so eine Phase, wo ich oft einfach nur auf meinem Bett gelegen hab und nachgedacht hab, was wohl der Sinn von meinem Leben ist und was danach kommt... Dann hat mir jemand gesagt: Der Sinn deines Lebens, ist deinem Leben einen Sinn zu geben. Und seitdem war ich wieder fröhlich und konnte das Thema irgendwie verdrängen, weil ich mein Leben einfach genießen wollte. Ich habe schon viele Berichte gehört, die von Wiedergeburt handelten. Von allen Vorstellungen, was nach dem Tod kommt, hat mir die von der Wiedergeburt am besten gefallen und seitdem probiere ich daran zu glauben und hoffe, dass wenn ich sterbe in einen neuen Körper wiedergeboren werde. Leider schaff ichs nicht, da richtig dran zu glauben. Aber die Vorstellung von jn, dass das Leben nur ein Kinofilm ist und wir danach aus dem Kino in einen nächsten Teil unseres Lebens übergehen, gefällt mir wirklich richtig gut. Selbst wenn es nach dem Tod nicht weitergehen sollte, stell ich ihn mir nicht schlimm vor... Es ist dann wie schlafen, weil das merkt man ja auch nicht... natürlich ist die Vorstellung davon beängstigend, aber das gehört einfach zu uns Menschen dazu, dass wir Angst vor Sachen haben, die wir nicht kennen...


    Also denkt dran, dass Leben zu genießen, damit ihr irgendwann mal sagen könnt: Ich hab den Sinn meines Lebens gefunden! @:)

    > @ jn: Wie darf man sich deinen letzten Satz vorstellen?


    Genau so, wie ich ihn geschrieben habe. Ich war ein paarmal dort (ohne das selbst auszulösen) und konnte die Genesung meines Vaters mitverfolgen. Es gibt hier noch einen anderen Thread zu diesem Thema: http://www.med1.de/Forum/Trauer/247250/1/


    Wenn du Lust hast, lies ihn dir mal durch, da habe ich das im Lauf der Diskussion ziemlich ausführlich beschrieben.


    > Genauso schlimm ist die Vorstellung, dass jemand aus meiner


    > Familie stirbt.


    So hart das klingen mag - ich finde das nicht schlimm. Natürlich habe ich einen Verlust, über den ich traurig bin und den ich schlimm finde - aber aus Sicht des Verstorbenen finde ich das überhaupt nicht schlimm. Für meinen Vater war es eine Erlösung, auch wenn der Weg bis zu seiner endgültigen Genesung auch nach dem Tod noch einige Zeit dauerte. Ich weiß, wie es danach erst einmal weitergeht und daß es für den Verstorbenen wie eine Art Heimkehr ist, mit einem plötzlichen Verständnis der ganzen Zusammenhänge, das wir hier nicht haben. Nicht die Welt nach dem Tod ist eine Illusion. Dort leben wir wirklich. Unserer vermeintlich so stabile physische Realität ist die Illusion.


    > Dann hat mir jemand gesagt: Der Sinn deines Lebens, ist


    > deinem Leben einen Sinn zu geben.


    So könnte man das ausdrücken, auch wenn das arg philosophisch ist. Ich würde es etwas einfacher ausdrücken: Der Sinn des Lebens ist zu leben. Oder anders ausgedrückt: Erfahrungen zu sammeln. Das ist aber natürlich ein Automatismus, wenn man sein Leben lebt.


    > Und seitdem war ich wieder fröhlich und konnte das Thema


    > irgendwie verdrängen, weil ich mein Leben einfach genießen


    > wollte.


    Das ist die richtige Einstellung. Wenn du dein Leben genießen willst, wird das Leben auch alles dafür tun, daß du es genießen kannst. Die physische Realität reagiert erstaunlich präzise auf unsere Wünsche. Leider nicht nur auf die ausgesprochenen.. ;-)


    > Von allen Vorstellungen, was nach dem Tod kommt, hat mir


    > die von der Wiedergeburt am besten gefallen und seitdem


    > probiere ich daran zu glauben und hoffe, dass wenn ich sterbe


    > in einen neuen Körper wiedergeboren werde.


    Das funktioniert so nicht. Du kannst dir das physische Leben eher wie eine Art Kinobesuch vorstellen. Zwischen den einzelnen Kinobesuchen macht man ganz andere Dinge. Natürlich gibt es auch Leute, die süchtig nach den Filmen sind und nach jedem Film sofort wieder in den nächsten gehen, weil sie meinen, etwas zu verpassen. Die einen sind also in einer gewissen Abhängigkeit gefangen, die anderen legen selbst fest, wann und wie sie ein neues physisches Leben angehen. Die Reinkarnation ist also keine Notwendigkeit sondern nur eine Möglichkeit von vielen.


    > Leider schaff ichs nicht, da richtig dran zu glauben.


    Man kann sich ja auch nicht zwingen, an etwas zu glauben. Je mehr du dich mit dem Thema beschäftigst, umso sicherer wirst du dir eine eigene Meinung bilden können, ob es Reinkarnation bzw. ein Leben nach dem Tod gibt. Davon kannst du dich nur selbst überzeugen, das kann kein anderer.


    > natürlich ist die Vorstellung davon beängstigend, aber das


    > gehört einfach zu uns Menschen dazu, dass wir Angst vor


    > Sachen haben, die wir nicht kennen...


    Dann liegt die Lösung des Problems doch nahe: Mache das Unbekannte zu etwas bekanntem, dann brauchst du keine Angst mehr davor zu haben. :-)

    Kannst du mir das mal bitte ein bisschen genauer erklären mit dem: Ich war ein paar mal dort.


    Und auch in dem anderen Thread hast du geschrieben, dass du deine Erfahrungen gesammelt hast und ich soll etwas Unbekanntes zu etwas Bekanntem machen… Erklär mir bitte, wie du das gemacht hast oder wie ich das machen könnte…


    Aber mit deinen Erklärungen, nimmst du mir wirklich einen riesigen Teil meiner Angst vor dem Tod. Es klingt alles so absurd… so abstrakt in irgendeiner Weise… wie in einem Film… aber trotzdem ist die Vorstellung, die du beschreibst so schön, dass man sie einfach nur glauben will. Es klingt auch einleuchtend und logisch, aber trotzdem glaube ich, dass ein großteil aller Menschen jemanden mit so einer Vorstellung für verrückt erklärt.


    Wenn jemand aus der Familie stirbt, ist das natürlich schlimm für die Angehörigen… In den meisten Fällen ist es auch eine Erlösung, aber wenn es schnell geht, z.B. bei einem Unfall oder wenn einfach etwas schreckliches passiert, dann ist die Vorstellung für mich so unerträglich, dass ich dem Menschen nicht sagen konnte, wie viel er mir bedeutet hat. Auch wenn es vielleicht nur in diesem Leben ist und ich danach aus dem Kino gehen kann und ihm dann sagen kann, dass er mir wichtig war. Weil was ist, wenn das doch alles nicht stimmt, wenn wir sterben und danach ist Ende? Dann konnte ich diesem Menschen nicht Tschüss sagen… oder sagen, dass er mir wirklich viel bedeutet hat.


    Wenn ein Mensch nach langem Leiden stirbt, z.B. an Krebs, dann weiß man: "Er wird sterben." Aber dann hat man die Zeit, langsam Abschied zu nehmen und ihm immer wieder zu sagen, dass er einem wichtig ist. Ich könnte damit nicht leben, wenn z.B. meine Mutter bei einem Unfall stirbt und ich hatte vorher Streit mit ihr… ich könnte damit nicht leben und ich glaube wirklich, dass ich daran zerbrechen würde.


    > So könnte man das ausdrücken, auch wenn das arg philosophisch ist.


    Ja schon… klingt aber schön  und ich glaub niemand wird daran zweifeln, wenn man sagt, dass das Leben da ist um Erfahrungen zu sammeln… denn egal wie alt man ist, man lernt sein ganzes Leben lang… und wie du in deiner Vorstellung (oder wie auch immer du es nennen magst) gesagt hast, dass man eben alle die Erfahrungen und Gewohnheiten nach seinem vermeintlichen Tod mitnimmt.


    Ich hoffe ernsthaft, wenn ich sterbe, dass es nach meinem Tod so aussehen wird, wie du es schilderst und dass ich wählen kann, was ich machen will. Aber bis es so weit ist, werd ich mein Leben weiterhin genießen und meine Erfahrungen sammeln, die ich irgendwann bestimmt brauchen werde. Aber erklär mir bitte, WIESO du dir so sicher bist und alles genau erklären kannst, wie es nach dem Tod aussieht.


    Liebe Grüße!