Freund meines Mannes gestorben

    Hallo liebe Leute,

    Wie oben schon steht, ist letzte Woche ein guter Freund von meinem Mann gestorben. Mit gerade mal 31 Jahren und auch recht unerwartet.

    Mein Problem damit besteht darin, dass mein Mann mich irgendwie ausschließt. Er ist nur noch bei seinen Jungs, weils denen ja genau so geht wie ihm und die können alle zusammen trauern bzw auch etwas über alte Zeiten reden und sogar ein bisschen lachen, wenn sie über ihn reden. Ich finds gut, dass sie sich gegenseitig helfen können und gut tun, versteht mich nicht falsch. Aber.. Auch wenn der Verstorbene eher ein Freund meines Mannes war, war er genauso ein Freund von mir.. Wenn auch nicht ganz so innig. Aber ich hab ihn auch seit über 12 Jahren nun schon gekannt. Seit knapp 10 Jahren (seit ich mit meinem Mann zusammen bin) hatten wir sowieso mehr miteinander zu tun. Klar, es kann mir gar nicht so sehr weh tun, wie meinem Mann.. Die beiden kannten sich schon so lange sie denken konnten.. Aber nichts desto trotz tut es mir auch höllisch weh.. Ich verkneif mir die Tränen solange mein Mann in der Nähe is, weil ich das Gefühl hab, ich hätte vor ihm kein Recht, zu weinen oder verletzt zu sein.. Und er redet aber mit mir auch nicht über ihn, sobald ich das Thema anschneide..

    Nun soll er eine Trauerrede schreiben.. Und geht mir komplett aus dem Weg.. Ich will ihm helfen, aber er lässt mich nicht. Ich will ihn trösten, aber er fährt lieber zu den anderen Jungs aus der Gruppe.. Und ich sitz alleine daheim rum und kann nicht nur für meinen Mann nicht da sein, sondern ich selber hab auch keine Schulter, an der ich mich anlehnen kann, ich bräuchte einfach meinen Mann, mit dem ich die ganze Sache zusammen durchstehen kann.. Ich dachte immer, in solchen Situationen ist man füreinander da in einer Beziehung. Aber ich komm einfach nicht an ihn ran..

    Hat vllt irgendjemand schon mal eine ähnliche Situation mit seinem Partner erlebt? Oder vllt war ja sogar schon mal jmd in der Situation meines Mannes und kann mir erklären, was von mir erwartet wird bzw was ich tun kann und darf. Ich hab einfach Angst, was falsch zu machen. Ich will auch kein fass aufmachen von wegen "ich dachte wir sind füreinander da", wenn es ihn gerade sowieso innerlich zerreißt. Ich fühl mich grad einfach nur hilflos.. ?

  • 7 Antworten

    Vielleicht denkt er auch, dir ginge es nicht nahe, wenn du dich vor ihm so vestellst. Warum tust du das? Gerade vor dem Partner kann man doch frei weinen. Du unterdrückst das und er denkt womöglich dich interessiere das gar nicht.

    Ich sehe in deiner Beschreibung der Situation nirgendwo, wie und wann ihr miteinander sprecht.

    Wenn du wissen möchest, was er erwartet, dann musst du ihn fragen. Nur er kann das beantworten. Da helfen auch keine Erzählungen wie andere Männer sich verhalten haben.


    Dazu kommt: Jeder trauert anders. Jeder auf seine Art und Weise. Das ist demjenigen zuzugestehen.

    Wenn du möchtest, dass er dich in den Arm nimmt, dann musst du auch dies sagen. Er weiß es sonst nicht.


    Wie ist denn im Alltag eure Kommunikation?


    Mein Beileid zu eurem Verlust.

    Ich hab versucht, mit ihm zu reden, aber er blockt dann ab. Er meint dann nur, er will da grad nicht drüber reden und im nächsten Moment packt er zusammen und fährt zu seinen Jungs, weil er eben mit denen zusammen sowohl weinen, als auch lachen kann. Ich hab auch mal vorsichtig angesprochen, dass ich das alles noch gar nicht fassen kann, dass es mehr weh tut, als ich gedacht hätte und nicht weiß, wie ich mich verhalten soll, aber darauf reagiert er gar nicht, da wechselt er nur das Thema.

    Ansonsten reden wir eigentlich schon über alles, egal worum es geht. Ich erzähl ihm alles, was so passiert und was mich bewegt und andersrum genauso. Ich weiß nicht, warum er auf einmal nicht mehr mit mir reden kann oder will, aber versucht hab ichs auf jeden Fall.

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    Wie ist es mit die andere Frauen? Ich erinnere, als ein Freund meines Mannes gestorben ist, haben die Männer aus der Cross Team zusammen getrauert und wir Frauen zusammen mit die Freundin der Verstorbener. Es hat sich irgendwie so ergeben.

    Die sind in den Männer-Runden auch net dabei. Mit den Mädels, mit denen ich mehr zu tun hab, hab ich mich auch schon ausgetauscht.. Die haben das Problem allerdings nicht, sondern ein paar von ihnen meinen, dass sie sich letzte Woche schon ein zwei abende raus genommen haben, um mit ihren Männern bei einem Glas Wein das ganze besprechen und verdauen zu können.

    Wir haben auch alle ausgemacht, uns die woche nach der Beerdigung alle zusammen zum Essen zu treffen, da sind wir auch dabei. Aber das betrifft ja die ganze Gruppe, das hat find ich wenig mit der Kommunikation zwischen meinem Mann und mir zu tun.

    Das klingt mir schon mehr danach, als wenn das seine Art ist zu trauern. Ich denke, das wirst du dann aushalten müssen. Du kannst ihn nicht zwingen anders zu trauern als es für ihn richtig ist.

    Deine Trauerarbeit musst du dann alleine bestreiten oder mit Freundinnen sprechen.

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    Wahrscheinlich hast du damit Recht. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was genau ich mir hier erwartet hab, war mir ja eigentlich klar, dass ich hier keine pauschale Lösung für mein Problemchen bekomme. Und genau deswegen trotzdem danke für die Antworten, irgendwie fühlt es sich besser an, zu wissen, dass das wohl normal zu sein scheint. Bin vermutlich auch selber etwas sehr überfordert mit der momentanen Situation ":/ mal abwarten.

    Auch das ist normal. Mit sowas überfordert sein. Da muss man manchmal durch im Leben. Das schaffst du.@:)

    Wichtig fände ich aber wirklich, dass du dich nicht verstellst. Auch du hast ein Recht darauf so zu trauern, wie es für dich passt. Und wenn du dann weinen möchtest, dann tu das.