Dilemma: alten Babygrabstein spenden und wenn ja, wohin?h

    Hallo!


    Wie in der Überschrift erwähnt, geht es um die Frage, was ich mit dem Grabstein meines Babys, das 1993 nur 2 Stunden alt wurde. Das Grab musste inzwischen aufgelöst werden und wir haben den Stein an uns genommen.


    Es handelt sich um eine Auftragsarbeit eines Kunstschmieds, der für uns eine Wolke mit Sternen und Mond geschmiedet hat.


    Inzwischen steht er bei uns im Keller und das macht mir ein beklemmendes Gefühl. Wegwerfen könnte ich ihn nicht. Kann man einen Grabstein verschenken zb an eine Familie, die ein Kind verloren hat und kein Geld für einen eigenen Stein?


    Hier ist ein Foto:


    http://www.directupload.net/file/d/4172/xvt3xaxq_jpg.htm

  • 32 Antworten

    Ähm, das ist doch ein ganz individueller Grabstein. Für dein Kind. Für kein Anderes.


    Den würde ich auf gar keinen Fall "spenden" (und auch nicht "gespendet" haben wollen), sondern mir einen Platz dafür suchen. Eventuell im Garten?

    Ich finde auch, dass ihr ihn vielleicht als Erinnerung behalten solltet - er ist ja auch beschriftet, so dass eine weitere Verwendung aufwändiger wird.


    Wollt ihr nach der Auflösung des Grabes denn keinen Ort des Gedenkens haben? Dort könnte das ja weiter stehen, auch wenn das Baby dort nicht begraben liegt.

    Wir haben keinen Garten.


    Ich kann deinen Gedankengang gut nachvollziehen. Aber ich hätte mich damals sehr gefreut, weil es für uns ein großes Problem war, finanziell und auch technisch. Trauernde Eltern haben andere Gedankengänge.

    Zitat

    Comran wo könnte das denn sein?

    Ich weiß es natürlich nicht aus dem Stegreif. Es sollte natürlich ein sicherer Platz sein, dass es nicht wegkommt und nicht stört. Habt ihr sonstige Andenken an das Kind? Wenn das Schild nicht zu groß ist, könnte es vielleicht in einer Vitrine mit restlichen Andenken stehen (wenn euch das nicht zu makaber erscheint, aber ich hätte nicht einmal mit einer Urne ein Problem). Ein eigener Garten wäre natürlich perfekt, dann könnte man einen kleinen schönen Strauch drumherum einpflanzen, so dass es nicht zu offensichtlich ist. Aber das habt ihr ja leider nicht.


    Entscheiden müsst ihr natürlich und euren Gefühlen folgen, was sich "richtig" anfühlt.

    Vielen Dank comran. Wir haben nur ein Foto vom Grabstein und ein Foto von unserem Kind, das an der Wand hängt. Der Grabstein würde das Zimmer dominieren, das wäre nicht passend.


    Ich hab schon viele Jahre drüber nachgedacht und seit 7 Jahren steht er im Keller.

    Ich finde deine Idee, den Stein an jemanden zu spenden, der sich selbst keinen leisten kann, sehr großherzig.


    Vielleicht findest du über ein Kinderhospiz jemanden?


    Es müsste aber sehr passend sein: Es müsste ja jemand sein, der einen ähnlichen Geschmack hat wie du, auch ein Kind verloren hat und wenig Geld hat. Nicht unmöglich, aber sei nicht frustriert, wenn sich da keine "Passung" findet. @:)


    Ansonsten kam mir noch folgende Idee: Es handelt sich um Metall, oder?


    Könnte man das nicht einschmelzen und einen anderen Gegenstand daraus machen, den du dann bei euch in der Wohnung haben kannst? Z.B. ein Windlicht, eine Figur oder so etwas?


    Dann hättest du den Stein nicht weggeworfen, aber er würde auch nicht eure Wohnung dominieren, sondern wäre nur für diejenigen, die darum wissen, noch sichtbar.


    Alles Gute! :)*

    Also mein Bauch sagt mir, dass es ein Grabstein ist, der nur zu diesem einen Baby gehört und zu keinem anderen. Wäre es mein Baby, nie und nimmer könnte ich den Stein hergeben. Den würde ich hüten wie meinen Augapfel, egal, wo er in der Wohnung stehen würde, im Garten oder sonstwo...

    ich finde deine idee auch sehr sympatisch. 12 jahre sind eine lange zeit, ihr habt verarbeitet und euer leben eingetaktet und da ist dieser stein, der unschön erinnert und auch keinen platz hat.


    ich würde entweder bei einem kinderhospiz nachfragen oder der idee von sanddorn nachgehen und etwas anderes daraus anfertigen lassen.

    Es ist inzwischen 22 Jahre her. Nach 12 Jahren wäre es mir nicht möglich gewesen. Auch jetzt würde es mir sehr schwer fallen. Aber dass der Grabstein im Keller steht, nagt immer mehr an mir.


    Danke für eure Vorschläge. Einschmelzen wäre eine gute Idee, nichtsdestotrotz wäre es mir auch lieb, wenn er für ein anderes Baby sein könnte.


    Der Grabstein ist so mit seinem Grab verbunden, dass ich mir nicht vorstellen kann, ihn woanders aufzustellen, wo kein Kind liegt. Das ist mir in der letzten Stunde sehr deutlich geworden.


    In einer Facebookgruppe meines Wohnortes "....verschenken"Würde es für gut befunden werden, wenn ich es einstelle.


    Doch vielleicht wäre rehakidsdie ein Trauerforum haben, der bessere Ort. Verschicken kann man den Stein schlecht.

    Ich verstehe nicht ganz, wie das funktionieren würde, man müsste dann ja den Namen umändern lassen irgendwie. Wenn es problemlos sein sollte, wäre es eigentlich eine gute Sache. Nur das Prozedere ist ja nicht so einfach, wenn man ihn auch nicht verschicken kann. FB finde ich pietätlos, wenn ich ehrlich bin.


    Insgesamt gesehen ist das eine eigenartige Situation.

    Ja das ist es. Der Name etc. ist mit Klebebuchstaben, die sich ablösen lassen, aufgeklebt. Ich vermute mal dass man neu lackieren müsste, da es wohl Ausbleichspuren gibt. Das Metall ist verzinkt und dauerhaltbar.

    Ich vermute, wenn Eltern ihr Baby verlieren, möchten sie den Abschied individuell gestalten, nicht mit einem "fremden" Babygrabstein, an dem dann die Daten ausgetauscht werden.


    Wenn jemand wenig Geld hat, bedeutet dies nicht automatisch ein unwürdiges Begräbnis.


    Geht es in erster Linie darum, den Stein "aus dem Haus zu bekommen", bliebe neben der Umschmelzung in einen anderen Gegenstand (wodurch er allerdings wieder zurückkehren würde, wenn auch transformiert) und dem Verschenken nur eine Art "Entsorgung". Vielleicht irgendwo in der Natur tief vergraben (falls sowas erlaubt ist?).


    An andere betroffene Eltern "anbieten" würde ich wenn dann nur sehr sehr diskret (z.B. eben über ein Hospiz, ein Trauerforum etc., aber nicht über die gängigen Social Media wie Facebook; das könnte sonst irgendwie schon einen skurrilen, ggf. auch oberflächlichen Eindruck machen - wenn da nebst irgendwelcher Flohmarktware ein Grabstein daherkommt).