Freund ist verstorben - je mehr Zeit vergeht umso schlimmer wird der Schmerz.Hilfe!

    Hallo!


    Vor gut 7 Wochen ist mein Freund nach langer, schwerer Erkrankung verstorben.


    Mir bricht es das Herz.


    Er hat so gekämpft.

    Er wollte leben.

    Hat viel geweint.

    Wir haben schon wieder in die Zukunft geblickt, er hat eigentlich nur noch auf seinen Rehaplatz gewartet wo er in den nächsten Tagen eigentlich hin sollte und von einem Tag auf den anderen ging es ihm schlechter und er wurde von der Normalstation (auf der er erst ein paar Tage war) zurück auf die Intensivstation verlegt wo er die vorigen 7 Monate verbracht hat.


    Eine Woche später war er tot.


    Ich bekomme die Bilder nicht mehr aus dem Kopf.

    Erst sein weinen und dann beim sterben seine Unruhe, seine schweres Atmen.


    Es ist so unbegreiflich für mich ihn nie wieder zu sehen und je mehr Zeit vergeht umso stärker wird der Schmerz.

    Ein Weinkrampf folgt dem nächsten.


    Und überall taucht sein Name auf.

    Egal ob im Fernsehen, im Internet, in Foren...ich wusste nicht wie weit verbreitet ein Vorname sein kann.

    Ich dreh noch durch.


    Sein Grab ist ca. 150 Meter von mir entfernt.

    Er ist so greifbar nah und doch so unerreichbar.


    Der Gedanke, dass sein Körper gerade dabei ist zu zerfallen bricht mir das Herz.

    Ich will ihn wieder haben.:°(


    Bis zum Schluss hat er sich auch Gedanken um mich gemacht.

    Ein paar Tage vor seinem Tod meinte er, es würde ihm leid tun, dass ich das miterleben muss und sagte mir so oft wie sehr er mich liebt.


    Da hab ich ihm noch gesagt, dass es ja wieder besser wird und er sowieso in ein paar Tagen auf Reha kommt.


    Ich habe ja nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass ich ihn jetzt doch noch verlieren könnte.

    Er war an keine einzige Maschine mehr angeschlossen, nicht mal mehr an einem EKG.

    Wir waren schon in Aufbruchstimmung.

    Alles war eigentlich gut und dann geht er wieder so in die Knie und verstirbt.


    Klar, er wäre eine Pflegefall geblieben, aber wir hätten noch eine schöne Zeit miteinander verbringen können.


    Oh Gott, es tut so weh.


    Traurige Grüße

  • 10 Antworten
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    Meine Beileid. Ich würde dir eine Therapie empfehlen. Du kannst so die Sache mit Hilfe verarbeiten. Es ist eine wahnsinnig belastende Situation gewesen und ist noch eine.


    Nimm Kontakt mit seine Freunden und Familie auf. Veranstalte ab und zu ein Abend, wo ihr über ihm reden und Bilder anschauen - von gesunde Zeiten.


    Erwarte 1 Jahr zu trauen. Das ist normal.

    Tut mirschrecklich leid, ich drück dich mal virtuell.
    7 Wochen sind gar nichts, wahrscheinlich fängst du gerade erst an, wirklich zu realisieren, dass er tot ist. Aber glaub mir, es dauert, aber es wird besser.
    Mein Freund ist vor 20 Jahren mit 35 Jahren gestorben, nur 4 Wochen nach der Krebsdiagnose. Und ja, manchmal muss ich heute noch weinen, wenn ich an ihn denke.
    Aber schon sehr lange überwiegen die Gedanken an die schöne Zeit.
    Lass dir alle Zeit der Welt, die du brauchst.

    Mein Beleid, das tut mir sehr leid.

    Vll hilft dir eine Trauergruppe, wo man sich gegenseitig erstmal unterstützt und dann eine Therapie,wo du auch Unterstützung bekommst

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    Auch mein Beileid. :)-:°_


    Wie meine Vorredner schon sagten, sind 7 Wochen gar nichts in Sachen schwerer Trauer. Es ist in der Tat so, dass Du jetzt erst realisierst, dass er tatsächlich nicht wiederkommt, da er es in den letzten 7 Wochen nicht tat. Sowas muß man erstmal wirklich verinnerlichen. Du tust mir soooo leid. Ich kenne solche Schmerzen. :-(

    Ich stimme Luci zu, dass Du Dir vielleicht Trauerhilfe suchst. Es gibt auch Trauercafés, also spezielle Aufenthaltsorte, wo sich nur Trauernde befinden. Vielleicht wäre das etwas für Dich.

    Ich wünsche Dir viel Kraft! :)*

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    Oh, liebes Fellmaedchen,


    7 Wochen ist wirklich eine sehr kurze Zeit zum trauern. Ein guter Freund von mir ist vor 13 Jahren bei einem Unfall gestorben. Es war hart, wirklich hart. Die zeit bis zur Beerdigung war in Watte, danach habe ich ein paar Wochen gedacht ich will auch sterben. Das erste Jahr wurde es auch nicht besser. Aber danach ging es langsam bergauf. Ich musste nicht mehr jeden Tag weinen. Es passiert sehr langsam, aber es passiert. Die zeit heilt keine Wunden, aber der Schmerz wird dumpfer. Gib dir Zeit, viel Zeit. Jetzt nach so langer Zeit muss ich nicht mehr weinen.


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft. :)*

    Fellmaedchen,


    erst jetzt, nachdem ich mich hier zurückgezogen habe, lese ich deinen Beitrag. Ich habe das Gleiche erlebt. Wenn du meine Geschichte unter meinem Nickname suchst nachliest, wirst du begreifen. Aber ich kann dir sagen, dass es wirklich nach und nach nachlässt. Das ist für mich die Hilfe gewesen. Zu lesen, dass es nachlässt. Mein Schatz ist nun mittlerweile seit Jahren unvorstellbar gestorben. Man hat damals den Schlaganfall im KH nicht erkannt. Und noch heute träume ich von ihm. Von Situationen, die stattgefunden hätten. Ich träume von ihm, nur das zählt und zeigt mir, dass er noch bei mir ist. Schöne SItuastionen, wobei ich morgens heulen könnte, wenn mir der Traum wieder gegenwärtig wird. Aber ich träume von ihm. Und ich fühle IHN immer bei mir. Er ist ein Teil von mir und das wünsche ich dir auch. Dass du träumst und ihn spürst. Das dauert und irgendwann wird es auch nicht mehr so schmerzlich. Ich weiss, wovon du schreibst. Und ich weiss auch, wie du fühlst. Aber der Alltag verwischt so die Trauer..... Leider. Aber es ist so. Irgendwann geht es weiter und du trauerst nicht mehr so schmerzhaft. Es lässt nach. Der Alltag bringt einem immer neue Probleme und nach und nach verblasst die Trauer. Glaube mir. Ich wünsche dir, was du dir wünschst. Halte durch und er ist immer bei dir, wenn du es willst und zulässt. Rede mit ihm. Mach deiner Trauer Luft.


    Ich wünsche dir alles Liebe. :)-